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Diachrone Syntax: Zur Wortstellung im Althochdeutschen

Title: Diachrone Syntax: Zur Wortstellung im Althochdeutschen

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Hendrikje Schulze (Author)

German Studies - Miscellaneous
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In der vorliegenden Arbeit wird die Diachrone Syntax des Deutschen, d.h. die Veränderung syntaktischer Strukturen innerhalb des Satzes im Hinblick auf die historische Dimension und den Sprachwandel, untersucht. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Periode des Althochdeutschen. Diese älteste, schriftlich bezeugte Stufe der deutschen Sprache wird zunächst in Bezug auf inner- und außersprachliche Kriterien näher charakterisiert, um eine Abgrenzung von vorhergehenden und nachfolgenden Etappen vorzunehmen. Im Anschluss daran steht die Syntax dieser Sprachstufe im Mittelpunkt der Betrachtung.
Der Begriff "Syntax" kommt aus dem Griechischen ("syntaxis") und bedeutet soviel wie "Zusammenordnung" bzw. "Wortfügung". Auf die gesamte Bandbreite dieses Begriffs, sowie auf die verschiedenen Syntaxtheorien, kann und soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden. Diese Arbeit beschränkt sich auf die oberflächensyntaktische Sichtweise, d.h. auf die lineare Abfolge von sprachlichen Ausdrücken (Wörtern und Wortverbindungen) innerhalb des Satzes. Da für die Strukturierung des Satzes in den meisten Sprachen die Stellung des finiten Verbs eine entscheidende Rolle spielt (vgl. DÜRSCHEID, 2000: 11f.), wird vor allem dieser Aspekt der althochdeutschen Syntax näher untersucht.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Vorläufer des Althochdeutschen

2.1. Die indogermanische Sprachfamilie

2.2. Die altgermanischen Dialekte

3. Begriffsbestimmung Althochdeutsch

3.1. Inner- und außersprachliche Kriterien

3.2. Die schriftliche Überlieferung

4. Zur Wortstellung im Indogermanischen

4.1. Haupttendenzen des Satzbaus in den indogermanischen Sprachen

4.2. Die Stellung der finiten Verbform

5. Zur Wortstellung im Germanischen

6. Zur Wortstellung im Althochdeutschen

6.1. Haupttendenzen in der strukturellen Entwicklung des Satzes

6.2. Die Stellung des finiten Verbs im Hauptsatz

6.2.1. Die Stellung der nominalen Verbalglieder der zusammengesetzten Verbformen

6.3. Die Stellung des finiten Verbs im Nebensatz

6.4. Die ausgeklammerten Satzglieder

7. Analyse eines Textbeispiels aus dem „Tatian“

7.1. Tatian, 87, 1 (Christus und die Samariterin)

7.2. Textanalyse

7.3. Schlussfolgerungen

8. Analyse eines Textauszug aus „Christus und die Samariterin“

8.1. Christus und die Samariterin

8.2. Textanalyse

8.3. Schlussfolgerungen

9. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die diachrone Syntax des Deutschen mit einem spezifischen Fokus auf die Entwicklung der Wortstellung innerhalb der althochdeutschen Periode und deren strukturelle Wandlungsprozesse.

  • Charakterisierung der althochdeutschen Sprachstufe anhand inner- und außersprachlicher Kriterien.
  • Untersuchung der Satzbaustrukturen vom Indogermanischen über das Germanische zum Althochdeutschen.
  • Analyse der Stellung des finiten Verbs im Haupt- und Nebensatz sowie der Entwicklung analytischer Verbformen.
  • Empirische Untersuchung anhand von Textbeispielen aus dem „Tatian“ und dem Werk „Christus und die Samariterin“.
  • Diskussion der Einflüsse lateinischer Syntax und poetischer Formvorgaben auf die althochdeutsche Wortstellung.

Auszug aus dem Buch

6.2.1. Die Stellung der nominalen Verbalglieder der zusammengesetzten Verbformen

Wie in Kapitel 6.1. beschrieben, entwickeln sich in der althochdeutschen Periode die kombinatorischen bzw. analytischen Verbformen. Daraus könnte sich die Schlussfolgerung ableiten, dass die beiden Komponenten der entsprechenden Verbform im Satz nebeneinander stehen müssten. Dies ist im Althochdeutschen jedoch keine zwingende Regel. Stattdessen sind, neben den Fällen mit Kontaktstellung, Fälle mit Distanzstellung weitaus häufiger, wobei oft ein Pronomen oder ein Modalwort zwischen die Teile der syntaktischen Verbform geschoben wird. Die beiden Komponenten der kombinatorischen Verbform bilden auf diese Weise eine verbale Klammer, wobei der finite Teil die Zweitstellung nach dem Subjekt einnimmt und der infinite Teil an das Ende des Hauptsatzes verlagert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die diachrone Syntax des Deutschen sowie den historischen Sprachwandel während der althochdeutschen Periode zu untersuchen.

