Der große Bereich der qualitativen Biographieforschung wird in diesem Text auf die Methode des biographisch-narrativen Interviews präzisiert.
Durch die Vorstellung zweier unterschiedlicher Bildungsbegriffe, nach Humboldt und Bourdieu, wird der Bezug zur Erziehungswissenschaft hergestellt. Das narrative Interview als Erhebungsmethode wird anhand kurzer Ausschnitte eines Interviews erläutert und abschließend jeweils mithilfe der vorgestellten Bildungsverständnisse interpretiert.
Der zentralen Frage, wie Bildungsprozesse sich vollziehen, wie man das unsichtbare Vorgehen im Menschen nachvollziehbar machen kann, möchte die Biographieforschung nachgehen. Als eine qualitative Forschungsmethode innerhalb der Erziehungswissenschaft hat sich die Biographieforschung etabliert. Unter Forschungsmethoden im engen Sinne versteht man Methoden, bei denen Daten erhoben, interpretiert und analysiert werden. Als eine Möglichkeit der Datengewinnung wird die Erhebungsmethode des narrativen Interviews in dieser Arbeit genauer betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Bildungsbegriff
- Bildung im bildungstheoretischen Verständnis nach Wilhelm von Humboldt
- Bildung im soziologischen Verständnis nach Pierre Bourdieu
- Biographieforschung
- Narratives Interview als Erhebungsmethode
- Narratives Interview anhand zweier Bildungsverständnisse interpretiert
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, wie ein biographisch-narratives Interview in Hinblick auf verschiedene Bildungsverständnisse interpretiert werden kann. Die Arbeit analysiert die Verwendung des narrativen Interviews als Methode der Biographieforschung und untersucht, wie unterschiedliche Bildungsverständnisse die Interpretation von Lebensgeschichten beeinflussen.
- Bildungsbegriff und seine unterschiedlichen Interpretationen
- Biographieforschung als qualitative Forschungsmethode
- Das narrative Interview als Erhebungsmethode in der Biographieforschung
- Interpretation narrativer Interviews anhand verschiedener Bildungsverständnisse
- Die Bedeutung des narrativen Interviews für die Erforschung von Bildungsprozessen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die zentrale Frage nach dem Verständnis von Bildungsprozessen und die Rolle der Biographieforschung in der Beantwortung dieser Frage vor. Sie führt das narrative Interview als Erhebungsmethode ein und kündigt die folgenden Kapitel an, die sich mit dem Bildungsbegriff und der Interpretation von Biographien auseinandersetzen.
Das zweite Kapitel beleuchtet den Bildungsbegriff aus zwei unterschiedlichen Perspektiven: dem klassischen bildungstheoretischen Verständnis nach Wilhelm von Humboldt und dem soziologischen Habitus-Begriff nach Pierre Bourdieu. Es werden die wichtigsten Merkmale beider Ansätze vorgestellt und deren Bedeutung für die Interpretation von Bildungsprozessen erläutert.
Das dritte Kapitel befasst sich mit der Methode der Biographieforschung, insbesondere mit dem narrativen Interview. Es beschreibt den Ablauf eines narrativen Interviews, die Herausforderungen bei der Durchführung und die Bedeutung der Interpretation narrativer Erzählungen.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter dieser Arbeit sind Bildungsbegriff, Biographieforschung, narratives Interview, Interpretation, Bildungsverständnisse, Wilhelm von Humboldt, Pierre Bourdieu, Habitus, Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der qualitativen Biographieforschung in der Erziehungswissenschaft?
Ziel ist es, unsichtbare Bildungsprozesse im Menschen nachvollziehbar zu machen und zu verstehen, wie sich Lebensgeschichten im Kontext von Bildung vollziehen.
Wie unterscheiden sich die Bildungsbegriffe von Humboldt und Bourdieu?
Wilhelm von Humboldt vertritt ein klassisches bildungstheoretisches Verständnis, während Pierre Bourdieu Bildung aus einer soziologischen Perspektive mit Fokus auf den Habitus betrachtet.
Was kennzeichnet ein biographisch-narratives Interview?
Es ist eine Erhebungsmethode, bei der die befragte Person ihre Lebensgeschichte frei erzählt, was eine tiefe Interpretation der individuellen Bildungsprozesse ermöglicht.
Welche Rolle spielt der Habitus-Begriff bei der Interpretation von Biographien?
Nach Bourdieu hilft der Habitus zu verstehen, wie soziale Herkunft und Sozialisation die Bildungswege und Erzählungen einer Person prägen.
Warum ist die Biographieforschung für die Erziehungswissenschaft wichtig?
Sie ermöglicht es, Daten über individuelle Lern- und Entwicklungsprozesse zu gewinnen, die durch rein quantitative Methoden nicht erfasst werden können.
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- Anonym (Author), 2021, Biographieforschung in der Erziehungswissenschaft im Hinblick auf verschiedene Bildungsverständnisse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1403039