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Die Funktion der Religion im Prozess der Säkularisierung

Title: Die Funktion der Religion im Prozess der Säkularisierung

Term Paper , 2003 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Martin Wendt (Author)

Sociology - Religion
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„Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes.“1

Diese Aussage von Karl Marx spiegelt deutlich seine religionstheoretische Auffassung wider, die seine Werke deutlich geprägt hat. Er bringt damit zum Ausdruck, dass er Religion für eine vom Menschen selbst geschaffene Institution hält, mit der dieser versucht, sich über gesellschaftliche Missstände zu trösten, um dieses ‚Jammertal’ besser ertragen zu können. Marx zufolge ist Religion eine notwendige Erscheinung in der Entwicklung der Menschheit, denn genauso zwangsläufig, wie die breite Masse in den Klassengesellschaften religiös sind, wird der Mensch die Religion später als eine überlebte Naivität von selbst ablegen. Religion in der Funktion eines terminierten Trostspenders?

Noch weiter gingen die Ansichten der französischen Vertreter des Materialismus, auch hier lag die These des dialektischen Materialismus zugrunde, der die Existenz von Gott bestreitet, doch sie bezeichneten Religion sogar als von Verbrechern erdachten, bewussten Betrug, der nur dem Zweck dienen konnte, den Menschen zu beherrschen. Der erste Schurke, der den ersten Narren traf, war der erste Priester...

Religion in der Funktion als Werkzeug zur persönlichen Bereicherung? Von Durkheim und Weber bis hin zu Luckmann und Luhmann ist sich die Soziologie einig über die Rolle, die Religion allgemein in Gesellschaften spielt und über den Einfluss, den sie ausübt. Dies kann man dahingehend zusammenfassen, dass es keine Gesellschaft ohne Religion geben kann, da jede das Problem ihrer eigenen Kontingenz und auch der Kontingenz im allgemeinen zu bewältigen hat – nämlich die Frage nach der Funktion der Religion. Bevor diese Frage jedoch hinreichend beantwortet werden kann, wobei ich speziell die Theorien von Luhmann und Luckmann heranziehen werde, müssen zunächst die Zusammenhänge zwischen Religion und Kultur dargestellt werden, um die Funktionalität für das Individuum und somit auch für die Gesellschaft deutlicher hervorzuheben. Ebenfalls unerlässlich ist es in diesem Rahmen, das Augenmerk auf die Entwicklung der Stellung der Religion in der Gesellschaft zu richten. Hierbei gehe ich vor allem auf die These des Niedergangs der Religion ein, die seit dem 19. Jahrhundert in eher progressiven und konservativen Theorien zunächst vorausgesetzt wurde und erst jetzt kontrovers diskutiert wird.

Im Folgenden werde ich, nach der Darstellung des Säkularisierungsprozesses, durch das Beschreiben der Verknüpfungen mit Kultur, Gesellschaft und Staat die Bedeutung der Religion verdeutlichen und somit letztendlich ihre Funktion darzustellen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Prozess der Säkularisierung

2.1. Die Entwicklung

2.2. Die Ursachen

3. Die Funktion der Religion

3.1. Was ist Religion?

3.2. Religion und Kultur

3.3. Religion und Gesellschaft

3.4. Religion und Staat

3.5. Funktion der Religion nach Luckmann

3.6. Funktion der Religion nach Luhmann

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die soziologische Rolle und die Funktionen von Religion innerhalb moderner, säkularisierter Gesellschaften unter besonderer Berücksichtigung der Theorien von Thomas Luckmann und Niklas Luhmann.

  • Prozess der Säkularisierung und dessen historische Ursachen
  • Wechselverhältnis zwischen Religion, Kultur und gesellschaftlichen Strukturen
  • Funktionale Aspekte von Religion für das Individuum und die Gesellschaft
  • Kontrastierung unterschiedlicher Ansätze der Religionssoziologie

Auszug aus dem Buch

3.2. Religion und Kultur

Emile Durkheim zu Folge entsteht Religion durch den Glauben an etwas Heiliges, das sogenannte Totem, dem in Zeremonien, die in bestimmte Rituale unterteilt sind, gehuldigt wird. Alles, was auf dieses Totem bezogen ist, gilt als heilig, andere Dinge werden als profan und weltlich angesehen. Soziale Realitäten, in denen sich Gegenstände, Personen und Handlungen finden lassen, die im Sinne Durkheims als heilig gelten, sind also religiöse Realitäten. Dies können auch Teilbereiche einer gesamtgesellschaftlichen Wirklichkeit sein, wie zum Beispiel bestimmte Formen des Mitfieberns mit einem Sportverein während eines Wettkampfes. Die religiöse Realität nach Durkheim muss keineswegs archaischer Natur, sondern kann durchaus ein Merkmal der moderner Gesellschaften sein.

