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Reparaturen in deutschen Alltagsgesprächen

Eine Analyse der syntaktischen Struktur von redezuginternen selbstinitiierten Selbstreparaturen

Titel: Reparaturen in deutschen Alltagsgesprächen

Bachelorarbeit , 2019 , 42 Seiten , Note: 1

Autor:in: Adela Alekić (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der redezuginternen selbstinitiierten Selbstreparatur in deutschen Alltagsgesprächen.

Da Reparaturen einen wichtigen Bestandteil der syntaktischen Struktur der gesprochenen Sprache darstellen, ist es das Ziel dieser Arbeit, die Struktur und die Organisation von Selbstreparaturen der genannten Art zu beschreiben. Im Zentrum stehen dabei folgende zwei Fragen: An welcher Stelle im Satz bricht der Sprecher die Äußerung bei der Einleitung einer Selbstreparatur ab? Und zu welcher syntaktischen Position kehrt der Sprecher zurück, bevor er die Selbstreparatur durchführt?

Zur Beantwortung dieser Fragen dienten 885 Selbstreparaturen aus spontanen Alltagsgesprächen von Personen aus der Gemeinde Ulrichsberg in Oberösterreich. Diese wurden in Anlehnung an Pfeiffer (2015) hinsichtlich Abbruch- und Retraktionspunkt analysiert. Insgesamt weisen die Ergebnisse darauf hin, dass der Sprecher bei der Durchführung einer Selbstreparatur dazu tendiert, das reparaturbedürftige Element sofort nach der Erkennung abzubrechen und zu reparieren. Zudem scheint die Unversehrtheit der syntaktischen Kategorien sowie des ursprünglichen Satzes im Allgemeinen für den Sprecher eine zentrale Rolle zu spielen.

Der Alltag vieler Menschen ist geprägt von zahlreichen kommunikativen Interaktionen. Die morgendliche Besprechung mit dem Team, Gespräche mit Kunden, Bankberatern, Verkäufern oder Freunden und Zuhause wird die sprachliche Interaktion mit dem Ehepartner und den Kindern am Esstisch weitergeführt. Dabei kommt es immer wieder dazu, dass der reibungslose Ablauf des Gesprächs gestört wird. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: von Schwierigkeiten bei der Wortfindung über ungenaue Formulierungen, Versprecher oder Grammatikfehler, wie etwa die Artikelwahl in der Uberschrift dieses Kapitels, bis hin zu akustischen Schwierigkeiten und Missverständnissen.

Es gibt allerdings Methoden und Verfahren – sogenannte Reparaturen –, mit denen die Gesprächsteilnehmer Probleme vermeiden oder beseitigen können. Der Begriff Reparatur bezieht sich dabei nicht nur auf die Korrektur von echten Fehlern, sondern auf alle potenziellen Problemquellen, die in der sozialen Interaktion auftreten können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Das Einleit (.) äh die Einleitung

1.1. Fragestellung und Aufbau der Arbeit

1.2. Korpora und Transkription

2. Definition und Abgrenzung des Phänomens

2.1. Die Phasen einer Reparatur

2.2. Selbst- und Fremdreparaturen

2.3. Selbstreparaturtypen

3. Die Analyse

3.1. Selbstreparaturoperationen

3.2. Abbruch

3.2.1. Das kleine bisschen zwischen Reparandum und Abbruchpunkt

3.2.2. Abbruch der ursprünglichen Äußerung – aber wo?

3.3. Retraktion

3.3.1. Die Distanz zwischen Reparandum und Retraktionspunkt

3.3.2. A bit of the talk

4. Resümee

Zielsetzung & Forschungsthemen

Diese Bachelorarbeit untersucht die syntaktische Struktur und Organisation von redezuginternen selbstreparierten Korrekturen in deutschen Alltagsgesprächen. Ziel ist es zu analysieren, an welcher Stelle ein Sprecher eine Äußerung abbricht und zu welcher syntaktischen Position er zurückkehrt, um die Reparatur durchzuführen, wobei ein Korpus aus spontaneously gesprochenen Dialektgesprächen als empirische Basis dient.

  • Strukturanalyse von Selbstreparaturen und deren Organisation
  • Untersuchung von Abbruchpunkten innerhalb von Satzstrukturen
  • Analyse der Retraktionsdistanz bei syntaktischen Korrekturoperationen
  • Klassifizierung von Selbstreparaturtypen und Operationstypen (Wiederholung, Substitution, Insertion, Tilgung)
  • Erforschung des Einflusses der syntaktischen Umgebung auf den Reparaturverlauf

