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Die deutsche auswärtige Kultur- und Sprachpolitik und ihr Einfluss auf den DaF-Unterricht im Ausland

Kritische Bestandsaufnahme und Ausblick

Title: Die deutsche auswärtige Kultur- und Sprachpolitik und ihr Einfluss auf den DaF-Unterricht im Ausland

Diploma Thesis , 2002 , 79 Pages , Grade: 2

Autor:in: Prof. Dr. Guido Oebel (Author)

Politics - Other International Politics Topics
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Die vorliegende Abschlussarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Realpolitik, Kulturpolitik und Sprachenpolitik zusammenhängen und welche Rolle Deutsch als Fremdsprache (DaF) hierbei spielt. Dabei sollen sowohl die Außen- als auch die Innenperspektive berücksichtigt werden, d.h., welche Rolle spielt Deutsch in der Gemeinschaft der Sprachen, welche Tendenzen sind zu beobachten und wie versucht die deutsche Kulturpolitik lenkend in diese Entwicklungen einzugreifen. Weitere Fragen, die erörtert werden, sind u.a.:
Welche Rolle spielt Deutsch in internationalen Organisationen? Wovon hängt das Prestige einer Sprache ab? Wie viel eigenes Sprachbewusstsein bzw. eigene Sprachloyalität ist vonnöten, um die Förderung des Deutschen international voranzubringen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. "Attraktivitäts-Faktoren" der internationalen Stellung einer Sprache

2.1 Sprache als Instrument der auswärtigen Politik

2.2 Sprachverbreitungspolitik: Sprachpolitik nicht gleich Sprachenpolitik

3. Rahmenbedingungen für Deutsch (als Fremdsprache) und Germanistik weltweit

3.1 Der Rückzug des Staates aus der Bildungs- und Kulturpolitik

3.2 Zur Sprach(en}politik der Bundesrepublik Deutschland in der EU

3.3 Sprach(en}politik anderer Länder - Dezentralisierung / Deregulierung

4. Fremdsprachenangebot und Sprachenfolge: Deutsch als 2. Fremdsprache

5. "Unterlassungspolitik" deutscher Mittlerorganisationen am Beispiel TestDaF

6.1 Spezifisch deutsche "Sprachloyalität" versus "Sprachilloyalität"

6.2 "Innere" versus "äußere Sprachloyalität" im Licht von Sprachkultur und –pflege

6.3 Das Phänomen deutscher Sprach(il)loyalität im Kontext von Daf im Ausland

7. DW-tv in Asien: "Der unsichtbare Spätankömmling"

8. Verhandlungssprache Deutsch als Wirtschaftsfaktor

9. Die Ökonomisierung der Fremdsprachenpolitik

9.1 Stellung der Deutschlehrkräfte und Deutschlerner

10. Kein Anlass zu Fatalismus: Hoffnungsfroh stimmende GUN-Erhebungen

11. Entwicklung der AKP im deutschen Auslandsschulwesen

11.1 Gegenwärtiger Stand der AKP im Schulbereich

11.2 Bildungseinrichtungen im Auslandsschulwesen: Deutsche Auslandsschulen

11.2.1 Deutschsprachige Schulen mit deutschem Schulziel

11.2.2 Zweisprachige Schulen mit integriertem Unterrichtsprogramm und bikulturellem Schulziel

11.2.3 Zweisprachige Schulen mit gegliedertem Unterrichtsprogramm und bikulturellem Schulziel

11.2.4 Schulische Einrichtungen mit berufsorientiertem Schulziel

11.2.5 Förderung des Deutschunterrichts an landessprachigen Schulen

11.2.6 Landessprachige Schulen mit Deutschunterricht und einheimischem Schulziel

11.2.7 Landessprachige Schulen mit deutscher Tradition und einheimischem Schulziel

11.2.8 "Sonnabendschulen"

