Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstands und dem Aufzeigen von Trends einen Überblick über etablierte Methoden der Geschäftsprozessmodellierung zu geben und drei Modellierungsmethoden unter Verwendung eines Beispiels zu konkretisieren.
Zuerst werden die Grundlagen bezüglich allgemeiner Prozesse, sowie spezifisch für Geschäftsprozesse, geklärt. Anschließend folgt die Vorstellung der ausgewählten Modellierungsmethoden für dieses Assignment mit einer nachfolgenden Einschätzung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Nach der Erläuterung der Grundlagen erfolgt die Darlegung des Stands der Geschäftsprozessmodellierung und das Aufzeigen aktueller Trends. Im Anschluss daran werden die selektierten Modellierungsmethoden jeweils auf einen konkreten Anwendungsfall bezogen und umgesetzt. Am Schluss wird eine Dokumentation der wichtigsten Ergebnisse der Arbeit, gefolgt von einer kritischen Würdigung und zukünftigen Aussichten, dargestellt.
Die Digitalisierung ist das zentrale Thema unserer Zeit. Die rasante Entwicklung von bestehenden und neuen Technologien stellt umfassende Möglichkeiten zur Revolutionierung vorhandener privater und unternehmerischer Strukturen zur Verfügung. Vor allem im betrieblichen Umfeld steht der Begriff Industrie 4.0 im Mittelpunkt. Unternehmen setzten sich dabei zum Ziel ihre eigenen Wertschöpfungsprozesse über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus mit allen Stakeholdern zu vernetzen. Dazu zählen kooperierende Unternehmen, sowie auch deren Kunden. In der modernen Wirtschaft ist diese Kooperation von entscheidendem Wert, da die Bewältigung der neuartigen Aufgaben, welche von zunehmender Komplexität gekennzeichnet sind, sonst deutlich mehr Zeit erfordern oder überhaupt nicht fertiggestellt werden können. Diese genannten Schwierigkeiten erfordern eine zielgenaue Konzeption der betrieblichen Prozesse, um die Risiken bei der übergreifenden Integration der Technologien zu minimieren, der Dynamik der modernen Produktentwicklung gerecht zu werden und somit wettbewerbsfähig zu bleiben. Hierfür stehen etablierte und neuartige Methoden zur Modellierung von Geschäftsprozessen zur Verfügung, mit welchen die Unternehmen den heutigen Anforderungen gerecht werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Begründung der Problemstellung
1.2 Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen
2.1 Prozess
2.2 Geschäftsprozess
2.3 Modellierungsmethoden
2.3.1 Wertschöpfungskettendiagramm
2.3.2 Ereignisgesteuerte Prozesskette
2.3.3 ARIS-Methode
2.4 Gemeinsamkeiten und Unterschiede ausgewählter Methoden
3 Einschätzung der aktuellen Geschäftsprozessmodellierung und Trends
3.1 Sachstand
3.2 Entwicklungsaussichten
4 Konkrete Anwendung der ausgewählten Modellierungsmethoden
4.1 Konzipierung eines Wertschöpfungskettendiagramms
4.2 Erstellung der ereignisgesteuerten Prozesskette
4.3 Umsetzung der ARIS-Methode
5 Schluss
5.1 Zusammenfassung
5.2 Kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit besteht darin, unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstands und der Identifikation moderner Trends einen systematischen Überblick über etablierte Methoden der Geschäftsprozessmodellierung zu geben und diese anhand konkreter Praxisbeispiele zu veranschaulichen.
- Methodische Grundlagen der Prozess- und Geschäftsprozessmodellierung
- Vergleichende Analyse von Wertschöpfungskettendiagrammen, ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK) und der ARIS-Methode
- Diskussion aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Geschäftsprozessmanagement
- Praktische Anwendung der Methoden zur Modellierung eines Beschaffungsvorgangs
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Ereignisgesteuerte Prozesskette
Die ereignisgesteuerte Prozesskette, kurz EPK, dient der fachlichen Beschreibung und Dokumentation von Standardprozessen. Das Ziel ist dabei die fokussierte Darstellung der Prozesslogik durch eine sorgfältige Analyse. Im dabei entstehenden Prozessfluss, welcher von oben nach unten gerichtet ist, wird ein Ablauf von Ereignissen und Funktionen beschrieben. Hierbei verkörpern Ereignisse eingetretene Zustände und Funktion die Handlungen, die zur Erreichung dieser Zustände notwendig sind.
