In den letzen Jahrzehnten hat es weitreichende Veränderungen im deutschen Beschäftigungssystem gegeben. Im der Ausbildung von jungen Arbeitskräften wird mittlerweile eine Vermittlung von Schlüsselqualifikationen erwartet auch von Seiten der Berufsschule, die sie als ausgelernte Kraft mit in den Beruf bringen sollen. Somit hat eine Förderung der Handlungskompetenz im beruflichen Lernen sehr an Gewicht gewonnen. Im Laufe der Jahre gab es zahlreiche Neuordnungen der Ausbildungsberufe, um sich den Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt anzupassen. Die Anforderungen an den Arbeitnehmer hatten sich verändert, so musste auch die Schule bzw. die Berufsausbildung, ausgehend von ihrem Bildungsauftrag, dazu angepasst bzw. umstrukturiert werden, so dass sie den gegeben Anforderungen entspricht, um qualifizierte Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt zu produzieren. Das bisherige Ausbildungssystem war an seine Grenzen gelangt, daher entwickelte die Kultusministerkonferenz des Bundes ein Model als Antwort auf die veränderten Bedingungen und Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt.
Wirtschaft und Gesellschaft befinden sich in einem anhaltenden Strukturwandel. Um diesen Wandel zu bewältigen, zu nutzen und mitzugestalten, ist ein lebenslanges Lernen erforderlich. Es werden hohe Anforderungen an alle Organisationen im Bildungsbereich gestellt und der Organisationsgrad der Arbeit steigt stetig. Um dies zu fördern wird der Unterricht in der Berufsausbildung nun handlungsorientiert gestaltet. Laut der Rahmenvereinbarung der KMK ist die berufliche Bildung einem doppelten Ziel verpflichtet:
• Die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler in sozialer Verantwortung soll gefördert werden.
• Es soll eine Qualifizierung zur Ausübung eines Berufs stattfinden, d.h. für Tätigkeiten, die aktuell auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt werden oder für die ein Bedarf erwartet wird
• Gefordert wird nicht der Erwerb “trägen Wissens”, sondern die Lehr-Lern-Arrangements sollen den Erwerb von “intelligentem, anwendungsfähigem Wissen” / “Strukturwissen” ermöglichen
Früher wollte man mit dem Unterricht Inhalte vermitteln und Lernziele erreichen, heute dagegen möchte man, dass Schülerinnen und Schüler Kompetenzen entwickeln. Die Lernfeldkonzeption setzt somit an den Kritikpunkten des Dualen Systems an.
Und hier setzt dann auch meine Leitfrage der Hausarbeit an: Sind lernfeldorientierte Curricula denn überhaupt geeignet, um das aufgetretene Berufsbildungsproblem zu beheben?
Gliederung
1 Einführung in die Thematik unter dem Aspekt der gestiegenen Anforderungen im Beschäftigungssystems
2 Grundlagen des Lernfeldkonzepts
2.1 Berufliches Lernen
2.2 Handlungsfelder
2.3 Lernfelder
2.4 Lernsituationen
3 Lernfelder im Unterricht der Berufsschule
3.1 Didaktische Zielperspektive von Lernfeldern
3.2 Von der beruflichen Handlungssituation zu Lernfeld
3.3 Lernfelder in den Rahmenlehrplänen und ihre Umsetzung im Unterricht
3.4 Zusammenfassung: Vom der Handlungsebene zur Lernsituation
4 Stärken des Lernfeldkonzepts gegenüber der Fächersystematik durch handlungsorientierten, fächerübergreifenden Unterricht
5 Grenzen und Schwächen des Lernfeldkonzepts bezogen auf die Konstruierung von Lernfeldern
5.1 Neue Anforderung an die Lehrkraft
5.2 Organisation/Umsetzung des LFK
5.3 Schüler
6 Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Hausarbeit untersucht die Eignung lernfeldorientierter Curricula zur Bewältigung aktueller Probleme in der beruflichen Bildung und beleuchtet die didaktischen Gestaltungsprinzipien sowie die Möglichkeiten und Grenzen des Lernfeldkonzepts im Hinblick auf die Förderung der beruflichen Handlungskompetenz.
