Die Unterrichtsreihe „À l‘école“ orientiert sich an der Unité 2 des Lehrwerkes À+!1, da „im Anfangsunterricht (…) dem Lehrwerk prinzipiell die Funktion eines Leitmediums“ zukommt (HKM, 2005, S. 4).8 Themen dieser Unité sind – lehrplankonform (vgl. HKM, 2005, S. 32) – u. a. Klassenraumwortschatz, das Vorstellen der Schule und das Fragen nach einem Ort. Der Klassenraumwortschatz (la trousse, la gomme, le stylo, le cahier….) wurde bereits am Ende der Unité 1 (La rentrée) im Rahmen eines Raps (Le rap de Manon) eingeführt.
Die Frage nach dem Ort sowie die Präpositionen dans, sur, sous wurden in der Stunde vor dem Examen erarbeitet. Das weitere Sprachmaterial dieser Stunde wurde schrittweise in den vergangenen Wochen entwickelt, geübt und in unterschiedlichen Formen angewendet:
- Zahlen von 1-30
- sich begrüßen und verabschieden
- nach dem Befinden fragen
- Aufforderungen und Fragen des alltäglichen Französisch-Unterrichts: Ouvrez vos livres / carnets à la page….!; Fermez vos livres/carnets/cahiers!; Regardez le numéro …!; Qui compte?; Qui continue?; Silence s’il vous plaît!
Die Kenntnis dieser neuen Lexik ermöglicht es, die deutschsprachigen Unterrichtsanteile weiter zu reduzieren, da diese Aufforderungen und der Klassenraumwortschatz häufig benutzt werden – nun vermehrt in der Fremdsprache.9 Das Wortfeld „Begrüßen und Verabschieden“ sowie „nach dem Befinden fragen“ ermöglicht es bereits, mit den Schülern Mini-Gespräche auch außerhalb des Unterrichts zu führen. Ein Schwerpunkt des bisherigen Unterrichts war – wie für einen kommunikationsorientierten Fremdsprachenunterricht unabdingbar – die (zunächst stark gelenkte, dann zunehmend freiere) Sprachproduktion mit besonderer Berücksichtigung der korrekten Artikulation, denn „ganz wichtig ist – besonders im Anfangsunterricht – ein solides Aussprachetraining“ (Keßler, 2008, S. 36). Auch in der Examensstunde sowie dem weiteren Unterricht wird dieses Ziel angesteuert. Das Singen einfacher Lieder in der Fremdsprache, die zudem neuen Wortschatz umwälzen, bietet sich hierzu an.
8 Die Orientierung am Lehrbuch ist v. a. für jüngere Schüler eine Stütze und Hilfe. Gleichwohl „sollte das Lehrwerk nicht als seitenumblätterndes Medium benutzt werden“ (Nieweler, 2008, S. 11), weshalb ich mich immer wieder davon löse und auch andere Materialien einsetze.
9 Lämmle & Wieser (2008, S. 12) sind ebenfalls der Ansicht, dass „dieses Wortfeld (…) von Anfang an für die Einsprachigkeit des Unterrichts von fundamentaler Bedeutung (ist).“
Inhaltsverzeichnis
1 Bild und Stand der Lerngruppe
2 Didaktische Überlegungen
2.1 Didaktische Überlegungen zur Unterrichtsreihe
2.2 Didaktische Überlegungen zur Unterrichtsstunde
2.3 Kompetenzen, Stundenziele und Indikatoren
3 Methodische Überlegungen
4 Geplanter Stundenverlauf (tabellarisch)
5 Literatur
6 Anhang
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Arbeit ist die didaktische und methodische Planung sowie Begründung einer Französischstunde im ersten Lernjahr, die auf das szenische Spiel von Alltagssituationen fokussiert, um die kommunikative Kompetenz der Schüler in einer authentischen Situation zu fördern und das bereits erlernte Vokabular situativ zu festigen.
- Szenisches Lernen und Rollenspiele im Fremdsprachenunterricht
- Entwicklung mündlicher Kommunikationsfähigkeit
- Handlungsorientierte Unterrichtsgestaltung
- Festigung von Klassenraum-Vokabular und Präpositionen
Auszug aus dem Buch
2.2 Didaktische Überlegungen zur Unterrichtsstunde
Das „szenische Spielen von Alltagssituationen“ und die „sprachliche Bewältigung (...) von einfachen Situationen aus der Erfahrungswelt der Schüler“ (HKM, 2005, S. 32) bilden den didaktischen Schwerpunkt der Stunde. Die Schüler sollen dabei die in den vorigen Stunden erworbenen sprachlichen Mittel (zunächst gelenkt) anwenden, denn „1. Ziel des Französischunterrichts ist die Entwicklung der mündlichen (...) Kommunikationsfähigkeit (...)“ (HKM, 2005, S. 3). Es geht darum, die neuen Wörter sowie deren Aussprache möglichst stabil im mentalen Lexikon zu verankern, indem sie in einer authentischen Situation angewendet werden.
