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Theodosius der Große und die Erhebung des Christentums zur Staatsreligion

Handlungsspielräume eines Kaisers im sozialen Kontext

Title: Theodosius der Große und die Erhebung des Christentums zur Staatsreligion

Intermediate Examination Paper , 2009 , 33 Pages , Grade: 1

Autor:in: Niko Pankop (Author)

World History - Early and Ancient History
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Das Thema dieser Arbeit sind die religionspolitischen Entscheidungen des römischen Kaisers Theodosius I und die Erhebung des Christentums zur Staatsreligion. Die Frage, mit der sich diese Arbeit auseinandersetzt ist, welche Motivation den Kaiser Theodosius dazu veranlasste, diese tiefgreifenden Änderungen in der Kirchenpolitik durchzuführen und in wie fern er gemäß seiner persönlicher Motivation frei handeln konnte. Seit Konstantin dem Großen wurde im Laufe des 4. Jahrhunderts nach Christus das Christentum durch die Kaiser des Römischen Reiches gefördert. Die Politik der Christenverfolgung wich einer Politik der Toleranz und schlug zum Teil in die Bevorzugung des Christentums vor anderen Religionen, aber auch des Eingriffes des Staates in Kirchenangelegenheiten um. In der Regierungszeit des Theodosius nahm diese Politik eine neue Qualität an, indem der Staat einen Glaubenssatz als verbindlich für alle Christen festsetzte und sowohl Abweichler, als auch Heiden Reglementierung und Verfolgung aussetzte.

In einem Ausblick werden Erklärungsansätze beleuchtet, die historische Entwicklungen und gesellschaftliche Prozesse als tieferliegende Ursachen für die Entwicklung des Christentums zur Staatsreligion in den Mittelpunkt stellen. So stand Theodosius als letzter gesamtrömischer Kaiser an einem Wendepunkt der römischen Geschichte. Das anschließende Auseinanderfallen der kaiserlichen Herrschaft war die vorläufige Krönung eines Prozesses der gemeinhin als die Krise des römischen Kaiserreiches bezeichnet werden kann und vielfältige wirtschaftliche, gesellschaftliche, politische und kulturelle Entwicklungen umschließt, die die Herrschaft der römischen Kaiser in hohem Maße bestimmten und nicht ihren persönlichen Entscheidungen unterlagen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Gesetzgebung des Theodosius

3. Die Bewertung des Kaisers in den Quellen

4. Der Bußakt von Mailand

5. Handlungsspielräume

6. Ausblick: Religionspolitik als Teil des historischen Prozesses

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die religiöse Politik des römischen Kaisers Theodosius I. mit dem Fokus auf die Frage, ob die Erhebung des Christentums zur Staatsreligion primär aus persönlicher religiöser Überzeugung oder aus taktischen, machtpolitischen Erwägungen resultierte.

  • Analyse der theodosianischen Religionsgesetzgebung anhand des Codex Theodosianus.
  • Untersuchung zeitgenössischer christlicher und heidnischer Quellen zur Bewertung des Kaisers.
  • Kritische Betrachtung des Bußaktes von Mailand als politisches und religiöses Ereignis.
  • Einordnung der kaiserlichen Handlungsspielräume im sozialen und politischen Kontext der Spätantike.

Auszug aus dem Buch

4. Der Bußakt von Mailand

Ein weiteres Kriterium für die Beurteilung der persönlichen Frömmigkeit des Kaisers ist seine Handlungsweise in konkreten politischen Situationen. Besonders beispielhaft, ist dabei der Konflikt mit Ambrosius von Mailand. In Thessalonica war es durch gotische Truppenteile zu einem Massaker an der Zivilbevölkerung gekommen. Theodosius hatte nach Unruhen, bei denen auch ein römischer Offizier germanischer Herkunft getötet worden war, verordnet die Bevölkerung mit Todesurteilen zu bestrafen. Anschließend hatte er diese wieder zurückgenommen. Dies entsprach seiner Strategie, die er auch schon in ähnlichen Fällen angewendet hatte.

Die gotischen Truppen hatten aber schon in vorauseilendem Gehorsam das Urteil vollstreckt und ihre Rache artete in ein Gemetzel aus. Sie trieben Zivilisten zusammen und schlachteten sie wahllos ab. Die Quellen sprechen von 7000 Toten, was für diese Zeit eine außerordentlich hohe Zahl ist.

