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Demografischer Wandel und die Gesundheit für Generationen

Eine Auseinandersetzung zu den bevorstehenden Zukunftsaufgaben im Gesundheitswesen

Title: Demografischer Wandel und die Gesundheit für Generationen

Term Paper , 2009 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dr. med. Arne Warth (Author)

Health - Miscellaneous
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In einer immer älter werdenden Gesellschaft kommt es naturgemäß zu einer stetig steigenden Nachfrage nach Gesundheitsleistungen. Alleine die quantitative Zunahme an kranken Patienten führt zu höheren Kosten. Diese müssen von der arbeitstätigen Bevölkerung getragen werden, welche in Zukunft relativ zu den Älteren betrachtet weiter abnehmen wird. Da die Finanzierung somit absehbar nicht dauerhaft und nachhaltig möglich sein wird, hat der Gesetzgeber das deutsche Gesundheitssystem in den letzten Jahren mehrfach reformiert. Ein Kernelement dieser Reformen ist die Implementierung von kosten- und qualitätsorientierten Markt- und Wettbewerbsprozessen in das Gesundheitssystem. Da jedoch wesentliche Bedingungen für einen funktionierenden Markt im wirtschaftswissenschaftlichen Sinne innerhalb des Gesundheitssystems nicht erfüllt sind und teilweise auch gar nicht erfüllbar sind, ist eine direkte Übertragung eines klassischen marktwirtschaftlichen Systems in das Gesundheitssystem mit den Gefahren des Marktversagens behaftet. Vor dem Hintergrund der nachhaltigen Finanzierungsproblematik infolge des demografischen Wandels sollen diese Besonderheiten und insbesondere ihre Auswirkungen und ihre Funktionsfähigkeit im Hinblick auf zukünftige Kernaufgaben des Gesundheitswesens analysiert werden.
Teilaspekte der in Deutschland in Kraft getretenen Reformen, und nicht zuletzt das Beispiel der Niederlande, zeigen jedoch, dass marktwirtschaftliche Strukturen im Gesundheitswesen prinzipiell funktionieren können. Diese Strukturen müssen durch den Staat jedoch so reglementiert werden, dass keine Wirkungsmechanismen eines vollkommenen Marktes dominieren, d.h., dass neben zweifellos für eine nachhaltige Finanzierung des Gesamtsystems wichtigen Aspekten der Effizienz auch die Qualität und der gleiche Zugang zu notwendigen, qualitativ hochwertigen Gesundheitsleistungen für alle garantiert sein muss. Zu beachten und in weiteren Reformschritten einzubeziehenden Besonderheiten sind neben den zahlreichen Marktfehlern hierbei auch die bestehenden, korporatistisch geprägten und teils auch durch Lobbyinteressen beeinflussten Strukturen im Gesundheitssystem. Wettbewerb jedoch bedeutet immer auch Veränderungen, und diese sind für ein zukunftsfähiges, für die Folgen des prognostizierten demografischen Wandels gerüstetes und nachhaltig finanzierbares Gesundheitssystem in Deutschland unabdingbar.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen

2.1 Der demografische Wandel

2.2 Der vollkommene Markt

2.3 Ursachen eines unvollkommenen Marktes innerhalb des Gesundheitssystems

2.3.1 Asymmetrische Verteilung von Information und angebotsinduzierte Nachfrage

2.3.2 Adverse Selektion

2.3.3 Moral Hazard

3. Möglichkeiten und Grenzen der Implementierung marktwirtschaftlicher Strukturen in ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem

3.1 Marktversagen am Beispiel von Zuzahlungen

3.2 Auswirkungen marktwirtschaftlicher Strukturen im Gesundheitswesen

4. Diskussion zur Funktion von Markt- und Wettbewerbsprozessen in einem zukunftsfähigen Gesundheitswesen: Ein Balanceakt zwischen Effizienzsteigerung und sozialer Gerechtigkeit

5. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen des deutschen Gesundheitssystems infolge des demografischen Wandels und untersucht kritisch die Implementierung marktwirtschaftlicher Steuerungsprozesse als Lösungsansatz für eine nachhaltige Finanzierung bei gleichzeitiger Wahrung sozialer Gerechtigkeit.

  • Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens.
  • Analyse theoretischer Marktmodelle und Ursachen für Marktversagen in der Gesundheitsversorgung.
  • Kritische Würdigung marktwirtschaftlicher Instrumente wie Zuzahlungen und Wettbewerb.
  • Diskussion des Zielkonflikts zwischen Effizienzsteigerung und sozialer Gerechtigkeit.
  • Internationaler Vergleich von Gesundheitsreformen zur Ableitung von Entwicklungsperspektiven.

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Asymmetrische Verteilung von Information und angebotsinduzierte Nachfrage

Für die Bedingungen eines vollkommenen Marktes spielt die Information eine entscheidende Rolle. Zwischen Experten (Medizinern) und Laien (Patienten) besteht immer eine Informationsasymmetrie. Daher müssen Patienten ihre Entscheidungen auf der Basis unvollständiger und asymmetrisch verteilter Information treffen. Zudem fallen bei Dienstleistungen meist Produktion (Anwendung einer Therapie) und Konsumption (Erhalt einer Therapie) zeitlich zusammen (Uno-actu-Prinzip), so dass Korrekturen nicht möglich sind. Der Erfolg einer Therapie lässt sich zudem häufig erst lange nach ihrem Erwerb, für Laien u. U. auch gar nicht objektiv beurteilen.

