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Moralentwicklung nach Piaget und Kohlberg. Zuschreibung von Verantwortlichkeit und Schuld

Titel: Moralentwicklung nach Piaget und Kohlberg. Zuschreibung von Verantwortlichkeit und Schuld

Essay , 2009 , 7 Seiten

Autor:in: Mirko Ückert (Autor:in)

Psychologie - Entwicklungspsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Eines der wichtigsten Merkmale moderner demokratischer Staaten ist die Rechtsstaatlichkeit. Dieses Prinzip garantiert jeder natürlichen und juristischen Person einen Rahmen, in dem ihre Handlungen bzw. Nicht-Handlungen gesellschaftlich akzeptiert und institutionell gefördert werden. Dieser Rahmen konstituiert sich durch zahlreiche Gesetze, Verordnungen und sonstigen Bestimmungen, die die legislative Gewalt eines Staates entwickelt und schriftlich festhält.

Ziel dieses Vorgehens ist es unter anderem auch in der Bundesrepublik, durch ein demokratisch legitimiertes Verfahren einen für alle Personen gleichermaßen geltenden Katalog moralischer Normen aufzustellen und durchzusetzen. In der Konsequenz soll dadurch eine Gesellschaft entstehen, dessen Charakter sich durch eine gerechte Verteilung von Rechten und Pflichten, Vermögen und Bildung und Chancen und Risiken auszeichnet.

Dem folgend stellt sich die Frage danach, was Gerechtigkeit eigentlich ist, wie sie entsteht und wie das Individuum das Verständnis für dieses Konzept entwickelt und wie es damit umgeht. Diesen und anderen Fragen stellen sich unter anderem der Schweizer Entwicklungspsychologe Jean Piaget und der US-amerikanische Psychologe Lawrence Kohlberg. Ihre Theorien über die Entwicklung von Moral sollen Gegenstand dieses Essays sein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Jean Piaget – Moralentwicklung

1.1 Zuschreibung von Verantwortlichkeit und Schuld

1.2 Trends bei der Zuschreibung von Verantwortlichkeit und Schuld

2 Kohlberg - Stufenmodell der Moralentwicklung

2.1 Kohlbergs Stufenmodell

3 Moralische Trends und kulturspezifische Einflussfaktoren

Zielsetzung & Themen

Dieses Essay hat zum Ziel, die grundlegenden Theorien der Moralentwicklung von Jean Piaget und Lawrence Kohlberg gegenüberzustellen, um zu verstehen, wie das moralische Verständnis des Individuums entsteht und wie es durch gesellschaftliche sowie kulturelle Rahmenbedingungen beeinflusst wird.

  • Biographische Einordnung von Piaget und Kohlberg
  • Analyse der moralischen Stadien nach Piaget
  • Untersuchung des Stufenmodells der Moralentwicklung nach Kohlberg
  • Bedeutung von Zuschreibungsprozessen bei Schuld und Verantwortung
  • Diskussion kultureller Einflüsse auf die Moralentwicklung

Auszug aus dem Buch

1 Jean Piaget – Moralentwicklung

Grundsätzlich unterteilt Piaget die moralische Entwicklung in zwei Stadien ein, in Heteronomie und Autonomie. Im Stadium der Heteronomie, was soviel wie Fremdbestimmtheit bedeutet, und welches vor allem in der Kindheit eine große Rolle spielt, werden Regeln als von unfehlbaren Autoritäten bestimmte Grenzen wahrgenommen, die es einzuhalten gilt. Sie sind nicht selbstbestimmt variierbar. Überschreitungen dieser Grenzen führen zu einer als legitim empfundenen Bestrafung durch die entsprechende Autorität und werden als logische Konsequenz für ein Fehlverhalten aufgefasst.

Im Stadium der Autonomie werden Regeln weniger starr wahrgenommen. Sie gelten eher als soziale Übereinkünfte; sie weisen den Charakter eines sozialen Vertrages auf, zu dessen Einhaltung sich das Individuum verpflichtet, wenn es ihn eingeht. Aufgrund dessen liegt ihnen eine gewisse Variabilität zugrunde, was bedeutet, dass die vertraglich festgelegten Normen im gemeinsamen Konsens verändert werden können.

