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Die Augen des Erzählers

Zum Verhältnis von Erzählinstanz und erzählter Wirklichkeit in E.T.A. Hoffmanns 'Der Sandmann'

Titel: Die Augen des Erzählers

Seminararbeit , 2005 , 7 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Alkimos Sartoros (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Stück „Der Sandmann“ wurde 1815 von E.T.A Hoffmann verfasst und gehört zu einem Zyklus von acht Erzählungen, die unter dem Oberbegriff „Nachtstücke“ zusammengefasst sind. Das „Nächtliche“, beziehungsweise Abgründige, der menschlichen Psyche sowie die Unheimlichkeit der Darstellung bilden das gemeinsame Leitmotiv dieser Erzählungen.
Die Texte lassen sich der romantischen Schauerliteratur zuordnen.

Das Stück "Der Sandmann" ist von einer offenen bzw. variierenden Erzählperspektive geprägt, die sowohl beim Leser als auch bei den handelnden Personen eine durchgängige Verwirrung und Verunsicherung erzeugt. Zwischen der Erzählinstanz und der erzählten Wirklichkeit besteht eine konstante Diskrepanz.
Diese Diskrepanz, sowie einige grundlegende Fragen der Erzählung, etwa ob der Sandmann ein von außen einwirkender Dämon, oder lediglich eine Projektion von Nathanaels Phantasie auf seine Umwelt ist, werden in dieser Arbeit geklärt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Augen des Erzählers – Grundsätzliches zur Erzählstruktur des Sandmanns

3. Zum Verhältnis von Erzählinstanz und erzählter Wirklichkeit

3.1 Nathanaels Perspektive

3.2 Claras Perspektive

3.3 Die Rolle des Erzählers

4. Fazit und Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Erzählstruktur in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann" und analysiert die Diskrepanz zwischen Erzählinstanz und der erzählten Wirklichkeit. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit die Wahrnehmung der Hauptfigur Nathanael als objektive Realität oder als Projektion seiner inneren psychischen Zerrissenheit zu deuten ist.

  • Analyse der narrativen Struktur und der verschiedenen Erzählperspektiven.
  • Untersuchung der psychischen Entwicklung Nathanaels im Kontext von Rationalität und Wahnsinn.
  • Gegenüberstellung der rationalen Weltanschauung Claras mit der mystischen Wahrnehmung Nathanaels.
  • Die Funktion und Distanzierung der Erzählinstanz gegenüber den Ereignissen.
  • Die Rolle der zentralen Leitmotive, insbesondere des Motivs der Augen und des Sehens.

Auszug aus dem Buch

3.1 Nathanaels Perspektive

Die Erzählung beginnt mit einem Brief Nathanaels an seinen Ziehbruder Lothar, der durchaus als objektiv gelten kann.

Einleitend gibt Nathanael sein Bild seiner Verlobten Clara preis. Er idealisiert sie und erwähnt vor allem ihre schönen Augen. Damit tritt zum ersten Mal eins der Leitmotive, nämlich das „der Augen und des Sehens“ auf. In diesem frühen Stadium der Erzählung steht es noch in einem durchweg positiven Kontext. „täglich und stündlich gedenke ich Eurer Aller und in süßen Träumen geht meines holden Clärchens freundliche Gestalt vorüber und lächelt mich mit ihren hellen Augen an,“

Anschließend wird erstmals eine Beschreibung von Nathanaels psychischem Zustand gegeben.

Er selbst charakterisiert ihn als zerrissen. Dadurch offenbart er einerseits noch die Fähigkeit zur rationalen Selbstreflexion und – wahrnehmung, die ihm im weiteren Verlauf der Ereignisse abhanden kommt. Zudem gibt er aber auch einen Hinweis auf seine mögliche spätere Entwicklung. „Ach wie vermochte ich denn Euch zu schreiben, in der zerrissenen Stimmung des Geistes, die mir bisher alle Gedanken verstörte.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Werk "Der Sandmann" im Kontext der "Nachtstücke" von E.T.A. Hoffmann und führt in die Thematik der romantischen Schauerliteratur ein.

2. Die Augen des Erzählers – Grundsätzliches zur Erzählstruktur des Sandmanns: Das Kapitel erläutert den Aufbau der Erzählung, der mit Briefen beginnt und in eine kommentierende Erzählinstanz übergeht, um die Ambivalenz der Ereignisse hervorzuheben.

