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Über den Roman "Chatterton" von Alfred de Vigny

Romantik aus der Gender Perspektive

Title: Über den Roman "Chatterton" von Alfred de Vigny

Seminar Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 2

Autor:in: Vivian Gjurin (Author)

French Studies - Literature
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Summary Excerpt Details

In Vignys romantischen Drama Chatterton wird in erster Linie die Problematik des Dichterdaseins besprochen. Die einzige weibliche Protagonistin ist Kitty Bell. Beide Figuren haben kategorische romantische Züge. Die sozialen Tendenzen des Dramas, wo sich Vigny offensichtlich für die Arbeiterbewegung und die Abschaffung der Kinder- und Frauenarbeit einsetzt sind mehr als Unterstreichung der Misere des Dichterdaseins zu sehen, als eigentliches sozialpolitisches Engagement, wobei dieses nicht abzusprechen ist, und auch zu den Merkmalen eines romantischen Dramas zählt. Chatterton, das romantische unerfüllte Genie und Kitty, ein zartes romantisches Wesen mit starker Gefühlsempfindung sind in einer nicht lebbaren, unerfüllten Liebe gefangen. Chatterton als dichterisches Genie scheitert an der Gesellschaft und die Liebe ist auch nicht wegen der gesellschaftlichen Zwänge möglich. Der einzige Ausweg für den romantischen Helden ist der Selbstmord. Kitty stirbt den romantischen Seelentod.

In folgender Arbeit wird versucht die Problematik des Dichterdaseins in Chatterton zu veranschaulichen, wie auch die Rolle von Kitty Bell als Frau und als romantische Heldin. Die romantischen Wesensmerkmale, welche stereotypisch die weiblichen sind, scheinen der Frau in der Romantik einen besseren Stellenwert, eine neue Rolle in der Gesellschaft, eine neue Art von Anerkennung ermöglicht zu haben. Am Beispiel von Kitty Bell in Vignys Drama Chatterton soll dieses überprüft werden. Weiter wird die Lage des Poeten mit der Lage der Frau in der Romantik verglichen werden

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Alfred de Vigny- Biographie und Werk

3.Thomas Chatterton- Biographie

4. Chatterton, das Drama

4.1. Inhalt

4.2. Die Positionierung des Dramas

4.3. Die Ideen und die Tendenzen des Dramas

4.4. Chatterton vs. Chatterton

5. Die Protagonisten des Dramas aus der Gender Studies- Perspektive

5.1. Kitty Bell

5.2. Chatterton

5.3. John Bell, Lord Talbot, Le Quaker, Lord Beckford

5.3.1. John Bell

5.3.2. Lord Talbot

5.3.3. Le Quaker

5.3.4. Lord Beckford

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik des Dichterdaseins im romantischen Drama "Chatterton" von Alfred de Vigny und beleuchtet insbesondere die Rolle von Kitty Bell aus einer Gender-Studies-Perspektive, um zu analysieren, ob sich durch romantische Wesensmerkmale eine neue gesellschaftliche Anerkennung für die Frau abzeichnete.

  • Die Darstellung des scheiternden Genies im romantischen Drama.
  • Soziale Tendenzen und die Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen der Epoche.
  • Die Analyse weiblicher Rollenbilder und deren Verortung zwischen Sakralität und Unterdrückung.
  • Der Vergleich der Lage des Poeten mit der Lage der Frau in der Romantik.
  • Die symbolische Funktion von Kitty Bell als Sympathieträgerin und Identifikationsfigur.

Auszug aus dem Buch

5.1. Kitty Bell

Mélancholique, gracieuse, élégant par la nature pas par éducation, le terreur d’amour la fait mourir tout à coup p. 62

Âme simple et tourmenté p. 70

Physiognomisch sehr fragil, sehr empfindsam. Leitet trotzdem eine Konditorei und erzieht zwei Kinder. Leidet sehr unter dem Zwang des Nützlichkeitsdenkens ihres Mannes.

... cette angelique puritaine, (...) est dessinée avec la plus idéale puréte. Quel chste amour!