2. Die Vorläufer des Althochdeutschen: Dieses Kapitel erläutert die indogermanische Sprachfamilie und die geographische Einordnung der altgermanischen Dialekte.

3. Begriffsbestimmung Althochdeutsch: Es werden Kriterien zur Abgrenzung des Althochdeutschen sowie die Bedeutung der klösterlichen schriftlichen Überlieferung dargelegt.

4. Zur Wortstellung im Indogermanischen: Hier wird der Satzbau des Indogermanischen betrachtet, insbesondere die Entwicklung von einer freien Wortstellung hin zur SOV-Struktur.

5. Zur Wortstellung im Germanischen: Das Germanische wird als Übergangsstufe zwischen indogermanischer SOV-Struktur und der SVO-Struktur germanischer Einzelsprachen definiert.

6. Zur Wortstellung im Althochdeutschen: Dieses zentrale Kapitel analysiert die strukturellen Haupttendenzen, die Verbstellung im Haupt- und Nebensatz sowie die Ausbildung verbaler Klammern.

7. Analyse eines Textbeispiels aus dem „Tatian“: Die Analyse zeigt die starke Orientierung der althochdeutschen Übersetzung an lateinischen Vorlagen auf.

8. Analyse eines Textauszug aus „Christus und die Samariterin“: Die Untersuchung dieses poetischen Textes verdeutlicht den Einfluss von Reim und Rhythmus auf die syntaktische Struktur.

9. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Tendenz zum Übergang von synthetischen zu analytischen Sprachformen.

Schlüsselwörter

Althochdeutsch, Diachrone Syntax, Wortstellung, Sprachwandel, Satzbau, Finites Verb, Analytische Verbformen, Indogermanisch, Germanisch, Tatian, Christus und die Samariterin, Verbalklammer, Historische Sprachwissenschaft, Syntax, Sprachgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der diachronen Syntax des Deutschen, insbesondere mit der Entwicklung syntaktischer Strukturen während der althochdeutschen Sprachperiode.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die historische Veränderung der Wortstellung, die Stellung des finiten Verbs sowie die Entstehung analytischer Verbformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der deutsche Satzbau historisch vom indogermanischen SOV-Muster hin zu komplexeren Strukturen entwickelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit nutzt eine historisch-vergleichende Methode sowie eine oberflächensyntaktische Analyse konkreter althochdeutscher Texte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich theoretisch mit den Grundzügen der althochdeutschen Syntax und untersucht diese praktisch anhand ausgewählter Textbeispiele aus dem „Tatian“ und der Dichtung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Althochdeutsch, Diachrone Syntax, Wortstellung, Sprachwandel, Verbalklammer und Historische Sprachwissenschaft.

Warum ist die Untersuchung des „Tatian“ für die Arbeit so bedeutsam?

Der „Tatian“ dient als Beispiel für eine Übersetzung, bei der die althochdeutsche Wortstellung stark durch die lateinische Vorlage beeinflusst wurde.

Welche Rolle spielt der poetische Text „Christus und die Samariterin“?

Dieser Text verdeutlicht, wie neben syntaktischen Regeln auch metrische Vorgaben wie Reim und Rhythmus die Wortstellung im Althochdeutschen beeinflussen können.

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Details

Title
Diachrone Syntax: Zur Wortstellung im Althochdeutschen
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für germanistische Sprachwissenschaft)
Course
Hauptseminar: Grundprobleme der diachronen Sprachwissenschaft
Grade
1,7
Author
Hendrikje Schulze (Author)
Publication Year
2003
Pages
24
Catalog Number
V13375
ISBN (eBook)
9783638190480
ISBN (Book)
9783638642842
Language
German
Tags
Diachrone Syntax Wortstellung Althochdeutschen Hauptseminar Grundprobleme Sprachwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hendrikje Schulze (Author), 2003, Diachrone Syntax: Zur Wortstellung im Althochdeutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13375
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