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Der Einfluss der Suezkrise auf den Sechstagekrieg

Eine Rational-Choice-Betrachtung der israelisch-ägyptischen Auseinandersetzungen

Title: Der Einfluss der Suezkrise auf den Sechstagekrieg

Term Paper , 2009 , 21 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Anna Caroline Paeßens (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Summary Excerpt Details

Der Nahostkonflikt beherrscht die Medien über einen langen Zeitraum hinweg, wie kaum ein anderes Thema. Diese Präsenz ist den immer fortwährenden neuen Eskalationen geschuldet, die dieser Konflikt hervorbringt. Solange dieser Konflikt das Zeitgeschehen mitbestimmt, so hoch ist auch seine Komplexität. Über Jahrzehnte haben sich die Fronten verhärtet, die Anlässe gewandelt, die Strategien geändert. Um aktuelle Geschehnisse und auch vergangene Ereignisse zu verstehen, ist eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Geschichte des Konflikts vonnöten. Es bedarf der Darstellung einzelner Vorgänge und der Analyse von Strategien der Machthaber.
In der vorliegenden Arbeit möchte ich genau diesen Versuch unternehmen. Anspruch ist es, den Einfluss der Suezkrise im Jahr 1956 auf den Sechstagekrieg im Jahr 1967 zu untersuchen und darzustellen. Zunächst soll der Ablauf der beiden Auseinandersetzungen zwischen Israel und Ägypten kurz erläutert werden. Dies wird Thema des zweiten und dritten Kapitels sein, um eine Einordnung in die Geschichte des Konflikts darzulegen. Die Darlegung soll kurz und präzise gehalten werden, um im anschließenden Kapitel vier eine ausführliche Analyse des Entscheidungs¬verhaltens der beiden Parteien zu versuchen. In der Analyse stütze ich mich auf die Rational- Choice- Theorie und versuche damit Aktionen und Reaktionen der ägyptischen und israelischen Machtinhaber zu erklären. Ziel wird es sein aufzuzeigen, wie die Suezkrise oder auch Sinaifeldzug genannt, auf das Entscheidungsverhalten vor dem Sechstagekrieg gewirkt hat. Im Zentrum der Analyse stehen die Minister der damaligen Regierung in Israel und der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser. Die immer wiederkehrende Eskalation zwischen diesen beiden Nationen kann jedoch nicht allein durch das Verhalten der Entscheidungsträger erklärt werden. Eine Fülle verschiedener komplexer Ereignisse und Einstellungen muss über die Analyse hinaus herangezogen werden, um eine Erklärung zu liefern, wie die beiden geschichtlichen Ereignisse in Zusammenhang stehen. Zu diesen Ereignissen und Einstellungen gehören bspw. der arabische Nationalismus, die Rolle des Kalten Krieges, die panarabische Bündnispolitik und die Nichtanerkennungspolitik des israelischen Staates der arabischen Welt. Weitere Aspekte, wie die Rolle der westlichen Mächte, vor allem die von Frankreich und Großbritannien, werde ich, wegen Platzmangels versuchen möglichst kurz zu halten und das Hauptaugenmerk auf Ägypten und Israel richten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Suezkrise 1956

3 Der Sechstagekrieg 1967

4 Der Einfluss der Suezkrise auf Entscheidungen vor dem Sechstagekrieg

4.1 Entscheidungsfindung ägyptischer Machthaber in der Post- Sinai- Phase

4.2 Entscheidungsfindung israelischer Machthaber in der Post- Sinai- Phase

4.3 Ergebnisse

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert den historischen und strategischen Einfluss der Suezkrise von 1956 auf den Ausbruch des Sechstagekriegs im Jahr 1967. Dabei steht die Untersuchung der Entscheidungsprozesse führender israelischer und ägyptischer Akteure unter Anwendung der Rational-Choice-Theorie im Zentrum, um zu verstehen, wie Kalküle, falsche Annahmen und regionale Dynamiken zur Eskalation führten.

