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Standarddeutsche Relativkonjunktionen gegenüber regionaler Varietät. Bewertung und Verwendung des "wo-Relativs"

Title: Standarddeutsche Relativkonjunktionen gegenüber regionaler Varietät. Bewertung und Verwendung des "wo-Relativs"

Term Paper , 2023 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Linguistics
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Für Sprecher, die nicht aus Süddeutschland stammen, kann es hin und wieder auffällig sein, dass "wo" in den süddeutschen Dialekten als relativer Satzanschluss gebraucht wird. Daher fokussiert sich der erste Teil dieser Hausarbeit darauf, herauszufinden, in welchem Kontext das wo-Relativ als standardsprachlich zulässig erscheint und in welchem Zusammenhang es als dialektal markiert wird. Hierbei beschränkt sich der Text vor allem auf das wo-Relativ ohne temporalen Charakter. Dabei stellt sich heraus, dass das "wo" als Relativadverb im Standarddeutschen zwar anstelle einer Präposition mit anschließendem Relativpartikel stehen kann, aber die Vertretung eines einfachen Relativpronomen ohne Präposition als dialektal markiert wird.

Anschließend wird im zweiten Teil der Arbeit die soziolinguistische Perspektive mit einbezogen, um zu zeigen, mit welcher Häufigkeit diese Variation auftritt und durch welche v. a. externen Faktoren das Auftreten besonders begünstigt wird. Dazu dienen neben den Korpusanalysen Karin Pittners auch Andrea Enders' Untersuchungen zur Dialekt-Standard-Variation im Zweitspracherwerb, die Panelstudie von Karen V. Beaman – welche die Verwendung des wo-Relativs in Stuttgart und Schwäbisch Gmünd aufzeigt – und die Studien Adriana Hanulíkovás zur Bewertung und Grammatikalität regionaler Syntax.

Der letzte Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die Verwendung des des Wo-Relativs eine Erleichterung im Zweitsprachenerwerb darstellen könnte und diskutiert Argumente für und gegen eine mögliche standardsprachliche Akzeptanz des Relativadverbs "wo" als Vertretung für ein einfaches Relativpronomen ohne Präposition.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die grammatische Bewertung des wo-Relativs

3. Die Verwendung von wo als „universelles Relativadverb“

4. Die kognitiven und sozialen Vor- und Nachteile im Zweitsprachenerwerb

5. Fazit

6. Literatur

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht die dialektale und standardsprachliche Verwendung des Relativadverbs "wo" und analysiert, inwieweit dessen Akzeptanz als standardsprachlicher Satzanschluss den Zweitsprachenerwerb für L2-Sprecher erleichtern oder erschweren könnte.

  • Strukturelle Abgrenzung des wo-Relativs von standarddeutschen Relativkonjunktionen
  • Soziolinguistische Faktoren der Verwendung von wo in gesprochener Sprache
  • Einfluss des Bildungsniveaus und externer Normvorgaben auf den Sprachgebrauch
  • Psycholinguistische Analyse von Vor- und Nachteilen für L2-Sprecher
  • Diskussion des Potenzials von "Predictive Coding" beim Spracherwerb

Auszug aus dem Buch

Die Verwendung von wo als „universelles Relativadverb“

Inwieweit sich die oben genannten Konjunktionen empirisch festhalten lassen, soll der soziolinguistische Teil meiner Arbeit klären, der die Verwendung von wo als Relativadverb in der gesprochenen Sprache aufzeigt. Einerseits wurden auf der strukturellen Ebene zwar die präskriptiven Urteile der Grammatiken ersichtlich, andererseits weist Karin Pittner darauf hin, dass „die meisten Grammatiken des Deutschen jedoch die geschriebene Standardsprache“ (Pittner 2004: 359) beschreiben.

Aus diesem Grund unternimmt Pittner eine korpusbasierte Untersuchung für die sowohl schriftliche als auch mündliche Sprache. Pittners Analyse bezieht sich neben den oben angeführten Grammatiken auf drei verschiedene Quellen, die Frankfurter Rundschau, den Mannheimer Morgen und den Pfeffer Korpus. Alle verwendeten Korpora basieren auf Daten aus den 1950er und 1960er Jahren (vgl. ebd.: 360). Pittners Ziel sei es, rauszufinden, „wo die Grenze für das Relativadverb wo in den verschiedenen Varietäten verläuft“ (ebd.). An dieser Stelle könnte auch eine ähnlich aufgebaute Studie mit Bezug zu aktuelleren Korpora interessant für einen diachronen Vergleich sein.

