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Ein weitverbreitetes Vorurteil: Frauen reden mehr als Männer!

Titel: Ein weitverbreitetes Vorurteil: Frauen reden mehr als Männer!

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 18 Seiten

Autor:in: Ina Göllnitz (Autor:in)

Anglistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Redensarten wie „Why can’t a woman be more like a man?“ oder „Men as Norm, Women as Problem“ sind Beispiele für das stereotype Bild von Frauen und deren Interaktion im Vergleich zu Männern.
Mit diesem Aufsatz möchte ich die verbreitete These widerlegen, dass Frauen mehr reden würden als Männer. Einige interessante Quellen beweisen, dass Männer in der Tat gesprächiger sind, als sie selbst von sich glauben.
Mary Crawford definiert das „Geschlecht” als etwas, “that culture makes out of the ‘raw material’ of the biological sex”. Sie vertritt die Meinung, dass die geschlechtsspezifische Behandlung ab der Geburt begänne, da das Baby entweder als kleiner Junge oder als kleines Mädchen behandelt würde – meist gekennzeichnet durch die typische blaue oder rosafarbene Decke, in die das Kind gewickelt ist. Indem man Menschen geschlechtsspezifisch behandelt, würden Individuen auf vielfältige Weise, z. B. in Bezug auf deren Verhalten, Gedanken und Gefühle, beeinflusst.
Crawford unterscheidet bei der Geschlechterrolle drei verschiedene Stufen: gesellschaftlich, zwischenmenschlich und individuell.
Außerdem ist für Crawford das Geschlecht „a way of making sense of transactions” und “a system of meaning that organizes interactions and governs access to power and resources”.
Nun da Crawfords Definition von „Geschlecht“ verdeutlicht wurde, scheint sich ein anderes Problem abzuzeichnen. Im Großteil der Literatur wurde klar zwischen der Sprache der Frau und der Sprache des Mannes unterschieden, wobei die Sprache der Frauen hauptsächlich als Variante der männlichen Sprache angesehen wird, obwohl vieles darauf hindeutet, dass Frauen die Hochsprache viel öfter benutzen als Männer.
Generell wird gesagt, dass Männer kommunizieren, um Kontrolle und Status zu erhalten. Frauen hingegen versuchen dabei, emotionale Nähe zu schaffen und Unterstützung zu signalisieren. Für Männer dagegen ist das Zeigen von emotionaler Nähe gleichbedeutend mit Kontrollverlust, da dadurch Andere die Kontrolle übernehmen würden.
Mit diesem Aufsatz möchte ich Probleme wie diese, andere Tendenzen der Geschlechterkommunikation und Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der Kommunikation näher beleuchten. Ich werde mich dabei hauptsächlich auf die Unterschiede zwischen Gesprächen unter Männern und unter Frauen konzentrieren und untersuchen, wie sich das Verhalten beider Geschlechter im Zusammenspiel in gemischtgeschlechtlichen und gleichgeschlechtlichen Gruppen verändert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Unterbrechungen

3 Bestätigungsfragen

4 Schweigen & Sprechanteil

5 Nonverbale Aspekte

6 Lob

7 Zusammenfassung

8 Literatur

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht das verbreitete Vorurteil, dass Frauen mehr reden als Männer, und beleuchtet kritisch die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Kommunikation, um dieses Stereotyp anhand linguistischer Forschungsergebnisse zu hinterfragen.

  • Analyse von geschlechtsspezifischen Gesprächsmustern und Unterbrechungen
  • Untersuchung der Funktionen von Bestätigungsfragen in der Interaktion
  • Bewertung von Sprechanteilen und Schweigen als Kontrollstrategien
  • Einfluss nonverbaler Kommunikation und deren Fehlinterpretation
  • Vergleich des Gebrauchs von Komplimenten zwischen den Geschlechtern

Auszug aus dem Buch

2 Unterbrechungen

Frauen sind in einer Unterhaltung gesprächiger und unterbrechen häufiger?! Viele denken so. Bevor ich näher auf das Thema eingehe, hier ein paar (für die Männerwelt) schockierende Tatsachen über Unterbrechungen. In allgemeinen Gesprächssituationen unter gemischtgeschlechtlichen Gesprächspartnern gehen 96 % der Unterbrechungen von männlichen Gesprächsteilnehmern aus. Unter gleichgeschlechtlichen Gesprächspartnern sind Unterbrechungen ungefähr gleichmäßig aufgeteilt.

Natürlich gibt es je nach Gesprächsrahmen und -kontext Unterschiede, doch sogar männliche College-Studenten unterbrechen in gemischtgeschlechtlichen Gesprächen dreimal so oft wie ihre Gesprächspartnerinnen.

Unterbrechungen werden im Allgemeinen als Verletzung der Konversationsregeln empfunden.

