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Theorie der langen Wellen

Title: Theorie der langen Wellen

Seminar Paper , 2008 , 17 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Thomas Windhoevel (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography
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Summary Excerpt Details

Die Theorie der langen Wellen der Wirtschafsentwicklung geht auf den russischen Agrarökonom Nikolai D. Kondratieff zurück. (Vgl. COENEN 1997: 3)
Kondratieff hat beobachtet, dass vor einem großen Wirtschaftsaufschwung eine bedeutende Basisinnovation vorangeht. Mit einer Basisinnovation ist eine „grundlegende technische Neuerung“ (HEINEBERG 2007: 116) gemeint.
„Entdeckungen und Erfindungen finden in einer Richtung und in einer Intensität statt, die den Anforderungen der praktischen Wirklichkeit entsprechen.“ (Händeler 2003: 30) Das heißt, dass sich nicht jede Erfindung (Invention) durchsetzt, da sie auch umsetzbar sein muss. Auch muss es für eine Erfindung einen Absatzmarkt geben und sie muss auch ökonomisch realisierbar sein. (vgl. COENEN 1997: 15) Aber: Für einen Wirtschaftsaufschwung ist noch mehr nötig. Damit eine Erfindung eine Basisinnovation wird, muss sie für die breite Bevölkerung einen Vorteil, wie zum Beispiel Arbeitserleichterung oder neue Arbeitsmöglichkeiten, bieten. Es muss dafür breite Anwendungsbereiche geben. Dann ist es möglich, dass sich Dank einer Erfindung ein langanhaltender Boom ergibt und die Talsohle überwunden wird. (vgl. MENSCH 1977: 144)

Eine Innovation, die einen Boom auslöst, muss nicht immer eine völlig neue Erfindung sein; es ist auch eine neue, bessere Kombination von Produktionsfaktoren möglich. Auch neue Absatzwege, neue Produktionsfunktionen und Weiterentwicklungen eines Produktes können einen Aufschwung auslösen. (SCHUMPETER 1961: 94)

Weiter ist bekannt, dass sich die Wirtschaft zyklisch entwickelt.
Ulrich Weinstock beschreibt die Kondratieff – Zyklen und die langen Wellen als „Auf und Ab“ gesamtwirtschaftlicher Aktivität. Diese Aktivität vollzieht sich in gewisser Regelmäßigkeit. Wenn man diese in Phasenlänge und Amplitude untersucht, kann man Wellen in sinnvoller Weise zusammenfassen und untersuchen. (Vgl. WEINSTOCK 1967: 13)
Weiter kann man die Konjunkturwellen kurzfristig und langfristig betrachten. Die langfristigen Konjunkturwellen nach Kondratieff haben eine Dauer von ungefähr 40 – 60 Jahren. Vom Aufschwung, dem Überwinden der Talsohle, über den Boom bis zur Depression, wobei der Aufschwung nur wenig länger dauert, als die Rezessionsphase.
Gerade in wirtschaftlich schwachen Zeiten kommt die Theorie der „langen Frist“ wieder in Erinnerung, weil mit ihr die positive Botschaft verknüpft ist, dass „nach einer längeren Schwächephase des gesamtwirtschaftlichen Wachstums...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. THEMENHINFÜHRUNG

2. HAUPTTEIL

2.1 BEGRIFFSERKLÄRUNGEN

2.2 EINE ALLGEMEINE BESCHREIBUNG EINES KONJUNKTURZYKLUS

3. DIE KONJUNKTURZYKLEN NACH NIKOLAI DMITRIEVICH KONDRATIEFF (1892-1931)

3. 1 DER AUFSCHWUNG IM 1. KONDRATIEFF-ZYKLUS - DAUER DES ZYKLUS: CA. 1790 - 1848

3. 1. 1 Der Abschwung im 1. Kondratieff – Neue Transportwege braucht das Land

3. 2 DER AUFSCHWUNG IM 2. KONDRATIEFF-ZYKLUS (CA. 1848-1893) – DIE EISENBAHN

3. 2. 1 Das Ende des 2. Kondratieff - Zyklus – Die böse Konkurrenz aus dem Ausland

3.3 DER 3. KONDRATIEFF-ZYKLUS (1893-1940) - DIE ELEKTRIZITÄT

3.3.1 Die große Weltwirtschaftskrise (ab 1927) und der Börsencrash 1929

3.4 DER 4. KONDRATIEFF - ZYKLUS (1940 BIS CA. 1985)

3.4.1 Das Ende des 4. Kondratieffs – Die Ölkrise

3.5 DER 5. KONDRATIEFF-ZYKLUS – DAS COMPUTERZEITALTER (1985 – JETZT)

3.5.1 Der Abschwung im 5. Kondratieffzyklus. - Marktsättigung

4. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, einen wissenschaftlichen Einblick in die Theorie der langen Wellen nach Nikolai Kondratieff zu geben und die wirtschaftlichen Ursachen für historische Aufschwungs- und Depressionsphasen zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich technologische Basisinnovationen auf die konjunkturelle Entwicklung auswirken und ob vergangene Zyklen zum besseren Verständnis aktueller wirtschaftlicher Prozesse beitragen können.

  • Grundlagen der Konjunkturzyklen und Begriffsdefinitionen
  • Die Bedeutung von Basisinnovationen für wirtschaftliche Aufschwungphasen
  • Detaillierte Analyse der fünf historischen Kondratieff-Zyklen
  • Ursachenforschung für Wirtschaftsdepressionen und Marktsättigung
  • Vergleich der technologischen Treiber von der Dampfmaschine bis zur Informationstechnologie

Auszug aus dem Buch

3. 2 Der Aufschwung im 2. Kondratieff-Zyklus (ca. 1848-1893) – die Eisenbahn

Wie im vorherigen Kapitel geschildert, sind neue Transportwege notwendig geworden. Rohstoffe und Waren mussten billiger und schneller transportierbar sein.

