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Formen des Kulturkontaktes zwischen Europäern und Eingeborenen seit dem 15. Jahrhundert am Beispiel Australiens

Title: Formen des Kulturkontaktes zwischen Europäern und Eingeborenen seit dem 15. Jahrhundert am Beispiel Australiens

Term Paper , 2008 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Natalie Geese (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations
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Dass Aborigines ungepflegt seien, war eine Behauptung, mit der ich während meines Aufenthaltes in Australien in diesem Jahr konfrontiert wurde. Diese entsprach kei-neswegs dem Bild, das ich mir im Vorfeld von der dortigen Bevölkerung gemacht hatte. Hatte ich sie doch als offen und tolerant eingestuft. Aber hier war nichts von ei-nem Miteinander der weißen Australier mit den Ureinwohnern des Kontinents – sofern man überhaupt einmal einen solchen zu Gesicht bekam – zu erkennen. Wie kam es zu einem derartigen Verhältnis zwischen diesen beiden ethnischen Gruppen? Die Ursache ist in der von Kolonialismus geprägten Geschichte des Landes zu suchen. Da der vorliegenden Arbeit die These zu Grunde liegt, dass kulturelle Differenzen einen nicht unerheblichen Teil dazu beigetragen haben, liegt der Schwerpunkt hier auf dem Kulturkontakt zwischen Europäern und Eingeborenen. Zunächst muss jedoch die Bedeutung des zwar häufig verwendeten, aber auch sehr unspezifischen Begriffs Kultur geklärt werden, um ein gemeinsames Grundverständnis zu schaffen. Dann wird das Grundmuster des Kulturkontaktes zwischen Europäern und Eingeborenen vom 15. bis zum 18. Jahrhundert skizziert, da Australien kein Einzelfall war, sondern die Europäer in den unterschiedlichsten Regionen der Erde auf Eingeborene trafen, deren Verhältnis sich sehr unterschiedlich entwickelte. Erst in einem weiteren Schritt wird gefragt, inwieweit sich das allgemeine Konzept des Kulturkontaktes auf die spezifische Situation Australiens übertragen lässt. Dabei ist es unabdingbar, zunächst das kulturelle Leben der Aborigines, wie es die Engländer vorgefunden haben, zu erläutern, da nur auf dieser Basis verstanden werden kann, warum durch die Vertreibung der Aborigines auch deren kulturelle Identität zerstört wurde. Daran anschließend werden dann in Kürze die für dieses Thema relevant erscheinenden Aspekte der jüngeren Geschichte Australiens, beginnend mit der Be-siedlung durch Weiße, anhand der allgemeinen Phasen des Kulturkontaktes dargelegt. Dabei darf jedoch die Frage nicht vernachlässigt werden, ob es unter den weißen Siedlern eine einheitliche Kultur gab und ob diese englischen Ursprungs oder doch eine Neuerfindung war. Ziel ist es also die Formen des Kulturkontaktes zwischen Europäern und Eingeborenen theoretisch zu fassen und exemplarisch zu verdeutlichen bzw. auch zu erweitern.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Definition des Begriffs Kultur

2.2 Grundformen des Kulturkontaktes zwischen Europäern und Eingeborenen nach Bitterli

3. Australien als Fallbeispiel

3.1 Das Leben der Aborigines vor der Besiedlung Australiens durch Engländer

3.2 Die erste Kulturberührung zwischen Aborigines und Engländern

3.3 Von der Kulturberührung zum Kulturzusammenstoß

3.4 Die Anfänge einer Kulturbeziehung

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Formen des Kulturkontaktes zwischen Europäern und indigenen Völkern seit dem 15. Jahrhundert, wobei Australien als zentrales Fallbeispiel dient, um die Auswirkungen von Kolonialismus und kultureller Differenz auf das Verhältnis zwischen den Gruppen zu analysieren.

  • Theoretische Bestimmung des Kulturbegriffs im kolonialen Kontext.
  • Analyse der Grundmuster des Kulturkontaktes nach Urs Bitterli.
  • Kulturelle Identität und Lebensweise der Aborigines vor der europäischen Besiedlung.
  • Entwicklung von der ersten Kulturberührung über den Kulturzusammenstoß bis hin zur Integration.
  • Einfluss ökonomischer Interessen und Rassismus auf die Siedlungspolitik.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Leben der Aborigines vor der Besiedlung Australiens durch Engländer

Die Bezeichnung Aborigines, wie die Eingeborenen Australiens genannt werden, ist lateinischen Ursprungs und bedeutet so viel wie von Anbeginn hier lebende Einwohner (vgl. Münnich 1996, S. 2). Man geht davon aus, dass zur Zeit der Besiedlung durch die Engländer etwa 500 bis 600 Stämme der Aborigines auf dem Kontinent lebten (vgl. ebd., S. 7). Vermutet wird, dass diese auf dem Seeweg von Asien nach Australien gelangt waren, also einen gemeinsamen Ursprung hatten. Der Behauptung, dass die Aborigines vor etwa 40.000 Jahren nach Australien kamen, stehen archäologische Befunde gegenüber, die aufzeigen, dass es mindestens 75.000 Jahre sein müssen (vgl. ebd., S. 8).

