In dieser Masterarbeit wird analysiert, inwiefern und auf welche Weise die Differenzkategorie "Beeinträchtigung" in der Kinder- und Jugendliteratur thematisiert wird und wie sich diese im Verlauf von ca. 50 Jahren verändert hat. Die Analyse findet anhand von ausgewählten kinderliterarischen Werken statt.
„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ (GG, Artikel 3, Absatz 3). Auch wenn die Politik bemüht ist, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung umzusetzen und die Gleichbehandlung von allen Menschen als Ziel gesetzt wird, werden Menschen aufgrund ihrer Beeinträchtigungen oftmals noch als ‚anders‘ und ‚fremd‘ wahrgenommen. Der Prozess im sozialen Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung ist damit trotz der Bemühungen auf politisch-rechtlicher Ebene noch nicht abgeschlossen und das Ziel, Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen aufgrund von verschiedenen, im Zusammenspiel auftretenden Differenzkategorien abzubauen und soziale Spaltungen zu überwinden, ist nach wie vor aktuell.
Kinder- und Jugendliteratur prägt die Denk- und Handlungsweisen ihrer Leser*innen nachhaltig. Es kann davon ausgegangen werden, dass durch die kinder- und jugendliterarische Thematisierung von Beeinträchtigung auch der gesellschaftliche Umgang mit Behinderung beeinflusst werden kann. Damit eine Annäherung an Menschen mit Behinderung und damit ein Abbau der nach wie vor existenten sozialen Barrieren unterstützt werden kann, bedarf es einer Darstellung dieser Thematik, in der „die Vielfalt körperlicher, geistiger und seelischer Handicaps“ repräsentiert und das Thema „nicht als typisiertes Lebensproblem“ aufgenommen wird.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung.
- 2 Begriffsdefinierung...
- 2.1 (Kinder-) Literatur und ihre Funktionen.........
- 2.2. Kategorisierung, Differenz und Intersektionalität.
- 3 Die Differenzkategorie Beeinträchtigung und der gesellschaftliche Umgang mit dieser..........\n
- 3.1 Politischer und rechtlicher Umgang mit Beeinträchtigungen seit 1945 .\n
- 3.2 Soziale Reaktionen auf Menschen mit Behinderung.
- 4 Darstellung von Beeinträchtigung in der Kinder- und Jugendliteratur .\n
- 4.1 Thematisierung von Beeinträchtigung in der Kinder- und Jugendliteratur\n
- 4.2 Darstellungsmerkmale der Figuren mit Beeinträchtigung...\n
- 5 Analyse von sechs zeitversetzten Werken
- 5.1 Peter Härtling: Das war der Hirbel. Wie der Hirbel ins Heim kam, warum er anders ist als\nandere und ob ihm zu helfen ist (1973).....
- 5.1.1 Inhalt...\n
- 5.1.2 Darstellung des Protagonisten/der Figur mit Behinderung..\n
- 5.1.3 Darstellung der direkten Bezugspersonen und des familiären Umfeldes.\n
- 5.1.4 Darstellung der gesellschaftlichen Haltung.\n
- 5.2 Max von der Grün: Vorstadtkrokodile. Eine Geschichte vom Aufpassen (1978) ..
- 5.2.1 Inhalt...\n
- 5.2.2 Darstellung des Protagonisten/der Figur mit Behinderung...\n
- 5.2.3 Darstellung der direkten Bezugspersonen und des familiären Umfeldes..\n
- 5.2.4 Darstellung der gesellschaftlichen Haltung..\n
- 5.3 Renate Welsh: Drachenflügel (1992).\n
- 5.3.1 Inhalt...\n
- 5.3.2 Darstellung des Protagonisten/der Figur mit Behinderung…..\n
- 5.3.3 Darstellung der direkten Bezugspersonen und des familiären Umfeldes.\n
- 5.3.4 Darstellung der gesellschaftlichen Haltung..\n
- 5.4 Kirsten Boie: Eine wunderbare Liebe (1996) .\n
- 5.4.1 Inhalt...\n
- 5.4.2 Darstellung des Protagonisten/der Figur mit Behinderung...\n
- 5.4.3 Darstellung der direkten Bezugspersonen und des familiären Umfeldes..\n
- 5.4.4 Darstellung der gesellschaftlichen Haltung........\n
- 5.5. Andreas Steinhöfel: Rico, Oskar und die Tieferschatten (2008)....\n
- 5.5.1 Inhalt...\n
- 5.5.2 Darstellung des Protagonisten/der Figur mit Behinderung.....\n
- 5.5.3 Darstellung der direkten Bezugspersonen und des familiären Umfeldes……………………….\n
- 5.5.4 Darstellung der gesellschaftlichen Haltung.…….....\n
- 5.6 Schlägerherz: Jutta Nymphius (2019).\n
- 5.6.1 Inhalt...\n
- 5.6.2 Darstellung des Protagonisten/der Figur mit Behinderung..\n
- 5.6.3 Darstellung der direkten Bezugspersonen und des familiären Umfeldes..\n
- 5.6.4 Darstellung der gesellschaftlichen Haltung.\n
- 6 Vergleich.....