Die Komponenten einer EPK sind sehr umfangreich. Gerade in der erweiterten ereignisgesteuerten Prozesskette, kurz eEPK, stehen zusätzliche Mittel zur Prozessmodellierung zur Verfügung. Die Elemente der eEPK werden in der nachfolgenden Tabelle (siehe Tabelle 1) aufgeführt, visualisiert und dessen Zweck erläutert.
Im Laufe des Prozesses werden Entscheidungen durch ein vordefiniertes Regelwerk getroffen, die den Prozessverlauf widerspiegeln. Die wichtigsten Regeln zur Erstellung belaufen sich dabei auf die nachfolgenden Punkte. Es wird immer mit einem Ereignis begonnen und abgeschlossen, wobei Informationsobjekte rechts und Organisationseinheiten links der Funktionen dargestellt werden. Weiterhin müssen Funktion und Ereignis sich immer abwechseln. Alle Elemente der EPK müssen miteinander verbunden sein und dürfen höchstens eine Aus-, beziehungsweise Eingangslinie haben. Wenn es zu einer Verzweigung kommt muss diese mit dem zur Öffnung identischen Konnektor wieder geschlossen werden. Zuletzt darf ein Ereignis zwischen zwei oder mehreren Funktionen keine Entscheidung treffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Digitalisierung und Industrie 4.0 für die Notwendigkeit einer zielgenauen Prozessmodellierung sowie die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel erläutert fundamentale Begriffe wie Prozess und Geschäftsprozess und führt detailliert in die Modellierungsmethoden WKD, EPK und ARIS ein.
3 Einschätzung der aktuellen Geschäftsprozessmodellierung und Trends: Hier wird der Sachstand des Geschäftsprozessmanagements reflektiert und zukünftige Entwicklungsaussichten durch neue Anforderungen diskutiert.
4 Konkrete Anwendung der ausgewählten Modellierungsmethoden: In diesem Kapitel werden die theoretischen Modelle praktisch angewendet, indem ein Beschaffungsprozess modelliert und in das ARIS-Konzept eingeordnet wird.
5 Schluss: Die Arbeit endet mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse sowie einer kritischen Würdigung des gewählten Vorgehens und der Grenzen der Untersuchung.
Schlüsselwörter
Geschäftsprozessmodellierung, Wertschöpfungskettendiagramm, EPK, ARIS-Methode, Digitalisierung, Industrie 4.0, Prozessmanagement, Systemarchitektur, eEPK, Prozessoptimierung, Unternehmensprozesse, Modellierungswerkzeuge, Prozesslogik, Business Process Reengineering, Modellierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Methoden der Geschäftsprozessmodellierung, ihrer theoretischen Fundierung und ihrer praktischen Anwendung im Kontext moderner wirtschaftlicher Anforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Prozessen, die detaillierte Vorstellung der Modellierungsmethoden WKD, EPK und ARIS sowie die Analyse von Trends im Prozessmanagement.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über etablierte Modellierungsmethoden zu bieten und diese exemplarisch anhand eines konkreten Beschaffungsvorgangs praxisnah anzuwenden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Der Autor nutzt eine systematische Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung sowie eine anwendungsorientierte Modellierung mittels des Tools diagrams.net.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der Methoden, eine vergleichende Analyse, eine Diskussion aktueller Trends und eine konkrete praktische Modellierung der gewählten Methoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Geschäftsprozessmodellierung, Modellierungsmethoden, ARIS, EPK, Wertschöpfungskettendiagramm und Digitalisierung.
Warum wird im ARIS-Konzept zwischen verschiedenen Sichten und Ebenen unterschieden?
Diese Differenzierung ermöglicht es, die Gesamtheit betrieblicher Informationssysteme in ihrer Komplexität zu erfassen, indem verschiedene Aspekte wie Daten, Funktionen und Prozesse separat betrachtet und strukturiert werden.
Welche Rolle spielt die Abstraktion in den besprochenen Modellen?
Abstraktion ist essenziell, um komplexe realwirtschaftliche Zusammenhänge zu reduzieren und dadurch die Identifikation von Optimierungspotenzialen und die Kommunikation zwischen Beteiligten zu ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Fabian Schnabel (Autor:in), 2023, Methoden der Geschäftsprozessmodellierung und Trendforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1335570