Das State-Trait- Angstinventar von Laux, Glanzmann, Schaffner und Spielberger wurde von der amerikanischen Form „State-Trait-Anxiety-Inventory“ (Spielberger, Gorusch und
Lushene, 1970) adaptiert und ist seit 1981 in Anwendung. Das Verfahren dient der Erfassung von Angst als Zustand (State-Angst) und Angst als Eigenschaft (Trait-Angst)unter Berücksichtigung von Situationseinflüssen und verschiedenen intrapsychischen
Prozessen. Es eignet sich zum Einsatz im klinischen Bereich sowie in der experimetiellen Angst- und Stressforschung und verfügt über gute psychometrische Eigenschaften. Doch welchen Zweck erfüllt die Einteilung zweier Skalen in Zustands- und
Eigenschaftsangst? Welche Idee steckt dahinter und wofür sind die Werte, die sich bei der Auswertung ergeben dienlich? Zur Beantwortung dieser Fragen, wurden diverse wissenschaftliche Arbeiten herangezogen. Zusätzlich wurde ein Überblick über die
Zielsetzung des Verfahrens, den Testaufbau eingebettet im theoretischen Kontext sowie den statistischen Kennwerten gegeben. Im Verlauf der vorliegenden Arbeit, kam ich zu folgenden Ergebnissen. Die Unterscheidung zwischen Zustands- und Eigenschaftsangst, führte dazu, dass die Beziehung dieser beiden überprüft werden konnte, was letztlich zu neue Erkenntnisse führte. Zusätzlich erfolgte eine Einteilung in Hoch- und
Niedrigängstliche. Diesen Gruppen werden auf der Basis von Forschungsergebnissen bestimmte Bewältigungsmuster zugeschrieben, die es zu verändern gilt, sobald die Angst beeinträchtigend wird. Praktisch für den klinischen Bereich ist auch der Einsatz der
Zustandsskala zur Verlaufs- und Therapieerfolg. Besonders für die Forschung hat die Einteilung in Zustands- und Eigenschaftsangst großen Nutzen gebracht, da möglich wurde die Auswirkungen von Zustands- und Eigenschaftsangst auf bestimmte kognitive
Funktionen zu erfassen.
Inhaltsverzeichnis
- Zusammenfassung
- 1. Einblick in das Störungsbild Angsterkrankung
- 2. Diagnosekriterien nach ICD-10 und DSM-IV
- 3. Das State-Trait-Angstinventar - überblicksartige Beschreibung
- 4. Diagnostische Zielsetzung
- 5. Theoretischer Hintergrund
- 5.1. Triebtheorie
- 5.2. Spielbergers Konzeption der Angst-Leistungsrelation
- 5.3. Angstverarbeitungstheorie
- 5.4. Attributionstheorie
- 5.5. Prüfungsangsttheorie
- 5.6. Spielbergers Konzeption der Prüfungsangst
- 6. Testdurchführung
- 7. Testverwertung
- 7.1. Objektivität
- 7.2. Reliabilität
- 7.3. Validität
- 7.4. Normierung
- 8. Testevaluation
- Fazit
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem State-Trait-Angstinventar (STAI), einem Verfahren zur Erfassung von Zustands- und Eigenschaftsangst. Ziel ist es, die Anwendung und die theoretischen Grundlagen des STAI zu erläutern und dessen diagnostische Relevanz im klinischen Bereich und in der Forschung zu beleuchten. Dabei werden die psychometrischen Eigenschaften des Tests sowie die Unterscheidung zwischen Zustands- und Eigenschaftsangst im Kontext verschiedener psychologischer Theorien betrachtet.
- Das State-Trait-Angstinventar (STAI) und seine Anwendung
- Unterscheidung zwischen Zustands- und Eigenschaftsangst
- Theoretische Grundlagen der Angst und deren Messung
- Diagnostische Kriterien von Angststörungen nach ICD-10 und DSM-IV
- Psychometrische Eigenschaften des STAI
Zusammenfassung der Kapitel
1. Überblick über das Störungsbild der Angsterkrankungen: Dieses Kapitel beschreibt Angst zunächst als nützlichen Affekt, der Individuen vor Bedrohungen warnt. Es wird jedoch betont, dass Angst zu starken Beeinträchtigungen führen kann, und die Unterscheidung zwischen normaler und pathologischer Angst erläutert. Der Text definiert Angststörungen als Beeinträchtigungen des Lebens, die durch unangemessene, übermäßige und anhaltende Ängste gekennzeichnet sind, selbst ohne reale Bedrohung. Die Prävalenz von Angsterkrankungen wird anhand von Daten des Bundesgesundheitssurveys diskutiert, und die Bedeutung der Diagnosefindung durch den Ausschluss körperlicher Ursachen und anderer psychischer Erkrankungen wird hervorgehoben. Schließlich wird die Notwendigkeit einer Differenzierung nach Verlauf und auslösenden Faktoren betont, um eine korrekte Diagnose zu stellen.
