Der Jugendroman „About a Boy“ oder auch im Deutschen „Der Tag der toten Ente“ genannt, in dem Nick Hornby das Leben zweier unterschiedlicher Menschen beschreibt die im Laufe des Buches zusammenfinden, gehört inzwischen zu den modernen Klassikern der Jugendliteratur. Darüber sind sich die Jugendbuchkritiker ebenso einig wie die Lehrerinnen und Lehrer der unterschiedlichen Schultypen, für die das Buch zu einem Favorit für die Klassenlektüre geworden ist. Durch Integrierung dieses Buches im Schulbereich wird der Versuch gestartet „den verknöcherten Schullektürenkanon aufzubrechen“ (Bode 2006: 5) Verschiedene deutsche Kultusministerien wollen mehr Werke von derzeitigen noch lebenden englischsprachigen Autoren in den Schulalltag mit einbringen. „About a boy“ ist dafür ein sehr lukratives Buch, da der Roman unter anderem spannend ist, Identifikationsfiguren für die Schüler und Schülerinnen bietet, Themen wie zum Beispiel Erwachsenwerden, Mobbing sowie die Beziehung von Kindern und Eltern auf erfrischende Weise neu und anders aufgreift. Weil der Autor das Ganze überaus geschickt mit spannenden und überraschenden Aktionen vermischt, fand das Buch sowie auch die Verfilmung von Beginn an auch bei den jungen Menschen sehr starken Zuspruch. Das beweisen unter anderem auch die Verkaufszahlen und die Auszeichnungen (Nominierung für den Oscar sowie für die Golden Globe Preisverleihung). Anders, als es der Titel zunächst vermuten lässt, geht es in diesem Werk von Nick Hornby nicht um einen, sondern um zwei sehr unterschiedliche "Jungs", die sich auf dem Weg befinden, erwachsen zu werden. Während der eine, Markus, von beiden erst 12 Jahre alt ist und ohne väterliches Vorbild und ohne wirkungsvolle Unterstützung seiner überforderten Mutter seinen Weg finden muss hat jedoch der andere, Will, bereits das 36. Lebensjahr erreicht und noch immer daran glaubt das Leben aussperren zu können. Der beziehungsunfähige Egomane wird erst durch den Kontakt mit dem Zwölfjährigen dazu gebracht, Verantwortung zu übernehmen und sich um andere Menschen zu kümmern. Er lernt, dass nicht One Night Stands, sondern mitmenschliche Beziehungen dem Leben einen Sinn geben. Die Geschichte schildert somit den Lebensabschnitt dieser beiden Figuren, in dem sie sich aufgrund ihrer jeweiligen Lebensumstände dem Erwachsenwerden stellen müssen.Das Buch hat ein klares pädagogisches Konzept: Eine Reihe von brisanter Probleme- das Erwachsenwerden, die Probleme Alleinerziehender, Mobbing in der Schule.....
Inhaltsverzeichnis
1. Unterrichtsgegenstand Buch sowie der Film „About a Boy“ von Nick Hornby
1.1 Biografie Nick Hornby, Entstehung und Quelle seiner Literatur
1.2 Zum Roman
1.3 Zum Film
1.4 Vergleich Roman- Film
1.5 Hauptfiguren
1.5.1 Marcus
1.5.2 Will
1.5.3 Fiona
1.6 Weitere Figuren
1.6.1 Ellie
1.6.2 Rachel
1.6.3 Marcus Vater Clive
1.7 Motive und Themen der Handlung
1.7.1 Alleinerziehende Mütter
1.7.2 Erwachsenwerden
1.7.3 Mobbing
1.7.4 Tod
2. Filmanalyse
2.1 Erste Szene
2.2 Zweite Szene
2.3 Dritte Szene
3. Neue Medien – Edutainment – Medienkompetenz im Unterricht
3.1 Film und Buch im formanalytischen Vergleich
3.2 Der Prozess der Filmanalyse und didaktisch-methodische Überlegungen
4. Die Unterrichtsreihe
4.1 Kurzinformation
4.2 Unterrichtsverlauf nach Phasen für die ersten sechs Unterrichtsstunden
4.3 Bemerkungen zum geplanten Unterrichtsverlauf
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Nick Hornbys Roman „About a Boy“ sowie dessen Verfilmung sowohl fachwissenschaftlich zu analysieren als auch didaktisch für den Englischunterricht in der Sekundarstufe 1 aufzubereiten. Es wird untersucht, wie sich die beiden Protagonisten entwickeln, welche Rolle moderne Medien im Unterricht spielen und wie eine entsprechende Unterrichtsreihe konzipiert sein kann.
- Fachwissenschaftliche Analyse des Romans und Films (Figuren, Motive, Vergleich).
- Filmanalytische Betrachtung ausgewählter Schlüsselszenen.
- Theoretische Grundlagen zur Medienerziehung und Filmanalyse in der Schule.
- Konzeption einer 20-stündigen Unterrichtsreihe zum Thema „About a Boy“.
