Die sprachliche Heterogenität der Schülerschaft in der Grundschule stellt die Lehrkräfte vor eine Herausforderung im Rahmen ihrer unterrichtlichen Gestaltung. Die Schule sollte aufgrund der Relevanz der Sprache dafür Sorge tragen, der Schülerschaft grundsätzlich einen Zugang zur Sprache einzuräumen und deren Sprachkompetenz kontinuierlich auszubauen. In diesem Sinne gilt es, den sprachlichen Defiziten entgegen zu wirken und einen möglichst sprachsensiblen Fachunterricht, der eine adäquate Fach- bzw. Bildungssprache impliziert, zu ermöglichen, um erfolgreiches Lernen zu gewährleisten. Lehrkräfte stehen hinsichtlich der sprachlichen Diversität vor der Aufgabe, Kindern mit unterschiedlichen Sprachförderbedarfen die jeweilige Fachsprache verständlich nahezubringen. Vor dem Hintergrund des Inklusionsgedankens der UN-Behindertenrechtskonvention aus dem Jahr 2014 sind die heterogenen Sprachausgangslagen aller Lernenden zu berücksichtigen und individuelle Förderung, gemeinsames Lernen sowie Chancengleichheit unabdingbar.
Defizite in der deutschen Alltagssprache stellen ein Indiz für mathematische Schwierigkeiten dar, welche durch die Sprachhandlungen „Beschreiben“, „Erklären“ und „Begründen“ behoben werden können. Diese beziehen sich auf miteinander vernetzte Fachbegriffe, deren Komplexität sich darin äußert, dass sie abhängig vom jeweiligen Kontext eine andere Bedeutung aufweisen. Im Mathematikunterricht der Grundschule sind sprachliche und fachliche Kompetenzen dahingehend miteinander verbunden, dass mathematisches Verstehen und Denken auf Sprache angewiesen sind.
Dieser Umstand weckte bei mir das Interesse, theoretisch zu untersuchen, in wie weit ein Mathematikunterricht in der Grundschule Sprachhandlungen ermöglicht, somit den Bereich des Mündlichen anregt und das mündliche Denken herausfordert. In diesem Kontext trägt die entsprechende Gestaltung eines sprachsensiblen Unterrichts der sprachlichen Heterogenität der Schülerschaft auch im inklusiven Sinne Rechnung. Auf die Ebene der Schriftsprache einzugehen, würde im Rahmen dieser Bachelorarbeit zu weit führen, sodass der Fokus ausschließlich auf dem Bereich des mündlichen Sprachhandelns liegt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Sprachliche Heterogenität in der Schule
- Migrationsbedingte Heterogenität
- Inklusionsbedingte Heterogenität
- Sprache im Mathematikunterricht
- Die Sprache der Mathematik
- Sprachregister
- Sprachsensibler Mathematikunterricht
- Sprachliche Analyse der Schulbuchreihen
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Bachelorarbeit befasst sich mit der Herausforderung der sprachlichen Heterogenität im Mathematikunterricht der Grundschule. Sie analysiert die Bedeutung von Sprache für den Mathematikunterricht und untersucht, inwiefern dieser Sprachhandlungen ermöglicht und das mündliche Denken herausfordert. Die Arbeit beleuchtet die Rolle sprachlicher Defizite für mathematische Schwierigkeiten und die Bedeutung eines sprachsensiblen Unterrichts im inklusiven Sinne.
- Die Bedeutung sprachlicher Heterogenität im Mathematikunterricht
- Die Verbindung von mathematischen Kompetenzen und sprachlichen Diskursfunktionen
- Die Gestaltung eines sprachsensiblen Mathematikunterrichts
- Die Analyse der Schulbuchreihen „Das Zahlenbuch“ und „Welt der Zahl“ hinsichtlich ihrer Eignung zur Förderung mündlicher Sprachhandlungen
- Die Herausforderungen der sprachlichen Heterogenität für Lehrkräfte
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Einleitung
Die Einleitung stellt die Bedeutung der sprachlichen Heterogenität im Mathematikunterricht der Grundschule heraus und erläutert den Fokus der Arbeit auf das mündliche Sprachhandeln.
Kapitel 2: Sprachliche Heterogenität in der Schule
Dieses Kapitel beleuchtet die verschiedenen Formen der sprachlichen Heterogenität in der Schule, insbesondere im Kontext von Migration und Inklusion. Es wird die Relevanz sprachlicher Defizite im Mathematikunterricht erläutert.
Kapitel 3: Sprache im Mathematikunterricht
Kapitel 3 widmet sich der Analyse der Sprache im Mathematikunterricht. Es beschreibt die Sprache der Mathematik, verschiedene Sprachregister und stellt Konzepte für einen sprachsensiblen Mathematikunterricht vor.
Kapitel 4: Sprachliche Analyse der Schulbuchreihen
In diesem Kapitel werden die Schulbuchreihen „Das Zahlenbuch“ und „Welt der Zahl“ hinsichtlich ihrer Eignung zur Förderung mündlicher Sprachhandlungen analysiert.
Schlüsselwörter
Sprachliche Heterogenität, Mathematikunterricht, Grundschule, Mündliches Sprachhandeln, Sprachregister, Sprachsensibler Unterricht, Inklusion, Schulbuchanalyse, „Das Zahlenbuch“, „Welt der Zahl“, Diskursfähigkeiten, Beschreiben, Erklären, Begründen.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Sprache im Mathematikunterricht so wichtig?
Mathematisches Verstehen und Denken sind auf Sprache angewiesen. Defizite in der Alltagssprache führen oft direkt zu Schwierigkeiten beim Lösen mathematischer Probleme.
Was versteht man unter einem sprachsensiblen Mathematikunterricht?
Es ist ein Unterricht, der die heterogenen Sprachvoraussetzungen der Kinder berücksichtigt und gezielt Fachbegriffe durch Handlungen wie Beschreiben und Erklären einführt.
Welche Rolle spielen die Sprachhandlungen "Beschreiben, Erklären, Begründen"?
Diese Diskursfunktionen helfen Schülern, komplexe Fachbegriffe in verschiedenen Kontexten zu vernetzen und ihr mathematisches Denken mündlich zu strukturieren.
Wie wurde die Analyse der Schulbücher durchgeführt?
Die Reihen "Das Zahlenbuch" und "Welt der Zahl" wurden daraufhin untersucht, inwieweit sie mündliche Sprachhandlungen anregen und sprachliche Heterogenität berücksichtigen.
Was bedeutet inklusionsbedingte Heterogenität in diesem Kontext?
Gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention müssen Lehrkräfte den Unterricht so gestalten, dass alle Lernenden trotz unterschiedlicher Sprachförderbedarfe die Fachsprache verstehen können.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Sprachliche Heterogenität im Mathematikunterricht der Grundschule. Theoretische Überlegungen und Schulbuchanalysen zum mündlichen Sprachhandeln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1398730