2. Diagnosekriterien der Angststörungen nach ICD-10 und DSM-IV: Dieses Kapitel präsentiert die Diagnosekriterien für Angststörungen nach ICD-10 und DSM-IV. Es werden die Unterschiede zwischen den beiden Klassifikationssystemen hinsichtlich der Einordnung und Detailliertheit der Kriterien erläutert. Der Fokus liegt auf den wichtigsten Angststörungen: Agoraphobie, Panikstörung und generalisierte Angststörung. Die Beschreibung der Diagnosekriterien nach ICD-10 beinhaltet die Notwendigkeit, dass die Symptome primäre Manifestationen der Angst sein müssen und nicht auf andere Symptome wie Wahn- oder Zwangsgedanken zurückzuführen sind.
Schlüsselwörter
State-Trait-Angstinventar (STAI), Zustandsangst, Eigenschaftsangst, Angststörungen, ICD-10, DSM-IV, Angstverarbeitung, psychometrische Eigenschaften, Diagnostik, klinische Psychologie.
Häufig gestellte Fragen zum State-Trait-Angstinventar (STAI)
Was ist der Inhalt dieses Dokuments?
Dieses Dokument bietet einen umfassenden Überblick über das State-Trait-Angstinventar (STAI). Es beinhaltet ein Inhaltsverzeichnis, die Zielsetzung und die wichtigsten Themen, Zusammenfassungen der einzelnen Kapitel und Schlüsselwörter. Der Fokus liegt auf der Anwendung, den theoretischen Grundlagen und der diagnostischen Relevanz des STAI in der klinischen Praxis und Forschung. Es werden verschiedene Angsttheorien behandelt und die psychometrischen Eigenschaften des Tests (Objektivität, Reliabilität, Validität und Normierung) erläutert.
Welche Themen werden im Dokument behandelt?
Das Dokument behandelt folgende Themen: Angst als Störungsbild, Diagnosekriterien nach ICD-10 und DSM-IV, das State-Trait-Angstinventar (STAI) selbst, verschiedene Angsttheorien (z.B. Triebtheorie, Spielberger's Konzeption der Angst-Leistungsrelation, Angstverarbeitungstheorie, Attributionstheorie, Prüfungsangsttheorie), die Testdurchführung und -verwertung, sowie eine Evaluation des Tests. Der Unterschied zwischen Zustands- und Eigenschaftsangst spielt eine zentrale Rolle.
Welche Angsttheorien werden im Dokument diskutiert?
Das Dokument beleuchtet verschiedene Angsttheorien, darunter die Triebtheorie, Spielberger's Konzeption der Angst-Leistungsrelation, die Angstverarbeitungstheorie, die Attributionstheorie, die Prüfungsangsttheorie und erneut Spielberger's Konzeption der Prüfungsangst. Diese Theorien bilden den theoretischen Hintergrund für das Verständnis und die Anwendung des STAI.
Wie wird das STAI im Dokument beschrieben?
Das State-Trait-Angstinventar (STAI) wird als Verfahren zur Erfassung von Zustands- und Eigenschaftsangst vorgestellt. Das Dokument erläutert seine Anwendung, die theoretischen Grundlagen und die diagnostische Relevanz im klinischen Bereich und in der Forschung. Es werden detailliert die psychometrischen Eigenschaften des Tests, einschließlich Objektivität, Reliabilität, Validität und Normierung, untersucht.
Welche Diagnosekriterien werden behandelt?
Das Dokument behandelt die Diagnosekriterien für Angststörungen nach ICD-10 und DSM-IV. Es werden die Unterschiede zwischen den beiden Klassifikationssystemen hervorgehoben und die wichtigsten Angststörungen wie Agoraphobie, Panikstörung und generalisierte Angststörung im Detail beschrieben. Die Notwendigkeit der Unterscheidung zwischen primären Angstsymptomen und solchen, die auf andere psychische Erkrankungen zurückzuführen sind, wird betont.
Was sind die Schlüsselwörter des Dokuments?
Die Schlüsselwörter des Dokuments sind: State-Trait-Angstinventar (STAI), Zustandsangst, Eigenschaftsangst, Angststörungen, ICD-10, DSM-IV, Angstverarbeitung, psychometrische Eigenschaften, Diagnostik und klinische Psychologie.
Welche Kapitelzusammenfassungen werden angeboten?
Das Dokument bietet Zusammenfassungen für die Kapitel zum Überblick über das Störungsbild der Angsterkrankungen (einschließlich der Definition von Angst, der Unterscheidung zwischen normaler und pathologischer Angst und der Prävalenz von Angsterkrankungen) und zu den Diagnosekriterien der Angststörungen nach ICD-10 und DSM-IV (mit Fokus auf Agoraphobie, Panikstörung und generalisierte Angststörung).
- Arbeit zitieren
- Marlen Leukert (Autor:in), 2009, Das State-Trait-Angstinventar zur Erfassung von Zustandsangst und Ängstlichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140036