Diese Arbeit gibt einen Überblick über das Recht der Sozialen Arbeit. Unter anderem werden Beispiele aus BGB und SGB III gezeigt, Zivilrecht und Privatautonomie und Rechte Minderjähriger besprochen.
Inhaltsverzeichnis
1. Normenpyramide und Normenhierarchie
1.2 Ebene des SGB VIII
1.3 Abgrenzung von Rechtsverordnung und Gesetz
2. Aufbau der Gesetze
2.1 Prüfung der Anwendbarkeit von Gesetzen
2.2 Voraussetzungen BGB und SGB VIII
3. Grundrechte in den Tätigkeitsfeld der Sozialen Arbeit
3.1 Zielsetzung von Art. 6 GG
4. Sozialstaatsprinzip
5. Zivilrecht und Privatautonomie
5.1 Grenzen der Privatautonomie
6. Diebstahl bei minderjähriger
6.1 Straftat und Gerichtsanhörung
6.2 Straftat bei Volljähriger
6.3 Beschädigung und Schadensersatz
6.4 Minderjährige Kaufrecht
6.5 Erbrecht
7. Schwierige Familienverhältnisse und Rechtsanwendung
7.1 Weitergabe von Daten
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt eine grundlegende Einführung in die rechtlichen Rahmenbedingungen der Sozialen Arbeit. Dabei wird untersucht, wie sich staatliche Gesetze, verfassungsrechtliche Prinzipien und zivilrechtliche Aspekte auf die praktische Tätigkeit von Sozialarbeitern auswirken, unter besonderer Berücksichtigung des Schutzes von Klienten und minderjährigen Personen.
- Normenhierarchie im deutschen Rechtssystem
- Anwendung des SGB VIII und Bürgerlichen Gesetzbuches
- Grundrechte und das Schutzgebot des Artikels 6 GG
- Privatautonomie, Vertragsfreiheit und deren Grenzen
- Rechtliche Aspekte des Jugendstrafrechts und Kindeswohlgefährdung
- Datenschutz und Schweigepflicht in der Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
1. Normenpyramide und Normenhierarchie
Die gesamten Rechtsvorschriften stehen in einer Stufenhierarchie zueinander in Form einer Normenpyramide. Nach der Rangfolge verpflichtet das höherrangige Recht die Anwender des Rechts dazu, die niedrigere Rechtsvorschrift gemäß der Verfassung auszulegen. Im Falle einer Normenkollision bedeutet dies, dass das höherrangige Recht vorgeht, und somit das rangniedrigere Recht nichtig ist. Im deutschen Rechtssystem steht in der Normenpyramide an erster Stelle das Europarecht gefolgt vom Grundgesetz als Verfassungsrecht. Auf der vierten Ebene befindet sich das formelle Bundesrecht, nach dem UN-Recht, dann die Rechtsverordnungen und Satzungen des Bundes. Danach folgt das Verfassungsrecht der Länder, die formellen Gesetze der Länder und die Rechtsverordnungen der Länder. Auf der untersten Ebene befinden sich die Satzungen der Länder.
Die inhaltlichen Unterschiede der verschiedenen Rechte sind sehr wichtig, da in bestimmten Fällen, das höherrangige Recht verfassungswidrig sein kann. Beispielsweise ist das Schulwesen Ländersache, da wäre eine Bundesnorm in diesem Fall nicht höherrangig, sondern verfassungswidrig. In der Normenpyramide bilden sich neben der Rangordnung verschiedene inbegriffene Gesetze ab. Zum Beispiel sind im EU-Recht die EU-Verordnungen, der EU-Vertrag und der Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, wie zum Beispiel das Diskriminierungsverbot (Art. 18 AEUV), inbegriffen. Das Grundgesetz beinhaltet beispielsweise die Verwaltungszuständigkeit (Art. 83 GG). So gehören zu den Rangordnungen verschiedene Gesetzesbücher, Verträge und Verordnungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Normenpyramide und Normenhierarchie: Erläutert die hierarchische Ordnung der verschiedenen Rechtsquellen in Deutschland und verortet das SGB VIII sowie Gesetzesarten.
2. Aufbau der Gesetze: Beschreibt die juristische Struktur von Rechtsnormen und erklärt das Verfahren der Subsumtion zur Anwendung von Gesetzen auf konkrete Fälle.
3. Grundrechte in den Tätigkeitsfeld der Sozialen Arbeit: Analysiert grundrechtliche Bezüge zur beruflichen Praxis, insbesondere unter Berücksichtigung von Artikel 6 GG und dem Kindeswohl.
4. Sozialstaatsprinzip: Definiert das Sozialstaatsprinzip als Leitplanke für das staatliche Handeln und die Aufgaben der Sozialen Arbeit.
5. Zivilrecht und Privatautonomie: Erörtert die Prinzipien der Privatautonomie und Vertragsfreiheit sowie deren gesetzliche Beschränkungen im Sinne des sozialen Schutzes.
6. Diebstahl bei minderjähriger: Diskutiert an einem Fallbeispiel die strafrechtlichen und zivilrechtlichen Konsequenzen für Minderjährige sowie die Rolle des Jugendamts.
7. Schwierige Familienverhältnisse und Rechtsanwendung: Untersucht die Grenzen der Schweigepflicht und die rechtlichen Anforderungen an die Weitergabe von Daten in sozialen Einrichtungen.
Schlüsselwörter
Recht der Sozialen Arbeit, Normenpyramide, SGB VIII, Grundgesetz, Subsumtion, Privatautonomie, Sozialstaatsprinzip, Jugendstrafrecht, Kindeswohl, Datenschutz, Schweigepflicht, Vertragsfreiheit, Minderjährigkeit, Geschäftsfähigkeit, Gesetz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine juristische Einführung für das Berufsfeld Sozialwesen und beleuchtet zentrale rechtliche Grundlagen, die für die tägliche Arbeit mit Klienten relevant sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Normenhierarchie, familienrechtliche Schutzaspekte, zivilrechtliche Grundlagen sowie datenschutzrechtliche Fragestellungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Lesern ein Verständnis für die rechtliche Verbindlichkeit ihres Handelns zu vermitteln und die Bedeutung von Gesetzen für die Soziale Arbeit zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine systematische juristische Prüfung und Subsumtion von Rechtsnormen auf konkrete lebensnahe Fallbeispiele aus der Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung rechtlicher Rahmenbedingungen (Normen, Grundrechte) und deren Anwendung in praktischen Fallkonstellationen (Diebstahl, Datenschutz).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sozialstaatsprinzip, Kindeswohl, Privatautonomie, Schweigepflicht und Subsumtion.
Wie spielt das SGB VIII eine Rolle bei der Erziehung?
Das SGB VIII fungiert als Umsetzungsinstrument zur Förderung von Erziehung und Familie und definiert staatliche Leistungsansprüche, etwa bei der Kinderbetreuung.
Wann ist ein Diebstahl durch eine Minderjährige strafbar?
Ein Diebstahl ist strafbar, sobald die Strafmündigkeit erreicht ist. Die strafrechtliche Behandlung richtet sich bei Jugendlichen nach dem Jugendstrafrecht, mit Fokus auf erzieherische Maßnahmen.
Warum ist die Schweigepflicht für Sozialarbeiter so wichtig?
Der Schutz von Geheimnissen ist essenziell für das Vertrauensverhältnis zum Klienten. Ein unbefugter Bruch der Schweigepflicht kann gemäß § 203 StGB strafrechtliche Folgen nach sich ziehen.
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- Anonym (Author), 2020, Einführung in das Recht der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1351675