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Die globale Ernährungskrise

Title: Die globale Ernährungskrise

Research Paper (undergraduate) , 2008 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Susanne Zitzelsberger (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Hungersnot und Nahrungsmittelknappheit sind leider auch heute noch keine außergewöhnlichen oder seltenen Ereignisse. 2002 rechnet die FAO (Food and Agriculture Organisation)in ihrem Bericht „Stand der Ernährungsunsicherheit in der Welt“ vor, dass die derzeitige Menge an Nahrungsmitteln ausreichen würde, um 12 Milliarden Menschen, also fast das doppelte der Weltbevölkerung, mit durchschnittlich 2100 Kilokalorien zu versorgen, dennoch leiden weltweit mehr als 860 Millionen Menschen an Unterernährung. Warum aber wird heute von einer globalen Nahrungsmittelkrise gesprochen? Der Hunger ist zwar heute nicht mehr die Folge von ungenügender Verfügbarkeit, sondern vielmehr von unzureichender Erreichbarkeit. Länder, die auf Nahrungsmittelimporte angewiesen sind, leiden nun besonders unter der Knappheit. In vielen Entwicklungsländern, davon ein Großteil in Afrika, z.B. Mauretanien, Elfenbeinküste, Kamerun, Ägypten und dem Senegal, aber auch in Haiti auf den Philippinen und in Mexiko (vgl. Abb.1) gab es in diesem Jahr große Hungersnöte, begleitet von Protesten der notleidenden Bevölkerung. Nicht nur die bereits Hungernden gingen auf die Straßen, sondern auch viele, die in den steigenden Preisen für Mais, Weizen und Reis eine drohende Gefahr für die Ernährungssicherheit erkannten.
Darüber, dass die derzeitige Nahrungsmittelkrise von stark gestiegenen Preisen für Nahrungsmittel verursacht wurde (vgl. Abb.2), herrscht weitgehend Einigkeit. Uneins ist man sich hingegen über die Gründe, die zu dem starken Anstieg der Preise geführt haben. Das Ziel dieser Arbeit ist es, die steigenden Nahrungsmittelpreise als Chance für eine Neuausrichtung der Agrar- und Entwicklungspolitik zu begreifen. Der überwiegende Teil der Entwicklungsländer sind Netto-Getreideimporteure und somit von der Preissteigerung für Getreide stark betroffen. Getreide fungiert in armen Ländern zudem als Grundnahrungsmittel, wodurch quasi die Ärmsten der Armen am härtesten vom weltweiten Anstieg der Getreidepreise getroffen werden.

2. Gründe für die Preissteigerungen

Gleich eine ganze Reihe von Faktoren haben zu der Krise geführt. So wächst die Weltbevölkerung jährlich um ca. 75 Millionen . Umweltkatastrophen wie Dürren und Hochwasser nehmen durch den Klimawandel bedingt zu, was zu erheblichen Ernteausfällen führt. Die Erderwärmung verhindert eine Steigerung der Getreideproduktion, während gleichzeitig vor allem in ärmeren Ländern die Weltbevölkerung stetig wächst. Dadurch sinkt das (...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 GRÜNDE FÜR DIE PREISSTEIGERUNGEN

3 AKTUELLE SITUATION

4 DIE KRISE ALS CHANCE

4.1 NEUAUSRICHTUNG DER ENTWICKLUNGSPOLITIK

4.2 ANSÄTZE FÜR VERBESSERTE AGRARPOLITIK

4.2.1 Industrienationen

4.2.2 Entwicklungsländer

5 FAZIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen der globalen Nahrungsmittelkrise und analysiert, inwiefern die gestiegenen Nahrungsmittelpreise als Impulsgeber für eine notwendige Neuausrichtung der internationalen Agrar- und Entwicklungspolitik dienen können, um langfristige Ernährungssicherheit zu gewährleisten.

  • Analyse der primären Ursachen für die globalen Nahrungsmittelpreissteigerungen.
  • Bewertung der aktuellen Rolle internationaler Handelsstrukturen und Exportsubventionen.
  • Strategien zur Förderung nachhaltiger Landwirtschaft bei Kleinbauern in Entwicklungsländern.
  • Untersuchung der Bedeutung von Dezentralisierung und lokaler Marktstärkung.
  • Diskussion über die Verantwortung von Industrienationen bei der Gestaltung zukünftiger Agrarpolitik.

Auszug aus dem Buch

4.1 Neuausrichtung der Entwicklungspolitik

Die Nahrungsmittelkrise und die damit verbundenen Hungersaufstände in vielen Entwicklungsländern können als Chance für eine Neuausrichtung der Entwicklungspolitik der Industriestaaten begriffen werden. Durch die Millionen Hungernden in der dritten Welt wurde das Bewusstsein wieder verstärkt auf die Nahrungsmittelknappheit in vielen Entwicklungsländern gerichtet. Die Entwicklungspolitik kann nun also die Krise zum Anlass nehmen, die Förderung durch Entwicklungshilfe auf die ländlichen Regionen zu richten. Ein viel versprechender Ansatz ist in diesem Zusammenhang das Fördern von nachhaltiger Landwirtschaft im Bereich der Kleinbauern und regionaler Infrastruktur, um Märkte zu schaffen, auf denen sich Ernteschwankungen dämpfen lassen. Hier sollten verstärkt Betriebe gefördert werden, die für den einheimischen Markt und nicht für die Exportwirtschaft produzieren. Kleinere und Mittlere Landwirtschaftliche Betriebe tragen nicht nur unmittelbar zur Nahrungsmittelsicherheit in der Region bei, sie schaffen auch Arbeitsplätze und so werden Einkommen generiert, die Armut und Hunger verdrängen.

