Einleitend zu meiner Thematik Demokratie möchte ich mit der Aussage „Wir sind ein Volk“ geschrieben auf einem Schild welches auf der Leipziger Montagsdemonstration im Jahre 1989 getragen wurde beginnen. Ziel dieser Demonstrationen der Bürger der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik war es gegen die vorherrschenden politischen Verhältnisse im Land zu protestieren und eine friedliche demokratische Neuordnung sowie das Ende der Parteiherrschaft der SED zu erlangen. Im Staatssystem der DDR handelt es sich lediglich um eine Nenn- Demokratie, da hier der Name des Staates Irreführenderweise ein demokratisches System wiederspiegeln sollte, denn einzelnen Subjekten in diesem System aber keine Freiheiten oder gar Mitbestimmung zugesprochen wurde. Um diesen Unterschied zu erkennen, ob es sich tatsächlich um eine demokratische Herrschafts- bzw. Regierungsform handelt, soll diese Belegarbeit Aufschluss geben. Weiterhin soll verdeutlicht werden, was Demokratie ist, wie definiert sie sich, was beinhaltet sie. Im Zuge dessen möchte ich einen Überblick über die Grundtypen der Demokratietheorie, der normativen und empirischen Theorie geben sowie die Grundformen der Demokratie. Zu diesen zählen die Rätedemokratie, welche heute eher in Betriebsräten Anwendung findet, als wie als Regierungsform, der Präsidialen Demokratie und der Parlamentarischen Demokratie. Nach der Erläuterung der grundlegenden Kenntnisse wird in dieser Belegarbeit das Verständnis der Demokratie im deutschen Staatssystem näher betrachtet. Es wird dargestellt, um welche Grundform es sich handelt, wie ist die Struktur und Gewaltenteilung in Deutschland vollzogen und welche Eingriffsmöglichkeiten bieten sich dem Volk. Abschließend wird die Herrschaftsform der Demokratie näher beleuchtet, um eine Abgrenzung zu den anderen Herrschaftsformen wie z. B. eine Diktatur zu erlangen und deren Vor- und Nachteile wertend gegenüber zu stellen. Die Abwägung bezüglich der verschiedenen Aspekte geschieht unter der Fragestellung, ob es sich bei der Demokratie um eine ideale Herrschaftsform für einen Staat handelt.
Inhaltsverzeichnis
I. Was ist Demokratie?
II. Grundtypen der Demokratietheorie
1. Normative Demokratietheorie
2. Empirische Demokratietheorie
III. Grundformen der Demokratie
1. Rätedemokratie
2. Präsidiale Demokratie
3. Parlamentarische Demokratie
IV. Das Demokratieverständnis aus der Sicht Deutschlands
Aufbau der Demokratie in Deutschland
1. Ursprung des deutschen Systems
2. Das parlamentarische Regierungssystem
3. Gewaltenteilung
4. Eingriffsmöglichkeit des Volkes
V. Demokratie- ein ideales politisches System?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Ausprägungen der Demokratie, mit einem besonderen Fokus auf das politische System Deutschlands. Ziel ist es, die Funktionsweise der repräsentativen Demokratie sowie die Vor- und Nachteile der Herrschaftsform zu beleuchten, um die Frage zu beantworten, ob die Demokratie als ideales politisches System betrachtet werden kann.
- Grundlagen und theoretische Ansätze der Demokratietheorie
- Klassifizierung der verschiedenen Grundformen der Demokratie
- Analyse des deutschen parlamentarischen Regierungssystems
- Mechanismen der Gewaltenteilung und Mitsprachemöglichkeiten des Volkes
- Kritische Würdigung der Stärken und Schwächen der modernen Demokratie
Auszug aus dem Buch
V. Demokratie- ein ideales politisches System?
Die Demokratie ist in ihrer mehr als 2000 Jahre alten Geschichte, in der sie ihr Gesicht oft geändert hat, immer im Mittelpunkt heftiger Diskussionen gestanden. Die besten Köpfe in der Geschichte haben für oder gegen sie gekämpft: von Platon, Aristoteles bis zu Rousseau, Tocqueville, Montesquieu und Marx. Winston Churchill traf am 11. November 1947 die Aussage: "Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen-abgesehen von all den anderen Formen, die von zeit zu Zeit ausprobiert worden sind"27. Die Frage, ob heutzutage die moderne Demokratie als das ideale politische System gelten kann, ist aktueller denn je, denn nicht nur die sinkende Wahlbeteiligung in fast allen demokratischen Staaten zeugen von einem zwar nicht sichtbaren, aber unterschwellig brodelnden Unbehagen. Um herauszustellen, ob es sich bei der Regierungsform der Demokratie tatsächlich um ein ideales politisches System handelt, bedarf es einer objektiven Abgrenzung nach Vor- und Nachteilen der Demokratie. Aber was sind, in Kürze zusammengefasst, die Nachteile und Vorteile der Demokratie?
