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Der Historikerstreit um die Annexionsfrage Elsass-Lothringens in den 1960er Jahren

Title: Der Historikerstreit um die Annexionsfrage Elsass-Lothringens in den 1960er Jahren

Seminar Paper , 2007 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefanie Zabel (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Mitte der 1960er Jahre entbrannte unter den Geschichtswissenschaftlern eine hitzige Diskussion zur Frage der deutschen Annexion von Elsass und Lothringen nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871.
Walter Lipgens versuchte mit seinem Aufsatz von 1964, eine allgemein anerkannte Sichtweise, Bismarck sei ein Getriebener der Medien gewesen und war aufgrund dessen gezwungen, Elsass und Lothringen annektieren, zu widerlegen.
Lothar Gall antwortete kritisch mit der Gegenthese, dass es für die Ansicht, Bismarck habe auf Grund seines eigenen Annexionswunsches die Presse manipuliert, keine wirklichen Beweise gibt.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit sollen die bereits benannten Aufsätze von Lothar Gall und Walter Lipgens stehen, jedoch sollen weitere Forschungsergebnisse und Meinungen anderer Geschichtswissenschaftler ergänzend herangezogen werden.
Die Untersuchung dieser Thematik wird in fünf Abschnitte erfolgen.
Der erste Abschnitt nährt sich durch einige wichtige Argumentationspunkte von Lipgens, die er anführt, um seine These zu bestätigen. Danach werden die Gegenthesen anderer Historiker, vornehmlich die von Lothar Gall, der Behauptung von Lipgens gegenüber gestellt. Eberhard Kolbs Aufsatz, welcher an den Kompetenzen Lipgens zu zweifeln scheint, wird im dritten Teil analysiert werden. Als Resümee der diskutierenden Historiker dient die 1970 veröffentlichte Arbeit von Gall.
Den Schluss dieser Analyse bildet die Beantwortung der Frage, welcher der Geschichtswissenschaftler die überzeugendsten Argumente in den 1960er Jahren brachte. Des Weiteren will ich einen Ausblick auf die Zukunft des damals jungen deutschen Nationalstaates geben und den Wert der Einwirkung der Annexion von Elsass und Lothringen auf diese Entwicklung kurz einschätzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Walter Lipgens - Bismarck als Initiator der Forderung durch die Öffentlichkeit, Elsass und Lothringen zu annektieren

II. Die Gegenargumente der diskussionsbeteiligten Historiker

III. Eberhard Kolb - Zweifel an der Kompetenz von Walter Lipgens?

IV. Ein Resümee von Lothar Gall 1970

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den geschichtswissenschaftlichen Diskurs der 1960er Jahre über die deutsche Annexion von Elsass und Lothringen nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871. Dabei steht die kritische Auseinandersetzung mit Walter Lipgens' These, Bismarck habe die öffentliche Meinung durch die Presse bewusst in Richtung einer Annexionsforderung gelenkt, im Zentrum der Analyse.

  • Analyse des Historikerstreits um die Entstehung der Annexionsforderung
  • Gegenüberstellung der Positionen von Walter Lipgens und Lothar Gall
  • Untersuchung der Rolle Bismarcks im Kontext der öffentlichen Meinungsbildung
  • Kritische Würdigung der quellenkritischen Arbeitsweise beteiligter Historiker
  • Bewertung des Einflusses der Annexion auf die Entwicklung des jungen deutschen Nationalstaates

Auszug aus dem Buch

I. Walter Lipgens - Bismarck als Initiator der Forderung durch die Öffentlichkeit, Elsass und Lothringen zu annektieren

Mit seiner Theorie, dass Bismarck die öffentliche Presse und damit auch die Meinung der Deutschen bewusst in Richtung einer Annexionsforderung von Elsass und Lothringen drängte, verschaffte sich Walter Lipgens 1964 eine weit verbreitete Anerkennung unter den Geschichtswissenschaftlern, da seine Argumente dafür eine sehr überzeugende Wirkung auf den Leser haben.

Doch womit versucht er, seine These zu untermauern? Welche Argumente seinerseits haben ihm zu dem Lob verholfen, der ihm letztendlich zuteil wurde?

Um diese Frage zu klären, ist es nötig die einzelnen Ergebnisse seiner Forschung darzustellen. Anlass für seine Arbeit waren die Aussagen von Herzfeld und Bußmann, welche beide bezweifelten, dass Bismarck sich der öffentlichen Forderung gänzlich untergeordnet habe.