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Phasen einer Reparatur

Wie bereits erwähnt, fassen Schegloff et al. (1997) eine Reparatur als einen Vorgang auf, bei dem der Sprecher einen Teil seines Redezuges dergestalt verändert, dass eine Orientierung an einem Fehler oder Problem (im weitesten Sinne) angenommen werden kann. Eine weitere Definition von Fox und Jasperson (1995, S. 80) lautet wie folgt: „We define repair here, as any instance in which an emerging utterance is stopped in some way, and is then aborted, recast, or redone.” Eine sehr allgemeine Beschreibung des Phänomens, die allerdings nur deutlich macht, dass es sich um einen Vorgang handelt, bei dem eine Äußerung zunächst gestoppt und dann abgebrochen wird, bevor sie neu zusammengestellt oder neu verfasst wird. Anders als in der geschriebenen Sprache, bei der es auch zu Störungen und Reparaturen kommt, die im Normalfall aber nicht sichtbar sind, hinterlassen Reparaturen in kommunikativen Interaktionen somit „sprachliche Spuren“ (Gülich & Kotschi 1996, S. 38), die allen Gesprächsteilnehmern zugänglich sind. Ein zentraler Aspekt wird daher in der Definition ausgelassen: Von wem wird die Äußerung abgebrochen und von wem wird diese repariert? Es lassen sich nämlich speziell in spontanen Alltagsgesprächen unterschiedliche Szenarien beobachten: Das Gesagte beinhaltet zwar einen Fehler, aber weder vom Produzenten noch vom Rezipienten bemerkt oder aber von beiden Gesprächsteilnehmern bewusst ignoriert, weil es für den erfolgreichen Fortgang der Konversation ohnehin nicht relevant ist. Wird der Fehler vom Sprecher produziert, kann dieser die Äußerung selber abbrechen und die Reparatur durchführen. Oder aber der Rezipient erkennt, dass das Gesagte fehlerhaft ist, bricht die Äußerung seines Gesprächsteilnehmers ab und repariert diese. Bevor die verschiedenen Szenarien in Kapitel 2.2. etwas näher dargestellt werden, sollen im Folgenden zunächst die drei zentralen Phasen der Reparaturorganisation laut Schegloff et al. (1977) erläutert werden, da diese die Grundlage für das Verständnis der weiteren Kapitel bilden: Das Reparandum, also die Problemquelle selbst, gefolgt von Reparaturinitiierung und Reparaturdurchführung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Einleit (.) äh die Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der Selbstreparaturen ein, erläutert die Bedeutung für die Konversationsanalyse und stellt die Forschungsfragen sowie die methodische Basis vor.

2. Definition und Abgrenzung des Phänomens: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt, indem Reparaturphasen, die Unterscheidung zwischen Selbst- und Fremdreparaturen sowie verschiedene Typen von Reparaturen definiert werden.

3. Die Analyse: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit, in dem die Reparaturopationen sowie die strukturelle Position von Abbruch und Retraktion anhand des Datenkorpus detailliert ausgewertet werden.

4. Resümee: Das Abschlusskapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert die Bedeutung der Erhaltung syntaktischer Identität bei Selbstreparaturprozessen.

Schlüsselwörter

Selbstreparatur, Konversationsanalyse, Reparaturorganisation, Redezug, Syntax, Abbruchpunkt, Retraktion, Reparandum, Reparaturinitiierung, Gesprächslinguistik, Alltagsgespräche, syntaktische Struktur, Wiederholung, Substitution, Sprachinteraktion.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema der Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erforschung redezuginterner Selbstreparaturen in der gesprochenen deutschen Sprache, insbesondere unter dem Aspekt der syntaktischen Struktur.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Organisation von Reparaturabläufen, die Rolle von Abbruchpunkten in Sätzen und die Bedingungen, unter denen Sprecher bei der Reparatur in der syntaktischen Struktur zurückspringen (Retraktion).

Was ist das primäre Forschungsziel?

Es soll geklärt werden, an welcher Stelle im Satz ein Sprecher eine Äußerung abbricht, um eine Reparatur einzuleiten, und zu welchem Punkt in der syntaktischen Abfolge er anschließend zurückkehrt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Untersuchung basiert auf einer gesprächsanalytischen Methode. Es wurde ein Korpus aus spontanen Alltagsgesprächen aus Ulrichsberg (Oberösterreich) ausgewertet, wobei 885 Selbstreparaturen transkribiert und nach verschiedenen Operationstypen kategorisiert wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die konkreten Selbstreparaturoperationen (Wiederholung, Substitution, Insertion, Tilgung) sowie die quantitativen Tendenzen bei der Platzierung von Abbruchpunkten und der Distanz von Retraktionspunkten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Selbstreparatur, Konversationsanalyse, Reparaturorganisation, Syntax, Reparandum, Abbruchpunkt und Retraktion charakterisiert.

Warum spielt die syntaktische Struktur eine so große Rolle für den Sprecher?

Für den Sprecher ist die Beibehaltung der syntaktischen Kategorie und der ursprünglichen Satzstruktur essentiell, um den geringsten "Produktionsaufwand" zu haben und die Verständlichkeit für den Gesprächspartner zu gewährleisten.

Welche Rolle spielt die Retraktion im Reparaturprozess?

Die Retraktion dient dazu, den Sprecher an einen Punkt vor dem eigentlichen Fehler (dem Reparandum) zurückzuführen, um dort neu anzusetzen, was laut der Arbeit in über 50 % der Fälle ohne Distanz (direkt) erfolgt.

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Details

Titel
Reparaturen in deutschen Alltagsgesprächen
Untertitel
Eine Analyse der syntaktischen Struktur von redezuginternen selbstinitiierten Selbstreparaturen
Hochschule
Universität Salzburg
Note
1
Autor
Adela Alekić (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
42
Katalognummer
V1375369
ISBN (PDF)
9783346931283
ISBN (Buch)
9783346931290
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reparaturen alltagsgesprächen eine analyse struktur selbstreparaturen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Adela Alekić (Autor:in), 2019, Reparaturen in deutschen Alltagsgesprächen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1375369
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Leseprobe aus  42  Seiten
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