  • Analyse der Entscheidungslogik von Gamal Abdel Nasser und der israelischen Regierungsmitglieder.
  • Untersuchung der Rolle von Rüstungswettläufen und Abschreckungsstrategien im Nahostkonflikt.
  • Evaluation der Auswirkungen von Großmachtinteressen im Kontext der bipolaren Weltordnung.
  • Darstellung der eskalierenden Wirkung von Vergeltungsschlägen und innerarabischen Konflikten.

Auszug aus dem Buch

4.2 Entscheidungsfindung israelischer Machthaber in der Post- Sinai- Phase

Obwohl die westlichen Mächte innerhalb der Suezkrise versagt hatten, hatte die israelische Armee bewiesen, wie schlagkräftig, schnell und effektiv sie sein konnte. Durch die Suezkrise konnte Israel seine Macht zeigen und in Folge dessen sein Abschreckungspotential ausnutzen. Die daraus resultierende gekaufte Ruhe kann auch so betrachtet werden, dass alle beteiligten Staaten des Nahen Ostens die Zeit nutzen für „die nächste – unvermeidbare? – Runde“ (Seligmann 1982: 46). Es wurde aber auch deutlich, dass die israelische Sicherheitspolitik maßgeblich von den USA abhängig war. Nach der Suezkrise war die israelische Armee hauptsächlich mit US- amerikanischen Waffensystemen ausgestattet, während Ägypten, Syrien und der Irak mit sowjetischen Waffenlieferungen versorgt wurden. Es zeichnete sich ab, dass nach dem Sinaifeldzug auch der Nahe Osten in die bipolare Weltordnung eingegliedert würde (Vgl. Tibi 1991: 84ff).

Die in 4.1 beschriebene innerarabische Auseinandersetzung hatte auch für Israel nicht unerhebliche Konsequenzen. Obwohl 1961, nicht ohne Genugtuung auf Seiten der Israelis, Syrien aus der VAR ausgetreten war, musste sich Israel immer auf die Möglichkeit einstellen, dass eine arabische Einheit nicht undenkbar war. Die stetige Aufrüstung der arabischen Länder führte dementsprechend auch zu einem stetigen Aufrüsten in Israel (Vgl. Seligmann 1982: 51). Hier kommt abermals der Einfluss der Großmächte zum Tragen. Da die arabische Welt bereitwillig von der Sowjetunion Waffen zur Verfügung gestellt bekam, hatte die USA die Befürchtung, Israel würde ins Hintertreffen geraten und erhöhte schrittweise seine Lieferungen (Vgl. Seligmann 1982: 52f). Die israelische Armee hatte viel Zeit und Geduld dafür aufgewandt eine der fähigsten und effektivsten Armeen der Welt zu werden (Vgl. Krautkrämer 2003: 62). Vor allem die Luftwaffe war unter der Annahme, dass sie sich mit den Besten der Welt messen müssten, zu ihrer Hochform aufgelaufen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität des Nahostkonflikts ein und legt das Ziel fest, den Einfluss der Suezkrise auf den Sechstagekrieg theoretisch fundiert zu analysieren.

2 Die Suezkrise 1956: Dieses Kapitel erläutert die Ursachen und den Ablauf der Suezkrise sowie die daraus resultierenden Spannungen und militärischen Konstellationen für Israel und Ägypten.

3 Der Sechstagekrieg 1967: Hier werden die Provokationen und die kriegerische Eskalation beschrieben, die zum Sechstagekrieg führten und diesen in den ersten Stunden zugunsten Israels entschieden.

4 Der Einfluss der Suezkrise auf Entscheidungen vor dem Sechstagekrieg: Dieses Kernkapitel analysiert das rationale Handeln der Akteure auf Basis der Rational-Choice-Theorie und beleuchtet die strategischen Kalküle hinter den Ereignissen.

4.1 Entscheidungsfindung ägyptischer Machthaber in der Post- Sinai- Phase: Zusammenfassung der ägyptischen Außenpolitik unter Nasser, mit Fokus auf Machtmaximierung, panarabische Bündnisse und die Fehlkalkulationen bei der Eskalation.

