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Die Determinante Eigeninitiative im Nachfolgeprozess

Eine Evaluierung auf Basis der Unternehmerbefragung 2007 in Südthüringen

Title: Die Determinante Eigeninitiative im Nachfolgeprozess

Diploma Thesis , 2008 , 70 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Konstanze Wolf (Author)

Business economics - General
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit wird aufgezeigt, dass der Faktor Eigeninitiative durchaus seiner Bedeutung im unternehmerischen Handeln Rechnung trägt. Eigeninitiatives Handeln ist von Anbeginn jeglicher selbständiger Tätigkeit inhärent. Der Wille zu freier Agitation, Selbstverwirklichung und der Umsetzung eigener Ideen wird erst gepaart mit Eigeninitiative in der Metamorphose zum Unternehmer möglich. Auch in der Eigenschaft als Firmeninhaber ist die Anforderung zu selbstinitiiertem Handeln stets präsent. Es liegen keine Handlungsanweisungen parat, akute Probleme bedürfen schnellstmöglicher alternativer Lösungsansätze und ein stetes Umsatzwachstum kann nur mit dem Mut erreicht werden, manchmal auch untraditionelle Wege, nicht nur solche gedanklicher Art, zu beschreiten.
Die Auswertung der in Südthüringen erhobenen Daten hat gleichwohl gezeigt, dass der Grad an gezeigter Eigeninitiative unter den Unternehmern sehr unterschiedliche Ausprägungen annimmt. Als frappierend hat sich die Divergenz zwischen der selbsteingeschätzten und der in der Barrierenüberwindung an den Tag gelegten Initiativfähigkeit erwiesen. Der homogen sehr positiv erfolgten Selbsteinschätzung stand ein breit gefächertes Spektrum an realem Initiativverhalten gegenüber.
Angesichts der akuten Nachfolgeproblematik in Südthüringen, dessen Unternehmerlandschaft traditionell von Familienbetrieben dominiert wird, fällt der Unterschied bezüglich des Eigeninitiativpotentials zwischen Senioren und Nachfolgern besonders ins Gewicht. Die Nachfolger übertreffen die Übergeber sowohl in der Quantität als auch in der Qualität der gezeigten Barrierenüberwindungsfähigkeiten. Diese Fakten gehen konform mit dem Trend, dass sich Altinhaber oftmals zu spät mit der Nachfolgeregelung befassen und so fahrlässig die Existenz des Unternehmens und der damit verbundenen Arbeitsplätze gefährden.
Gleichzeitig könnte diese Erkenntnis auch als Ausgangspunkt dienen, die Ergebnisse erneut mit den spezifischen Erhebungsinstrumenten wie den breit gefächerten Skalen von Frese zu untersuchen und gegebenenfalls Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Denn erst ein geschulter Senior wird sich des Handlungsbedarfs des Übergabeproblems bewusst werden, alternative Lösungsstrategien rechtzeitig zu entwickeln und so einen erfolgreichen Übergabeprozess realisieren zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Vorüberlegungen zum Begriff Eigeninitiative

