Dieser Essay befasst sich mit Descartes‘ erster Meditation aus den "Meditationes de prima philosophia" (1641; "Meditationen über die Grundlagen der Philosophie") und den ersten Prinzipien aus den "Principia philosophiae" (1644; "Die Prinzipien der Philosophie") in Hinblick auf den Grundbaustein seiner philosophischen Methode des Zweifels. "Die Prinzipien" entstanden als strukturiertes Werk nach den "Meditationen" und fassen Descartes Gedankengänge geordnet zusammen. Als Vertreter des Rationalismus und erkenntnistheoretischen Fundamentalismus war es dem neuzeitlichen Philosophen wichtig, eine "kritische Bestimmung des Verhältnisses von Vernunft und Geschichte" einzuleiten; also den Entstehungs- bzw. Überlieferungszusammenhang von der Begründung zu trennen, da erstere als irrelevant für letztere gehalten werden. Mit dieser Arbeit wird Descartes‘ methodologischer Zweifel erläutert und die Prinzipien, an denen Descartes in der ersten Mediation zweifelt, unter Anwendung seiner Methode als Argumente dargestellt und kritisch betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zweifel als Methode
- Angezweifelte Prinzipien
- Alle Sinneswahrnehmungen
- Sinneswahrnehmungen von der unmittelbaren Umgebung
- Universelle Allgemeinheiten
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Essay analysiert Descartes' erste Meditation aus den "Meditationes de prima philosophia" (1641) und die ersten Prinzipien aus den "Principia philosophiae" (1644) im Hinblick auf den Grundbaustein seiner philosophischen Methode des Zweifels. Der Text beleuchtet Descartes' Bestreben, eine "kritische Bestimmung des Verhältnisses von Vernunft und Geschichte" (Schupp 2003, S. 114) zu erlangen, indem er die Entstehung der Erkenntnis von ihrer Überlieferung trennt.
- Erklärung des methodologischen Zweifels bei Descartes
- Darstellung und kritische Betrachtung der Prinzipien, an denen Descartes in der ersten Meditation zweifelt
- Analyse der Anwendung von Descartes' Methode als Argumentationsgrundlage
- Untersuchung der Grenzen und Möglichkeiten des methodischen Zweifels
- Bedeutung des methodischen Zweifels für die Entwicklung der Philosophie
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Der Essay führt in Descartes' erste Meditation aus den "Meditationes de prima philosophia" (1641) ein und beleuchtet den Zusammenhang mit den "Principia philosophiae" (1644). Der Fokus liegt auf Descartes' methodologischem Zweifel und seinem Bestreben, eine klare Trennung zwischen der Entstehung von Erkenntnis und ihrer Überlieferung zu schaffen.
Zweifel als Methode
Descartes stellt die Unzuverlässigkeit von menschlichem Wissen in Frage und verwendet den methodischen Zweifel, um alle falschen Überzeugungen zu eliminieren. Er argumentiert, dass selbst die einfachsten Überzeugungen überprüft werden müssen, um eine solide Grundlage für die Erkenntnis zu schaffen. Er betont, dass Zweifel nicht als Lebensstil, sondern als Methode verstanden werden sollte.
Angezweifelte Prinzipien
Alle Sinneswahrnehmungen
Descartes argumentiert, dass Sinneswahrnehmungen aufgrund von Sinnestäuschungen nicht zuverlässig sind. Er stellt die Frage, ob es überhaupt sichere Erkenntnisse gibt, die nicht von den Sinnen abhängen. Er bezieht sich auf Beispiele wie optische Täuschungen und die Unzuverlässigkeit von Wahrnehmungen in der Ferne.
Sinneswahrnehmungen von der unmittelbaren Umgebung
Descartes stellt die Unterscheidung zwischen Wachen und Träumen in Frage. Er argumentiert, dass die Wahrnehmungseindrücke im Traum denen im Wachzustand so ähnlich sind, dass man nicht sicher sein kann, ob man sich im Wachzustand oder im Traum befindet. Dieser Zweifel wirft die Frage nach der Realität unserer Sinneswahrnehmungen auf.
Schlüsselwörter
Methodischer Zweifel, Erkenntnis, Philosophie, Rationalismus, Sinneswahrnehmung, Täuschung, Realität, Wahrheit, Überzeugung, Prinzipien, Meditationes de prima philosophia, Principia philosophiae.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel von Descartes' methodischem Zweifel?
Das Ziel ist es, eine unerschütterliche Grundlage für die Philosophie zu finden, indem alles angezweifelt wird, was nicht absolut sicher und klar ist.
Warum bezweifelt Descartes die Sinneswahrnehmungen?
Er argumentiert, dass die Sinne uns manchmal täuschen (z. B. optische Täuschungen) und man deshalb dem, was einen auch nur einmal getäuscht hat, nie ganz vertrauen sollte.
Was besagt das Traumargument in der ersten Meditation?
Descartes stellt fest, dass es keine sicheren Merkmale gibt, um den Wachzustand vom Traum zu unterscheiden, was die Realität unserer unmittelbaren Umgebung infrage stellt.
Was ist der Unterschied zwischen „Meditationen“ und „Prinzipien“?
Die „Meditationen“ (1641) sind der Prozess der philosophischen Suche, während die „Prinzipien“ (1644) die Ergebnisse systematischer und geordneter zusammenfassen.
Was versteht Descartes unter „universellen Allgemeinheiten“?
Damit meint er grundlegende Dinge wie Ausdehnung, Gestalt, Quantität und Zeit, die selbst dann wahr sein könnten, wenn wir träumen – doch auch diese stellt er später durch den „betrügerischen Gott“ infrage.
Ist der Zweifel für Descartes ein dauerhafter Zustand?
Nein, der Zweifel ist rein methodisch. Er dient als Werkzeug, um zu sicheren Erkenntnissen wie dem berühmten „Cogito ergo sum“ zu gelangen.
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- Lidia Molochnikova (Author), 2018, Einführung in Descartes' Denken. Erste Meditation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1334012