Zunächst wirft sich an dieser Stelle die Frage nach der Definition einer Demokratie und die Realisierung auf. Im ersten Teil dieser Belegarbeit wurde unter dem Punkt, "Was ist Demokratie" bereits erwähnt, das dies eine Herrschaftsform ist, bei der die Staatsgewalt vom Volke ausgeht. Vergleichend mit dem Staatsmodell der ehemaligen DDR könnte man dies als nicht gegeben ansehen, da es sich bei dieser Regierungsform lediglich um eine Nenn- Demokratie handelte. In der Bezeichnung wurde der Begriff Demokratie irreführend verwandt, da eine mögliche Staatsgewalt durch das Volk keineswegs eine Berücksichtigung fand.28 Ein weiterer wichtiger Kritikpunkt ist die Diskrepanz zwischen der Bevölkerung und den Volksvertretern. Das hat seine historischen Wurzeln darin, dass in großflächigen Staaten (zunächst in den Vereinigten Staaten von Amerika Ende des 18. Jahrhunderts) die direkte zugunsten einer repräsentativen Demokratie aufgegeben wurde – siehe die interessante Debatte zwischen den Federalists und Anti-Federalists.29 Anstatt den Bürgern selbst waren ab jetzt gewählte Volksvertreter für das politische Geschäft verantwortlich. Die Gefahren davon liegen auf der Hand: Wer garantiert die Übereinstimmung der Interessen zwischen der Bevölkerung und ihren Vertretern, zwischen dem Individuum und der Allgemeinheit?
Zusammenfassung der Kapitel
I. Was ist Demokratie?: Definiert den Begriff Demokratie als Volksherrschaft und erläutert deren Kernmerkmale wie Volkssouveränität, Gewaltenteilung und das Mehrheitsprinzip.
II. Grundtypen der Demokratietheorie: Unterscheidet zwischen der normativen Demokratietheorie, die Anforderungen aus ethischen Überlegungen ableitet, und der empirischen Theorie, die reale Gegebenheiten systematisch erfasst.
III. Grundformen der Demokratie: Analysiert verschiedene Regierungsformen, wobei der Fokus auf der Abgrenzung von Rätedemokratie, präsidialer und parlamentarischer Demokratie liegt.
IV. Das Demokratieverständnis aus der Sicht Deutschlands: Detaillierte Darstellung des deutschen Systems als repräsentative Demokratie unter Berücksichtigung des Grundgesetzes, der Gewaltenteilung und der Beteiligungsrechte des Volkes.
V. Demokratie- ein ideales politisches System?: Abschließende kritische Bewertung der Demokratie, die trotz Entfremdungserscheinungen und bürokratischer Herausforderungen als die menschlichste Regierungsform hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Demokratie, Parlamentarismus, Grundgesetz, Gewaltenteilung, Volkssouveränität, Demokratietheorie, Deutschland, Repräsentative Demokratie, Volksentscheid, Parteienstaat, Wahlsystem, Politische Teilhabe, Minderheitenschutz, Rechtsstaat, Politische Partizipation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die grundlegenden Konzepte der Demokratie, ihre verschiedenen theoretischen Modelle sowie die konkrete Ausgestaltung des demokratischen Systems in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Demokratie, die Unterscheidung zwischen normativen und empirischen Theorien, die verschiedenen Regierungsformen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen des demokratischen Systems.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, durch die Untersuchung der Struktur und der Anwendung demokratischer Prinzipien zu erörtern, ob die Demokratie als ein ideales politisches System betrachtet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Untersuchung des politischen Systems Deutschlands, um eine wertende Gegenüberstellung von Herrschaftsformen vorzunehmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die theoretischen Grundlagen, klassifiziert verschiedene Demokratieformen und analysiert detailliert die deutsche Verfassungslage, Gewaltenteilung sowie die Mitsprachemöglichkeiten der Bürger.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Volkssouveränität, Parlamentarismus, Grundgesetz, Gewaltenteilung und politische Partizipation charakterisiert.
Warum wird die ehemalige DDR als "Nenn-Demokratie" bezeichnet?
Der Autor verwendet diesen Begriff, da der offizielle Name des Staates zwar demokratisch klang, jedoch faktisch keine Freiheit oder Mitbestimmung für die Bürger vorhanden war und die Staatsgewalt nicht vom Volk ausging.
Wie bewertet der Autor die Kritik an der heutigen Demokratie?
Der Autor räumt ein, dass es Missstände wie Entfremdung und Lobbyismus gibt, stuft diese jedoch als überwindbare Probleme ein und verteidigt die Demokratie als die derzeit humanste Regierungsform.
- Arbeit zitieren
- Veit Kernbaum (Autor:in), 2009, Demokratie-Grundlagen, ihre Anwendung in Deutschland sowie ihre Vor- und Nachteile, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137947