4.2 Entscheidungsfindung israelischer Machthaber in der Post- Sinai- Phase: Beleuchtung der israelischen Sicherheitspolitik, die auf Abschreckung und Alleingang-Optionen basierte, um sich gegen eine drohende arabische Allianz zu verteidigen.

4.3 Ergebnisse: Zusammenführung der Erkenntnisse, dass beide Seiten rational handelten, jedoch durch falsche Informationen und Annahmen transintentionale Eskalationen herbeiführten.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass der Konflikt neben rationalen Entscheidungen maßgeblich von gesellschaftlichen Strukturen und der bipolaren Weltpolitik geprägt wurde.

Schlüsselwörter

Suezkrise, Sechstagekrieg, Nahostkonflikt, Rational-Choice-Theorie, Gamal Abdel Nasser, Israel, Ägypten, Abschreckungspolitik, Eskalation, Kalter Krieg, Sicherheitspolitik, Verteidigungspakt, Geopolitik, Strategische Entscheidungsfindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Suezkrise von 1956 und dem Ausbruch des Sechstagekriegs von 1967 und analysiert, wie diese Ereignisse durch politische Entscheidungen miteinander verknüpft sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die militärischen und diplomatischen Strategien Israels und Ägyptens, das Machtstreben Nassers sowie die Sicherheitsbedürfnisse des israelischen Staates im Kontext des Kalten Krieges.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das Entscheidungsverhalten der beteiligten Machthaber mittels der Rational-Choice-Theorie zu erklären und aufzuzeigen, wie die Suezkrise als Ausgangspunkt für die spätere Eskalation fungierte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin oder der Autor verwendet die Rational-Choice-Theorie (einschließlich spieltheoretischer Ansätze und Werterwartungstheorie), um Handlungen und Reaktionen der politischen Akteure objektiv aus deren Sichtweise zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Aufarbeitung der beiden Konflikte und eine anschließende detaillierte Analyse der Entscheidungsfindungen auf ägyptischer und israelischer Seite unter Berücksichtigung von Rüstung, Propaganda und Bündnispolitik.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben den historischen Ereignissen wie Suezkrise und Sechstagekrieg vor allem theoretische Konzepte wie rationale Entscheidung, Abschreckung und Eskalationsdynamik.

Warum wird die Rolle der USA und Sowjetunion als so bedeutend hervorgehoben?

Die Großmächte beeinflussten durch Waffenlieferungen und diplomatische Unterstützung das regionale Kräftegleichgewicht, was die Entscheidungskalküle beider Seiten maßgeblich mitprägte.

Welche Rolle spielten die innerarabischen Spannungen für die Entscheidung zum Krieg?

Nasser musste seine Führungsrolle in der arabischen Welt wahren, was ihn dazu trieb, seine Provokationen gegenüber Israel stetig zu steigern, um nicht als schwach wahrgenommen zu werden.

Wie bewertet der Text die Rolle der Vergeltungsschläge Israels?

Israel sah diese als rationales Mittel zur Abschreckung, der Text stellt jedoch fest, dass diese in der Praxis oft kontraproduktiv wirkten und zur ungewollten Eskalation beitrugen.

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Details

Title
Der Einfluss der Suezkrise auf den Sechstagekrieg
Subtitle
Eine Rational-Choice-Betrachtung der israelisch-ägyptischen Auseinandersetzungen
College
RWTH Aachen University  (Institut für politische Wissenschaft )
Grade
2.0
Author
Anna Caroline Paeßens (Author)
Publication Year
2009
Pages
21
Catalog Number
V138169
ISBN (eBook)
9783640475339
ISBN (Book)
9783640475391
Language
German
Tags
Suezkrise Sechstagekrieg Nasser Israel Ägypten Rational- Choice
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Caroline Paeßens (Author), 2009, Der Einfluss der Suezkrise auf den Sechstagekrieg , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138169
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