In dieser Arbeit wird die amerikanische Fernsehserie SEINFELD unter Aspekten der Rolle von ethnischem Humor untersucht. Ausgangspunkt der Arbeit war das zufälligen sehen einer Episode, in der ein besonderer Fall von ethnischem Rollenspiel und jüdischem Humor aufgefallen ist: Ein Zahnarzt möchte zum Judentum konvertieren, bloß um jüdische Witze erzählen zu können. Die amerikanisch-jüdische Hauptfigur Jerry Seinfeld fühlt sich von seinem Zahnarzt beleidigt und beginnt seinerseits Zahnarztwitze zu erzählen, woraufhin er von seinen Freunden als Zahnarzthasser gebrandmarkt wird. Dieser spielerische, komische Umgang mit Judentum und ethnischen Motiven zieht sich durch diverse Folgen der Serie und erinnert an Traditionen des amerikanisch-jüdischen und ethnischen Humors in amerikanischen Filmkomödien. These der Arbeit ist, dass in SEINFELD der Umgang mit ethnischen Themen und kultureller Identität parodistisch angelegt ist und es zu einer Transformation der Repräsentationen von "Ethnizität" und "amerikanischer Kultur" kommt, wobei eine Neubewertung von Problemen der Assimilation und dadurch resultierende Entfremdung deutlich wird. Anders als in einer Mehrzahl von amerikanischen Sitcoms, werden in SEINFELD ethnische Unterschiede nicht in im Hinblick auf den Traum einer perfekten Assimilation organisiert, sondern vielmehr wird das "Amerikanisch-Seins" dekonstruiert.
Um sich SEINFELD zu nähern, wird zunächst im ersten Teil der Arbeit das Genre der Sitcom in Abgrenzung zur Soap-Opera begrifflich eingeengt. Es wird zusätzlich auf die der Gattung Sitcom zugrundeliegenden Narrationsmuster eingegangen. In der Analyse zu SEINFELD dient die Untersuchung der Figurenkonstellationen, um Tendenzen des jüdischen Humors in der Serie zu benennen. Es fällt auf, dass es auf unterschiedlichen Ebenen zu Brüchen in den Figuren und ein für Sitcoms besonderer Umgang mit Handlungsorten zu erkennen ist, was weiter auf die Bedeutung von ethnischem Humor in amerikanischen Filmkomödien und in Seinfeld schließen lässt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Definition Sitcom
- Serial Series
- Narration und Handlungsorte der Sitcom
- Actcom - Domcom - Dramedy
- ZU SEINFELD
- Zur Figurenkonstellation in SEINFELD
- Schlemiel – Schlimazl
- Wertezerfall oder Wertewandel?
- Tendenzen des jüdischen Humor in SEINFELD
- Probleme der jüdischen Assimilation anhand der Räumlichkeit in SEINFELD
- Zur Figurenkonstellation in SEINFELD
- Ethnizität in der amerikanischen Filmkomödie
- Ethnizität und amerikanische Identität
- Subversion von “amerikanischer Identität”
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die amerikanische Fernsehserie SEINFELD im Hinblick auf die Rolle von ethnischem Humor. Der Fokus liegt auf der parodistischen Verwendung von ethnischen Themen und kultureller Identität in der Serie. Dabei wird untersucht, wie die Repräsentation von “Ethnizität” und “amerikanischer Kultur” transformiert wird und Probleme der Assimilation und daraus resultierende Entfremdung beleuchtet werden.
- Die Rolle des ethnischen Humors in der amerikanischen Sitcom SEINFELD
- Die Transformation von Repräsentationen von “Ethnizität” und “amerikanischer Kultur”
- Die Analyse der Figurenkonstellation und ihrer Bedeutung für den jüdischen Humor in der Serie
- Die Bedeutung von Handlungsorten und räumlichen Strukturen für die Darstellung von Assimilationsproblemen
- Die Dekonstruktion des “Amerikanisch-Seins” in SEINFELD
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Fragestellung der Arbeit vor und erläutert den Ausgangspunkt der Analyse: Die Episode “Die Yada Yada-Sache” und der darin dargestellte Konflikt um jüdischen Humor. Im ersten Teil der Arbeit wird das Genre der Sitcom in Abgrenzung zur Soap-Opera definiert und die Narrationsmuster der Sitcom erläutert. Die Analyse zu SEINFELD betrachtet die Figurenkonstellation, um Tendenzen des jüdischen Humors in der Serie zu benennen.
Es wird deutlich, dass es auf unterschiedlichen Ebenen zu Brüchen in den Figuren und ein für Sitcoms besonderer Umgang mit Handlungsorten zu erkennen ist, was die Bedeutung von ethnischem Humor in amerikanischen Filmkomödien und in SEINFELD hervorhebt.
Schlüsselwörter
Sitcom, ethnischer Humor, jüdischer Humor, Assimilation, amerikanische Identität, Dekonstruktion, SEINFELD, Figurenkonstellation, Handlungsort, Ethnizität.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Seinfeld als „Show about Nothing“ bezeichnet?
Der Begriff stammt aus der Serie selbst und beschreibt das Konzept, alltägliche Belanglosigkeiten und soziale Missgeschicke statt großer dramatischer Handlungen in den Mittelpunkt zu stellen.
Welche Rolle spielt jüdischer Humor in Seinfeld?
Jüdischer Humor zeigt sich in der Selbstironie, den Figurenkonstellationen (wie Schlemiel und Schlimazl) und der Thematisierung von Assimilation und kultureller Identität.
Wie wird „Ethnizität“ in der Serie dargestellt?
Ethnizität wird parodistisch und dekonstruktiv eingesetzt. Statt den Traum perfekter Assimilation zu zeigen, beleuchtet Seinfeld oft die Entfremdung und die Absurdität kultureller Identitäten.
Was unterscheidet Seinfeld von anderen Sitcoms?
Seinfeld bricht mit traditionellen Narrationsmustern, verzichtet oft auf moralische Belehrungen („No hugging, no learning“) und nutzt spezifische Handlungsorte zur Charakterzeichnung.
Was bedeutet die Figurenkonstellation „Schlemiel – Schlimazl“?
Es sind archetypische Figuren des jüdischen Humors: Der Schlemiel ist der Tollpatsch, dem ein Missgeschick passiert, und der Schlimazl ist derjenige, der die Folgen ausbaden muss.
- Citation du texte
- Tillmann Allmer (Auteur), 2000, SEINFELD - THE SHOW ABOUT NOTHING, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1419