- 6.1 Vergleich der Darstellung von Behinderung.\n
- 6.2 Vergleich der Darstellung der direkten Bezugspersonen und des familiären Umfeldes ....
- 6.3 Vergleich der Darstellung der gesellschaftliche Haltung gegenüber Behinderung..\n
- 7 Fazit
- 8 Literaturverzeichnis..\n
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht, wie sich die Darstellung der Differenzkategorie „Beeinträchtigung“ im deutschsprachigen Kinderroman seit 1973 entwickelt hat. Sie analysiert, wie diese Entwicklung im Kontext rechtlicher und gesellschaftlicher Veränderungen sowie in der Literatur selbst stattgefunden hat.
- Die Bedeutung der Kinder- und Jugendliteratur als prägendes Medium für die Denk- und Handlungsweisen von Leser*innen
- Der Wandel in der Wahrnehmung und Behandlung von Beeinträchtigung im Laufe der Zeit
- Die Darstellung von Beeinträchtigung in verschiedenen Kinderromanen aus unterschiedlichen Zeitperioden
- Die Herausforderungen und Chancen der Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung in der Gesellschaft
- Die Rolle der Kinderliteratur bei der Förderung von Inklusion und dem Abbau von Vorurteilen gegenüber Menschen mit Beeinträchtigung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die rechtliche und gesellschaftliche Situation von Menschen mit Behinderung und zeigt die Relevanz der Kinderliteratur für den Umgang mit dieser Thematik. Kapitel 2 definiert die Begriffe (Kinder-) Literatur, ihre Funktionen sowie Kategorisierung, Differenz und Intersektionalität. Kapitel 3 untersucht den politischen und rechtlichen Umgang mit Beeinträchtigungen seit 1945 sowie die sozialen Reaktionen auf Menschen mit Behinderung. Kapitel 4 analysiert die Thematisierung von Beeinträchtigung in der Kinder- und Jugendliteratur allgemein, einschließlich typischer Darstellungsmerkmale von Figuren mit Beeinträchtigung. Die anschließenden Kapitel 5.1 bis 5.6 analysieren jeweils einzelne zeitversetzte Kinderromane aus unterschiedlichen Jahrzehnten, um die Entwicklung der Darstellung von Beeinträchtigung in der Kinderliteratur aufzuzeigen. Kapitel 6 vergleicht die Ergebnisse der einzelnen Romananalysen, während das Fazit die Ergebnisse der Arbeit zusammenfasst und die Bedeutung der Erkenntnisse für die Förderung von Inklusion und gesellschaftlichen Wandel beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung von Beeinträchtigung im deutschsprachigen Kinderroman seit 1973. Die zentralen Schlüsselwörter sind daher: Beeinträchtigung, Kinder- und Jugendliteratur, Inklusion, Differenzkategorie, gesellschaftlicher Umgang, soziale Reaktionen, Darstellungsmerkmale, Romananalyse, Vergleich, Veränderung, Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Wie hat sich die Darstellung von Behinderung in Kinderbüchern verändert?
Die Arbeit analysiert einen Zeitraum von 50 Jahren und zeigt den Wandel von einer typisierten Problemstellung hin zu einer vielfältigeren Repräsentation.
Welche Klassiker der Kinderliteratur werden untersucht?
Untersucht werden unter anderem "Das war der Hirbel" von Peter Härtling (1973) und "Vorstadtkrokodile" von Max von der Grün (1978).
Was ist das Ziel inklusiver Kinderliteratur?
Sie soll soziale Barrieren abbauen, Vielfalt als Normalität darstellen und die Wahrnehmung von Menschen mit Beeinträchtigung als "anders" oder "fremd" überwinden.
Welche Rolle spielt das Werk "Rico, Oskar und die Tieferschatten"?
Es dient als modernes Beispiel (2008) für die Darstellung von "tiefbegabten" Protagonisten und den zeitgenössischen gesellschaftlichen Umgang mit Beeinträchtigung.
Was bedeutet "Intersektionalität" in diesem Kontext?
Es beschreibt das Zusammenspiel verschiedener Differenzkategorien (z.B. Behinderung, soziale Herkunft, Geschlecht), die gemeinsam Diskriminierung oder Privilegierung beeinflussen.
- Quote paper
- Hannah Hübner (Author), 2022, Die Entwicklung der Differenzkategorie "Beeinträchtigung" im deutschsprachigen Kinderroman seit 1973, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1379167