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Die Selbstdarstellung Erich Honeckers in verschiedenen Phasen seines Lebens

Title: Die Selbstdarstellung Erich Honeckers in verschiedenen Phasen seines Lebens

Seminar Paper , 2002 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Volker Tzschucke (Author)

Politics - History of Political Systems
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Zweimal in seinem Leben äußerte sich Erich Honecker, Generalsekretär der SED und Vorsitzender des Staatsrates der DDR, in größerem Umfang autobiografisch: Nach der Übernahme der Macht 1971 in der offiziellen Biografie "Aus meinem Leben" sowie nach deren Verlust im Zuge der politischen Wende in der DDR 1989 in einem Interviewband.
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand dieser beiden Bücher die Selbstdarstellung Erich Honeckers an diesen zwei Wendepunkten seines (politischen) Werdegangs und geht dabei auf politische wie private Ereignisse im Leben des einst mächtigsten Mannes im deutschen Osten ein.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Problemstellung

1.2 Forschungslage

1.3 Aufbau der Arbeit

2. „Aus meinem Leben“: Selbstdarstellung auf dem Höhepunkt der Macht

2.1 Autobiographie oder politischer Rechenschaftsbericht?

2.2 „Arbeiter bin ich“ – Einschätzung der politischen Persönlichkeit

2.3 „Arbeiter unter Arbeitern“ – Politikverständnis

2.4 „Ich sah meine Aufgaben...“ – Die Kollektivität der Führung

2.5 „Die millionste Wohnung“ – Entscheidungsprozeß im Beispiel

3. „Der Sturz“. Selbstdarstellung nach der Niederlage

3.1 Entstehungsbedingungen

3.2 „Ich war talentiert“ – Darstellung der Persönlichkeit

3.3 „Gleicher unter Gleichen“ – Die Kollektivität der Führung

3.4 „Ich werde das befürworten“ – Eigene Möglichkeiten und Unmöglichkeiten

4. Zusammenfassender Vergleich von „Aus meinem Leben“ und „Der Sturz“

5. Objektivierung der Honeckerschen Selbstdarstellung

6. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Selbstdarstellung Erich Honeckers in seinen zwei zentralen biografischen Dokumenten, um herauszufinden, wie er seine Persönlichkeit, seinen Führungsstil und seine politische Handlungsfähigkeit zu unterschiedlichen Zeitpunkten seiner Karriere – auf dem Höhepunkt der Macht und nach seinem Sturz – interpretierte.

  • Analyse der Autobiografie „Aus meinem Leben“ im Kontext der Machtausübung.
  • Untersuchung des Interview-Bandes „Der Sturz“ nach dem Machtverlust.
  • Vergleich der Selbstdarstellung bezüglich Führungsstil und politischer Verantwortung.
  • Objektivierung der Aussagen durch den Abgleich mit zeitgenössischen Dokumenten und Zeugenaussagen ehemaliger Politbüro-Mitglieder.

Auszug aus dem Buch

2.4 „Ich sah meine Aufgaben...“ - Die Kollektivität der Führung

Am 3. Mai 1971 wählte das Zentralkomitee der SED Erich Honecker zum Ersten Sekretär: „Für mich war es [...] eine besonders denkwürdige Stunde. [...] Das war ein großer Vertrauensbeweis, eine Entscheidung, die mich tief bewegte“ (Honecker 1981, S. 241). Honecker hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Erfahrungen mit „der stabilen, kampferprobten, kollektiven Führung der SED“ (Honecker 1981, S. 242). In seiner Tätigkeit als FDJ-Vorsitzender sah er seine Aufgabe darin, „die entsprechenden Beschlüsse, die wir [das ZK] faßten, durch meine Tätigkeit im Jugendverband ins Leben umzusetzen“ Er hatte Erfahrungen mit politischen Reinigungen (die er freilich nicht so benennt) in den fünfziger Jahren, bei denen er sich in „unvermeidlichen Auseinandersetzungen“ als konsequenter Verteidiger der „Einheit unserer Partei“ (vgl. Honecker 1981, S. 193) darstellt. Doch solche Atmosphäre herrscht nun unter seiner Führung nicht mehr:

Im Politbüro werden alle Grundfragen der gesellschaftlichen Entwicklung in offener, kameradschaftlicher und sachlicher Diskussion erörtert. Es werden Überlegungen und Erfahrungswerte aus unterschiedlicher Sicht in die Debatte getragen, um eine gemeinsame Position für die kollektive Beschlußfassung zu erarbeiten. (Honecker 1981, S. 243)

