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Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) in Handels- und Steuerbilanz. Ansatz und Bewertung von Rückstellungen.

Kritische Analyse und beispielhafte Darstellung

Title: Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) in Handels- und Steuerbilanz. Ansatz und Bewertung von Rückstellungen.

Seminar Paper , 2008 , 46 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Carsten Flock (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

„Das HGB-Bilanzrecht wird […] künftig eine echte Alternative zu den IFRS sein.“ Mit diesem Zitat beschreibt MinRat Dr. Christoph Ernst in einem Interview mit der Fachzeitschrift Wirtschaftsprüfung die Annäherung der HGB-Rechnungslegung durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz an das IFRS-Recht. Das deutsche Bilanzrecht soll hierbei zu einer kostengünstigeren
und einfacheren Alternative der internationalen Rechnungslegung ausgebaut werden. Nach einer „Durchforstung und Entrümpelung des HGB“ werden Wahlrechte gestrichen, die zu einer Stärkung der Informationsfunktion des handelsrechtlichen Jahresabschlusses
führen sollen. Die Einführung neuer Bewertungsvorschriften für Rückstellungen stellt einen der zentralen Bestandteile des BilMoG dar. Die mit dem Gesetz einhergehenden Änderungen sollen größtenteils steuerneutral durchzuführen sein. Nachdem die Bundesregierung am 08. November 2007 den Referentenentwurf
des BilMoG vorlegte, folgte am 21. Mai 2008 der Regierungsentwurf. Der vorliegende Regierungsentwurf
zeigt teilweise wesentliche Änderungen gegenüber dem Referentenentwurf auf. Im Rahmen dieser Arbeit werden die grundlegenden Ansatz-, Bewertungs- und Ausweisfragen von Rückstellungen nach altem Recht kurz skizziert, um dann ausführlich die neuen Regelungen des BilMoG darzustellen und einer kritischen Würdigung zu unterwerfen. Einer
Veranschaulichung dienen die aufgezeigten Beispiele. Den Pensionsverpflichtungen ist ein gesondertes Kapitel gewidmet, da sie allgemein erhebliche Auswirkungen auf die Darstellung
der Vermögens-, Finanz- und Ertragssituation eines Unternehmens haben und somit eine bedeutende Rolle im Jahresabschluss spielen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Rückstellungsbegriff

3 Rückstellungen

3.1 Ansatz von Rückstellungen

3.1.1 Geltende Rechtslage

3.1.2 Änderungen durch das BilMoG

3.2 Bewertung von Rückstellungen

3.2.1 Geltende Rechtslage

3.2.2 Änderungen durch das BilMoG

3.2.2.1 Preis- und Kostensteigerungen

3.2.2.2 Diskontierung

3.3 Ausweis von Rückstellungen

3.4 Beispielhafte Darstellung

4 Pensionsrückstellungen

4.1 Ansatz von Pensionsrückstellungen

4.1.1 Geltende Rechtslage

4.1.2 Änderungen durch das BilMoG

4.2 Bewertung von Pensionsverpflichtungen

4.2.1 Geltende Rechtslage

4.2.2 Änderungen durch das BilMoG

4.2.2.1 Berücksichtigung von Zukunftstrends

4.2.2.2 Diskontierung

4.3 Ausweis von Pensionsverpflichtungen

4.3.1 Versicherungsmathematische Verfahren

4.3.2 Saldierung von Schulden mit Planvermögen

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Auswirkungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) auf den Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen im Handels- und Steuerrecht kritisch zu analysieren und deren Bedeutung für die Unternehmensbilanzierung darzustellen.

  • Grundlagen des Rückstellungsbegriffs und deren Klassifizierung
  • Analyse der BilMoG-Änderungen für Rückstellungen dem Grunde und der Höhe nach
  • Spezifische Betrachtung der Pensionsrückstellungen
  • Kritische Würdigung der Diskontierung und Preissteigerungsberücksichtigung
  • Beispielhafte Anwendung der neuen Bewertungsmethoden

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Geltende Rechtslage

Bei dem Ansatz von Rückstellungen gilt der Grundsatz der vorsichtigen Bewertung, wie er in § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB kodifiziert ist. Rückstellungen sind in der Handelsbilanz verpflichtend nach § 249 und § 274 Abs. 1 HGB in den folgenden Fällen zu bilden: 1. Im Geschäftsjahr unterlassene Aufwendungen für Instandhaltung, die im folgenden Geschäftsjahr innerhalb von drei Monaten nachgeholt werden, 2. Im Geschäftsjahr unterlassene Aufwendungen für Abraumbeseitigung, die im folgenden Geschäftsjahr nachgeholt werden, 3. Ungewisse Verbindlichkeiten. 4. Latente Steuern (nur bei Kapitalgesellschaften), 5. Gewährleistungen, die ohne rechtliche Verpflichtung erbracht werden (Kulanzleistungen), 6. Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

Legt man die Klassifikation der Rückstellungen aus Abb. 1 zu Grunde, so lassen sich die bei den zuerst genannten Ansatzgebote der obigen Aufzählung den Aufwandsrückstellungen, die Punkte 3, 4 und 5 den Verbindlichkeitsrückstellungen zuordnen. Punkt 6 stellt eine Drohverlustrückstellung dar. Ein Wahlrecht zur Bildung von Rückstellungen im Handelsrecht besteht für: 1. Bestimmte Aufwendungen i. S. d. § 249 Abs. 2 HGB, 2. Im Geschäftsjahr unterlassene Aufwendungen für Instandhaltung, die im folgenden Geschäftsjahr nach Ablauf von drei Monaten, aber bis zum Jahresende nachgeholt werden.

