Diese Ausarbeitung soll aufzeigen, wie wichtig eine Auseinandersetzung mit den Kategorien Gender und Geschlecht für den Geschichtsunterricht ist. So könnte der Geschichtsunterricht Genderkompetenzen aufbauen, bestehende Genderdifferenzen innerhalb der Geschichte sowie der heutigen Gesellschaft beleuchten und vor allem ein Bewusstsein schaffen, welches den Schüler_innen Raum für die Analyse und Reflexion ihres eigenen Genderbewusstseins bietet. Jugendliche erkennen die geschlechtliche Identität als ein Problem an, welches sich ihnen gerade im Alter der Sekundarstufe I eindringlich zeigt; oftmals erkennen sie dieses aber nicht als eines von der Gesellschaft konstruiertes, sondern als ein persönliches Problem an.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Hauptteil
- Geschlechtertheoretische Grundlagen
- Von der Frauen- zur Geschlechtergeschichte
- Gender, sex und Geschlecht – 3 Kategorien?
- Gender in der Geschichtsdidaktik
- Teaching Gender
- Genderbewusstsein als Kompetenz für den Geschichtsunterricht
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Einfluss von Gender und Geschlecht auf den Geschichtsunterricht. Sie zielt darauf ab, aufzuzeigen, wie diese Kategorien in der Geschichtsdidaktik relevant werden können und sollten. Insbesondere wird die Bedeutung von Genderbewusstsein im Geschichtsunterricht hervorgehoben, um bestehende Genderdifferenzen innerhalb der Geschichte und der heutigen Gesellschaft zu beleuchten und den Schüler_innen Raum für die Analyse und Reflexion ihres eigenen Genderbewusstseins zu bieten.
- Die Entwicklung des Begriffs Gender und die Bedeutung der Geschlechterforschung in der Geschichtswissenschaft
- Die Relevanz von Gender im historischen Kontext und die Gestaltung von Lernprozessen, die Genderaspekte berücksichtigen
- Die Bedeutung von Genderbewusstsein für die Schüler_innen im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Identität und den Herausforderungen der heutigen Gesellschaft
- Der Einfluss von Gender auf die Konstruktion von Geschichte und die Notwendigkeit, historisches Lernen als Prozess der kritischen Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und -normen zu verstehen
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Das erste Kapitel thematisiert die Bedeutung von Gender und Geschlecht im Kontext des Geschichtsunterrichts. Es wird deutlich, dass diese Kategorien nicht nur im Biologieunterricht, sondern auch in anderen Fächern relevant sind. Der Geschichtsunterricht bietet die Möglichkeit, Genderkompetenzen zu fördern, historische Genderdifferenzen aufzudecken und die Schüler_innen dazu anzuregen, ihr eigenes Genderbewusstsein zu reflektieren.
Geschlechtertheoretische Grundlagen
Das zweite Kapitel stellt die Entwicklung der Geschlechterforschung dar und beschreibt die verschiedenen Phasen der Frauen- und Geschlechtergeschichte. Es wird gezeigt, wie die Forschung sich von einer additiven und kompensatorischen Geschichte hin zu einer umfassenden Geschlechtergeschichte entwickelt hat, die die Komplexität von Geschlechterbeziehungen und -normen in allen historischen Epochen berücksichtigt.
Von der Frauen- zur Geschlechtergeschichte
In diesem Kapitel werden die Herausforderungen der klassischen Frauenforschung und die Entwicklung zur Geschlechtergeschichte dargestellt. Es wird erläutert, warum es nicht ausreicht, lediglich die Geschichte von Emanzipationsbestreben und rechtlicher Gleichstellung zu betrachten, sondern die Kategorie Geschlecht als Instrumentarium zur Untersuchung der Vergangenheit zu verstehen.
Gender, sex und Geschlecht – 3 Kategorien?
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Begriffen Gender, sex und Geschlecht und deren Verwendung in der Forschung. Es wird deutlich, dass die Unterscheidung zwischen sex und Gender, dem biologischen und dem sozialen Geschlecht, nicht so einfach ist, wie sie zunächst erscheint. Die Biologie selbst wird zunehmend als kulturell konstruiert betrachtet.
Schlüsselwörter
Gender, Geschlecht, Geschlechterforschung, Geschichtsdidaktik, Genderbewusstsein, Genderkompetenz, Frauen- und Geschlechtergeschichte, Geschlechterrollen, Geschlechterverhältnisse, historische Konstruktion von Gender, Geschlechterstereotype, Intersektionalität, Diversität, Inklusion, Emanzipation.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Genderkompetenz im Geschichtsunterricht wichtig?
Sie hilft dabei, historische und aktuelle Genderdifferenzen zu beleuchten und ermöglicht Schülern, ihre eigene geschlechtliche Identität als gesellschaftliches Konstrukt zu reflektieren.
Was ist der Unterschied zwischen Frauen- und Geschlechtergeschichte?
Die Frauengeschichte konzentrierte sich zunächst auf die Sichtbarmachung von Frauen. Die Geschlechtergeschichte untersucht Geschlecht als analytische Kategorie für alle historischen Prozesse und Normen.
Was bedeuten die Begriffe "sex" und "gender"?
"Sex" bezeichnet das biologische Geschlecht, während "Gender" das soziale bzw. kulturell konstruierte Geschlecht meint. Die Arbeit zeigt jedoch, dass auch die Biologie kulturell geprägt sein kann.
Wie beeinflusst Gender die Konstruktion von Geschichte?
Geschichte wurde oft aus einer männlich dominierten Perspektive geschrieben. Eine Gender-Perspektive hinterfragt diese Narrative und deckt verborgene Machtverhältnisse auf.
In welcher Altersstufe ist die Auseinandersetzung mit Gender besonders relevant?
Besonders Jugendliche in der Sekundarstufe I erleben geschlechtliche Identität oft als dringliches persönliches Problem, weshalb der Unterricht hier reflektierend wirken kann.
Was versteht man unter Intersektionalität im historischen Kontext?
Es beschreibt das Zusammenwirken von Geschlecht mit anderen Kategorien wie Klasse oder Herkunft, um die Komplexität historischer Diskriminierung oder Privilegierung zu verstehen.
- Quote paper
- Ronja Schröder (Author), 2021, Gender in der Geschichtsdidaktik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1389812