Die vorliegende Arbeit hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Theatermethoden des Brasilianischen Regisseurs, Pädagogen, Autors und Politikers Augusto Boal für die Literaturdidaktik und insbesondere für den Deutschunterricht zu erschließen. Als geeignete Technik hierzu erscheint uns das Unsichtbare Theater, da jüngere Techniken Boals, die verstärkt im europäischen Exil entstanden, sich in einem Ausmaß an das Therapeutische Drama annähern, das den Rahmen einer bloßen Didaktik sprengen würde. Ältere Techniken Boals, wie das Statuentheater und das Verfahren der Simultanen Dramaturgie, werden bereits in der Literaturvermittlung genutzt.
Der Schwerpunkt des ersten, theorethischen Teils der Arbeit wird dabei auf der Ausdeutung von Boals Theorie und Methodik im Bezug auf die Didaktik liegen, und weniger auf der Darstellung der Methoden an sich.
Der zweite Teil versucht, das bisher theoretisch Erarbeitete anhand von zwei Beispielen konkreter Textarbeit in die Praxis umzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Theorie
- Das Theaterverständnis Augusto Boals und seine Bedeutung für das Textverständnis
- Das Füllen von Leerstellen vermittels szenischer Darstellung
- Die Technik des Unsichtbaren Theaters
- Praxis – zwei Beispiele für den Einsatz des Unsichtbaren Theaters
- 1.) Maßnahmen gegen die Gewalt
- 2.) Weltende
- Das TV-Weltende
- Das Zeitungs-Weltende
- Schluß
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Anwendung der Theatermethoden von Augusto Boal, insbesondere des Unsichtbaren Theaters, im Deutschunterricht. Das Ziel ist es, die Methode in der Literaturdidaktik nutzbar zu machen, um den Text für Schüler erlebbarer und interaktiver zu gestalten. Die Arbeit konzentriert sich dabei auf die Integration der Methoden in den Unterricht und ihre Bedeutung für das Textverständnis.
- Das Theaterverständnis von Augusto Boal und seine Relevanz für die Interpretation von Texten
- Die Methode des Unsichtbaren Theaters und ihre Anwendung in der Praxis
- Die Möglichkeiten zur Aktivierung von Schülern durch szenisches Spiel und interaktive Elemente
- Die Bedeutung von Imagination und Erinnerung beim Textverständnis
- Die Rolle der optischen Wahrnehmung in der Literaturrezeption
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Arbeit ein und erläutert das Ziel der Untersuchung. Sie stellt die Methode des Unsichtbaren Theaters vor und begründet ihre Eignung für den Deutschunterricht. Der theoretische Teil beleuchtet die Bedeutung des Theaterverständnisses Augusto Boals für die Literaturdidaktik und die Methode des Unsichtbaren Theaters. Der Fokus liegt auf der Interpretation von Texten und der Nutzung von szenischen Darstellungen. Der Praxis-Teil der Arbeit präsentiert zwei konkrete Beispiele für den Einsatz des Unsichtbaren Theaters im Unterricht. Hier werden die Methoden anhand von Texten illustriert und die Interaktion der Schüler im szenischen Spiel aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter der Arbeit sind: Augusto Boal, Unsichtbares Theater, Literaturdidaktik, Deutschunterricht, Textverständnis, szenische Darstellung, Imagination, Erinnerung, optische Wahrnehmung.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Augusto Boal?
Augusto Boal war ein brasilianischer Regisseur und Pädagoge, der das „Theater der Unterdrückten“ entwickelte, um soziale und politische Veränderungen durch interaktives Theater anzustoßen.
Was ist das „Unsichtbare Theater“?
Es handelt sich um eine Theaterform, die im öffentlichen Raum stattfindet, ohne dass die Zuschauer wissen, dass es sich um eine Aufführung handelt. Ziel ist es, öffentliche Diskussionen über Tabuthemen anzuregen.
Wie lässt sich Boals Methodik im Deutschunterricht nutzen?
Die Methoden können helfen, literarische Texte durch szenisches Spiel „erfahrbar“ zu machen, Leerstellen im Text zu füllen und das Textverständnis der Schüler zu vertiefen.
Welche Rolle spielt die Imagination beim Textverständnis?
Durch die szenische Darstellung werden innere Bilder und Erinnerungen aktiviert, die es den Schülern ermöglichen, eine persönlichere und tiefere Beziehung zum literarischen Werk aufzubauen.
Was ist das Ziel des Statuentheaters?
Beim Statuentheater werden komplexe Gefühle oder soziale Situationen ohne Worte durch Körperhaltungen dargestellt, um Konflikte sichtbar und analysierbar zu machen.
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- Magister Artium Norbert Krüßmann (Author), 2000, Ein Versuch der Integration der Methodik Augusto Boals in die Literaturdidaktik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13454