Der Preisanstieg ist bei vielen Lebensmitteln zunächst einmal Grund dafür, dass sich die armen Bevölkerungsteile die Nahrungsmittel nicht mehr leisten können und hungern müssen. So sieht man auf den zweiten Blick, dass die Produktion bei gestiegenen Preisen rentabler wird. Das bedeutet, dass auch Landwirte in den Entwicklungsländern, die nicht über die gleiche Effizienz bei der Produktion verfügen wie Betriebe in Industriestaaten, ihre Produkte konkurrenzfähig anbieten und vor allem auch absetzten können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die paradoxe Situation der weltweiten Nahrungsmittelverfügbarkeit im Vergleich zum tatsächlichen Hunger und setzt das Ziel der Arbeit, Krisen als Chance für politische Reformen zu betrachten.

2 GRÜNDE FÜR DIE PREISSTEIGERUNGEN: Dieses Kapitel identifiziert Faktoren wie Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Biotreibstoffproduktion und steigende Energiekosten als Hauptursachen für die Preisrallye bei Agrargütern.

3 AKTUELLE SITUATION: Hier wird der Einfluss von Handelshemmnissen und Exportsubventionen auf die Märkte in Entwicklungsländern analysiert sowie auf bestehende Anti-Hunger-Programme der Vereinten Nationen eingegangen.

4 DIE KRISE ALS CHANCE: Dieses Kapitel fungiert als Hauptteil und erörtert Lösungsansätze für eine neue Entwicklungspolitik sowie spezifische agrarpolitische Strategien für Industrienationen und Entwicklungsländer.

4.1 NEUAUSRICHTUNG DER ENTWICKLUNGSPOLITIK: Fokus auf die gezielte Förderung von Kleinbauern, ländlicher Infrastruktur und nachhaltigen Produktionsmethoden zur Stärkung lokaler Märkte.

4.2 ANSÄTZE FÜR VERBESSERTE AGRARPOLITIK: Einleitung in die unterschiedlichen Handlungsfelder der Agrarpolitik unter Berücksichtigung von Effizienz und Ressourcenverantwortung.

4.2.1 Industrienationen: Analyse der Exportsubventionen und der Notwendigkeit, diese abzubauen, um Wettbewerbsverzerrungen zu beseitigen und Marktchancen für Entwicklungsländer zu schaffen.

4.2.2 Entwicklungsländer: Diskussion über Produktivitätssteigerung versus nachhaltigem Ressourcenmanagement unter Einbezug lokaler Gegebenheiten und der Bedeutung von Mikrokrediten.

5 FAZIT: Das Fazit fasst die Notwendigkeit von Strukturreformen zusammen und appelliert an die internationale Staatengemeinschaft sowie den Einzelnen, Verantwortung für eine nachhaltigere Welternährung zu übernehmen.

Schlüsselwörter

Nahrungsmittelkrise, Agrarpolitik, Entwicklungshilfe, Welthunger, Preissteigerungen, Kleinbauern, Exportsubventionen, Nachhaltigkeit, Ernährungssicherheit, Landwirtschaft, Weltbevölkerung, Klimawandel, Biotreibstoffe, Mikrokredite, Marktstrukturen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die globale Nahrungsmittelkrise und beleuchtet die Ursachen für die explodierenden Nahrungsmittelpreise sowie deren Auswirkungen auf die Entwicklungsländer.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Auswirkungen der Agrarpolitik der Industrienationen, die Situation der Kleinbauern, die Rolle von Biotreibstoffen und die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die aktuelle Krise und die hohen Preise als Chance für einen strukturellen Wandel in der Agrar- und Entwicklungspolitik genutzt werden können, um langfristige Nahrungssicherheit zu erreichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und wertet Daten internationaler Organisationen wie der FAO aus, um Zusammenhänge zwischen Marktpreisen, Politik und Hunger zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Preisursachen und der aktuellen Marktsituation sowie die Vorstellung konkreter Lösungsansätze zur Förderung ländlicher Regionen in Entwicklungsländern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Nahrungsmittelkrise, Nachhaltigkeit, Agrarpolitik, Kleinbauern, Ernährungssicherheit und globale Handelsstrukturen.

Welche Rolle spielen Exportsubventionen der Industrienationen?

Exportsubventionen verzerren den Welthandel, indem sie die Preise künstlich senken und damit heimische Produzenten in Entwicklungsländern durch Billigimporte vom Markt verdrängen.

Warum sind Mikrokredite für Entwicklungsländer wichtig?

Mikrokredite ermöglichen Bauern den Zugang zu notwendigem Kapital für Investitionen in nachhaltige Bewirtschaftung, die ihnen aufgrund fehlender Sicherheiten bei herkömmlichen Banken sonst verwehrt bleiben würden.

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Details

Title
Die globale Ernährungskrise
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Grade
1,3
Author
Susanne Zitzelsberger (Author)
Publication Year
2008
Pages
13
Catalog Number
V136002
ISBN (eBook)
9783640825219
ISBN (Book)
9783640825578
Language
German
Tags
ernährungskrise
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Zitzelsberger (Author), 2008, Die globale Ernährungskrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136002
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