Selten betont Honecker in „Aus meinem Leben“ den eigenen Anteil an dieser Willensbildung. Es entsteht ein kollektiver Beschluß, Honecker sorgt für die Exekution, wie an einem Beispiel verdeutlicht werden soll: „Angesichts der herangereiften neuen gesellschaftlichen Fragen hielten wir es für angebracht, ein neues Parteiprogramm zu konzipieren“, heißt es beinahe lapidar. Im folgenden Satz dann das Bekenntnis zu eigener Führungsfähigkeit: „Dazu wurde eine Programmkommission unter meinem Vorsitz gebildet.“ Jedoch im nächsten Schritt sofort wieder ein Rückzieher: „Dieses Kollektiv leistete unter Beteiligung breitester Kreise eine bedeutende Arbeit“ (Honecker 1981, S. 248, Hervorhebungen zur Verdeutlichung). Dergleichen Beispiele ließen sich verschiedene anführen. Honecker verkleinert systematisch den eigenen Anteil an der Politik der SED, auch wenn gilt: „Meine Wahl zum Generalsekretär des Zentralkomitees der SED betrachtete ich als ehrenvollen Ausdruck des Vertrauens und als Verpflichtung, meine Kräfte nicht zu schonen“ (Honecker 1981, S. 249).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Es wird die Problemstellung der Arbeit sowie der aktuelle Forschungsstand dargelegt und der Aufbau der Untersuchung erläutert.

2. „Aus meinem Leben“: Selbstdarstellung auf dem Höhepunkt der Macht: Dieses Kapitel analysiert die als Autobiografie stilisierte Schrift Honeckers hinsichtlich der Darstellung seiner Persönlichkeit und seines Politikverständnisses während seiner aktiven Zeit.

3. „Der Sturz“. Selbstdarstellung nach der Niederlage: Die Untersuchung befasst sich mit der veränderten Darstellung Honeckers im Interview-Band nach dem Machtverlust und beleuchtet die Entstehungsbedingungen sowie die Reflexion der politischen Ereignisse.

4. Zusammenfassender Vergleich von „Aus meinem Leben“ und „Der Sturz“: Hier werden die beiden Dokumente gegenübergestellt, um Kontinuitäten und Brüche in Honeckers Selbstdarstellung aufzuzeigen.

5. Objektivierung der Honeckerschen Selbstdarstellung: In diesem Teil werden Honeckers Aussagen durch den kritischen Vergleich mit Berichten und Befragungen weiterer Politbüro-Mitglieder und Akteure objektiviert.

6. Zusammenfassung: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und ein Fazit über die konsistente, aber in Bezug auf die Realität oft einseitige Selbstdarstellung gezogen.

Schlüsselwörter

Erich Honecker, SED, DDR, Selbstdarstellung, Politikverständnis, Politbüro, Machtausübung, Autobiografie, Führungsstil, Kollektivität der Führung, DDR-Sozialismus, Aufarbeitung, Zeitzeugendokumente, politisches System, Herrschaftstechnik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Selbstdarstellung des ehemaligen DDR-Staats- und Parteichefs Erich Honecker in zwei zentralen Publikationen aus unterschiedlichen Lebensphasen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Selbstdarstellung von Persönlichkeit und politischer Verantwortung, das Selbstverständnis des "Arbeiters unter Arbeitern" sowie die kollektive Entscheidungsfindung im Politbüro.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Untersuchung, wie Honecker seine Rolle und sein Handeln in verschiedenen Lebenssituationen interpretierte und ob sich diese Selbstsicht durch den Sturz 1989 veränderte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine systematische Analyse der beiden primären Quellentexte durchgeführt, die durch eine vergleichende Lektüre sowie eine Objektivierung mittels zeitgenössischer Dokumente und Zeitzeugenberichte ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert Honeckers Autobiografie, seine Interview-Aussagen nach der Wende, vergleicht diese miteinander und konfrontiert die subjektive Selbstdarstellung mit externen Berichten zur politischen Realität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Erich Honecker, Politbüro, DDR, Selbstdarstellung, Machtausübung und Kollektivität der Führung.

Wie bewertet Honecker im Interview-Band "Der Sturz" die Rolle der Sowjetunion?

Im Gegensatz zur Autobiografie betont Honecker im späteren Interview-Band vor allem die Zerwürfnisse und macht Michael Gorbatschow als Hauptverantwortlichen für den Niedergang des Sozialismus aus.

Welche Rolle spielt die "Kollektivität der Führung" in Honeckers Selbstdarstellung?

Sowohl in der Autobiografie als auch später betont Honecker stets das Prinzip der kollektiven Entscheidung im Politbüro, um seinen eigenen Machtanspruch zu minimieren und die Verantwortung auf das Gremium zu verteilen.

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Details

Title
Die Selbstdarstellung Erich Honeckers in verschiedenen Phasen seines Lebens
College
Technical University of Chemnitz  (Fachgebiet Politikwissenschaft)
Course
Deutsche Regierungschefs: Persönlichkeit und Regierungsstil
Grade
1,0
Author
Volker Tzschucke (Author)
Publication Year
2002
Pages
22
Catalog Number
V13916
ISBN (eBook)
9783638194402
ISBN (Book)
9783640879939
Language
German
Tags
Selbstdarstellung Erich Honeckers Phasen Lebens Deutsche Regierungschefs Persönlichkeit Regierungsstil
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Volker Tzschucke (Author), 2002, Die Selbstdarstellung Erich Honeckers in verschiedenen Phasen seines Lebens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13916
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