Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Theorie des Soziologen Bourdieu, welcher von einer ungleichen Verteilung von ökonomischem, sozialem und vor allem kulturellem Kapital, abhängig von der sozialen Herkunft, ausgeht, und vergleicht jene mit der Theorie des Soziologen Boudon, der sich mit bildungsrelevanten Entscheidungen befasst.
Dazu wird zunächst einmal ein Schlüsselbegriff dieser Arbeit, der der „Bildung“, kurz definiert. Als nächstes werden die beiden Theorieansätze von Bourdieu und Boudon ausführlich dargelegt, um eine Grundlage für das weitere Verständnis dieser Arbeit zu schaffen. Der anschließende Vergleich soll Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Theorien beleuchten. Der vorletzte Abschnitt befasst sich mit der praktischen Bildungsungleichheit an deutschen Schulen und zeigt auf, dass diese dem Anspruch aus Art. 3 Abs.3 GG nicht gerecht werden. Ein abschließendes Fazit fasst die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal zusammen und soll helfen, einen eigenen Standpunkt zu der zuvor gestellten Frage zu entwickeln sowie einen Ausblick auf Chancen dieser Auseinandersetzung zu geben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Definition des Bildungsbegriffs
- Theoretische Ansätze zur Produktion von Bildungsungleichheit
- Pierre Bourdieu
- Raymond Boudon
- Vergleich der beiden Ansätze
- Bildungsungleichheit an deutschen Schulen aufgrund der sozialen Herkunft
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, welche Rolle die soziale Herkunft für die Bildungsungleichheit in Deutschland spielt. Sie analysiert zwei zentrale theoretische Ansätze: den von Pierre Bourdieu, der auf der ungleichen Verteilung von Kapitalformen basiert, und den von Raymond Boudon, der bildungsrelevante Entscheidungen in den Fokus rückt. Die Arbeit untersucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Ansätze und beleuchtet, wie sich Bildungsungleichheit in der Praxis an deutschen Schulen manifestiert.
- Ungleiche Verteilung von Kapitalformen (ökonomisches, soziales und kulturelles Kapital)
- Bildungsrelevante Entscheidungen und deren Einfluss auf den Bildungsverlauf
- Reproduktion von Bildungsungleichheit durch die Klassenstruktur der Gesellschaft
- Bildungsungleichheit an deutschen Schulen im Kontext des Grundgesetzes und der sozialen Marktwirtschaft
- Chancen und Herausforderungen in der Auseinandersetzung mit Bildungsungleichheit
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt die Relevanz des Themas Bildungsungleichheit in Deutschland dar und führt die Ergebnisse der PISA-2000-Studie an. Sie zeigt den Widerspruch zwischen den im Grundgesetz verankerten Grundrechten und der beobachteten Bildungsbenachteiligung bestimmter sozialer Schichten auf.
- Definition des Bildungsbegriffs: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Bildungsbegriffs von der Antike bis zur Gegenwart. Es werden verschiedene Aspekte von Bildung wie die individuelle Entfaltung, die gesellschaftliche Integration und die Funktionalisierung von „Humankapital“ diskutiert.
- Theoretische Ansätze zur Produktion von Bildungsungleichheit: Die Arbeit stellt die Theorie von Pierre Bourdieu vor, die die Reproduktion von Bildungsungleichheit auf die ungleiche Verteilung von ökonomischem, sozialem und kulturellem Kapital zurückführt. Im Anschluss wird die Theorie von Raymond Boudon erläutert, die den Fokus auf bildungsrelevante Entscheidungen und deren Einfluss auf den Bildungsverlauf legt.
- Vergleich der beiden Ansätze: Dieses Kapitel beleuchtet die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Theorien von Bourdieu und Boudon. Es wird analysiert, wie beide Ansätze die Entstehung und Reproduktion von Bildungsungleichheit erklären.
- Bildungsungleichheit an deutschen Schulen aufgrund der sozialen Herkunft: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der PISA-Studie und anderer Studien zum Thema Bildungsungleichheit in Deutschland vorgestellt. Es wird gezeigt, wie sich die soziale Herkunft auf den Bildungsverlauf von Schüler*innen auswirkt und welche Folgen dies für ihre späteren Lebenschancen hat.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Kapitalformen (ökonomisches, soziales, kulturelles Kapital), bildungsrelevante Entscheidungen, Entscheidungstheorie, Konflikttheorie, Pierre Bourdieu, Raymond Boudon, PISA-Studie, deutsche Schulen, Grundgesetz, soziale Marktwirtschaft, Chancengleichheit, Lebenschancen.
Häufig gestellte Fragen
Wie erklärt Pierre Bourdieu Bildungsungleichheit?
Bourdieu führt Ungleichheit auf die ungleiche Verteilung von ökonomischem, sozialem und insbesondere kulturellem Kapital zurück, das Kinder aus ihrem Elternhaus mitbringen.
Was ist der Kern von Raymond Boudons Theorie?
Boudon fokussiert auf bildungsrelevante Entscheidungen. Er unterscheidet zwischen primären Herkunftseffekten (Leistung) und sekundären Herkunftseffekten (Entscheidungsverhalten der Eltern).
Was versteht man unter „kulturellem Kapital“?
Dazu gehören Bildungstitel, kulturelle Güter (Bücher, Kunst) sowie verinnerlichte Kompetenzen und Sprachformen, die in der Schule als Standard vorausgesetzt werden.
Was zeigten die Ergebnisse der PISA-Studie für Deutschland?
Die PISA-Studien belegten, dass in Deutschland der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg besonders stark ausgeprägt ist.
Widerspricht Bildungsungleichheit dem Grundgesetz?
Die Arbeit argumentiert, dass die faktische Benachteiligung aufgrund der Herkunft dem Anspruch auf Gleichberechtigung aus Art. 3 Abs. 3 GG nicht voll gerecht wird.
- Arbeit zitieren
- Marie Brantzen (Autor:in), 2022, Die Rolle der sozialen Herkunft für die Bildungsungleichheit in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1370972