11.2.9 Europäische Schulen

11.3 Lehrerentsendeprogramm

11.4 Deutsches Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz

12.1 Englisch als dominierende Konkurrenzsprache

12.2 Antizyklische, wenngleich wenig beachtete Positiventwicklung

12.3 Deutsch neben Englisch: Argumente pro Sprachenvielfalt

13. Die künftige Basis für Deutsch als - zweite - Fremdsprache (L3)

14. Germanistik und Wissenschaftssprache Deutsch

14.1 Tendenzen bei der Sprachvermittlung im Hochschulbereich

14.2 Konsequenzen für die DAAD-Lektorenprogramme

15.1 Die traditionelle Germanistik

15.2 Neuen Entwicklungen "German (and European) Studies" / "Cultural Studies" Rechnung tragen

16. Aktuelles Volumen öffentlicher Deutsch-Fördermaßnahmen im Ausland

17.1 Deutsch-Aktivitäten vs. "Konkurrenzsprachen" in den südlichen GUS-Staaten

17.2 Deutsch-Aktivitäten vs. "Konkurrenzsprachen" in Nordamerika (USA/Kanada)

18. Handlungsbedarf und Desiderata

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Realpolitik, Kulturpolitik und Sprachenpolitik und analysiert die Rolle der deutschen Sprache (DaF) im Ausland. Dabei wird kritisch hinterfragt, wie deutsche Mittlerorganisationen auf den schwindenden Stellenwert des Deutschen reagieren und welche ökonomischen sowie strategischen Faktoren die internationale Verbreitung der deutschen Sprache beeinflussen.

  • Wechselspiel zwischen Kulturpolitik und nationalen Interessen.
  • Status von Deutsch in internationalen Organisationen (insbes. EU).
  • Wirtschaftliche Bedeutung der deutschen Sprache im Ausland.
  • Kritische Analyse der "Unterlassungspolitik" deutscher Mittlerorganisationen.
  • Zukunftsperspektiven für Germanistik und DaF-Unterricht.

Auszug aus dem Buch

1. "Attraktivitäts-Faktoren" der internationalen Stellung einer Sprache

Die Attraktivität einer Sprache hängt von einer Fülle weiterer Faktoren ab:

ihrer natürlichen Stärke (Größe der Sprecherzahlen von Mutter- und Fremdsprache, geographische Verbreitung, Verbreitung als Schulfremdsprache in der Welt);

ihrer politischen und "symbolischen" Stärke (Verwendung in internationalen Organisationen, Verträgen und Konferenzen; akzeptierte Verwendung im zwischenstaatlichen Verkehr, Anzahl der Länder, in denen diese Sprache offiziellen Status besitzt [Amts- bzw. Staatssprache], politisches Gewicht eines oder mehrerer Länder der Sprachgemeinschaft);

ihrer wirtschaftlichen Stärke (BIP oder BSP der Sprachmutterländer, Anteil am regionalen oder globalen Handel, Umfang der Auslandsinvestitionen, Konzernsprache in Großunternehmen, Berufsfachsprache, studienbegleitender Unterricht an Hochschulen);

ihrer wissenschaftlichen Stärke (Verwendung in wissenschaftlichen Publikationen, als Konferenzsprache auf wissenschaftlichen Kongressen und in Datenbanken, Sprachstudium an Hochschulen)

ihrer kulturellen Stärke (Verbreitung in Literatur, Printmedien, Film, Fernsehen; Nutzung deutscher Sprachkenntnisse ausländischer Gesprächspartner, privat und durch die Medien; Präsenz in der Unterhaltungselektronik, Jugendkultur, Sprache der Werbung und des Zeitgeists). (Oebel2000: 73)

Von nicht unerheblicher Bedeutung ist des weiteren die landesspezifische touristische Anziehungskraft etwa Frankreichs, das unter Urlaubern zum wiederholten Mal die unangefochtene Spitzenposition in der Destinationspopularität einnimmt - zweifellos begünstigende geographische oder klimatische Verhältnisse allein können hier als Begründung nicht genügen. Mit Deutschland hingegen wird "kein übermäßig faszinierender Lebensstil assoziiert, wie etwa mit Italien, Frankreich oder den USA 'Savoir vivre' lässt sich nicht ins Deutsche übersetzen und ein 'Gennan way of life' löst jenseits unserer Grenzen kaum Begeisterung aus." (Hoffmann 2001: 3).

Zusammenfassung der Kapitel

1. "Attraktivitäts-Faktoren" der internationalen Stellung einer Sprache: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Dimensionen, wie politische, wirtschaftliche und kulturelle Stärke, die zur internationalen Attraktivität einer Sprache beitragen.

2.1 Sprache als Instrument der auswärtigen Politik: Hier wird erläutert, welche direkten Vorteile ein Staat durch den internationalen Gebrauch seiner Muttersprache in Bereichen wie Recht, Wirtschaft und Kultur erzielt.

2.2 Sprachverbreitungspolitik: Sprachpolitik nicht gleich Sprachenpolitik: Das Kapitel unterscheidet terminologisch präzise zwischen Aktivitäten zur inneren Sprachpflege und der strategischen Verbreitung der Sprache im Ausland.