Quelle passion voilé et contenue! p. 246 (Gautier, Theophile, Histoire du romantisme, p.160)

Als sie die keimende Liebe zu Chatterton spürt, kommt sie in enorme Gewissens- und Religionskonflikte. Sie zittert schon beim bloßem Gedanken, dass sich ihr enormes Mitleid zu Chatterton zu einer Liebe entwickeln könnte.

pitié p. 62 Vigny sah verlieh Kitty wie auch weiteren seiner Frauenfiguren oft diese höchste Tugend des Mitleids. p. 246

Kitty hat etwas Schwebendes, Irreelles, Nichtgreifbares, Madonnenhaftes an sich. Die Liebe wird erst Angesicht des Todes gestanden. Sie ist die Sympathieträgerin im Stück wegen des Mitleids, da sie einen wahnsinnigen Dichter liebt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Vorstellung der Problematik des Dichterdaseins in "Chatterton" und der Zielsetzung der Arbeit unter Einbeziehung der Gender-Studies-Perspektive.

2. Alfred de Vigny- Biographie und Werk: Einblick in das Leben des Autors, seinen Hintergrund im verarmten Adel und die Prägung seines Werks durch die Restaurationszeit.

3.Thomas Chatterton- Biographie: Darstellung der Lebensgeschichte des historischen Thomas Chatterton und seines Scheiterns als Dichter.

4. Chatterton, das Drama: Analyse von Inhalt, dramatischer Struktur und der Tendenz des Stücks als Sozial- und Dichterdrama.

5. Die Protagonisten des Dramas aus der Gender Studies- Perspektive: Eingehende Untersuchung der Charaktere, insbesondere der Rolle von Kitty Bell als weibliche Identifikationsfigur und der männlichen Gegenfiguren.

6. Schlusswort: Reflexion über die Rolle der Frau als gesellschaftliches Konstrukt und das Fortbestehen archaischer Ängste in der Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Chatterton, Alfred de Vigny, Romantik, Dichterdasein, Gender Studies, Kitty Bell, Geniekult, Gesellschaftskritik, Weiblichkeitsbild, Sakralität, soziales Konstrukt, Literaturwissenschaft, Drama, Selbstmord, Mitleid.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Drama "Chatterton" von Alfred de Vigny unter dem Aspekt des Dichterdaseins und beleuchtet die Rollen der Protagonisten, speziell Kitty Bell, aus der Perspektive der Gender Studies.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Problematik des genialen Dichters in der Gesellschaft, die sozioökonomische Lage von Arbeitern und Frauen sowie die Konstruktion weiblicher Identität in der Romantik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Rolle von Kitty Bell als romantische Heldin und ihre gesellschaftliche Stellung im Vergleich zur Lage des Poeten zu veranschaulichen und zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung von Gender-Studies-Ansätzen und biografischen Hintergründen von Vigny und Chatterton.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Handlung des Dramas, der Ideologie Vignys zum Dichtertum, der kritischen Betrachtung der Figuren durch eine Gender-Brille sowie dem Vergleich der Lebensumstände der Charaktere.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Romantik, Dichterdasein, Gender Studies, gesellschaftliches Konstrukt und die Auseinandersetzung mit den Rollen von Mann und Frau definieren.

Warum wird Kitty Bell im Stück als "Madonnenhaft" bezeichnet?

Sie wird durch ihren puristischen Geist, ihre Reinheit und ihr Mitleid als Sympathieträgerin stilisiert, was sie in der patriarchalischen Männerwelt zu einer "Sakralen" Figur macht.

Wie bewertet die Autorin die Emanzipation der Frau in diesem Kontext?

Die Autorin betrachtet die Rolle und Emanzipation der Frau als gesellschaftliches Konstrukt und kommt zu dem Schluss, dass sich die grundlegenden Machtstrukturen und Ängste vor dem Weiblichen kaum verändert haben.

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Details

Title
Über den Roman "Chatterton" von Alfred de Vigny
Subtitle
Romantik aus der Gender Perspektive
College
University of Vienna  (Romanistik)
Course
SE Französische Romantik
Grade
2
Author
Vivian Gjurin (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V134619
ISBN (eBook)
9783640426720
ISBN (Book)
9783640423729
Language
German
Tags
Chatterton Alfred de Vigny Gender Studies Analyse Poet
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vivian Gjurin (Author), 2005, Über den Roman "Chatterton" von Alfred de Vigny, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134619
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