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Der Zirkel in Kafkas Prozess und eine sozialpolitische Diskussion

Kafka- Hiebel

Title: Der Zirkel in Kafkas Prozess und eine sozialpolitische Diskussion

Term Paper , 2009 , 16 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Hannah Tuebben (Author)

German Studies - Modern German Literature
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1. Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Romanfragment Kafkas Der Proceß, d.h. mit seiner Interpretation von Hans H. Hiebel, in welcher Hiebel die Theorie der Zirkel entwickelte. Es werden Hiebels Thesen übernommen, erweitert und am Primärtext geprüft. Das Hauptkonzept der aufgestellten These ist Produkt der Gruppenarbeit (bestehend aus Mirjana Vukovic, Zsuzsa Illyes und Hannah Tübben), die auch im Seminar in der Form eines Referats präsentiert wurden.

Ziel ist diese Stellungen auszuarbeiten, anhand von Beispielen zu erläutern, sowie weitere Texte Hiebels einzubringen indem eine Theorie bezüglich des sozialpolitischen Aspekts des Romans aufgebaut wird und diese durch biographische Literatur (Alt, Despiniadis, Hiebel, Löwy u.a.) mit Kafkas Lebenszügen in Kontakt zu bringen. Es wir nicht plädiert, dass der Held des Romans Kafka selbst darstellt, dort wird (hoffentlich) eine klare Grenze gesetzt. Es werden biographische Daten Kafkas verwendet deren bisher keine besondere Bedeutung anerkannt wurde, die dennoch sehr wichtig erscheinen wenn man Kafka als eine sozialpolitische bzw. politisch und sozial kritisierende Lektüre zu betrachten wünscht.

Der Leser sollte sich außerdem motiviert fühlen neuere Autoren und deren Texte zu Kafka aufzusuchen um frische, innovative Ideen herauszuziehen. Mit derartigen Texten wurde auch in dieser Arbeit hantiert, durch denen zu beweisen ist das Kafkas Werk politisch und sozial geprägt ist.

2. Der Zirkel von Innen und Außen im Prozess

Nach Hiebel sind im Prozess zwei Sphären zu erkennen, die der Welt des Äußeren und der des Inneren entsprechen . Demnach handelt es sich um eine pragmatische, reale Welt, die im realen Leben des Helden Josef K.‘s ihre Darstellung findet, sowie um eine phantastische, imaginäre Welt, die im Prozess K.‘s Gerichtsverfahren, bzw. die Gerichtswelt darstellt. Diese beiden Welten greifen ineinander ein, so dass der Held verwirrt wirkt und „nicht mehr weiß wo sein Fundament ist.“

Es bestehen klare Momente im Roman die Hiebel These bestätigen, Momente die nichts anderes als imaginär sein könnten, die bzw. ziemlich klar stellen, dass diese zwei Ebenen existieren, sogar der Held selbst sagt dass das Gesetz dieser Gerichtswelt „wohl auch nur in Ihren Köpfen besteht“(P15). Der Erzähler erklärt später auch dass „das Gericht nichts von dir will. Es nimmt Dich auf wenn Du kommst und es entlässt Dich wenn Du gehst.“(P235)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Zirkel von Innen und Außen im Prozess

2.1 Die Äußere Welt, das Reale

2.2 Die Innere Welt, das Imaginäre

2.3 Überlagerung der Welten

2.4 Erzähltechnisches Verfahren

3. Der sozialpolitische Aspekt der Zirkel

4. Der sozialpolitische Aspekt in Kafkas Zirkel

5. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Zirkeltheorie von Hans H. Hiebel am Romanfragment "Der Proceß" von Franz Kafka zu prüfen und diese um eine sozialpolitische Perspektive zu erweitern. Dabei wird analysiert, wie reale und imaginäre Welten miteinander interagieren und inwiefern Kafkas Werk als Kritik an gesellschaftlichen und bürokratischen Machtstrukturen gelesen werden kann.

  • Die Theorie der Zirkel von Innen und Außen bei Franz Kafka.
  • Die Überlagerung von Realität und Phantasie im Roman.
  • Sozialpolitische Lesarten des "Proceß" im Kontext biographischer Forschung.
  • Erzähltechnische Voraussetzungen für die Zirkel-Struktur.
  • Kafkas Auseinandersetzung mit Macht, Recht und bürokratischer Unterdrückung.

Auszug aus dem Buch

2. Der Zirkel von Innen und Außen im Prozess

Nach Hiebel sind im Prozess zwei Sphären zu erkennen, die der Welt des Äußeren und der des Inneren entsprechen. Demnach handelt es sich um eine pragmatische, reale Welt, die im realen Leben des Helden Josef K.‘s ihre Darstellung findet, sowie um eine phantastische, imaginäre Welt, die im Prozess K.‘s Gerichtsverfahren, bzw. die Gerichtswelt darstellt. Diese beiden Welten greifen ineinander ein, so dass der Held verwirrt wirkt und „nicht mehr weiß wo sein Fundament ist.“

