[...] Das Gedicht „Sommer“ von Ilse Kleberger besteht formal aus drei Strophen mit jeweils acht Versen. Es ist im unreinen Kreuzreim geschrieben. Es gibt in der zweiten Hälfte jeder Strophe je zwei Verse, die vom Reimschema abweichen.
Die Autorin greift auf einen kindgerechten Wortschatz zurück und verwendet in den ersten beiden Strophen vorwiegend Nomen, wodurch das Gedicht visuell strukturiert und besonders für Kinder leicht zu erfassen ist. In der dritten Strophe kommen dann mehr Verben hinzu.
Das Leitmotiv des Gedichtes ist, wie die Überschrift schon aussagt, der Sommer. Jede Strophe beginnt mit einer Frage, in der das Wort „Sommer“ verwendet wird. Alle Strophen sind parallel zueinander aufgebaut und beinhalten eine Frage und die zugehörige Antwort in Form einer Ellipse. Ilse Kleberger wendet sich in jeder Strophe einem Sinn des Menschen zu (erste Strophe: Riechen, zweite Strophe: Schmecken, dritte Strophe: Hören) und beschreibt anhand dieser Sinne den Sommer. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Sachanalyse
1.1 Das Gedicht
1.2 Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht
1.3 Ilse Kleberger
1.4 Das Gedicht „Sommer“
2. Didaktische Analyse
2.1 Fachdidaktische Diskussion
2.2 Lehrplanbezug
2.3 Relevanz für die Schüler
2.4 Lernvoraussetzungen in Bezug auf die Lehraufgabe
2.5 Fachdidaktische Reduktion
2.6 Mögliche Lernschwierigkeiten
3. Lehr- und Lernziele
3.1 Grobziel
3.2 Feinziele
4. Methodische Analyse
4.1 Organisatorische Rahmenbedingungen
4.2 Lernvoraussetzungen bezüglich der Methode
4.3 Differenzierungsmaßnahmen
4.4 Struktur der Unterrichtsstunde
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, Schülerinnen und Schülern der sechsten Klasse durch einen handlungs- und produktionsorientierten Unterricht den Zugang zum Gedicht „Sommer“ von Ilse Kleberger zu erleichtern und sie zur kreativen Auseinandersetzung mit lyrischen Texten zu motivieren.
- Vermittlung lyrischer Gattungsmerkmale
- Einsatz von Realien zur multisensorischen Annäherung
- Förderung der Lese- und Schreibmotivation
- Umsetzung des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts
- Kreative Textproduktion (Weiterschreiben des Gedichtes)
Auszug aus dem Buch
1.1 Das Gedicht
Als Gedicht wurden ursprünglich alle schriftlich abgefassten Werke bezeichnet. Im 18. Jh. dahingegen stand der Begriff Gedicht nur noch für alle poetischen Werke. Heute ist der Begriff Gedicht die Bezeichnung für alle Werke der Lyrik.
Lyrik ist neben der Epik und Dramatik eine der poetischen Hauptgattungen, welche von Goethe die „Naturformen der Poesie“ genannt wurden.
Die Lyrik unterscheidet sich von den anderen Gattungen in folgenden Kriterien: Zum Ersten beschreibt ein lyrischer Text keine Handlung in zeitlicher Ordnung, sondern zeigt lediglich eine Momentaufnahme. Ein weiteres Kriterium für lyrische Werke ist, dass diese keine Konfiguration besitzen.
Aus diesen beiden Kriterien wird ersichtlich, dass in lyrischen Texten die zeitliche Ordnung einer Handlung keine Rolle spielt. Im Gegensatz dazu treten sprachliche Ordnungskriterien in den Vordergrund.
Die versförmige Anordnung stellt das dritte Kriterium für lyrische Texte dar.
Treffen diese drei Kriterien zu, spricht man nach WIEMANN von einem lyrischen Text.
Weiterhin haben Werke aus der Lyrik bestimmte Merkmale, die von der üblichen Schriftsprache abweichen. Folgende drei lautliche Erscheinungen können in einem lyrischen Text vorhanden sein: Reim, Alliterationen und Assoziationen.
An den genannten Merkmalen wird die Nähe der Lyrik zur Musik sichtbar. Dies spiegelt sich auch in dem Wort Lyrik wieder, welches sich aus dem antiken Musikinstrument Lyra ableiten lässt. Die Lyra hat früher die lyrischen Texte beim Vortrag begleitet. Aus diesem Grund wurden Wortbetonungen zum Takt der Musik lange beibehalten. Daraus entwickelte sich dann die Kategorien Rhythmus und Metrum.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sachanalyse: Dieses Kapitel definiert den Gattungsbegriff Lyrik, erläutert die Grundsätze des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts und führt in das Gedicht „Sommer“ sowie die Autorin Ilse Kleberger ein.
2. Didaktische Analyse: Hier wird der fachdidaktische Kontext beleuchtet, die Relevanz für die Schüler dargelegt und der Bezug zum Lehrplan sowie die Lernvoraussetzungen und Reduktion für die Unterrichtsplanung erörtert.
3. Lehr- und Lernziele: Dieses Kapitel definiert das übergeordnete Grobziel der Unterrichtseinheit sowie die spezifischen Feinziele, die die Schüler im Lernprozess erreichen sollen.
4. Methodische Analyse: Dieses Kapitel beschreibt die organisatorischen Rahmenbedingungen, methodische Voraussetzungen, notwendige Differenzierungsmaßnahmen und den zeitlichen Ablauf der Unterrichtsstunde.
Schlüsselwörter
Lyrik, Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht, Ilse Kleberger, Sommer, Gedichtanalyse, Literaturunterricht, Kreatives Schreiben, Fachdidaktik, Sinne, Schüleraktivierung, Textrezeption, Textproduktion, Gattungsmerkmale, Klassenstufe 6, Deutschunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Planung einer Deutschstunde in der Klassenstufe 6, die das Gedicht „Sommer“ von Ilse Kleberger zum Gegenstand hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen der handlungs- und produktionsorientierte Literaturunterricht, die Lyrikdidaktik und die motivierende Arbeit mit Realien im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler nach einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Gedicht eine eigene weitere Strophe verfassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine unterrichtspraktische Ausarbeitung, die auf fachdidaktischen Theorien zur Lyrik und dem Konzept des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse, eine didaktische sowie methodische Analyse der Lehrprobe und eine detaillierte Auflistung der Lernziele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Lyrik, produktionsorientierter Unterricht, Schüleraktivierung und kreatives Schreiben.
Welche Rolle spielen die "fünf Sinne" in dieser Unterrichtseinheit?
Die fünf Sinne dienen als inhaltlicher und methodischer Anker, um den Schülern den Zugang zu den Metaphern und der Struktur des Gedichtes „Sommer“ zu erleichtern.
Warum wird eine "Ideenbox" als Differenzierungsmaßnahme eingesetzt?
Die Ideenbox soll Schüler unterstützen, die Schwierigkeiten beim Finden eines Einstiegs oder passender Reimwörter haben, um so ein Erfolgserlebnis für alle Lernenden sicherzustellen.
- Arbeit zitieren
- Denise Sula (Autor:in), 2008, Gedicht Sommer von Ilse Kleberger - Produktionsorientierter Literaturunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135273