3. Rahmenbedingungen für Deutsch (als Fremdsprache) und Germanistik weltweit: Es wird der Rückzug des Staates aus der Bildungsfinanzierung und die daraus resultierende Notwendigkeit für neue Strategien im DaF-Bereich beleuchtet.

4. Fremdsprachenangebot und Sprachenfolge: Deutsch als 2. Fremdsprache: Dieses Kapitel zeigt auf, wie koloniale Strukturen früher Vorteile für das Deutsche boten und wie diese durch die globale Dominanz des Englischen heute unter Druck stehen.

5. "Unterlassungspolitik" deutscher Mittlerorganisationen am Beispiel TestDaF: Der Autor kritisiert an diesem Beispiel, dass deutsche Organisationen Chancen zur Profilierung der Sprache im Ausland durch ineffektives Marketing verspielen.

6.1 Spezifisch deutsche "Sprachloyalität" versus "Sprachilloyalität": Es wird das Verhältnis der Deutschen zu ihrer eigenen Sprache analysiert und die Gefahr einer "Sprachilloyalität" als Ursache für den internationalen Abstieg betont.

Schlüsselwörter

Auswärtige Kulturpolitik, Deutsch als Fremdsprache, Sprachverbreitungspolitik, Sprachloyalität, Wirtschaftsfaktor, DaF, Germanistik, Bildungspolitik, Europäische Union, Auslandsschulwesen, Globalisierung, Mittlerorganisationen, Kulturmanagement, Sprachimperialismus, Fremdsprachen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die deutsche auswärtige Kultur- und Sprachenpolitik und untersucht kritisch, warum der internationale Stellenwert der deutschen Sprache abnimmt und welche Rolle dabei politische sowie ökonomische Faktoren spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Sprachverbreitungspolitik im Vergleich zu anderen Nationen, die Rolle des Deutschen in der EU, das deutsche Auslandsschulwesen sowie die ökonomische Dimension des Sprachgebrauchs.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Der Autor fragt nach dem Zusammenhang zwischen Realpolitik, Kulturpolitik und Sprachenpolitik und wie diese Faktoren die Stellung von Deutsch als Fremdsprache (DaF) im Ausland beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer kritischen Bestandsaufnahme bestehender politischer Konzepte, der Analyse von Institutionen sowie der Auswertung von Statistiken und Berichten zur Sprachförderung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der Kulturpolitik, der Rolle der deutschen Sprache in Institutionen wie der EU, dem Ökonomisierungsdruck auf das Bildungsangebot und einer Evaluierung deutscher Mittlerorganisationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprachverbreitungspolitik, Sprachloyalität, Kulturmanagement und Auslandsschulwesen geprägt.

Wie bewertet der Autor die Sprachpraxis der EU gegenüber dem Deutschen?

Der Autor kritisiert eine "freiwillige Preisgabe" des Status der deutschen Sprache durch deutsche Vertreter in Brüssel, was zur Marginalisierung des Deutschen gegenüber Englisch und Französisch geführt habe.

Welchen Einfluss hatte der Zusammenbruch der Sowjetunion auf die deutsche Sprache?

Der Zusammenbruch bot eine einzigartige Chance für Deutsch, den Status als wichtige westliche Sprache im Osten zu festigen, wurde jedoch durch fehlende politische Konsequenz seitens der Bundesrepublik weitgehend ungenutzt gelassen.

Welche Rolle spielt die "Sprachilloyalität" laut Autor?

Der Autor sieht in der Missachtung der eigenen Sprache durch viele Deutschsprachige selbst einen der zentralen Gründe für die schwindende internationale Attraktivität des Deutschen.

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Details

Title
Die deutsche auswärtige Kultur- und Sprachpolitik und ihr Einfluss auf den DaF-Unterricht im Ausland
Subtitle
Kritische Bestandsaufnahme und Ausblick
College
University of Hagen  (Geisteswissenschaften)
Course
KulturManagement
Grade
2
Author
Prof. Dr. Guido Oebel (Author)
Publication Year
2002
Pages
79
Catalog Number
V141129
ISBN (eBook)
9783640517411
ISBN (Book)
9783640517244
Language
German
Tags
Deutsch als Fremdsprache DaF Sprachenpolitik Sprachloyalität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Prof. Dr. Guido Oebel (Author), 2002, Die deutsche auswärtige Kultur- und Sprachpolitik und ihr Einfluss auf den DaF-Unterricht im Ausland , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141129
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