Das Jahr 2009 war für die BRD ein Jahr voller Wahlen, ein Jahr des Aufstiegs und des Abstiegs, eines Regierungswechsels und ein Jahr in dem alle Traditionen bedingt durch die wirtschaftliche Lage in Frage gestellt wurden. Die vorliegende Arbeit wurde zu Beginn dieses Jahres verfasst und stellte sich unter anderem die Frage nach den Ergebnissen der vergangenen Wahlen. Jetzt da wir diese kennen, sollten sich die Fragen, die dieses Einleitungskapitel aufwirft, bedingt geklärt haben. Bei genauer Betrachtung jedoch besteht die Frage fort, ob die zunehmende Gleichverteilung der Wählerstimmen auf die fünf im Bundestag vertretenen Parteien einen Einfluss auf die Regierbarkeit der BRD haben. Dieser Frage und ihrer möglichen Bearbeitung samt Literaturgrundlage widmet sich die vorliegende Arbeit und ist damit genau so aktuell, wie Anfang 2009.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Grundbegriffe
- Wahlsysteme
- Absolute und relative Mehrheitswahl
- Verhältniswahl
- Parteisysteme
- Wahlsysteme
- Folgen eines stark fragmentierten Parteiensystems
- Vergleich der Auswirkung von Mehrparteiensystemen (BRD, Österreich, Italien (bis 1993), Weimarer Republik)
- Vergleichsauswertung und Prognose der Folgen von tendenziell gleichverteilter Parteienfragmentierung für die BRD
- Wirkung des Wahlsystems auf das Parteiensystem
- Vergleich des Verhältnisses von Wahlsystem und Parteiensystem in BRD, Großbritannien, Frankreich und Italien
- Vergleichsauswertung und Schlussfolgerung, ob eine Reform des deutschen Wahlsystems zu einer verringerten Fragmentierung des Parteiensystems führt
- Vorstellungen von Repräsentation und deren Implementierung in Verhältnis- und Mehrheitswahlsysteme
- Fazit und Beantwortung der Ausgangsfrage
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Folgen eines stark fragmentierten Parteiensystems in der Bundesrepublik Deutschland und analysiert den Einfluss des Wahlsystems auf die Ausprägung des Parteiensystems. Ziel ist es, herauszufinden, ob eine Reform des deutschen Wahlsystems eine Reduzierung der Fragmentierung des Parteiensystems bewirken könnte.
- Analyse der Folgen eines fragmentierten Parteiensystems
- Vergleich verschiedener Mehrparteiensysteme
- Bedeutung des Wahlsystems für die Ausprägung des Parteiensystems
- Untersuchung der Stabilität von Regierungen in Mehrparteiensystemen
- Bewertung des deutschen Wahlsystems im Kontext der Parteienfragmentierung
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt den aktuellen Stand der deutschen Parteienlandschaft dar und beleuchtet die zunehmende Fragmentierung sowie die daraus resultierende Instabilität von Koalitionsbildungen. Sie führt die Problematik des „Superwahljahres“ 2009 mit den damit verbundenen Herausforderungen für die Regierungsbildung an. Die Arbeit untersucht die Ursachen der Fragmentierung, die sich in der Erosion der traditionellen „cleavages“ und dem Wandel des Wählerverhaltens begründen.
- Grundbegriffe: Dieses Kapitel definiert die wichtigsten Begriffe, die für das Verständnis der Arbeit relevant sind. Dazu gehören „Wahlsysteme“ (absolute und relative Mehrheitswahl, Verhältniswahl) und „Parteisysteme“.
- Folgen eines stark fragmentierten Parteiensystems: Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen eines Mehrparteiensystems auf die Stabilität von Regierungen und die Effizienz der „governance“. Es führt einen Vergleich der BRD, Österreichs, Italiens (bis 1993) und der Weimarer Republik durch, um die unterschiedlichen Ausprägungen der Folgen zu beleuchten.
- Wirkung des Wahlsystems auf das Parteiensystem: Hier wird der Einfluss des Wahlsystems auf die Ausprägung des Parteiensystems betrachtet. Es wird ein Vergleich der Wahlsysteme der BRD, Österreichs, Großbritanniens und Frankreichs vorgenommen, um die Unterschiede in ihrer Wirkung auf die Parteienlandschaft zu analysieren. Dabei werden verschiedene Forschungsansätze zur Rolle des Wahlsystems herangezogen, die unterschiedliche Gewichtungen des Einflusses des Wahlsystems auf das Parteiensystem vertreten.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Schlüsselthemen Wahlsystem, Parteiensystem, Fragmentierung, Polarisierung, Segmentierung, Koalitionsbildung, „governance“, Responsivität, cleavages, Mehrparteiensystem, Verhältniswahlrecht, Mehrheitswahlrecht, empirischer Ansatz, normativer Ansatz, Vergleichende Politikwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen zum Wahlsystem und Wählerverhalten
Was ist der Unterschied zwischen Mehrheits- und Verhältniswahl?
Bei der Mehrheitswahl gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen (the winner takes it all), was oft zu stabilen Zweiparteiensystemen führt. Die Verhältniswahl verteilt Sitze gemäß dem Stimmenanteil, was Vielfalt fördert, aber Koalitionen nötig macht.
Warum nimmt die Parteienfragmentierung in Deutschland zu?
Ursachen sind der Wandel des Wählerverhaltens, das Aufbrechen traditioneller Milieus (Cleavages) und eine zunehmende Gleichverteilung der Stimmen auf mehr als drei große Parteien.
Erschwert ein fragmentiertes Parteiensystem die Regierbarkeit?
Ja, viele Parteien im Parlament machen Koalitionsbildungen komplexer und können zu instabileren Regierungen führen, wie historische Beispiele (z. B. Weimarer Republik) zeigen.
Könnte eine Wahlrechtsreform die Fragmentierung verringern?
Ein Wechsel hin zu einem stärkeren Mehrheitswahlelement könnte die Anzahl der Parteien reduzieren, würde aber zulasten der Repräsentationsgenauigkeit gehen.
Was sind "Cleavages" in der Politikwissenschaft?
Cleavages sind tiefe gesellschaftliche Konfliktlinien (z. B. Arbeit vs. Kapital, Stadt vs. Land), die traditionell das Wählerverhalten und die Entstehung von Parteien geprägt haben.
- Quote paper
- David Jugel (Author), 2009, Der Einfluss des Wahlsystems auf das Wählerverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141227