2.1 Definition

2.2 Entstehung von Eigeninitiative

2.3 Faktoren zur Beeinflussung von Eigeninitiative

2.4 Voraussetzungen für Eigeninitiative

2.4.1 Arbeitsplatz

2.4.2 Führung

2.4.3 Individuum

2.4.4 Organisation

2.4.5 weitere Faktoren

2.5 Problematiken bei der Umsetzung von Eigeninitiative

2.5.1 personenabhängige Hindernisse

2.5.2 organisationsabhängige Hindernisse

2.6 Handlungsempfehlungen für Eigeninitiative

2.6.1 Handlungsempfehlungen an Führungskräfte

2.6.2 Handlungsempfehlungen für den Mitarbeiter

2.6.3 Handlungsempfehlungen für die Organisation

2.7 Konsequenzen von Eigeninitiative

2.8 Aktualität und Relevanz der Eigeninitiative

2.9 SELIK-Konzeption nach HINZ

2.10 Verwandte Konzepte

2.10.1 Entrepreneurship

2.10.2 Selbstwirksamkeit

2.10.2 Eigenmächtiges Handeln

2.10.3 Eigenverantwortliches Handeln (Pro-Rollenverhalten)

2.10.3.1 Definition

2.10.3.2 Phasen des eigenverantwortliche Handelns

2.10.3.3 Arten von eigenverantwortlichem Handeln

2.10.4 Mikropolitisches Handeln (Anti-Rollenverhalten)

2.10.4.1 Definition

2.10.4.2 Arten von mikropolitischen Einflusstaktiken

3. Empirische Datenbasis

3.1 Unternehmerbefragung in Südthüringen 2007

3.2 Aufbau und Inhalt der Fragebögen

3.3 Auswertung

3.3.1 Risikobereitschaft

3.3.1.1 Risikobereitschaft und Alter

3.3.2 Allgemeine Selbstwirksamkeit

3.3.2.1 Idee und Entwicklung

3.3.2.2 Cronbach`s Alpha

3.3.2.3 Häufigkeiten

3.3.2.4 Selbstwirksamkeit und Alter

3.3.2.5 Selbstwirksamkeit und Geschlecht

3.3.2.6 Selbstwirksamkeitserwartung und Nachfolgestatus

3.3.3 Selbsteinschätzung Eigeninitiative

3.3.3.1 Selbsteinschätzung Eigeninitiative, Geschlecht und Alter

4. Eigeninitiativmessung durch Barrierenüberwindung

4.1 Aufbau und Intention der Frage

4.2 Inhalt der Situationen

4.3 Bewertung

4.3.1 Probleme der Auswertung

4.3.2 Interviewerfehler

4.4 Verteilung der überwundenen Barrieren

4.4.1 Häufigkeiten Barrierenüberwindung der ersten Situation

4.4.2 Häufigkeiten Barrierenüberwindung der zweiten Situation

4.4.3 Erreichte Eigeninitiativwerte beider Situationen im Vergleich

4.5 Generierung eines Eigeninitiativ-Indexes

4.6 Validität der Skala

4.7 Untersuchung der Eigeninitiative im Kontext relevanter Variablen

4.7.1 Eigeninitiative und Nachfolgestatus

4.7.2 Eigeninitiative und Alter

4.7.3 Eigeninitiative und Geschlecht

4.7.4 Eigeninitiative und berufliche Qualifikation

4.7.5 Eigeninitiative und Branchenerfahrung

4.7.6 Eigeninitiative und Berufserfahrung

4.7.7 Eigeninitiative und Unternehmenserfolg

4.8 Ergebnisse

4.9 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Konstrukt der Eigeninitiative im Kontext von Unternehmensnachfolgen. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der Eigeninitiative der Unternehmer und verschiedenen Einflussfaktoren zu evaluieren sowie empirische Daten auf Basis einer Befragung in Südthüringen im Jahr 2007 auszuwerten.

  • Definition und theoretische Grundlagen der Eigeninitiative
  • Empirische Messung von Eigeninitiative durch Barrierenüberwindung
  • Vergleich des Eigeninitiativpotenzials zwischen Seniorunternehmern und Nachfolgern
  • Einfluss von sozioökonomischen Variablen wie Alter, Geschlecht und Qualifikation auf die Eigeninitiative
  • Zusammenhang zwischen Eigeninitiative und Unternehmenserfolg

Auszug aus dem Buch

2.1 Definition

Eigeninitiative wird grundsätzlich beschrieben als selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Handeln. Dieses Handeln ist freiwillig und geht über das explizit und geforderte Verhalten hinaus.3 Die konzeptionelle Ausgestaltung des Eigeninitiativbegriffs wurde vorrangig von dem Giessener Arbeitspsychologen Michael Freese in zahlreichen Untersuchungen forciert. Im Mittelpunkt der Analysen steht die Frage, aus welchen Komponenten sich die Eigeninitiative zusammensetzt und mit Hilfe welcher Faktoren sie beeinflusst werden kann.

Nach Frese und Fay gehören zu den augenscheinlichsten Merkmalen eine selbststartende Inhärenz, Proaktivität sowie Persistenz.4 Unter einem selbststartendem Verhalten wird jenes verstanden, welches sich mit einem Sachverhalt auseinandersetzt oder an einer Aufgabe arbeitet, ohne dass eine externe Aufforderung dazu verleitet hätte5 oder „Bestandteil der Tätigkeitsbeschreibung ist“6. Allerdings ist der Begriff der Selbstinitiierung kontextabhängig zu sehen, da sich die Dimensionen von Eigeninitiative bezüglich des Tätigkeitsfeldes und Verantwortungsbereiches (z.B. Manager versus Produktionsarbeiter) stark unterscheiden.7

Proaktivität beschreibt die Tätigkeitsaufnahme an sich, die aktiv und eigenständig vollzogen wird. Ziel des proaktiven Verhaltens ist, dass Probleme so gelöst werden, dass sie nicht mehr auftauchen oder zumindest weniger störend sind. Mögliche Probleme sollten gedanklich vorweggenommen werden und unmittelbar durch Handlungen verhindert und nicht erst bei Eintritt reaktiv gelöst werden.