Es wurden mehrere 100 Sprachen unter den Aborigines gesprochen (vgl. ebd., S. 8), die jedoch auch verwandt waren. Geographische Grenzen signalisierten auch unterschiedliche Stammessprachen. Die Haut der Ureinwohner Australiens war dunkelbraun und sie waren immer vollkommen unbekleidet. Die Aborigines können als Sammler und Jäger bezeichnet werden, wobei eine klare Arbeitsteilung vorherrschte (vgl. ebd., S. 9). Während die Männer die Werkzeuge fertigten und auf die Jagd gingen, sammelten die Frauen Früchte und Pflanzen und gingen fischen. Die Werkzeuge waren einfach und funktional (vgl. ebd., S. 9f.). Zu nennen sind hier Speerschleudern, Speere, Bumerangs und Keulen. Aufgrund der kargen Landschaft war ein sesshaft werden unmöglich (vgl. ebd., S. 9). Daher mussten die Aborigines immer umherziehen. Privatbesitz kannten die Ureinwohner Australiens nicht (vgl. ebd., S. 13) und Hygiene nach europäischem Standard gab es nicht (vgl. Hughes 1992, S. 33). Aus der Sicht europäischer postmoderner Gesellschaften waren die Frauen unselbstständig (vgl. ebd., S. 35). So galt das Ausleihen von Ehefrauen als Gastfreundschaft. Deformierte Kinder und alte zerbrechliche Menschen wurden nicht am Leben gehalten, da sie die Flexibilität des Umherreisens eingeschränkt hätten (vgl. ebd., S. 36).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin, den historischen Ursprung des schwierigen Verhältnisses zwischen weißen Australiern und den Ureinwohnern anhand des Kulturkontaktes zu erforschen.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den komplexen Kulturbegriff und führt die von Urs Bitterli entwickelten Grundmuster des Kulturkontaktes (Kulturberührung, Kulturzusammenstoß, Kulturbeziehung) ein.

3. Australien als Fallbeispiel: Das Kapitel erläutert die traditionelle Lebensweise der Aborigines sowie den dramatischen Verlauf des Kulturkontaktes mit den europäischen Siedlern von der ersten Begegnung bis hin zur Phase der Integration.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Entwicklung in Australien durch ökonomische Interessen und eine gewaltvolle Kolonialisierung geprägt war, die erst spät in einen Ansatz der Integration mündete.

Schlüsselwörter

Aborigines, Australien, Kulturkontakt, Kulturberührung, Kulturzusammenstoß, Kulturbeziehung, Kolonialismus, Siedlungskolonie, Totemismus, indigene Bevölkerung, Rassismus, Landrechte, Integration, Siedler, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historischen Formen der Interaktion zwischen Europäern und der indigenen Bevölkerung Australiens seit dem 15. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die theoretische Definition von Kultur, die Analyse kolonialer Kontaktmuster nach Bitterli sowie die spezifische Fallstudie über die Aborigines in Australien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Formen des Kulturkontaktes theoretisch zu systematisieren und die Auswirkungen der Besiedlung Australiens auf die indigenen Gesellschaftsstrukturen darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturgestützte historische Analyse, um das Aufeinandertreffen zweier ungleicher Kulturen und die daraus resultierenden sozialen Prozesse zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Beschreibung der Lebensweise der Aborigines vor der Besiedlung und eine chronologische Analyse der Begegnung mit den Engländern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kulturkontakt, Kulturzusammenstoß, Aborigines, Kolonialismus und Integration charakterisiert.

Welche Rolle spielt der Totemismus für das Verständnis der Aborigines?

Der Totemismus bildet das religiöse und gesellschaftliche Fundament der Aborigines, da er die soziale Ordnung, die Klanzugehörigkeit und die spirituelle Verbindung zum Land definiert.

Warum kam es in Australien zu einem Kulturzusammenstoß statt einer Kulturbeziehung?

Der Zusammenstoß wurde primär durch ökonomische Interessen der Siedler an fruchtbarem Land und die kolonialistische Abwertung der indigenen Lebensweise als "primitiv" vorangetrieben.

Wie wirkten sich die "Squatters" auf die Situation der Ureinwohner aus?

Durch die Aneignung von Weideflächen für die Schafzucht ohne formelle Übertragung vertrieben die Squatters die Aborigines von ihrem angestammten Land, was deren soziale Strukturen zerstörte.

Was bedeutete der Begriff der "Integration" ab den 1960er Jahren?

Dieser Begriff markierte einen Wandel in der australischen Politik, in dem den Aborigines erstmals Rechte zur Selbstentscheidung über ihre Lebensform zugestanden wurden.

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Details

Title
Formen des Kulturkontaktes zwischen Europäern und Eingeborenen seit dem 15. Jahrhundert am Beispiel Australiens
College
University of Siegen
Course
Soziologie kolonialer Herrschaft in Geschichte und Gegenwart
Grade
1,7
Author
Natalie Geese (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V137808
ISBN (eBook)
9783640464258
ISBN (Book)
9783640461417
Language
German
Tags
Formen Kulturkontaktes Europäern Eingeborenen Jahrhundert Beispiel Australiens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natalie Geese (Author), 2008, Formen des Kulturkontaktes zwischen Europäern und Eingeborenen seit dem 15. Jahrhundert am Beispiel Australiens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137808
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