Die Strategie nach der Verordnung von Strafen Milde walten zu lassen, der Theodosius sich häufig bediente, entsprach auch einem christlichen Weltbild. Demnach könnte sie ein Zeichen für seine christliche Überzeugung sein. Durchaus könnte der Wechsel von Strafandrohung und späterer Zurücknahme der Strafen, aus Jähzorn und anschließenden Gewissensbissen entstanden sein. Jedoch könnte es sich hierbei auch um eine Inszenierung handeln. Dafür dass im Fall von Thessalonika politische Erwägungen hinter der Entscheidung steckten und eben nicht der Jähzorn des Kaisers, spricht auch, dass er sich mehrere Tage mit seinen Ministern beriet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der religionspolitischen Entscheidungen des Theodosius I. ein und stellt die Frage nach der Motivation des Kaisers zwischen persönlichem Glauben und taktischem Handeln.

2. Die Gesetzgebung des Theodosius: Dieses Kapitel analysiert die kaiserlichen Gesetzeserlasse, insbesondere das Glaubensedikt von 380, und untersucht, inwieweit diese auf Überzeugung oder politischem Kalkül basierten.

3. Die Bewertung des Kaisers in den Quellen: Hier werden heidnische und christliche zeitgenössische Quellen ausgewertet, um zu zeigen, wie unterschiedlich Theodosius in Abhängigkeit vom jeweiligen Publikum dargestellt wurde.

4. Der Bußakt von Mailand: Das Kapitel betrachtet den Bußakt als Fallbeispiel für das angespannte Verhältnis zwischen Kaiser und Kirche sowie als mögliches politisches Instrument zur Legitimationssicherung.

5. Handlungsspielräume: Diese Untersuchung beleuchtet die Abhängigkeiten des Kaisers von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen wie dem Militär, der Aristokratie und der Kirche.

6. Ausblick: Religionspolitik als Teil des historischen Prozesses: Abschließend wird argumentiert, dass die Religionspolitik Teil breiterer gesellschaftlicher Umwälzungen im spätantiken Reich war, die über die Motivation einzelner Herrscher hinausgingen.

Schlüsselwörter

Theodosius I., Religionspolitik, Staatsreligion, Christentum, Spätantike, Codex Theodosianus, Bußakt von Mailand, Frömmigkeit, Kirchengeschichte, Machtpolitik, Heidenpolitik, Römische Kaiser, Historischer Prozess, Soziale Ordnung, Ambrosius von Mailand

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den religionspolitischen Entscheidungen des Kaisers Theodosius I. und untersucht, welche Beweggründe zur Erhebung des Christentums zur Staatsreligion führten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die Analyse der Gesetzgebung, die Auswertung zeitgenössischer Quellen, die Untersuchung des Bußaktes von Mailand und die Einordnung des Kaisers in das soziale Gefüge der Spätantike.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, inwieweit die kaiserliche Politik durch persönliche religiöse Überzeugung motiviert war oder ob es sich primär um ein taktisches Instrument zur Machtfestigung handelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung primärer Gesetzestexte (Codex Theodosianus) und literarischer Quellen sowie der kritischen Diskussion der Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Untersuchung der Gesetze, der literarischen Rezeption des Kaisers, dem Fallbeispiel Thessalonika und den Handlungsspielräumen des Kaisers gegenüber einflussreichen Gruppen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Religionspolitik, Staatsreligion, Theodosius I., Machtpolitik, spätantike Gesellschaft und das Verhältnis von Staat und Kirche.

Wie bewerten zeitgenössische heidnische Quellen den Kaiser?

Heidnische Quellen tendieren dazu, die religiöse Komponente des Kaisers auszublenden und heben stattdessen eher traditionelle, republikanische Herrschertugenden hervor.

Welche Rolle spielte das Militär für Theodosius?

Das Militär war als Stütze der Macht unerlässlich. Der Kaiser musste die Interessen des Heeres berücksichtigen, was ihn teilweise dazu zwang, seine religiöse Politik an die Erfordernisse der militärischen Loyalität anzupassen.

Ist der Bußakt von Mailand als reine Frömmigkeitsgeste zu verstehen?

Nach Ansicht des Autors ist der Bußakt zwar auch Ausdruck von Religiosität, diente aber vor allem dazu, das erschütterte Vertrauen in die kaiserliche Milde wiederherzustellen und taktische Vorteile gegenüber kirchlichen Akteuren zu erlangen.

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Details

Title
Theodosius der Große und die Erhebung des Christentums zur Staatsreligion
Subtitle
Handlungsspielräume eines Kaisers im sozialen Kontext
College
University of Duisburg-Essen
Grade
1
Author
Niko Pankop (Author)
Publication Year
2009
Pages
33
Catalog Number
V138830
ISBN (eBook)
9783640483181
ISBN (Book)
9783640483389
Language
German
Tags
Theodosius Große Erhebung Christentums Staatsreligion Handlungsspielräume Kaisers Kontext Person Geschichte Christentum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niko Pankop (Author), 2009, Theodosius der Große und die Erhebung des Christentums zur Staatsreligion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138830
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