Es waren bereits Pferdestraßenbahnen und Dampfmaschinen im Gebrauch. Man musste die zwei Erfindungen nur zusammenbringen. Richard Trevithick leitstete dazu einen Beitrag. Er baute 1804 die erste Dampfmaschine auf Rädern. George Stephenson knüpfte daran an und entwickelte 1825 die erste Dampflokomotive. Er plante und leitete den Bau der ersten öffentlichen Bahnstrecken im Vereinigten Königreich. Die ersten Strecken gingen von Stockton nach Darlington und von Liverpool nach Manchester. (s. Lexikon zu Trevithik und Stephenson)

Vorher hatte man viele Güter auf dem Wasserweg transportiert. Man war an Flussläufe und Jahreszeiten (Zeiten mit Niedrigwasser oder zugefrorene Flüsse im Winter) gebunden. Das änderte sich jetzt, weil man unabhängiger geworden war.

Die Eisenbahn wurde zu jeder Jahreszeit benutzt und man konnte jetzt das Land flächenmäßig besser erschließen. Außerdem wurden durch die Erreichung höherer Geschwindigkeiten Waren und Menschen schneller transportiert. Die Arbeiter hatte mehr Freizeit, weil sie schneller zu Hause und in der Fabrik waren und die Waren wurden günstiger, weil die Transportkosten sanken.

Es wurde das Städtewachstum begünstigt, weil die wohlhabenderen Leute, die sich Eisenbahnfahrkarten leisten konnten und etwas mehr Miete zahlen konnten, weiter von ihren Arbeitsstätten weg zogen. Die Stadt dehnte sich aus. Es entstanden Wohnvororte mit einigen Freizeitangeboten für die Werktätigen, wie zum Beispiel Naherholungsgebiete. Die Trennung von Wohn- und Arbeitsplatz war jetzt durch die Eisenbahn erst richtig möglich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. THEMENHINFÜHRUNG: Diese Einleitung führt in das Thema konjunkturelle Schwankungen ein und stellt den russischen Agrarökonomen Nikolai Kondratieff sowie seine Theorie der langen Wellen vor.

2. HAUPTTEIL: Der Hauptteil erläutert theoretische Grundlagen wie Basisinnovationen und beschreibt den allgemeinen Verlauf eines Konjunkturzyklus von der Expansion bis zur Depression.

3. DIE KONJUNKTURZYKLEN NACH NIKOLAI DMITRIEVICH KONDRATIEFF (1892-1931): Dieses Kernkapitel untersucht detailliert die fünf aufeinanderfolgenden Kondratieff-Zyklen und deren jeweilige technologische Basis.

4. ZUSAMMENFASSUNG: Hier werden die Erkenntnisse zusammengefasst, wobei die Uneinigkeit der Wissenschaftler über Dauer und Faktoren der Zyklen betont und der aktuelle Stand der 5. Welle kritisch reflektiert wird.

Schlüsselwörter

Konjunktur, Kondratieff, Basisinnovation, Wirtschaftszyklus, Aufschwung, Depression, Dampfkraft, Eisenbahn, Elektrizität, Automobil, Informationstechnologie, Marktsättigung, Wirtschaftsgeschichte, Produktivität, Langfristige Konjunkturwellen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Theorie der langen Wellen des russischen Agrarökonomen Nikolai Kondratieff und analysiert, wie technologische Innovationen über Jahrzehnte hinweg die Weltwirtschaft geprägt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Zusammenhang zwischen technischen Basisinnovationen, langfristigen Konjunkturzyklen und den sozioökonomischen Auswirkungen von Wirtschaftsaufschwüngen und Krisen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, einen Überblick über die vergangenen Konjunkturzyklen zu geben, die Gründe für globalen Aufschwung sowie Depressionen zu identifizieren und die aktuelle wirtschaftliche Situation einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der die Theorie von Kondratieff mit Erkenntnissen anderer Wissenschaftler verglichen und auf historische Ereignisse angewendet wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsdefinition und eine chronologische Analyse der fünf Kondratieff-Zyklen, von der Dampfkraft bis zum Computerzeitalter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Konjunkturzyklen, Basisinnovationen, Marktsättigung, Produktivität sowie die technologischen Leittechnologien der jeweiligen Epochen.

Wie definiert die Arbeit den Übergang zwischen den verschiedenen Zyklen?

Die Übergänge werden als fließend beschrieben; oft beginnt der Aufschwung einer neuen Branche, während die alte Technologie die Talsohle noch nicht vollständig erreicht hat.

Welchen Einfluss hatte das Internet bzw. die Computertechnologie auf den 5. Zyklus?

Der 5. Zyklus wird durch Informationstechnologie bestimmt, die zur Automatisierung führt, den Produktionsprozess wirtschaftlicher gestaltet, aber auch Arbeitsplätze durch computerunterstützte Fertigung verdrängt.

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Details

Title
Theorie der langen Wellen
College
LMU Munich
Grade
2,7
Author
Thomas Windhoevel (Author)
Publication Year
2008
Pages
17
Catalog Number
V136577
ISBN (eBook)
9783640445752
ISBN (Book)
9783640445424
Language
German
Tags
Theorie Wellen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Windhoevel (Author), 2008, Theorie der langen Wellen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136577
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