Dabei soll das Vokabular weitgehend korrekt ausgesprochen werden, worauf zu Beginn der Stunde hingearbeitet wird (siehe Abschnitt 3). Das Einnehmen der Lehrerrolle (Perspektivwechsel) sowie das bewusste Spielen einer Schülerrolle, sollen die Schüler motivieren, sich mit dem Sprachmaterial auseinanderzusetzen.
Zu Beginn der Stunde wird – wie gewohnt – zunächst gemeinsam ein Lied gesungen. Gewählt wird hierzu ein Lied, bei dem die Zahlen im Mittelpunkt stehen, so dass ein lexikalischer Schwerpunkt der vergangenen Stunden aufgegriffen wird. Aussprache und Intonation spielen – gerade im Anfangsunterricht – eine bedeutende Rolle. Die Lerner dieser Jahrgangsstufe haben jedoch eine relativ geringe Sprachbewusstheit. „Eine Kognitivierung dieser Problematik allein daher nicht zu deren Bewältigung beitragen“ (Feuge, 2008, S. 20). Aus diesem Grund bietet sich das Mit- und Nachsingen an, um vom akustischen Vorbild zu lernen. Die „Musik und vor allem die jedem Lied inhärenten Reime fördern zudem die Behaltensleistung“ (Knospe, 2008, S. 6). Musik entspricht häufig den Interessen der Schüler, das Erlernen eines Liedes in der Fremdsprache stellt für viele ein Erfolgserlebnis dar, kann das (sprachbezogene) Selbstwertgefühl stärken und somit positive Effekte auf den weiteren Lernprozess bzw. die Lernmotivation haben. Das gemeinsame Singen schafft außerdem eine positive (Arbeits-)Atmosphäre, was u. a. vor dem Hintergrund Bedeutung gewinnt, dass „gemeinsame Aktivitäten zwischen der Lehrkraft und den Schülern (...) unverzichtbar für eine positive Einstellung der Lernenden zum Unterricht und zum Fach (sind)“ (Leupold, 2007, S. 175).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Bild und Stand der Lerngruppe: Beschreibung der Zusammensetzung, der Lernvoraussetzungen sowie des sozialen Gefüges der 6. Jahrgangsstufe im Französischunterricht.
2 Didaktische Überlegungen: Erläuterung der Einbettung der Stunde in die Unterrichtsreihe sowie Begründung der didaktischen Schwerpunkte und Lernziele.
3 Methodische Überlegungen: Darlegung der handlungsorientierten Vorgehensweise durch Rollenspiele und die methodische Organisation der Gruppenarbeit.
4 Geplanter Stundenverlauf (tabellarisch): Übersichtliche Darstellung der zeitlichen Planung, der Phasen, Sozialformen und des Medieneinsatzes.
5 Literatur: Auflistung der verwendeten fachdidaktischen Quellen und Literatur.
6 Anhang: Bereitstellung ergänzender Materialien wie Sitzplan, Regieanweisungen und Arbeitsaufträge.
Schlüsselwörter
Französischunterricht, Anfangsunterricht, Szenisches Spiel, Rollenspiel, Handlungsorientierung, Kommunikative Kompetenz, Sprechfertigkeit, Vokabular, Aussprachetraining, Klassenraum-Vokabular, Gruppenarbeit, Lernmotivation, Fremdsprachenerwerb, Lehrprobe, Unterrichtsentwurf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es handelt sich um einen detaillierten Unterrichtsentwurf für eine Examenslehrprobe im Fach Französisch für eine 6. Klasse, der eine Unterrichtseinheit zur Alltagssituation im Klassenraum plant.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Förderung mündlicher Kommunikationsfähigkeit, den Einsatz von Musik im Fremdsprachenunterricht sowie die Anwendung von Vokabular in authentischen Rollenspielen.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Das Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler das bereits gelernte Vokabular zum Thema Klassenraum und Präpositionen sicher in einer simulierten Alltagssituation anwenden und dabei ihre Sprechfertigkeit festigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein handlungsorientierter Ansatz gewählt, der durch den bewussten Einsatz von Rollenspielen, kooperativen Lernformen und einem Fokus auf Aussprachetraining geprägt ist.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die didaktische Begründung der Unterrichtsreihe und -stunde, die methodische Reflexion über den Einsatz von Rollenspielen sowie die detaillierte tabellarische Verlaufsplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie handlungsorientierter Unterricht, Sprechkompetenz, szenisches Lernen und Fremdsprachenerwerb im Anfangsunterricht gekennzeichnet.
Warum wird im Unterrichtsverlauf ein Lied eingesetzt?
Das Lied dient dazu, die Lernmotivation zu steigern, eine positive Atmosphäre zu schaffen und den Erwerb von Zahlen und Vokabular durch Reime und akustische Vorbilder zu unterstützen.
Wie wird mit Fehlern während der Rollenspiele umgegangen?
Der Autor entscheidet sich für einen fehlerfreundlichen Ansatz während der Präsentation, um den Redefluss nicht zu hemmen, plant jedoch Korrekturphasen und achtet besonders in den Erarbeitungsphasen auf korrekte Aussprache.
- Arbeit zitieren
- Dr. Florian Krick (Autor:in), 2008, Agir en classe: Une situation quotidienne en cours de francais, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136905