"Die größte Kunst ist, den Kleinen alles, was sie tun oder lernen sollen, zum Spiel und Zeitvertreib zu machen." – Dies ist eine Weisheit, die John Locke bereits im 17. Jahrhundert erkannt hatte. Damals jedoch – im Gegensatz zu heute – wurde sie wohl kaum im Unterricht angewandt. Heute gibt es zahlreiche Methoden und Arbeitsformen, um Kindern und Jugendlichen Wissen und Kompetenzen auf eine sinnvolle Art und Weise mit auf den Weg zu geben. Beispiele für diese Methoden und Arbeitsformen in der unterrichtsbezogenen Geschichtsdidaktik sind das Unterrichtsgespräch, eine gemeinsame Quellenerforschung und Quellenarbeit, Schülerreferate, Museumsbesuche, Besichtigungen, Exkursionen, Projekte und nicht zuletzt das Darstellende Spiel.
Diese Methoden eignen sich besonders gut für den Geschichtsunterricht, da wir überall in der Alltagswelt der Geschichte begegnen: in Bauwerken und Denkmälern, in Zeitungsartikeln und Ausstellungen, in Romanen und Spielfilmen oder in Gesprächen mit älteren Menschen, die als Zeitzeugen Geschichte erzählen. Besonders in Mode sind davon Romane und Spielfilme, was darauf hindeutet, dass die meisten Menschen eine für Sie angenehme, „spielerische“ Art der Geschichtsvermittlung bevorzugen, scheinbar auch um den Preis, dass sie eine verzerrte Version der Vergangenheit als eigenes Geschichtsbild anerkennen.
Thema der vorliegenden Arbeit ist das Darstellende Spiel. Dieses Thema habe ich gewählt, weil ich dieses Konzept sehr spannend finde und ich möglicherweise bald die Gelegenheit habe, es praktisch umzusetzen mit einer Hauptschulklasse an meiner Praktikumsschule.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen genaueren Einblick in die Inhalte, Möglichkeiten und Grenzen des Darstellenden Spiels zu erhalten sowie Vor- und Nachteile dieser Methode aufzuzeigen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich bei einem Darstellenden Spiel um eine ergänzende Methode des Unterrichts handelt und nicht um „das einzig Wahre“.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde weitgehend auf doppelte feminine und maskuline Bezeichnungen verzichtet. Überall, wo die maskuline Form verwendet wird, ist immer auch die entsprechende feminine Form mitgemeint....
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Das Darstellende Spiel im Geschichtsunterricht: Imitationsspiel, Simulationsspiel, Rollenspiel und die historiografische Rezeption
- Imitationsspiel
- Simulationsspiel
- Rollenspiel
- Historiografische Rezeption
- Möglichkeiten und Grenzen
- Beispiel: ,,Streiken. Ein szenisches Spiel um den Arbeiteralltag im 19. Jahrhundert“ nach Beat Witschi
- Fazit und Zusammenfassung
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Darstellenden Spiel im Geschichtsunterricht. Ziel ist es, einen genaueren Einblick in die Inhalte, Möglichkeiten und Grenzen des Darstellenden Spiels zu erhalten sowie Vor- und Nachteile dieser Methode aufzuzeigen. Insbesondere soll erörtert werden, wie das Darstellende Spiel zur Vermittlung historischer Inhalte und Kompetenzen beitragen kann.
- Das Darstellende Spiel als Methode zur Vermittlung historischer Inhalte
- Die verschiedenen Spielformen des Darstellenden Spiels (Imitationsspiel, Simulationsspiel, Rollenspiel, historiografische Rezeption)
- Möglichkeiten und Grenzen des Darstellenden Spiels im Geschichtsunterricht
- Der Beitrag des Darstellenden Spiels zur Entwicklung von Lernkompetenzen
- Praxisbezogene Beispiele für die Anwendung des Darstellenden Spiels im Geschichtsunterricht
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in das Thema Darstellendes Spiel im Geschichtsunterricht ein und erläutert die verschiedenen Spielformen wie Imitationsspiel, Simulationsspiel, Rollenspiel und historiografische Rezeption.
Das zweite Kapitel beleuchtet die Möglichkeiten und Grenzen des Darstellenden Spiels im Geschichtsunterricht und zeigt auf, wie diese Methode zur Entwicklung verschiedener Kompetenzen bei Schülern beitragen kann.
Schlüsselwörter
Darstellendes Spiel, Geschichtsunterricht, Imitationsspiel, Simulationsspiel, Rollenspiel, historiografische Rezeption, Lernkompetenz, Kompetenzen, Unterrichtsmethoden, historische Inhalte, Vermittlung, Praxisbeispiele.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist darstellendes Spiel im Geschichtsunterricht sinnvoll?
Es ermöglicht eine spielerische Annäherung an historische Themen, fördert die Empathie für historische Akteure und macht Geschichte durch eigenes Handeln erlebbar.
Was ist der Unterschied zwischen Imitations- und Simulationsspiel?
Im Imitationsspiel werden historische Szenen nachgeahmt, während im Simulationsspiel komplexe historische Entscheidungssituationen mit offenem Ausgang nachgestellt werden.
Welche Kompetenzen werden durch Rollenspiele gefördert?
Neben dem Fachwissen werden soziale Kompetenzen, Kommunikationsfähigkeit und die Urteilskompetenz gestärkt, da Schüler verschiedene Perspektiven einnehmen müssen.
Gibt es Grenzen für diese Methode?
Ja, das darstellende Spiel ist eine ergänzende Methode. Es besteht die Gefahr der historischen Verzerrung, weshalb eine gründliche Quellenarbeit und Nachbereitung unerlässlich sind.
Was ist ein Beispiel für ein szenisches Spiel im Unterricht?
Ein Beispiel ist das Stück „Streiken“, das den Arbeiteralltag im 19. Jahrhundert thematisiert und Schülern hilft, soziale Konflikte der Industrialisierung zu verstehen.
- Quote paper
- Maresa Miller (Author), 2009, Das Darstellende Spiel im Geschichtsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137110