Die Arbeit legt den Schwerpunkt auf die Patientenpflichten, erläutert die juristische wie ethische Begründung, stellt die Mitwirkungspflicht des Patienten im dt. Krankenversicherungswesen und in der alltäglichen Praxis dar und gibt die pol. Diskussion auf nationaler wie europäischer Ebene wieder von 1977 bis 2008.
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Rahmen meines berufsbegleitenden Studiums 'Gesundheitswissenschaften' an der Universität Magdeburg schreibe ich eine Bachelorarbeit zum Thema 'Patientenpflichten’, in der es auch um einen Vergleich im europäischen Raum geht.
Die ersten Schritte zu dieser Arbeit sind eine wissenschaftliche Literaturrecherche zum Thema ’Patientenpflichten’, die derzeit parallel läuft und die einen ersten Überblick geben soll (leider nicht sehr ergiebig), und die Durchforstung von Stellungnahmen, Beiträgen, Reden etc., die über die wissenschaftliche Recherche nicht greifbar sind.
Im Rahmen dieser Arbeit habe ich mich u. a. auch mit dem im Juni 1999 einstimmig verabschiedeten Papier der Gesundheitsministerkonferenz ’Patientenrechte in Deutschland heute’ beschäftigt. In seiner Präambel und an einigen, wenigen Stellen in dem Papier selbst wird auch auf die Patientenpflichten kurz eingegangen.
An dem Papier haben mitgearbeitet:
der AOK-Bundesverband, der Arbeitskreis Gesundheit und Soziales der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder, die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände, die Bundesärztekammer, die Bundesarbeitsgemeinschaft der PatientInnen-Stellen, das Bundesministerium für Gesundheit, die Bundeszahnärztekammer, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, den Deutscher Pflegerat, die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Notgemeinschaft Medizingeschädigte e.V., der Verband der Deutschen Angestelltenkrankenkassen/Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e. V. sowie die beteiligten Länder. (Grundlage war ein Gutachten der Professoren Francke und Hart der Universität Bremen, Institut für Gesundheits- und Medizinrecht.)
[...]
Häufig gestellte Fragen
Was sind die zentralen Patientenpflichten im deutschen Gesundheitssystem?
Dazu gehört primär die Mitwirkungspflicht (Compliance), also die aktive Beteiligung des Patienten am Heilungsprozess und die Bereitstellung notwendiger Informationen für die Behandlung.
Wie werden Patientenpflichten juristisch und ethisch begründet?
Die Begründung stützt sich auf das Solidarprinzip der Krankenversicherung sowie auf die ethische Verantwortung des Einzelnen für seine eigene Gesundheit und die Effizienz des medizinischen Systems.
Gibt es Unterschiede bei Patientenpflichten im europäischen Vergleich?
Die Arbeit untersucht die politische Diskussion auf europäischer Ebene und zeigt auf, wie verschiedene Länder die Balance zwischen Patientenrechten und -pflichten gewichten.
Welche Rolle spielt das Papier "Patientenrechte in Deutschland heute" von 1999?
Dieses von der Gesundheitsministerkonferenz verabschiedete Papier bildet eine wichtige Grundlage, da es neben den Rechten auch erstmals explizit auf die Pflichten der Patienten eingeht.
Wie hat sich die Diskussion über Patientenpflichten zwischen 1977 und 2008 entwickelt?
Die Debatte hat sich von einer rein ärztlich dominierten Sichtweise hin zu einer partnerschaftlichen Ebene entwickelt, auf der die Eigenverantwortung des Patienten stärker betont wird.
- Quote paper
- Joachim Zweig (Author), 2009, Entwicklung der Patientenpflichten und -rechte im nationalen wie europäischen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138648