Zum guten Verständnis der Werke von Rousseau und Machiavelli ist eine umfassende Kenntnis des Menschenbildes beider Autoren unerlässlich. Die Antwort auf die Frage, die in dieser Arbeit behandelt wird, nämlich "Wie frei ist der Mensch in seinen Entscheidungen?" leitet sich aus dem Menschenbild des jeweiligen Denkers ab. Zweihundertvierzig Jahre liegen zwischen den Lebenszeiten beider Autoren und beide Menschen könnten unterschiedlicher kaum sein: Auf der einen Seite Machiavelli, der nüchterne, pragmatische Analytiker, dessen Hauptanliegen das Leben in einer funktionierenden und stabilen Gemeinschaft ist und zum anderen, der verträumte, unstete Denker Rousseau, mehr Dichter als Denker, für den die Entstehung von Gemeinschaften und die "Erfindung" des Eigentums, die Quelle allen Übels auf der Welt ist.
Gemeinsamkeiten gibt es trotz oder vielleicht auch gerade wegen der sehr unterschiedlichen Charaktere. Rousseau kannte die Werke Machiavellis sehr gut, er konnte die Texte in Italienisch lesen und beide verband die Faszination für die Autoren der römischen Antike. Er bewunderte das Genie von Machiavelli, seine klaren und bestimmten Urteile. Aussagen über den Einfluss des Denkens von Machiavelli auf jenes von Rousseau sind in der Literatur widersprüchlich. Das Menschenbild Rousseau's ist so konträr zu dem von Machiavelli, dass bei diesem Thema kaum Einfluss von Machiavelli auf Rousseau anzunehmen ist.
Inhaltsverzeichnis
- A. Einleitung
- B. Das Menschenbild & die Entscheidungsfreiheit
- I. Im Werk Jean Jacques Rousseau's
- II. Im Werk Niccolo Machiavelli's
- C. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit der Entscheidungsfreiheit des Menschen im Menschenbild von Niccolo Machiavelli und Jean Jacques Rousseau. Sie untersucht, inwiefern das Menschenbild der beiden Autoren die Frage der freien Entscheidung beeinflusst und wie diese Freiheit im Kontext ihrer jeweiligen Werke betrachtet wird.
- Das Menschenbild von Niccolo Machiavelli und Jean Jacques Rousseau
- Die Bedeutung des Naturzustands in der Philosophie der beiden Denker
- Die Rolle von Gesellschaft und Politik in der Gestaltung der Entscheidungsfreiheit
- Der Einfluss der individuellen Willensfreiheit auf das menschliche Handeln
- Die Kontroversen um die Interpretation des Naturzustands und dessen Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung
Die Einleitung stellt die Fragestellung der Arbeit vor und erläutert die Relevanz des Themas. Sie führt in die Menschenbilder von Machiavelli und Rousseau ein und hebt die Unterschiede in ihren Ansätzen hervor.
B. Das Menschenbild & die Entscheidungsfreiheit
I. Im Werk Jean Jacques Rousseau's
Dieser Abschnitt beleuchtet das Menschenbild Rousseaus und untersucht, wie er den Naturzustand des Menschen und dessen Entwicklung durch gesellschaftliche Einflüsse darstellt. Die Frage nach der Entscheidungsfreiheit im Kontext der Rousseauschen Philosophie wird erörtert.
II. Im Werk Niccolo Machiavelli's
Dieser Abschnitt widmet sich dem Menschenbild von Machiavelli und analysiert seine Ansichten über die menschliche Natur und die Bedingungen für politische Stabilität. Die Rolle der Entscheidungsfreiheit im Machiavellischen Kontext wird im Hinblick auf die politische Praxis beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Entscheidungsfreiheit, Menschenbild, Naturzustand, Machiavelli, Rousseau, Politik, Gesellschaft, Willensfreiheit, politische Philosophie und Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheidet sich das Menschenbild von Machiavelli und Rousseau?
Machiavelli gilt als pragmatischer Analytiker, der den Menschen oft als wankelmütig und egoistisch betrachtet, während Rousseau den Menschen im Naturzustand als ursprünglich gut ansieht und die Gesellschaft als Ursprung des Übels betrachtet.
Was versteht Rousseau unter dem Naturzustand?
Für Rousseau ist der Naturzustand ein fiktiver Zustand, in dem der Mensch frei, gesund und glücklich lebte, bevor die Einführung von Privateigentum und gesellschaftlichen Strukturen zu Ungleichheit und Unfreiheit führte.
Welche Rolle spielt die Entscheidungsfreiheit bei Machiavelli?
Machiavelli betont die Notwendigkeit stabiler Gemeinschaften. Die Freiheit des Einzelnen wird oft den Erfordernissen des Staates und der politischen Stabilität untergeordnet.
Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Denkern?
Trotz ihrer Gegensätze bewunderte Rousseau Machiavellis Genie und seine klaren Urteile. Beide teilten zudem eine Faszination für die Autoren der römischen Antike.
Wie beeinflusst das Menschenbild die politische Philosophie?
Das Menschenbild ist das Fundament: Wer den Menschen für schlecht hält (Machiavelli), fordert oft eine starke Führung; wer ihn für gut hält (Rousseau), strebt nach einer Rückkehr zur Freiheit durch einen gerechten Gesellschaftsvertrag.
- Citation du texte
- Michael Lardy (Auteur), 2023, Die Entscheidungsfreiheit des Menschen. Das Menschenbild von Niccolo Machiavelli und Jean Jacques Rousseau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1371975