Diese Hausarbeit befasst sich mit der folgende Arbeitsfrage: Claudians Rezeption der Tyrannentopik römischer Geschichtsschreiber im De Bello Gildonico (162b–184) – Allusion Neros durch die Rezeption Tacitus‘?
Im ersten Schritt wird dargelegt, dass Claudian bereits in anderen Werken das historiographische Tyrannenbild Neros als Negativbeispiel moralischer Verderblichkeit nutzt. Dafür wird Claudians Panegyricus de quarto consulatu Honorii Augusti und In Eutropium herangezogen. Darüber hinaus muss geprüft werden, ob sich das tyrannische Nerobild Claudians aus der Tacitusischen Historiographie konstituiert. Im zweiten Teil dann erfolgt die Analyse und Interpretation ausgewählter Verse der angegebenen Textstelle unter der vorgestellten Arbeitsfrage.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Hauptteil
- a) Einordnung in Werk und Kontext
- b) Claudians Nerobild im Spiegel historiographischer Darstellung
- c) Analyse und Interpretation (162b-182) - Allusion Neros?
- 3. Fazit
- 4. Literaturverzeichnis
- a) Textausgabe, Kommentar, Übersetzung
- b) Forschungsliteratur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Verwendung des Tyrannentopos in Claudians Werk "De Bello Gildonico" und analysiert, ob Claudian in diesem Zusammenhang bewusst auf die Historiographie, insbesondere auf die Darstellung Neros bei Tacitus, Bezug nimmt. Die zentrale Frage ist, ob Claudians Tyrannenbild von Gildo durch die Rezeption des Tacitusischen Nerobilds geprägt ist.
- Rezeption des Tyrannentopos in der römischen Literatur
- Claudians Nerobild im Spiegel historiographischer Darstellungen
- Analyse und Interpretation von Claudians "De Bello Gildonico" (162b-184)
- Intertextuelle Bezüge zu Tacitus' Darstellung Neros
- Die Rolle der römischen Geschichtsschreibung in Claudians Werk
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Werk "De Bello Gildonico" und die historische Situation ein, die Claudians Werk prägt. Der Hauptteil befasst sich mit der Einordnung des Werkes in den Kontext der römischen Literatur, analysiert Claudians Nerobild und interpretiert die relevanten Verse im "De Bello Gildonico" (162b-184). Dabei wird die Frage nach der Rezeption Tacitus' in Claudians Werk beleuchtet.
Schlüsselwörter
Claudian, De Bello Gildonico, Tyrannentopos, Tacitus, Nero, Historiographie, Allusion, intertextuelle Bezüge, Tyrannenbild, Romanische Literatur, Spätantike, römische Geschichtsschreibung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Tyrannentopos in der römischen Literatur?
Es handelt sich um ein feststehendes literarisches Bild (Topik), mit dem Herrscher als moralisch verwerflich, grausam und lasterhaft dargestellt werden, oft als Gegenbild zum "guten Herrscher".
Wie nutzt Claudian das Bild von Kaiser Nero?
Claudian nutzt Nero in seinen Werken als ultimatives Negativbeispiel für moralische Verderblichkeit, um zeitgenössische Feinde oder schlechte Herrscher zu charakterisieren.
Gibt es Bezüge zwischen Claudian und Tacitus?
Die Arbeit untersucht, ob Claudian in seinem Werk "De Bello Gildonico" gezielt auf die Nero-Darstellung des Historikers Tacitus anspielt (Allusion), um Gildo als Tyrannen zu brandmarken.
Worum geht es in "De Bello Gildonico"?
Das Werk behandelt den Krieg gegen den mauretanischen Fürsten Gildo, der sich gegen das Weströmische Reich auflehnte.
Warum ist die Tyrannentopik für die Spätantike relevant?
In der Spätantike diente die Rückbesinnung auf klassische literarische Vorbilder dazu, politische Machtkämpfe rhetorisch zu untermauern und moralisch zu bewerten.
- Quote paper
- Arthur Kutzmann (Author), 2019, Claudians Rezeption der Tyrannentopik römischer Geschichtsschreiber im "De Bello Gildonico", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1382253