Die Schreibung vieler Wortformen kann mit Hilfe der Graphem-Phonem-Korrespondenz-Regel richtig hergeleitet werden. Die Phonemfolge lässt sich dabei Segment für Segment auf die Graphemfolge abbilden.
Dieses Verfahren führt aber nicht immer zu korrekten Schreibungen, denn diese hängt auch von anderen Faktoren ab. Dazu gehört die Bezugnahme auf silbische Informationen.
„Den Zugang zum silbenschriftlichen Anteil findet man am einfachsten über Abweichungen der korrekten von der phonographischen Schreibung.“
Im Folgenden zeige ich einige dieser Abweichungen, wobei es sich nach Eisenberg um silbische Schreibungen handelt, auf.
Anschließend lege ich daran geübte Kritik von Dieter Nerius und Jakob Ossner dar.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Silbische Schreibungen
2.1. Die Silbe
2.2. Silbische Schreibungen des Anfangrandes
2.3. Silbische Schreibungen des Kerns und Endrandes
2.3.1. Schärfungsgraphien
2.3.2. Dehnungsgraphien
2.4. Kritik
3. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Relevanz der silbischen Struktur für die deutsche Rechtschreibung. Dabei wird analysiert, inwiefern silbische Informationen bei der Schreibung von Wörtern eine Rolle spielen, wie diese graphematisch umgesetzt werden und welcher Kritik dieses Modell seitens namhafter Sprachwissenschaftler ausgesetzt ist.
- Definition und Funktion der Schreibsilbe
- Silbische Markierungen im Anfangs- und Endrand
- Analyse von Schärfungs- und Dehnungsgraphien
- Diskussion des silbischen Modells nach Peter Eisenberg
- Kritische Auseinandersetzung mit der Existenz eigenständiger Schreibsilben
Auszug aus dem Buch
2.3.1. Schärfungsgraphien
Die Verdopplung von Konsonantengraphemen ist die verbreiteste Form der Schärfungsgraphie. Ein Doppelkonsonantengraphem erscheint immer, wenn im phonologischen Wort ein Silbengelenk (ambisilbischer Konsonant) auftritt. Als Silbengelenk wird ein Konsonant bezeichnet, der allein zwischen einem betonten ungespannten und einem unbetonten Vokal steht und so zu beiden Silben gehört.
Dem wird Rechnung getragen durch die Verdopplung des Graphems, das dem ambisilbischen Konsonanten phonographisch entspricht:
Ausnahmen sind
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Graphem-Phonem-Korrespondenz ein und stellt die Relevanz silbischer Informationen als Ergänzung zur phonographischen Schreibung dar.
2. Silbische Schreibungen: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der Silbe, die Differenz zwischen Sprech- und Schreibsilbe sowie spezifische graphematische Phänomene wie Schärfungs- und Dehnungsgraphien.
2.1. Die Silbe: Hier werden die linguistischen Grundlagen der Silbe, ihre Bestandteile und die Unterscheidung zwischen Silbengliederung und Morphemgliederung definiert.
2.2. Silbische Schreibungen des Anfangrandes: Der Abschnitt behandelt Abweichungen von der phonographischen Schreibung im Silbenanfang, insbesondere den Einsatz von zur Vermeidung komplexer Graphemfolgen.
2.3. Silbische Schreibungen des Kerns und Endrandes: Dieses Kapitel widmet sich den silbischen Elementen bei der Schreibung des Kerns und der Wechselbeziehung zum Endrand.
2.3.1. Schärfungsgraphien: Dieser Teil befasst sich mit der Verdopplung von Konsonanten zur Markierung ambisilbischer Konsonanten (Silbengelenke).
2.3.2. Dehnungsgraphien: Hier werden das silbeninitiale
2.4. Kritik: In diesem Kapitel werden die Einwände von Forschern wie Dieter Nerius und Jakob Ossner gegen das Konzept der Schreibsilbe und die Funktion des
3. Schlussbetrachtung: Die abschließende Betrachtung fasst die Debatte um die strukturelle Einheit auf graphematischer Ebene zusammen und bewertet die Nützlichkeit von Schreibhilfen für den Leser.
Schlüsselwörter
Schreibsilbe, Silbengelenk, Schärfungsgraphie, Dehnungsgraphie, Graphem-Phonem-Korrespondenz, silbeninitiales h, Dehnungs-h, Vokalquantität, Orthografie, Phonologie, Graphematik, Schreibweise, Silbenstruktur, Ambisilbisch, Konsonantengraphem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss silbischer Strukturen auf die deutsche Rechtschreibung und analysiert, wie diese Informationen graphematisch umgesetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die Konzepte der Schreibsilbe, die Regeln zur Schärfung und Dehnung von Vokalen sowie die kritische Auseinandersetzung mit diesen Modellen durch Sprachwissenschaftler.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schreibsilben zur Regularisierung der deutschen Orthografie beitragen und welche wissenschaftlichen Kontroversen bezüglich ihrer Existenzberechtigung existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die auf den linguistischen Theorien von Peter Eisenberg aufbaut und diese mit gegensätzlichen Positionen von Forschern wie Dieter Nerius und Jakob Ossner konfrontiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Silbe, die detaillierte Beschreibung graphematischer Markierungen (Anfangsrand, Schärfung, Dehnung) und eine ausführliche Darstellung der fachlichen Kritik am silbischen Modell.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schreibsilbe, Schärfungsgraphie, Dehnungsgraphie, Graphem-Phonem-Korrespondenz und Silbengelenk charakterisiert.
Wie wird das Dehnungs-h in der Arbeit definiert?
Das Dehnungs-h wird als Mittel zum Längenausgleich in der Schreibsilbe beschrieben, das systematisch auftritt, wenn die zweite Silbe mit einem Sonorant-Graphem beginnt.
Warum lehnen Dieter Nerius und Jakob Ossner das Konzept der Schreibsilbe ab?
Sie kritisieren, dass Silben rein phonische Gebilde seien, die nicht eigenständig in der Schreibung erscheinen sollten, und sehen in den Markierungen wie dem stummen
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- Sebastian Dussinger (Author), 2008, Die Rolle der Silbe in der deutschen Orthografie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135714