Unterschiede im Unterbrechungsmuster gibt es je nach Geschlecht und Status. Personen mit einem höheren Status unterbrechen tendenziell öfter als Personen mit einem niedrigeren Status. Doch nicht einmal ein hoher Status schützt Frauen davor, im Gespräch unterbrochen zu werden, so z. B. Psychiaterinnen, die permanent von ihren männlichen Patienten unterbrochen werden. Eine amerikanische Studie zeigt auch, dass männliche Ärzte ihre Patienten zweimal häufiger unterbrechen als die Patienten die Ärzte. Andersherum wurde auch bewiesen, dass Ärztinnen von männlichen Patienten häufiger unterbrochen wurden als sie die Patienten unterbrochen haben.

Auch wenn eine Unterbrechung meist als unhöfliche Gesprächsstrategie gilt, muss man zwischen erfolgreichen und erfolglosen Versuchen, sich Gehör zu verschaffen, unterscheiden. Die Männerwelt dürfte stolz darauf sein und sich nun noch mächtiger fühlen: Wenn ein männlicher Gesprächsteilnehmer eine Unterhaltung unterbricht, erhält er fünfmal so häufig wie eine Frau das Wort und hat sich so erfolgreich Gehör verschafft. Frauen hingegen sträuben sich gegen Unterbrechungen nicht so sehr wie Männer, so dass sie sehr viel wahrscheinlicher während eines Gesprächs unterbrochen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet stereotype Vorurteile über weibliche Kommunikation und legt dar, dass Männer in vielen Kontexten tatsächlich dominanter agieren.

2 Unterbrechungen: Dieses Kapitel zeigt auf, dass Männer in gemischtgeschlechtlichen Gesprächen signifikant häufiger unterbrechen, was oft als Ausdruck von Status und Macht genutzt wird.

3 Bestätigungsfragen: Es wird analysiert, wie Männer und Frauen unterschiedliche Funktionen wie Unklarheit oder soziale Absicherung mit Bestätigungsfragen verbinden.

4 Schweigen & Sprechanteil: Hier wird untersucht, wie Sprechzeitanteile und das bewusste Einsetzen von Stille zur Steuerung von Gesprächen und zur Machtausübung verwendet werden.

5 Nonverbale Aspekte: Das Kapitel behandelt, wie nonverbale Signale wie Lächeln oder körperliche Distanz unterschiedlich interpretiert werden und zu Missverständnissen führen können.

6 Lob: Es wird dargelegt, dass Frauen häufiger Komplimente machen und erhalten, während Männer diese eher kritisch oder unpersönlich bewerten.

7 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und relativiert das Vorurteil der "Quasselstrippe" zugunsten einer differenzierten Betrachtung männlicher Dominanzmuster.

8 Literatur: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Studien auf.

Schlüsselwörter

Geschlechterkommunikation, Unterbrechungen, Sprechanteil, Bestätigungsfragen, Nonverbale Kommunikation, Sprachverhalten, Dominanz, Status, Höflichkeit, Gender Studies, Gesprächsanalyse, Sprachstile, Kommunikation, Sozialer Status, Stereotype

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das gesellschaftliche Vorurteil, dass Frauen kommunikativer seien als Männer, und analysiert empirisch die tatsächlichen Unterschiede im Sprachverhalten beider Geschlechter.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf Unterbrechungsmustern, dem Einsatz von Bestätigungsfragen, der Verteilung von Sprechzeit, nonverbalen Signalen und der Verwendung von Komplimenten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die These, dass Frauen mehr reden als Männer, anhand wissenschaftlicher Quellen zu widerlegen und die männliche Dominanz in verschiedenen Kommunikationskontexten aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, bei der Ergebnisse verschiedener Studien (u.a. von Mary Crawford und Janet Holmes) ausgewertet und in Kontext gesetzt werden.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene linguistische Kategorien wie Unterbrechungsmuster, die Funktion von Bestätigungsfragen, Sprechanteile als Machtwerkzeug, sowie die Bedeutung nonverbaler Kommunikation und des Gebens von Komplimenten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Geschlechterkommunikation, Dominanz, Sprechanteil, Sprachverhalten und Gender Studies beschreiben.

Warum interpretieren Männer ein Lächeln von Frauen oft als sexuelles Interesse?

Laut Arbeit wird ein Lächeln von Frauen in unserer Gesellschaft oft als Teil ihrer femininen Rolle erwartet, was von Männern fälschlicherweise als sexuelle Annäherung gedeutet wird, obwohl es für die Frau oft eine Beschwichtigungsstrategie darstellt.

Gibt es einen Unterschied darin, wie Männer und Frauen auf Komplimente reagieren?

Ja, Frauen nehmen Komplimente meist als positive soziale Interaktion an, während Männer diese oft als Beurteilung empfinden oder versuchen, ihre eigenen Komplimente durch Abschwächung zu minimieren.

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Details

Titel
Ein weitverbreitetes Vorurteil: Frauen reden mehr als Männer!
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für fremdsprachliche Philologien)
Veranstaltung
Language Biographies
Autor
Ina Göllnitz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V135529
ISBN (eBook)
9783640441396
ISBN (Buch)
9783640441730
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vorurteil Frauen Männer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ina Göllnitz (Autor:in), 2008, Ein weitverbreitetes Vorurteil: Frauen reden mehr als Männer!, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135529
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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