Es bestehen klare Momente im Roman die Hiebel These bestätigen, Momente die nichts anderes als imaginär sein könnten, die bzw. ziemlich klar stellen, dass diese zwei Ebenen existieren, sogar der Held selbst sagt dass das Gesetz dieser Gerichtswelt „wohl auch nur in Ihren Köpfen besteht“(P15). Der Erzähler erklärt später auch dass „das Gericht nichts von dir will. Es nimmt Dich auf wenn Du kommst und es entlässt Dich wenn Du gehst.“(P235)

Eine Schematische Darstellung dieser These könnte wie folgend aufgezeichnet werden: „…zwei einander zunächst gegenüberstehende Kreise…“. Der Protagonist lebt sein Leben, in seiner Realität und seinen Alltag. Die Innere Welt kommt nicht zum Vorschein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Fokus auf Hiebels Zirkeltheorie und steckt den Rahmen der Analyse ab, die auf einer studentischen Gruppenarbeit basiert.

2. Der Zirkel von Innen und Außen im Prozess: Dieses Kapitel stellt das theoretische Modell vor, das die Trennung und schrittweise Überlagerung von realer Außenwelt und imaginärer Innenwelt im Roman beschreibt.

2.1 Die Äußere Welt, das Reale: Es wird dargelegt, wie die äußere Welt den statischen Alltag von Josef K. als Bankprokurist innerhalb der empirischen Realität repräsentiert.

2.2 Die Innere Welt, das Imaginäre: Das Kapitel definiert den inneren Zirkel als die Gerichtswelt, die den Protagonisten als eine Art traumartige Phantasie umgibt.

2.3 Überlagerung der Welten: Hier wird analysiert, an welchen Schnittpunkten das Phantastische in das Reale eindringt und wie sich dies in den Räumlichkeiten und im körperlichen Befinden des Protagonisten manifestiert.

2.4 Erzähltechnisches Verfahren: Es wird untersucht, welche erzählerischen Mittel – wie der Konjunktiv oder das Prinzip des "Befremdeten" – Kafka nutzt, um die Grenzen zwischen den Welten fließend zu halten.

3. Der sozialpolitische Aspekt der Zirkel: In diesem Teil wird Hiebels Theorie um eine inhaltliche Ebene ergänzt, die den Prozess als Bild für soziale Macht und bürokratische Unterdrückung deutet.

4. Der sozialpolitische Aspekt in Kafkas Zirkel: Das Kapitel reflektiert biographische Hintergründe und Kafkas Nähe zu antiautoritären Kreisen, um den Roman als Kritik am bürokratischen Apparat zu lesen.

5. Schlusswort: Das Schlusswort reflektiert die Komplexität der Kafka-Interpretation und unterstreicht die Relevanz des Widerstands gegen soziale Unterdrückungsmechanismen.

Schlüsselwörter

Franz Kafka, Der Proceß, Zirkeltheorie, Hans H. Hiebel, Josef K., Sozialpolitik, Bürokratie, Machtstrukturen, Phantasie, Realität, Erzähltechnik, Gerichtsverfahren, Unterdrückung, Literaturwissenschaft, Existenzanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Romanfragment "Der Proceß" von Franz Kafka auf Basis der von Hans H. Hiebel entwickelten Zirkeltheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Aufteilung in eine äußere (reale) und eine innere (imaginäre) Welt sowie deren sozialkritische und politische Deutung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Zirkeltheorie am Primärtext zu prüfen und durch eine sozialpolitische Analyse zu erweitern, um Kafkas Werk als Kritik an gesellschaftlichen Machtverhältnissen zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden interpretatorische Methoden der Literaturwissenschaft angewandt, die primärtextbezogene Analysen mit biographischer Literatur und bestehenden Kafka-Handbüchern kombinieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die erzähltechnische Fundierung der Zirkel-Struktur und die anschließende inhaltliche Deutung des Prozesses als Instrument sozialer Unterdrückung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zirkeltheorie, Macht, Bürokratie, Realität, Phantasie und sozialkritische Lektüre charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die "Äußere Welt" von der "Inneren Welt" laut der Zirkeltheorie?

Die äußere Welt entspricht dem realen, pragmatischen Alltag von Josef K., während die innere Welt die phantastische und traumähnliche Dimension der Gerichtswelt darstellt.

Welche Rolle spielt die Biografie Kafkas in der Analyse?

Die Biografie dient als Kontext, um Kafka als "anarchistischen Kritiker" seiner Umwelt zu betrachten, der persönliche Erfahrungen in die Darstellung bürokratischer Fesseln einfließen lässt.

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Details

Title
Der Zirkel in Kafkas Prozess und eine sozialpolitische Diskussion
Subtitle
Kafka- Hiebel
College
Free University of Berlin
Course
Kafkas Proceß bei Hiebel und Untersuchung des sozialpolitischen Aspektes des Werks
Grade
2,5
Author
Hannah Tuebben (Author)
Publication Year
2009
Pages
16
Catalog Number
V136769
ISBN (eBook)
9783640445110
ISBN (Book)
9783640445431
Language
German
Tags
Zirkel Kafkas Prozess Diskussion Kafka- Hiebel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hannah Tuebben (Author), 2009, Der Zirkel in Kafkas Prozess und eine sozialpolitische Diskussion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136769
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