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Mediation als Alternative des Gerichtsprozesses

Title: Mediation als Alternative des Gerichtsprozesses

Seminar Paper , 2009 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anja Böhm (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Konflikte sind zwangsläufige Begleiterscheinungen des menschlichen Zusammenlebens und des betrieblichen Zusammenarbeitens. Da nicht jeder Konflikt im Rahmen von Verhandlungen eine gütliche Einigung finden kann, steht den Konfliktparteien der Gang zu den Gerichten zur Erreichung einer Konfliktlösung offen. Hier wird der Konflikt durch einen Dritten in einem meist langwierigen, mühsamen und teuren Verfahren versucht zu lösen, indem dazu oft die persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen der Kontrahenten zerstört werden. Allerdings weist das Verfahren des Gerichtsprozesses strukturelle Defizite auf, die einer befriedigenden Konfliktlösung im Wege stehen: Es ist vergangenheitsorientiert, der Richter kann nur den Ausschnitt des vergangenen Sachverhaltes betrachten, der unter eine Rechtsnorm subsumierbar ist. Zudem erfolgt im Gerichtsverfahren für die Entscheidungsfindung eine Reduktion der Wirklichkeit. Aus diesen Gründen wurde in Deutschland in den vergangenen Jahren nach alternativen Streitbeilegungsverfahren gesucht, zu der auch die Mediation gehört.
Mediationsverfahren verlaufen idealtypischerweise in den sechs Phasen 1) Vorbereitung, 2) Probleme erfassen und analysieren, 3) Konfliktanalyse, 4) Konflikte und Probleme bearbeiten, 5) Mediationsvereinbarung sowie 6) Evaluation und Follow-up.
Verfahren der Mediation sind von Prinzipien bestimmt, deren Einhaltung Voraussetzungen für die Beilegung des Konfliktes durch die streitenden Parteien schaffen sollen. Diese, die Mediation kennzeichnenden Prinzipien sind insbesondere die Freiwilligkeit, die Neutralität des Mediators, die Eigenverantwortlichkeit und Informiertheit der Parteien, die Vertraulichkeit sowie die Flexibilität des Verfahrens.
Vorteile der Mediation gegenüber dem Gerichtsverfahren liegen in der Zeitersparnis und im Kostenvorteil, im Erhalt der Parteibeziehungen und in der Innovationskraft durch eine Generierung kreativer Lösungen. Der größte Nachteil der Mediation liegt in der Kehrseite ihres Vorteils, nämlich der angestrebten offenen Kommunikation zwischen den Parteien. Die Offenheit könnte von einer Konfliktpartei zur strategischen Vorbereitung eines sich anschließenden Gerichtsprozess genutzt werden.
Abschließend werden Unterschiede zwischen Gerichtsverfahren und Mediation hinsichtlich der Einleitung, der Gestaltung und der Beendigung des Verfahrens sowie hinsichtlich der Rolle der Anwälte dargestellt und eine detaillierte Gegenüberstellung beider Verfahren vorgenommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorstellung des Mediationsverfahrens

2.1 Definition und Abgrenzung

2.2 Herkunft, Verbreitung und Anwendungsfelder der Mediation

3 Phasen der Mediation

3.1 Phase I: Vorbereitung

3.2 Phase II: Probleme erfassen und analysieren

3.3 Phase III: Konfliktanalyse

3.4 Phase IV: Konflikte und Probleme bearbeiten

3.5 Phase V: Die Mediationsvereinbarung

3.6 Phase VI: Evaluation und Follow-up

4 Prinzipien der Mediation

4.1 Das Prinzip der Freiwilligkeit

4.2 Das Prinzip der Neutralität

4.3 Das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit

4.4 Das Prinzip der Informiertheit

4.5 Das Prinzip der Vertraulichkeit

4.6 Das Prinzip der Flexibilität

5 Vorteile der Mediation

5.1 Zeitersparnis und Kostenvorteil

5.2 Erhalt der Parteibeziehungen

5.3 Innovationskraft

6 Nachteile der Mediation

7 Vergleich von Mediation und Gerichtsverfahren

7.1 Verfahrenseinleitung

7.2 Verfahrensgestaltung

7.3 Verfahrensbeendigung

7.4 Rolle der Anwälte

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Mediation als eine strukturierte Alternative zum klassischen, oft langwierigen und kostspieligen Gerichtsverfahren. Dabei wird analysiert, wie durch die Einbeziehung eines neutralen Dritten und eine zukunftsorientierte, interessensbasierte Verhandlungsführung die strukturellen Defizite staatlicher Prozesse überwunden und ein nachhaltigerer Konfliktlösungsansatz geschaffen werden kann.

  • Strukturelle Defizite und Grenzen des traditionellen Zivilprozesses
  • Die idealtypischen Phasen und leitenden Prinzipien der Mediation
  • Wirtschaftliche und soziale Vorteile gegenüber gerichtlichen Verfahren
  • Kritische Erfolgsfaktoren sowie Anwendungsbereiche der Mediation

Auszug aus dem Buch

3.1 Phase I: Vorbereitung

Zunächst gilt es für Mediatoren, sich über das Konfliktumfeld zu informieren. Daher dient die Vorbereitungsphase der spezifischen inhaltlichen Einarbeitung des Mediators (Montada & Kals 2007, S. 222; Mähler & Mähler 1997, S. 28).

Anschließend müssen die Parteien für die Mediationsarbeit zusammengestellt werden, denn Mediationsverfahren können daran scheitern, dass wichtige Personen oder Instanzen nicht einbezogen werden. Zudem werden die Ziele der Mediation dargestellt und Konfliktgegenstände und Konfliktthemen vereinbart (Montada & Kals 2001, S. 183).