- Grundlagen und Definitionen des Lernfeldkonzepts
- Didaktische Zielperspektiven von Lernfeldern
- Prozess der Transformation von Handlungssituationen zu Lernsituationen
- Stärken gegenüber der klassischen Fächersystematik
- Herausforderungen an Lehrkräfte, Organisation und Lernende
Auszug aus dem Buch
3.1 Didaktische Zielperspektive von Lernfeldern
In der Rahmenvereinbarung der KMK werden die Ziele des Lernens in der Berufsschule wie folgend beschrieben: Die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und die Qualifizierung zur Ausübung einer beruflichen Tätigkeit nach den aktuellen Ansprüchen des Arbeitsmarktes.14
Daraus resultierend ist eine Handlungsorientierung im Unterricht erforderlich um den oben genannten Zielvorgaben gerecht zu werden. „Bezogenen auf diesen Bildungsauftrag führen die Vorgaben [...] zu einer veränderten didaktischen Struktur der Lernziele und Lerninhalte.“15
Dazu heißt es in der Handreichung der KMK: „Die Zielsetzung der Berufsausbildung erfordert es, den Unterricht an einer auf die Aufgaben der Berufsschule zugeschnitten Pädagogik auszurichten, die Handlungsorientierung betont und junge Menschen zu selbständigen Planen, Durchführen und Beurteilen von Arbeitsaufgaben im Rahmen ihrer Berufstätigkeit befähigt.“16
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in die Thematik unter dem Aspekt der gestiegenen Anforderungen im Beschäftigungssystems: Die Einleitung beleuchtet den Strukturwandel und die resultierenden Anforderungen an eine handlungsorientierte Berufsausbildung.
2 Grundlagen des Lernfeldkonzepts: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie berufliches Lernen, Handlungsfelder, Lernfelder und Lernsituationen auf Basis der KMK-Handreichung.
3 Lernfelder im Unterricht der Berufsschule: Es wird der didaktische Prozess von der curricularen Vorgabe über die Handlungsanalyse bis hin zur konkreten unterrichtlichen Lernsituation erläutert.
4 Stärken des Lernfeldkonzepts gegenüber der Fächersystematik durch handlungsorientierten, fächerübergreifenden Unterricht: Das Kapitel analysiert die Vorteile der Lernfeldorientierung hinsichtlich Handlungskompetenz und Praxisnähe gegenüber der traditionellen Fächerstruktur.
5 Grenzen und Schwächen des Lernfeldkonzepts bezogen auf die Konstruierung von Lernfeldern: Die Arbeit diskutiert die Herausforderungen für Lehrkräfte, die organisatorische Umsetzung und die Akzeptanz durch die Schüler.
6 Resümee und Ausblick: Der Autor bewertet den Lernfeldansatz als zukunftsweisend, weist jedoch auf notwendige Weiterentwicklungen in der Umsetzung und Lehrerausbildung hin.
Schlüsselwörter
Lernfeldkonzept, Berufsschule, Handlungsorientierung, Handlungskompetenz, Lernsituation, Rahmenlehrplan, Didaktik, Berufsbildung, Fächerübergreifender Unterricht, KMK, Lehr-Lern-Arrangements, Strukturwandel, Curriculumentwicklung, Schlüsselqualifikationen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Implementierung und den didaktischen Prinzipien des Lernfeldkonzepts an berufsbildenden Schulen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen des Lernfeldkonzepts, die didaktische Gestaltung des Unterrichts sowie eine kritische Auseinandersetzung mit dessen Stärken und Schwächen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Leitfrage, ob lernfeldorientierte Curricula geeignet sind, die aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes und Berufsbildungsprobleme effektiv zu adressieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der maßgeblichen bildungspolitischen Vorgaben (KMK) und berufspädagogischer Fachliteratur zur Didaktik des Lernfeldkonzepts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Beschreibung der didaktischen Prozessschritte von der Handlungssituation zum Lernfeld sowie die Gegenüberstellung von Stärken und Grenzen des Konzepts.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Handlungsorientierung, Lernfeldkonzept, Handlungskompetenz und didaktische Transformation charakterisiert.
Wie unterscheiden sich Lernfelder von der traditionellen Fächerstruktur?
Während Fächer auf systematische Wissenswiedergabe ausgerichtet waren, orientieren sich Lernfelder an komplexen beruflichen Handlungsfeldern und fördern dadurch fächerübergreifendes, anwendungsorientiertes Wissen.
Welche Anforderungen stellt das Konzept konkret an die Lehrkräfte?
Lehrkräfte müssen vom „Einzelkämpfer“ zum Teamplayer werden, didaktische Freiräume zur Gestaltung nutzen und die Rolle des Moderators im Lernprozess einnehmen, was eine hohe Kompetenz auf didaktischer Ebene erfordert.
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- Dipl. Soz.Päd./Dipl. Soz.Arb. Mirjam Scholz (Author), 2007, Das Lernfeldkonzept mit seinen Leitzielen und didaktischen Gestaltungsprinzipien für den Berufsschulunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134087