Pittner stellt fest, dass wo meist als lokales Adverb auftrete, sowohl in der geschriebenen als auch in der gesprochenen Sprache (ebd.: 357). Darüber hinaus schreibt Pittner: „Bezugsausdrücke, die nicht eigentlich einen Ort bezeichnen, können durch den Relativanschluss mit wo in einen Ort uminterpretiert werden“ (ebd.: 361). Der Gedanke an eine Metaphorisierung kommt auch im Zusammenhang mit Eisenbergs Empfehlung, wo als universelles Relativadverb zu verstehen auf, dieses „hängt sicherlich mit seiner lokalen Grundbedeutung zusammen. Wir wissen aus vielen anderen Zusammenhängen, dass das Lokale besonders häufig metaphorisiert wird“ (Eisenberg 2020: 301).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Verwendung des wo-Relativs als regionaler Varietät ein und formuliert Thesen zu dessen Auswirkungen auf den Zweitsprachenerwerb.

2. Die grammatische Bewertung des wo-Relativs: Das Kapitel vergleicht die strukturelle Einschätzung des wo-Relativs in gängigen Standard- und Dialektgrammatiken.

3. Die Verwendung von wo als „universelles Relativadverb“: Aufbauend auf Korpusanalysen wird untersucht, wie wo als lokales, temporales oder universelles Relativadverb fungiert.

4. Die kognitiven und sozialen Vor- und Nachteile im Zweitsprachenerwerb: Hier werden Studien zur Sprachproduktion bei Kindern und L2-Sprechern ausgewertet, um die Vor- und Nachteile der Verwendung von wo zu erörtern.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der strukturellen, soziolinguistischen und psycholinguistischen Perspektiven zusammen und diskutiert Implikationen für die Forschung.

6. Literatur: Dieses Verzeichnis listet sämtliche in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Studien auf.

Schlüsselwörter

wo-Relativ, Relativadverb, Dialekt-Standard-Variation, Zweitsprachenerwerb, Sprachwandel, Soziolinguistik, Psycholinguistik, Satzanschluss, Regionalismus, Sprachproduktion, Normautorität, Sprachkognition, Sprachbarrieren, Korpusanalyse, Metaphorisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung des sogenannten „wo-Relativs“ (z. B. „Das Geld, wo auf der Bank liegt“) als sprachliche Variante im Vergleich zu standarddeutschen Relativkonjunktionen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die grammatische Einordnung von wo-Relativsätzen, die soziolinguistische Häufigkeit der Nutzung in verschiedenen Regionen sowie die psycholinguistische Relevanz für L2-Sprecher.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Akzeptanz des wo-Relativs als standardsprachlich den Zweitsprachenerwerb erleichtert und dies anhand von zwei entgegengesetzten Thesen zu prüfen.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturübersicht bestehender Grammatiken und die Analyse empirischer Studien sowie Panelstudien zur Verwendung von Sprachvarietäten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturelle Bewertung des wo-Relativs, eine Analyse seiner Verwendung als universelles Relativadverb und eine Untersuchung der Vor- und Nachteile für L2-Sprecher.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie wo-Relativ, Zweitsprachenerwerb, Dialekt, Sprachwandel und Relativadverb charakterisiert.

Welche Rolle spielt das Bildungsniveau bei der Nutzung von wo?

Studien zeigen, dass ein höheres Bildungsniveau und der damit verbundene Präskriptivismus der Normautoritäten die Wahl der wo-Variante tendenziell unterdrücken.

Was besagt die Predictive-Coding-Theorie im Kontext dieser Arbeit?

Sie bietet einen Erklärungsansatz dafür, warum das wo-Relativ für L2-Sprecher aufgrund seiner unspezifischen Semantik als Erleichterung beim Verstehen und Produzieren von Sätzen wahrgenommen werden könnte.

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Details

Title
Standarddeutsche Relativkonjunktionen gegenüber regionaler Varietät. Bewertung und Verwendung des "wo-Relativs"
College
University of Freiburg  (Philologische Fakultät - Deutsches Seminar)
Course
Grammatik und Kognition
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2023
Pages
18
Catalog Number
V1335175
ISBN (PDF)
9783346835116
ISBN (Book)
9783346835123
Language
German
Tags
Grammatik Kognition Predictive Coding Relativpronomen Linguistik Sprachwisschenschaften Konjunktion wo Relativpartikel Relativkonjunktion Relativsatz Alemannisch Schwäbisch Dialekte Standarddeutsch Duden IDS Eisenberg Pittner Kaiserstuhl regional Syntax
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2023, Standarddeutsche Relativkonjunktionen gegenüber regionaler Varietät. Bewertung und Verwendung des "wo-Relativs", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1335175
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