3. Zum Verhältnis von Erzählinstanz und erzählter Wirklichkeit: Hier wird detailliert analysiert, wie Nathanaels subjektive Wahrnehmung, Claras Rationalität und die Rolle des Erzählers einander entgegenstehen und Verwirrung beim Leser stiften.

3.1 Nathanaels Perspektive: Dieses Unterkapitel beleuchtet die psychische Zerrissenheit der Hauptfigur und den Beginn seiner verzerrten Wahrnehmung, die schon in seinem ersten Brief angelegt ist.

3.2 Claras Perspektive: Der Abschnitt arbeitet Claras rationale und analytische Haltung als Gegenpol zu Nathanaels mystisch geprägter Sichtweise heraus.

3.3 Die Rolle des Erzählers: Dieses Kapitel zeigt, wie der Erzähler durch seine Distanz und die Wiedergabe gegensätzlicher Meinungen die Ambiguität der erzählten Wirklichkeit verstärkt.

4. Fazit und Schlussbemerkung: Das Fazit stellt fest, dass die Erzählung keine eindeutige Auflösung bietet, sondern den Leser zur eigenen Interpretation hinsichtlich Nathanaels Wahnsinn auffordert.

Schlüsselwörter

Der Sandmann, E.T.A. Hoffmann, Erzählstruktur, Erzählinstanz, Nathanael, Clara, Romantik, Schauerliteratur, Wahrnehmung, Wahnsinn, Projektion, Motivik, Augenmotiv, Subjektivität, Ambivalenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Untersuchung grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Erzählstruktur und die narrative Ambivalenz in Hoffmanns "Der Sandmann", insbesondere im Hinblick auf die Wahrnehmung der Realität durch die Hauptfigur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen der Gegensatz zwischen Rationalität und Wahnsinn, die Funktion der verschiedenen Erzählperspektiven sowie die Deutung der psychischen Verfassung Nathanaels.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Diskrepanz zwischen Erzähler und handelnden Figuren eine dauerhafte Verunsicherung über die tatsächliche Natur der Ereignisse erzeugt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textnahe literaturwissenschaftliche Analyse, die sich auf die Untersuchung von Erzählstrukturen und motivgeschichtliche Aspekte stützt.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der individuellen Perspektiven von Nathanael und Clara sowie eine Reflexion über die Rolle und Zuverlässigkeit der Erzählinstanz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Erzählinstanz, Wahrnehmung, Subjektivität, Motivik des Auges, Wahnsinn und die romantische Schauerliteratur.

Warum wird Nathanaels Perspektive als "zerrissen" beschrieben?

Nathanael ist hin- und hergerissen zwischen seiner rationalen Ausbildung als Physiker und seiner mystischen, von inneren Projektionen geprägten Weltsicht, was seinen Wahnsinn begünstigt.

Welche Rolle spielt Clara in der Erzählstruktur?

Clara fungiert als rationaler Gegenpol zu Nathanael; sie versucht, seine Erlebnisse zu analysieren und als innere Vorgänge statt als äußere Realität zu deuten.

Was schließt die Arbeit über die Auflösung der Handlung?

Das Fazit betont, dass der Text bewusst offen bleibt und keine abschließende Beurteilung darüber zulässt, ob der Sandmann ein äußeres dämonisches Prinzip oder eine bloße Projektion Nathanaels ist.

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Details

Titel
Die Augen des Erzählers
Untertitel
Zum Verhältnis von Erzählinstanz und erzählter Wirklichkeit in E.T.A. Hoffmanns 'Der Sandmann'
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Neuphilologische Fakultät - Deutsches Seminar)
Veranstaltung
Einführung in die Neuere Deutsche Literaturwissenschaft (Proseminar)
Note
2,7
Autor
Alkimos Sartoros (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
7
Katalognummer
V136909
ISBN (eBook)
9783640453733
ISBN (Buch)
9783640453900
Sprache
Deutsch
Schlagworte
E.T.A. Hoffmann Sandmann Erzählperspektive Nachtstücke Romantik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alkimos Sartoros (Autor:in), 2005, Die Augen des Erzählers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136909
Blick ins Buch
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