Weiter besteht infolge der Principal-Agent-Beziehung zwischen Laie und Experte die Möglichkeit, dass ein Arzt (Agent) aufgrund der ungleich verteilten Informationsstände Verhaltensspielräume erlangt, welche er zu seinem Vorteil und auf Kosten des Patienten (Principal) ausnutzen kann. Auch wenn es in vielen Fällen gerechtfertigt erscheint, dass der Arzt die Entscheidungen über therapeutische Leistungen trifft, entscheidet somit doch letztendlich der Anbieter selbst über die Nachfrage (angebotsinduzierte Nachfrage). Von „Angebotsinduzierung“ wird gesprochen, wenn der Arzt seine Entscheidungen nicht ausschließlich zum Wohle seiner Patienten trifft, sondern eigene Interessen wie z.B. Verdienst oder Auslastung einfließen lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die steigende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen durch den demografischen Wandel und den resultierenden Finanzierungsdruck, der Reformen durch marktwirtschaftliche Elemente erforderlich macht.

2. Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel erläutert den demografischen Wandel und definiert die ökonomischen Konzepte des vollkommenen und unvollkommenen Marktes im Kontext spezifischer Marktfehler im Gesundheitswesen.

3. Möglichkeiten und Grenzen der Implementierung marktwirtschaftlicher Strukturen in ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem: Hier werden die Effekte konkreter Instrumente wie Praxisgebühren und Zuzahlungen sowie die allgemeinen Auswirkungen des Wettbewerbs auf das System kritisch analysiert.

4. Diskussion zur Funktion von Markt- und Wettbewerbsprozessen in einem zukunftsfähigen Gesundheitswesen: Ein Balanceakt zwischen Effizienzsteigerung und sozialer Gerechtigkeit: Dieses Kapitel diskutiert den fundamentalen Zielkonflikt zwischen ökonomischer Effizienz und der sozialstaatlichen Verpflichtung zur gerechten Gesundheitsversorgung.

5. Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer staatlich reglementierten Wettbewerbsgestaltung für ein nachhaltig finanzierbares Gesundheitssystem.

Schlüsselwörter

Demografischer Wandel, Gesundheitswesen, Marktversagen, Wettbewerb, Finanzierung, Sozialstaat, Effizienzsteigerung, soziale Gerechtigkeit, Praxisgebühr, Principal-Agent-Beziehung, angebotsinduzierte Nachfrage, Adverse Selektion, Moral Hazard, Leistungsdifferenzierung, Versorgungsqualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das deutsche Gesundheitssystem durch marktwirtschaftliche Reformen auf die Herausforderungen des demografischen Wandels vorbereitet werden kann, ohne dabei soziale Gerechtigkeit zu opfern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf Gesundheitsökonomie, demografischer Entwicklung, Marktmechanismen in der Medizin und der Rolle des Staates bei der Gestaltung von Wettbewerbsprozessen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Wie lässt sich ein Balanceakt zwischen notwendiger Effizienzsteigerung durch Wettbewerb und der Wahrung sozialer Gerechtigkeit innerhalb des komplexen deutschen Gesundheitssystems gestalten?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische und literaturanalytische Untersuchung, inklusive des Vergleichs internationaler Lösungsansätze, um die Auswirkungen ökonomischer Instrumente im Gesundheitswesen zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Marktmodelle, spezifische Marktfehler (wie Informationsasymmetrie und Moral Hazard) sowie die praktischen Folgen von Reformen wie Praxisgebühren oder Wettbewerbselementen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Demografischer Wandel, Marktversagen, Wettbewerb, soziale Gerechtigkeit und das Principal-Agent-Modell im Gesundheitswesen.

Welche Rolle spielt der demografische Wandel für die Finanzierung?

Er führt zu einer Schieflage im Generationenvertrag, da weniger Beitragszahler für eine wachsende Anzahl älterer Patienten aufkommen müssen, was den Druck zur Kostendämpfung erhöht.

Warum ist ein vollkommener Markt im Gesundheitssystem nicht erreichbar?

Aufgrund grundlegender struktureller Merkmale wie der Informationsasymmetrie zwischen Arzt und Patient, der fehlenden Homogenität von Leistungen und der Tatsache, dass Gesundheit kein klassisches Konsumgut ist.

Was besagt die Kritik am Wettbewerb im Gesundheitswesen?

Die Arbeit führt an, dass ein stärkerer Wettbewerb zu unerwünschten Qualitätsverlusten und hohen bürokratischen Kosten führen kann, wenn er nicht sorgfältig durch den Staat reguliert wird.

Welchen Erkenntniswert bieten internationale Vergleiche?

Sie dienen als Hinweisgeber, da sie zeigen, dass Wettbewerb in anderen Systemen (z. B. Niederlande) durchaus zu Effizienzsteigerungen bei gleichzeitiger Wahrung der Versorgungsqualität führen kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

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Details

Title
Demografischer Wandel und die Gesundheit für Generationen
Subtitle
Eine Auseinandersetzung zu den bevorstehenden Zukunftsaufgaben im Gesundheitswesen
College
University of Applied Sciences Riedlingen
Grade
1,3
Author
Dr. med. Arne Warth (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V138827
ISBN (eBook)
9783640483167
ISBN (Book)
9783640483457
Language
German
Tags
Demografischer Wandel Gesundheit Generationen Eine Auseinandersetzung Zukunftsaufgaben Gesundheitswesen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. med. Arne Warth (Author), 2009, Demografischer Wandel und die Gesundheit für Generationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138827
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