Religion und Kultur sind beide Formen des gemeinschaftsgeprägten und -prägenden menschlichen Geisteslebens, ob nun voneinander unterschieden oder nicht. Ihre Verbindung besteht in einer Art gemeinsamen Geistes, denn beide haben es wesentlich mit gemeinschaftlichem oder gesellschaftlichem Leben zu tun. Kultur ist alles, was aus der Gegenseitigkeit menschlichen Handelns heraus in gemeinsamen Sinngestalten entsteht, ob diese nun Essenssitten, Gemeinschafts-Bräuche, Bauwerke, technische Errungenschaften, Wissenschaften oder Kunstwerke sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die religionstheoretischen Auffassungen ein und beleuchtet die Bedeutung der Religion im soziologischen Kontext sowie im Prozess der Säkularisierung.

2. Der Prozess der Säkularisierung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Säkularisierung und untersucht dessen historische Entwicklung sowie die maßgeblichen Ursachen für die Veränderung der religiösen Stellung in der Gesellschaft.

3. Die Funktion der Religion: Hier werden zentrale theoretische Konzepte über den Zweck der Religion und deren Verhältnis zu Kultur, Gesellschaft und Staat detailliert erörtert.

3.1. Was ist Religion?: Dieses Unterkapitel beleuchtet verschiedene Definitionsansätze von Religion, von traditionellen über existenzielle bis hin zu marxistischen Perspektiven.

3.2. Religion und Kultur: Es wird die Verbindung zwischen heiligem Glauben und kulturellen Ausdrucksformen sowie die integrative Funktion von Religion innerhalb von Gruppen diskutiert.

3.3. Religion und Gesellschaft: Das Kapitel analysiert die wechselseitige Einwirkung zwischen religiösen Systemen und gesellschaftlichen Strukturen sowie deren Bedeutung für Normen und Verhalten.

3.4. Religion und Staat: Hier wird das Spannungsfeld zwischen der institutionellen Trennung von Staat und Religion und deren dennoch bestehenden gegenseitigen Beeinflussung untersucht.

3.5. Funktion der Religion nach Luckmann: Die Ausführungen konzentrieren sich auf Thomas Luckmanns funktionalen Religionsbegriff, der das religiöse Verhalten jedes Einzelnen unabhängig von Institutionen betrachtet.

3.6. Funktion der Religion nach Luhmann: Niklas Luhmanns systemtheoretischer Ansatz wird vorgestellt, der Religion als Kommunikationsform innerhalb einer funktional differenzierten Gesellschaft begreift.

4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die psychischen, weltanschaulichen und gesellschaftlichen Funktionen der Religion zusammen und reflektiert deren fortwährende Bedeutung trotz Säkularisierung.

Schlüsselwörter

Säkularisierung, Religionssoziologie, Thomas Luckmann, Niklas Luhmann, Religion, Gesellschaft, Kultur, Transzendenz, soziale Integration, Wertordnung, Moderne, Religionsfunktion, Funktionalismus, Säkularismus, Glaubenspraxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Funktion und den Einfluss von Religion in modernen Gesellschaften unter besonderer Berücksichtigung des Säkularisierungsprozesses.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen zählen die Definition von Religion, deren Beziehung zu Kultur und Staat sowie die soziologische Betrachtung religiöser Funktionen für Individuen und Gesellschaftssysteme.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die Bedeutung der Religion für die Sinnstiftung und Integration in einer Welt zu verdeutlichen, die sich durch zunehmende Säkularisierung und wissenschaftliche Rationalität auszeichnet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretisch-soziologische Analyse, die primär die Ansätze von Thomas Luckmann und Niklas Luhmann heranzieht, um religiöse Funktionen innerhalb einer Gesamttheorie der Gesellschaft zu erklären.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Säkularisierungsprozesses und eine tiefgehende Untersuchung der funktionalen Religionstheorien, ergänzt durch die Analyse des Verhältnisses von Religion zu Kultur, Gesellschaft und Staat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung wird durch Begriffe wie Säkularisierung, Systemtheorie, soziale Integration, Transzendenz und Religionssoziologie geprägt.

Inwiefern unterscheidet sich die Sichtweise von Luckmann zu der von Luhmann?

Während Luckmann religiöses Verhalten als eine dem Menschen inhärente Fähigkeit zur Transzendenz jenseits von Institutionen sieht, betrachtet Luhmann Religion funktional als ein System der Kommunikation, das Sinn in einer säkularisierten Gesellschaft garantiert.

Wie bewertet der Autor den aktuellen Stand der Säkularisierung?

Der Autor stellt fest, dass Religion zwar an gesellschaftliche Veränderungen angepasst wurde, ihre Bedeutung für die Deutung der Welt und für religiöse Menschen jedoch trotz moderner Technik und wissenschaftlicher Erkenntnisse nicht verschwunden ist.

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Details

Title
Die Funktion der Religion im Prozess der Säkularisierung
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (FB Soziologie)
Course
Stellung der Religion in unserer Gesellschaft
Grade
1,3
Author
Martin Wendt (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V13512
ISBN (eBook)
9783638191579
ISBN (Book)
9783638758000
Language
German
Tags
Funktion Religion Prozess Säkularisierung Stellung Religion Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Wendt (Author), 2003, Die Funktion der Religion im Prozess der Säkularisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13512
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