Bei justiziablen Konflikten müssen die Konfliktpartner über ihre Rechtsansprüche und -pflichten informiert werden. Die Rechtsbelehrung soll die Konfliktparteien auf eine gemeinsame Lösungssuche mit dem Wissen verpflichten, dass ihre rechtlichen Ansprüche und Pflichten möglicherweise bei Gericht durchsetzbar wären. Zudem sollen die Teilnehmer sich hierdurch freiwillig auf die Mediation einlassen, da ihnen aufgezeigt wird, dass der Rechtsweg immer offen steht (Montada & Kals 2001, S. 184).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die strukturellen Defizite von Gerichtsverfahren, wie etwa die Vergangenheitsorientierung und die Reduktion der Wirklichkeit, dar und führt die Mediation als Lösungsansatz ein.

2 Vorstellung des Mediationsverfahrens: Es werden der Begriff der Mediation definiert, der Ursprung in der Alternative Dispute Resolution (ADR) erläutert und die Anwendungsfelder in Deutschland sowie die europäische Rechtslage skizziert.

3 Phasen der Mediation: Dieses Kapitel beschreibt den idealtypischen Ablauf eines Mediationsverfahrens in sechs aufeinanderfolgenden Phasen von der Vorbereitung bis zur Evaluation.

4 Prinzipien der Mediation: Es werden die zentralen Grundsätze wie Freiwilligkeit, Neutralität, Eigenverantwortlichkeit, Informiertheit, Vertraulichkeit und Flexibilität detailliert analysiert.

5 Vorteile der Mediation: Das Kapitel beleuchtet das Potenzial zur Zeit- und Kostenersparnis sowie den positiven Einfluss auf den Erhalt von Parteibeziehungen und die Innovationskraft bei der Problemlösung.

6 Nachteile der Mediation: Hier werden kritische Aspekte und Risiken, wie das Scheitern des Verfahrens oder die strategische Nutzung durch unlautere Parteien, objektiv erörtert.

7 Vergleich von Mediation und Gerichtsverfahren: Diese detaillierte Gegenüberstellung kontrastiert beide Verfahren in Bezug auf Einleitung, Gestaltung, Beendigung und die Rolle der Anwälte.

8 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, warum die Mediation aufgrund ihrer zukunftsorientierten und interessensgerechten Struktur eine wachsende Akzeptanz als Alternative zum Gerichtsverfahren erfährt.

Schlüsselwörter

Mediation, Konfliktlösung, Zivilprozess, Alternative Dispute Resolution, ADR, Interessen, Gerichtsverfahren, Neutralität, Freiwilligkeit, Vertraulichkeit, Verhandlungsführung, Rechtsstreit, Konfliktmanagement, Eigenverantwortlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Anliegen dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Mediation als eine alternative Methode zur Konfliktbeilegung, die den strukturellen Defiziten des klassischen, staatlichen Gerichtsprozesses gegenübergestellt wird.

Welche Themenfelder stehen im Fokus der Untersuchung?

Neben der Definition und Geschichte der Mediation werden insbesondere der Phasenablauf, die grundlegenden Prinzipien sowie die Vor- und Nachteile gegenüber staatlichen Gerichtsverfahren betrachtet.

Was ist das primäre Ziel der Mediation laut Autorin?

Das Ziel ist eine einvernehmliche, zukunftsorientierte Lösung zwischen den Konfliktparteien, die auf deren Interessen und Bedürfnissen basiert, anstatt eine autoritative richterliche Entscheidung zu forcieren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit einschlägiger Literatur, gesetzlichen Grundlagen und existierenden empirischen Studien zum Konfliktmanagement.

Was wird im inhaltlichen Hauptteil des Buches behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der sechs Phasen der Mediation, der essenziellen Prinzipien für ein erfolgreiches Verfahren sowie einen direkten Vergleich zwischen gerichtlichem Urteilsverfahren und Mediation.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Mediation, Konfliktlösung, Zivilprozess, Alternative Dispute Resolution (ADR), Freiwilligkeit, Neutralität und Eigenverantwortlichkeit.

Warum wird Mediation als "zukunftsorientiert" bezeichnet?

Im Gegensatz zum Gericht, das primär vergangene Tatsachen bewertet, zielt die Mediation auf die Klärung und den Erhalt der zukünftigen Beziehung zwischen den Parteien ab.

Welche Rolle nehmen Anwälte in der Mediation ein?

Anwälte agieren in der Mediation nicht als reine Vertreter, die den Konflikt an sich reißen, sondern fungieren als „Parteienbegleiter“ und „Coach“, die bei der Interessenklärung unterstützen.

Ist Mediation bei jedem Konflikt sinnvoll?

Nein, bei sehr feindseligen Beziehungen oder wenn eine verbindliche Leitentscheidung zu einer Rechtsfrage notwendig ist, kann ein gerichtliches Verfahren trotz seiner Defizite opportuner sein.

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Details

Title
Mediation als Alternative des Gerichtsprozesses
College
University of Applied Sciences Berlin
Grade
1,0
Author
Anja Böhm (Author)
Publication Year
2009
Pages
30
Catalog Number
V134445
ISBN (eBook)
9783640426294
ISBN (Book)
9783640424146
Language
German
Tags
Mediation Gerichtsverfahren Alternative Dispute Resolution Streitbeilegung Thema Mediation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Böhm (Author), 2009, Mediation als Alternative des Gerichtsprozesses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134445
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