In meiner Arbeit soll es darum gehen, wieso so viele Schüler*innen die Institution Schule so negativ erleben. Daraus ergibt sich folgende Forschungsfrage: „Was führt bei Schüler*innen zu Unzufriedenheit im Schulalltag?“. Es ist zwar offensichtlich, dass man diese Frage so pauschal nicht beantworten kann, denn jeder Schüler bzw. jede Schülerin ist ein Individuum und erlebt während der Schulzeit ganz unterschiedliche Dinge und reagiert vor allem ganz individuell auf diese. Es gibt allerdings Tendenzen aus Umfragen, Analysen und Einzelgesprächen und auf diese gewonnenen Erkenntnisse möchte ich in meiner Arbeit näher eingehen.
Aufbau der Arbeit
I. Wie urteilen Schüler*innen über die Schule
II. Negatives Erleben von Schule
a. Unterwerfung
b. Langeweile
c. Keine Mitbestimmung
III. Persönliche Meinung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die häufig negative Wahrnehmung der Institution Schule durch Schülerinnen und Schüler und geht dabei der Forschungsfrage nach, welche Faktoren im Schulalltag maßgeblich zu Unzufriedenheit führen.
- Analyse negativer Empfindungen im Kontext des Schulalltags
- Die Auswirkungen von Unterwerfungsmechanismen und mangelnder Selbstbestimmung
- Die Problematik der Langeweile als unterschätztes Phänomen im Unterricht
- Reflexion über notwendige Veränderungen der Lehrer*innenrolle
- Diskussion über Voraussetzungen für ein gesteigertes Wohlbefinden
Auszug aus dem Buch
a. Unterwerfung: Das Hauptproblem des Konzepts Schule
Beim ersten Eintritt in das Schulgebäude haben Schüler*innen anzuerkennen, dass zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen eine ungleichseitige Beziehung herrscht. Hierunter fällt etwa die permanente Beobachtung und Kontrolle sowie die generelle Leistungsbewertung. Die Lehrperson bestimmt zentral das Geschehen im Klassenraum, die sozialen Beziehungen ebenso wie über die Unterrichtsinhalte und deren zeitlichem Ausmaß wird meist einseitig entschieden. Die Lehrkraft ist überspitzt gesagt die „Allwissende“ und entscheidet, welches Schüler*innen-Wissen unterrichtsförderlich ist und welches unnützlich oder gar störend ist.
Die Lehrer*innen überwachen, welche körperlichen Bewegungen und Aktivitäten verhindert (z.B. das Rausschreien) und welche gefordert werden (z.B. das Stillsitzen), welche Räume zu welchen Zeiten verboten bzw. geboten sind und wann und wie im Unterricht gesprochen werden darf bzw. soll (Heinze 1980, 23f., 30). Der Eintritt in die Schule verlangt also eine gewisse Unterwerfung unter eine – wenigstens zunächst – fremde „Ordnung“, welche eine enorme Selbstdisziplin, von Tag Eins an, fordert (Zinnecker 1978, 29).
Kapitelzusammenfassung
I. Wie urteilen Schüler*innen über die Schule: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die ambivalenten Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern, wobei neben der Kritik auch positive Aspekte wie der soziale Aspekt der Schule beleuchtet werden.
II. Negatives Erleben von Schule: Hier werden die zentralen Belastungsfaktoren im Schulalltag identifiziert, mit einem spezifischen Fokus auf die Mechanismen der Unterwerfung, der fehlenden Mitbestimmung und der chronischen Langeweile.
III. Persönliche Meinung: Der Autor resümiert die gewonnenen Erkenntnisse kritisch und plädiert für einen Paradigmenwechsel in der Rolle von Lehrenden sowie eine stärkere Einbeziehung der Schülerperspektive in Reformprozesse.
Schlüsselwörter
Schulleben, Schülerzufriedenheit, Unterwerfung, Langeweile, Mitbestimmung, Bildungsreform, Lernmotivation, Schulkultur, Unterrichtsgestaltung, Autonomie, Schulentwicklung, Leistungsdruck, Schulerfahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der negativen Wahrnehmung der Schule durch Lernende und den damit verbundenen psychologischen und sozialen Gründen für Unzufriedenheit.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die zentralen Felder sind die Unterwerfung unter schulische Ordnungssysteme, das Fehlen von Mitspracherechten und das weit verbreitete Phänomen der Langeweile im Unterricht.
Was ist die Forschungsfrage der Untersuchung?
Die primäre Forschungsfrage lautet: „Was führt bei Schüler*innen zu Unzufriedenheit im Schulalltag?“
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender empirischer Studien sowie Tagebuchauswertungen zur Unterrichtswirklichkeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Analysen zu Machtverhältnissen zwischen Lehrkraft und Schülern sowie die Untersuchung spezifischer Anpassungsstrategien von Lernenden.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Schulerleben, Partizipation, extrinsische Motivation, pädagogische Reformen und das Konzept des "Schülerjobs".
Warum wird Langeweile im Unterricht als „problematisch“ eingestuft?
Langeweile wird als Indikator für mangelnde Relevanz des Lernstoffs und fehlende Partizipationsmöglichkeiten gesehen, die oft von Schülern durch Anpassung oder Inaktivität kompensiert wird.
Welche Rolle sollte der Lehrende laut dem Autor einnehmen?
Der Autor schlägt vor, die traditionelle Rolle des Wissen-Vermittlers zu verlassen und stattdessen vermehrt als Moderator und Berater von Lernprozessen zu fungieren.
- Arbeit zitieren
- Simon Egger (Autor:in), 2021, Wie SchülerInnen die Schule erleben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1361803