Zum Ersten widmet sich der Autor der Frage, “in welchem Sinne Bismarck vor 1870 das Elsaß erwähnt hat”. Doch bevor er diese zur Beantwortung zieht, bedient er sich einigen namhaften Bürgern des 19. Jh.s. Heinrich Heine sprach sich in den Jahren um 1844, wie auch andere Menschen, gegen die Annexion des Elsass aus, Personen wie Duncker und Moltke forderten den Landteil Frankreichs, gerade in den Jahren 1859.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung skizziert den historischen Diskurs der 1960er Jahre über die Annexion von Elsass-Lothringen und definiert das Ziel der Arbeit, die Argumentationslinien verschiedener Historiker zu vergleichen.

I. Walter Lipgens - Bismarck als Initiator der Forderung durch die Öffentlichkeit, Elsass und Lothringen zu annektieren: Dieses Kapitel erläutert Lipgens' zentrale These, dass Bismarck gezielt die öffentliche Meinung mittels der Presse zugunsten einer Annexion beeinflusst habe.

II. Die Gegenargumente der diskussionsbeteiligten Historiker: Hier werden Lothar Galls kritische Einwände gegen Lipgens' Arbeit dargestellt, insbesondere dessen Mängel in der systematischen Quellenarbeit.

III. Eberhard Kolb - Zweifel an der Kompetenz von Walter Lipgens?: Dieses Kapitel analysiert Eberhard Kolbs Untersuchung, in der er die methodische Integrität und die Schlussfolgerungen von Lipgens stark in Frage stellt.

IV. Ein Resümee von Lothar Gall 1970: Gall zieht ein Resümee über den Verlauf des Diskurses und reflektiert die Rolle der Historiker, die Gefahr der Voreingenommenheit und den historischen Kontext der Annexion.

V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und betont, dass der Diskurs primär aufzeigte, dass die Annexion ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren war, fernab einer simplen Steuerung durch einen einzelnen Akteur.

Schlüsselwörter

Elsass-Lothringen, Bismarck, Annexion, Deutsch-Französischer Krieg, Historikerstreit, Walter Lipgens, Lothar Gall, Eberhard Kolb, öffentliche Meinung, Presse, Reichsgründung, Annexionsforderung, Quellenanalyse, Nationalbewegung, 1870/1871

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt den fachwissenschaftlichen Historikerstreit in den 1960er Jahren über die Ursachen und die Entstehungsgeschichte der Forderung nach Annexion von Elsass und Lothringen im Jahr 1870.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Rolle Otto von Bismarcks, die Beeinflussbarkeit der damaligen Tagespresse, der Zusammenhang zwischen nationaler Einigungsbewegung und Annexionswünschen sowie die methodische Qualität geschichtswissenschaftlicher Debatten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die überzeugendsten Argumente der beteiligten Historiker zu identifizieren und zu bewerten, ob Bismarck die öffentliche Meinung aktiv manipulierte oder ob andere Faktoren für die Annexionsforderung ausschlaggebend waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literatur- und Quellenanalyse, bei der die Texte von Lipgens, Gall, Kolb und weiteren Historikern hinsichtlich ihrer Argumentationsstruktur und Quellenbasis ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Lipgens-These, die Analyse der Gegenargumente von Lothar Gall und Eberhard Kolb sowie eine abschließende Bilanz der wissenschaftlichen Kontroverse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bismarck, Annexion, Elsass-Lothringen, Historikerstreit, öffentliche Meinung und Quellenkritik am besten zusammenfassen.

Wie bewertet der Autor die Rolle von Eberhard Kolb im Diskurs?

Der Autor würdigt Kolbs sorgfältige Untersuchung der Thesen von Lipgens, bemängelt jedoch kritisch dessen gelegentliche Abgleiten von der sachlichen Analyse hin zu persönlichen Unterstellungen.

Was schlussfolgert die Arbeit bezüglich der "Legende" Bismarcks als "böser Geist"?

Die Analyse stützt die Sichtweise, dass die Zuschreibung, Bismarck sei der alleinige Drahtzieher gewesen, der die Geschichte manipulierte, eher in den Bereich der historischen Mythen gehört und die komplexen historischen Realitäten verkürzt.

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Details

Title
Der Historikerstreit um die Annexionsfrage Elsass-Lothringens in den 1960er Jahren
College
Technical University of Chemnitz  (Institut für Europäische Geschichte)
Course
Das Reichsland Elsass-Lothringen
Grade
1,7
Author
Stefanie Zabel (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V134216
ISBN (eBook)
9783640421633
ISBN (Book)
9783640421923
Language
German
Tags
Elsass-Lothringen Bismarck 1871 Annexion Historikerstreit Forschung der 1960er Jahre Außenpolitik Deutsches Reich Reichsgründung Beziehungen Frankreich Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Zabel (Author), 2007, Der Historikerstreit um die Annexionsfrage Elsass-Lothringens in den 1960er Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134216
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