Die Aufwendungen des § 249 Abs. 2 HGB beziehen sich auf solche, die nach ihrer Eigenart genau umschrieben, dem aktuellen oder einem vorherigen Jahr zuzuordnen sind, ihrer Höhe und dem Eintrittszeitpunkt nach als ungewiss gelten, der Eintritt jedoch wahrscheinlich bzw. sicher ist. Sofern keine zwingenden steuerrechtlichen Vorschriften einzuhalten sind, wird über das Maßgeblichkeitsprinzip des § 5 Abs. 1 EStG bestimmt, dass alle buchführungspflichtigen Kaufleute ihre Steuerbilanzen nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung zu erstellen haben. Der Große Senat des BFH hat in seinem Beschluss vom 03. Februar 1969 den Standpunkt vertreten, dass Aktivierungswahlrechte in der Handelsbilanz zu einem Ansatzverbot in der Steuerbilanz führen. Dagegen führen handelsrechtliche Passivierungswahlrechte zu einem steuerlichen Passivierungsverbot. Rückstellungen dürfen somit steuerlich nur angesetzt werden, sofern ein handelsrechtliches Ansatzgebot besteht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Bilanzrechtsmodernisierung und deren Zielsetzung zur Annäherung des HGB an die IFRS.

2 Der Rückstellungsbegriff: Definition der Rückstellungen als Passivposten für ungewisse Verbindlichkeiten oder drohende Verluste.

3 Rückstellungen: Analyse der Ansatz- und Bewertungsvorschriften unter Berücksichtigung der durch das BilMoG initiierten Änderungen und Diskontierungsvorgaben.

4 Pensionsrückstellungen: Untersuchung der speziellen Behandlung von Altersvorsorgeverpflichtungen, deren Bewertung und Ausweis inklusive Saldierungsmöglichkeiten.

5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Auswirkungen des BilMoG auf die Aussagekraft der Bilanz und die finanzielle Situation der Unternehmen.

Schlüsselwörter

BilMoG, Rückstellungen, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Pensionsrückstellungen, Maßgeblichkeitsprinzip, Diskontierung, Instandhaltungsrückstellungen, Drohverlustrückstellungen, Passivierung, Bewertung, Bewertungswahlrechte, Unternehmensrechnung, Jahresabschluss, HGB.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) induzierten Veränderungen bei der Bildung und Bewertung von Rückstellungen in der Handels- und Steuerbilanz.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen den Rückstellungsbegriff, die Anpassungen der Ansatz- und Bewertungsvorschriften sowie die spezifische Behandlung von Pensionsverpflichtungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist eine kritische Analyse und beispielhafte Darstellung, wie das BilMoG die bilanzielle Behandlung von Rückstellungen verändert und welche Auswirkungen dies auf die Unternehmensberichterstattung hat.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der einschlägigen Gesetze, BFH-Urteile und der aktuellen Fachdiskussion zum BilMoG.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert detailliert den Ansatz und die Bewertung allgemeiner Rückstellungen sowie die komplexe Problematik der Pensionsrückstellungen unter Einbeziehung von Zins- und Preistrends.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie BilMoG, Rückstellungen, Handelsrecht, Steuerbilanz, Pensionsverpflichtungen und Passivierungsgrundsätze.

Wie wirkt sich die neue Diskontierungspflicht auf die Bilanz aus?

Durch die verpflichtende Diskontierung von Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden diese auf ihren Barwert abgezinst, was zu einer realistischeren Darstellung führt, aber auch einen höheren Berechnungsaufwand verursacht.

Welche Bedeutung hat die Saldierung bei Pensionsverpflichtungen?

Die Saldierung ermöglicht es, Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Pensionsverpflichtungen dienen, gegen diese zu verrechnen, was zu einer Darstellung des Netto-Ausweises in der Bilanz führt.

Ändert sich die steuerliche Behandlung durch das BilMoG?

Das BilMoG zielt primär auf die Handelsbilanz ab; um steuerliche Auswirkungen oder steuerneutrale Umsetzungen zu gewährleisten, wurden Sonderregelungen wie § 6 Abs. 1 Nr. 3a EStG beibehalten oder angepasst.

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Details

Title
Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) in Handels- und Steuerbilanz. Ansatz und Bewertung von Rückstellungen.
Subtitle
Kritische Analyse und beispielhafte Darstellung
College
Saarland University
Grade
1,3
Author
Carsten Flock (Author)
Publication Year
2008
Pages
46
Catalog Number
V134385
ISBN (eBook)
9783640426034
ISBN (Book)
9783640423118
Language
German
Tags
Ansatz Bewertung Rückstellungen Hintergrund Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes Handels- Steuerbilanz Kritische Analyse Darstellung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Flock (Author), 2008, Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) in Handels- und Steuerbilanz. Ansatz und Bewertung von Rückstellungen., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134385
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