Die so fixierten Normen sollen die Aufrechterhaltung des sozialen Gefüges bzw. des Gerechtigkeitsempfindens sichern. Das Überschreiten dieser Gesetzmäßigkeiten wird als Verletzung des Vertrauens darin gesehen, dass das Gegenüber in Zukunft die Vertragspflichten einhält. Bestrafung ist in diesem Kontext ein Instrument mit zweierlei Zweck. Zum einen soll dem Delinquenten die Sinnhaftigkeit der Norm verdeutlicht werden. Andererseits soll ihm durch die Bestrafung auch eine Möglichkeit der Wiedergutmachung eingeräumt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Jean Piaget – Moralentwicklung: Dieses Kapitel erläutert Piagets Einteilung der moralischen Entwicklung in die Stadien der Heteronomie und Autonomie sowie die damit verbundene Sichtweise auf Regeln und Bestrafung.

2 Kohlberg - Stufenmodell der Moralentwicklung: Hier wird der Ansatz von Lawrence Kohlberg vorgestellt, der die Moralentwicklung als lebenslangen Prozess in verschiedenen Ebenen und Stufen kategorisiert.

3 Moralische Trends und kulturspezifische Einflussfaktoren: Der Autor diskutiert kritisch, inwieweit die Moralentwicklung von kultureller Sozialisation abhängt und ob ein schneller Stufenaufstieg innerhalb des Modells eine weitere Entwicklung erschweren könnte.

Schlüsselwörter

Moralentwicklung, Jean Piaget, Lawrence Kohlberg, Heteronomie, Autonomie, Moralische Norm, Verantwortlichkeit, Schuld, Stufenmodell, Sozialisation, Gerechtigkeit, Soziale Übereinkunft, Ethik, Kulturelle Einflüsse, Persönlichkeitsentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Essay?

Das Essay analysiert die Theorien zur Moralentwicklung von Jean Piaget und Lawrence Kohlberg und beleuchtet die Entstehung von Moral unter dem Einfluss kultureller Sozialisation.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit behandelt die Stadien der Moralentwicklung, die psychologische Zuschreibung von Schuld und Verantwortlichkeit sowie den Einfluss von Normen auf das soziale Miteinander.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Modelle von Piaget und Kohlberg darzustellen und zu diskutieren, wie verschiedene Einflussfaktoren auf Basis unterschiedlicher kultureller Hintergründe auf die Moralentwicklung wirken.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Verfasser?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit der Fachliteratur zur Entwicklungspsychologie und einer anschließenden argumentativen Reflexion der Konzepte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Stadientheorie nach Piaget, den Stufenansatz von Kohlberg und eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Kultur bei der moralischen Entwicklung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie moralische Norm, Stufenmodell, Heteronomie, Autonomie und soziale Sozialisation stehen im Zentrum der Untersuchung.

Was unterscheidet das Stadium der Heteronomie von dem der Autonomie nach Piaget?

In der Heteronomie werden Regeln als von unfehlbaren Autoritäten vorgegebene, starre Grenzen betrachtet, während sie in der Autonomie als veränderbare soziale Übereinkünfte wahrgenommen werden.

Welche Rolle spielt die Kultur nach Ansicht des Autors für die Moralentwicklung?

Der Autor argumentiert, dass Moralentwicklung nicht isoliert betrachtet werden kann, da kulturelle Rahmenbedingungen und die individuelle Sozialisation den Prozess der ethischen Entfaltung differenzieren.

Warum hinterfragt der Autor die Geschwindigkeit des Stufenaufstiegs bei Kohlberg?

Der Autor äußert die Sorge, dass eine zu schnelle Verfestigung in einer bestimmten Stufe (z. B. Stufe 4) die Entwicklung zu höheren, postkonventionellen Stufen im späteren Leben hemmen könnte.

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Details

Titel
Moralentwicklung nach Piaget und Kohlberg. Zuschreibung von Verantwortlichkeit und Schuld
Hochschule
Universität Rostock
Autor
Mirko Ückert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
7
Katalognummer
V139615
ISBN (eBook)
9783346168597
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kohlberg moralentwicklung piaget schuld verantwortlichkeit zuschreibung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mirko Ückert (Autor:in), 2009, Moralentwicklung nach Piaget und Kohlberg. Zuschreibung von Verantwortlichkeit und Schuld, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139615
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Leseprobe aus  7  Seiten
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