Als Antiparteien-Partei vor 25 Jahren aus sozialen Bewegungen entstanden, sind die Grünen mittlerweile fest im politischen System der Bundesrepublik verankert. In ihrer noch jungen Geschichte haben sie sich mehr oder weniger kontinuierlich weiterentwickelt und sowohl in der Opposition als auch in der Regierung der Länder und des Bundes Verantwortung übernommen. Als demokratische Partei werden sie mittlerweile von allen im Parlament vertretenen Fraktionen akzeptiert, doch wie weit ist es mit der breiten Akzeptanz in der Bevölkerung? Für einige mögen die Grünen immer noch eine reine Öko- oder Umweltpartei sein, andere sehen sie wiederum als ‚vollwertige’ demokratische Partei.
Sind sie der Prototyp einer erfolgreichen Bewegungspartei, die ihre Unterstützung ähnlich einer früheren Milieupartei aus bestimmten Schichten der Bevölkerung erfährt oder sind sie auf dem langen Weg durch Deutschlands Parlamente und Regierungen mittlerweile an dem Punkt angekommen, wo sie einer wählermaximierenden Allerweltspartei in nichts nachstehen?
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, werde ich zunächst eine genauere Definition der beiden Begriffe ‚Bewegungspartei’ und ‚Allerweltspartei’ vornehmen. Es folgt ein kurzer Rückblick auf die bisherige Geschichte der Partei, um das Verständnis der Zusammenhänge zu verbessern. Einleitend in den Hauptteil der Arbeit werde ich die genauen Kriterien zur Bestimmung einer Allerweltspartei erläutern, an denen sich die darauffolgende Analyse der Partei orientiert. Zum Abschluss präsentiere ich eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie eine Einschätzung, wie diese einzuordnen sind.
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Begriffsdefinitionen
- Bewegungspartei
- Allerweltspartei
- Zur Parteigeschichte
- Merkmale einer Allerweltspartei
- Analyse von Bündnis 90/ Die Grünen
- Was ist die Ideologie noch wert?
- Machtkonzentration an der Parteispitze?
- Welche Rolle spielt das einzelne Parteimitglied?
- Gibt es eine „feste" (Milieu-)Wählerschaft?
- Zu welchen Interessenverbänden bestehen Verbindungen?
- Fazit
- Quell enverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Grünen in Deutschland und untersucht, ob sie sich von einer Bewegungspartei zu einer Allerweltspartei gewandelt haben. Die Arbeit analysiert die Merkmale beider Parteientypen und setzt diese in Relation zur Entwicklung der Grünen in den vergangenen 25 Jahren.
- Die Entstehung und Entwicklung der Grünen als Partei
- Die Merkmale von Bewegungsparteien und Allerweltsparteien
- Die Ideologie und die Rolle der Parteispitze bei den Grünen
- Die Wählerschaft und die Verbindungen zu Interessenverbänden
- Die Rolle des einzelnen Parteimitglieds
Zusammenfassung der Kapitel
Das Vorwort stellt die Fragestellung der Arbeit vor und erläutert den Hintergrund der Untersuchung. Die Kapitel 2 und 4 befassen sich mit den Begriffsdefinitionen von Bewegungsparteien und Allerweltsparteien, wobei die Arbeit die charakteristischen Merkmale beider Parteientypen herausarbeitet. Kapitel 3 bietet einen kurzen Abriss der Parteigeschichte der Grünen und zeigt die wichtigsten Entwicklungsstufen der Partei auf. In Kapitel 5 werden die Grünen anhand der zuvor definierten Kriterien der Allerweltspartei analysiert. Hierbei werden die Ideologie, die Machtkonzentration, die Rolle des einzelnen Parteimitglieds, die Wählerschaft und die Verbindungen zu Interessenverbänden untersucht. Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet den Wandel der Grünen von einer Bewegungspartei zu einer Allerweltspartei.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen Bewegungsparteien, Allerweltsparteien, Bündnis 90/ Die Grünen, Parteientwicklung, Ideologie, Machtkonzentration, Parteispitze, Wählerschaft, Interessenverbände, Rolle des Einzelnen, politische Kultur, grüne Politik, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Haben sich die Grünen von einer Bewegungspartei zur Allerweltspartei gewandelt?
Die Arbeit untersucht diesen Wandel kritisch und analysiert, ob die Partei ihre Milieu-Wurzeln verlassen hat, um eine breitere Wählerschaft zu maximieren.
Was kennzeichnet eine „Bewegungspartei“?
Eine Bewegungspartei entsteht aus sozialen Bewegungen (wie der Ökobewegung), ist stark ideologisch geprägt und stützt sich auf eine spezifische Milieu-Anhängerschaft.
Was sind die Merkmale einer „Allerweltspartei“ (Catch-all Party)?
Merkmale sind die Entideologisierung, die Stärkung der Parteispitze auf Kosten der Basis und das Ziel, Wähler aus allen gesellschaftlichen Schichten anzusprechen.
Welche Rolle spielt das einzelne Parteimitglied heute bei den Grünen?
Die Analyse untersucht, ob es eine Machtkonzentration an der Parteispitze gibt und inwieweit die Basis noch Einfluss auf strategische Entscheidungen hat.
Gibt es bei den Grünen noch eine feste Milieu-Wählerschaft?
Die Arbeit prüft, ob die Unterstützung weiterhin aus bestimmten Schichten erfolgt oder ob die Partei mittlerweile von allen Bevölkerungskreisen akzeptiert wird.
Wie hat die Regierungsverantwortung die Partei verändert?
Die Übernahme von Verantwortung in Bund und Ländern gilt als wichtiger Faktor für die Professionalisierung und die Einbindung in das etablierte politische System.
- Quote paper
- Bachelor of Arts (B.A.) Nicolas Sturm (Author), 2005, 25 Jahre grüne Politik in Deutschland: Bündnis 90/ Die Grünen - von einer Bewegungs- zu einer Allerweltspartei?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133559