Auszug aus dem Buch
1.5.1 Marcus
Markus ist ein 12- jähriger Junge der die Inkarnation des Außenseiters ist. „Aufgewachsen in dem engen Korsett moralischer, weltanschaulicher und ästhetischer Vorstellungen seiner geschiedenen und selbstmordgefährdeten Mutter Fiona, hat er nie die Möglichkeit bekommen, sich in die Lebenswelt seiner Altersgenossen einzufinden.“ (Groschwald 2005: 6)
Erst vor kurzer Zeit ist er mit seiner Mutter aus dem beschaulichen Cambridge in die Großstadt London gezogen und tut sich schwer Kontakte herzustellen. Ohne Zweifel ist er auch ein etwas eigenartiger Zeitgenosse und wird deswegen auch gehänselt, gepeinigt und ausgegrenzt. Dass er mitten im Unterricht einfach anfängt laut zu singen, bringt ihm nicht gerade Freunde ein. Marcus ist für jedoch auf eine Art und Weise sein Alter geistlich weit fortgeschritten. Obwohl er erst 12 Jahre alt ist, ist er sehr ernst und erwachsen. Er macht sich ständig Sorgen um jeden und alles besonders um seine Mutter. Als Scheidungskind ist Marcus auf der Suche nach einer Vaterfigur, einem back up, einem „Plan B“, einen Ersatz für den Fall, dass es mit den Depressionen seiner Mutter nicht besser wird. Die beiden haben ein gutes Verhältnis zueinander, aber eben nur so weit, wie es der Zustand von Fiona zulässt. Ihm ängstigen die unvorhersagbaren Stimmungstiefs und ihre ständigen Heulattacken. Je weiter die Handlung jedoch fortschreitet, desto mehr und auch besser gelingt es Marcus, sich von seiner Mutter zu emazipieren.
Deutlich weniger verzeichnet man das Verhältnis von Markus zu seinem Vater, dieser so gut wie keine Rolle in Marcus Leben spielt. Marcus akzeptiert zum Beispiel ohne irgendwelche Einwände die Tatsache, dass sein Vater mit seiner neuen Lebensgefährtin Lindsey in Cambridge wohnt. Ihm ist es egal. Wenn Marcus über seinen Vater nachdenkt, hat er das Gefühl hat, dass er sowieso keinen Wert auf seine Gegenwart legt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Unterrichtsgegenstand Buch sowie der Film „About a Boy“ von Nick Hornby: Dieser Teil beleuchtet die Biografie des Autors, den Roman und den Film, vergleicht beide Medien und analysiert die Hauptfiguren sowie die zentralen Motive.
2. Filmanalyse: Hier werden drei Schlüsselszenen des Films methodisch analysiert, um die filmische Umsetzung und die Unterschiede zur literarischen Vorlage aufzuzeigen.
3. Neue Medien – Edutainment – Medienkompetenz im Unterricht: Dieser theoretische Teil diskutiert die Einbindung moderner Medien in den Englischunterricht und den Stellenwert der Filmanalyse.
4. Die Unterrichtsreihe: Hier wird die praktische Umsetzung der Lektüre und Filmanalyse in einer 20-stündigen Unterrichtsreihe konkret für die Schule geplant.
Schlüsselwörter
Nick Hornby, About a Boy, Filmanalyse, Literaturdidaktik, Medienkompetenz, Marcus, Will, Erwachsenwerden, Alleinerziehende Mütter, Mobbing, Tod, Unterrichtsreihe, Sekundarstufe 1, Fremdsprachenunterricht, Charakterisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Nick Hornbys Roman „About a Boy“ und dessen Verfilmung, wobei der Fokus auf einer fachwissenschaftlichen Analyse und der didaktischen Aufbereitung für den Englischunterricht liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentral sind die Entwicklung der Hauptfiguren Marcus und Will, die Darstellung von Motiven wie Erwachsenwerden, Mobbing und der Umgang mit Alleinerziehenden sowie die Rolle von Film und neuen Medien im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die literarische Vorlage und den Film zu analysieren und eine fundierte Unterrichtsreihe zu konzipieren, die Medienkompetenz und das Verständnis für komplexe Themen bei Schülern fördert.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt Literatur- und Filmanalytische Verfahren (z.B. Untersuchung von Kameraeinstellungen, Mimik, Gestik und narrativen Strukturen) sowie didaktische Methoden der Unterrichtsplanung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Analyse der Charaktere und Motive, eine detaillierte Filmanalyse, theoretische Reflexionen zur Medienkompetenz und einen konkreten Entwurf für eine Unterrichtsreihe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Medienkompetenz, Filmanalyse, Literaturdidaktik, Charakterentwicklung und Unterrichtsplanung charakterisieren.
Wie unterscheidet sich der Film in Bezug auf die Musik vom Roman?
Im Roman spielen Nirvana und Kurt Cobain eine zentrale, handlungstragende Rolle. Im Film wurden diese Hinweise gestrichen und durch Rap-Musik ersetzt, was laut Analyse die Beziehung zwischen den Figuren weniger tiefgründig erscheinen lässt.
Warum ist das Thema Mobbing in der Unterrichtsreihe so wichtig?
Da Mobbing eine wesentliche Rolle im Leben des Protagonisten Marcus spielt und ein weit verbreitetes Phänomen an Schulen ist, bietet es einen realitätsnahen Anknüpfungspunkt, um mit Schülern über Konflikte und Unterstützungsangebote zu sprechen.
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- Maike Jaeger (Author), 2009, „About A Boy“. Inhaltliche und filmanalytische Betrachtung von Nick Hornbys Werk, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142310