Neben den Metamorphosen Ovids findet sich das Motiv der Aurora als Göttin der Morgenröte, die den neuen Tag eröffnet, auch im aetiologischen Sammelgedicht "Fasti" des Dichters Ovid. Das traditionelle Modell für den Topos der Aurora/Eos begegnet uns in der Epik Homers. Der Dichter der Fasten ist, wie in den Metamorphosen, kein 'braver' epischer Dichter, da auch die "Fasti" ein Werk sind, das aus der Spannung zwischen der elegischen Kleindichtung und dem genus grande des Epos lebt.
Diese Ambiguität tritt nicht nur programmatisch innerhalb der Proömien des ersten (1-18), zweiten (3-16) und vierten (1-10) Buches auf, sondern kommt auch im Text und in der Thematik selbst zum Vorschein. In ihrem Artikel zu Aurora in den Metamorphosen beobachtet Claudia Montuschi3, dass der Dichter Ovid, nach dem selben Prinzip der Herausforderung der Gattungsgrenzen, die Starrheit der epischen Formel durchbricht und die mythische Aurora, von Homer her episch nur auf die Funktion der reinen Zeitangabe beschränkt, zur eigenständigen Figur werden lässt.
Inhaltsverzeichnis
- Aurora-Periphrasen in Ovids Fasti
- Aurora in der Epik
- Die Spannung zwischen Elegie und Epos
- Aurora als eigenständige Figur
- Die Fasti als Gattung
- Der Erzähler der Fasti
- Analyse der Aurora-Periphrasen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist es, die Funktion und Darstellung der Aurora in Ovids Fasti zu analysieren. Die Untersuchung beleuchtet die Verwendung von Aurora-Periphrasen und untersucht, wie Ovid den traditionellen Topos der Morgenröte in seinen poetischen Kontext einbettet.
- Die Spannung zwischen Elegie und Epos in den Fasti
- Die Verbindung von Mythologie und Geschichte in Ovids Werk
- Die Rolle der Aurora in den Fasti
- Die Verwendung von Periphrasen in Ovids Dichtung
- Der Einfluss der hellenistischen Literatur auf Ovid
Zusammenfassung der Kapitel
- Das Kapitel „Aurora in der Epik” stellt den traditionellen Topos der Aurora als Göttin der Morgenröte in der Epik Homers dar.
- In dem Kapitel „Die Spannung zwischen Elegie und Epos” wird gezeigt, wie Ovid in den Fasti die Spannung zwischen der Elegie und dem Epos ausnutzt, um eine einzigartige poetische Form zu schaffen.
- Das Kapitel „Aurora als eigenständige Figur” betrachtet, wie Ovid die herkömmliche Funktion der Aurora als reine Zeitangabe überwindet und sie zur eigenständigen Figur werden lässt.
- Im Kapitel „Die Fasti als Gattung” wird die römische Gattung der Fasti und ihre Einbindung in Ovids fiktionale Welt analysiert.
- Das Kapitel „Der Erzähler der Fasti” beleuchtet die Rolle des Erzählers in Ovids Werk und seine Ähnlichkeiten mit hellenistischen Vorgängern.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen und Konzepte dieser Arbeit sind: Ovid, Fasti, Aurora, Morgenröte, Periphrasen, Elegie, Epos, Hellenismus, Mythologie, Geschichte, Erzähler, Gattung, Fiktionalität.
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Aurora in der römischen Mythologie?
Aurora ist die Göttin der Morgenröte, die traditionell den neuen Tag eröffnet und in der antiken Dichtung oft als Zeitangabe fungiert.
Was ist das Besondere an Ovids Werk „Fasti“?
Die Fasti sind ein aetiologisches Sammelgedicht über den römischen Kalender, das eine einzigartige Spannung zwischen dem ernsten Epos und der leichteren Elegie erzeugt.
Wie unterscheidet sich Ovids Aurora von der Homers?
Während Aurora bei Homer oft eine formelhafte Zeitangabe bleibt, macht Ovid sie in seinen Werken zu einer eigenständigen, charakterlich ausgearbeiteten Figur.
Was versteht man unter einer Aurora-Periphrase?
Eine Periphrase ist eine Umschreibung. Ovid nutzt verschiedene poetische Bilder der Morgenröte, um den Tagesanbruch zu beschreiben, ohne das Wort direkt zu nennen.
Welchen Einfluss hatte der Hellenismus auf Ovid?
Die hellenistische Literatur beeinflusste Ovid in der Wahl seiner Erzähltechniken, der Liebe zum Detail und der spielerischen Herausforderung traditioneller Gattungsgrenzen.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2007, Aurora-Periphrasen in Ovids "Fasti", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1357039