Persistentes Verhalten vereinigt in sich eine gewisse Kontinuität und Beharrlichkeit. Zudem deckt sich Eigeninitiative mit dem grundsätzlichen Leitbild des Unternehmens, der business mission und ist auf einen längeren Zeithorizont ausgerichtet.8

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Eigeninitiative in der modernen Arbeitswelt und führt in die explorative Auswertung der Unternehmerbefragung 2007 ein.

2. Theoretische Vorüberlegungen zum Begriff Eigeninitiative: Dieses Kapitel definiert Eigeninitiative als selbstbestimmtes Handeln und diskutiert Merkmale wie Proaktivität und Persistenz sowie die Voraussetzungen und Barrieren ihrer Entstehung.

3. Empirische Datenbasis: Hier werden der Aufbau der Unternehmerbefragung in Südthüringen, die eingesetzten Fragebögen sowie die statistische Auswertung von Risikobereitschaft und Selbstwirksamkeit dargestellt.

4. Eigeninitiativmessung durch Barrierenüberwindung: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise zur Messung von Eigeninitiative anhand von Barrierenüberwindung und analysiert die Ergebnisse im Kontext relevanter Variablen sowie des Unternehmenserfolgs.

Schlüsselwörter

Eigeninitiative, Unternehmer, Nachfolgeprozess, Südthüringen, Selbstwirksamkeit, Risikobereitschaft, Barrierenüberwindung, Proaktivität, Persistenz, Unternehmenserfolg, Arbeitspsychologie, Personalmanagement, Unternehmensführung, Empirische Daten, Kompetenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Konzept der Eigeninitiative und untersucht deren Ausprägung bei Unternehmern, insbesondere im Kontext von Unternehmensnachfolgen in Südthüringen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Fundierung der Eigeninitiative, ihrer empirischen Messung durch Barrierenüberwindung sowie der Analyse von Zusammenhängen mit persönlichen und betrieblichen Variablen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, das Eigeninitiativpotenzial bei Seniorunternehmern und Nachfolgern zu vergleichen und zu prüfen, ob die Selbsteinschätzung der Unternehmer mit der in realen Situationen gezeigten Eigeninitiative korreliert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird ein empirischer Ansatz gewählt, der auf einer Befragung von 400 Unternehmern basiert. Die Eigeninitiative wird unter anderem durch eine Skala zur Barrierenüberwindung gemessen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Vorstellung der empirischen Datenbasis, die detaillierte Messung der Eigeninitiative und die Analyse von Korrelationen mit Faktoren wie Alter, Geschlecht und Unternehmenserfolg.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Eigeninitiative, Unternehmensnachfolge, Barrierenüberwindung, Selbstwirksamkeit und Südthüringen.

Gibt es einen Unterschied zwischen Selbstbild und tatsächlichem Verhalten der Unternehmer?

Ja, die Arbeit stellt eine deutliche Diskrepanz fest: Während sich die befragten Unternehmer in Selbsteinschätzungen sehr positiv bewerten, zeigt die Messung durch Barrierenüberwindung ein deutlich differenzierteres Bild.

Wie schneiden Nachfolger im Vergleich zu Senioren ab?

Die empirische Untersuchung zeigt, dass Nachfolger tendenziell mehr alternative Handlungsoptionen in schwierigen Situationen nennen können und somit eine aktivere Ausprägung an Eigeninitiative aufweisen als die Seniorunternehmer.

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Details

Title
Die Determinante Eigeninitiative im Nachfolgeprozess
Subtitle
Eine Evaluierung auf Basis der Unternehmerbefragung 2007 in Südthüringen
College
Schmalkalden University of Applied Sciences  (Wirtschaftswissenschaften)
Grade
1,3
Author
Konstanze Wolf (Author)
Publication Year
2008
Pages
70
Catalog Number
V135147
ISBN (eBook)
9783640448159
ISBN (Book)
9783640447947
Language
German
Tags
Unternehmensnachfolge Faktorenanalyse Eigeninitiative Frese Nachfolge Unternehmensübergabe Selbstwirksamkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Konstanze Wolf (Author), 2008, Die Determinante Eigeninitiative im Nachfolgeprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135147
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