Ziel dieser Arbeit ist es, die Ursachen von Armut zu erörtern und somit Schlussfolgerungen zu ziehen, warum die Armut in Deutschland nach wie vor so weit verbreitet ist. Zunächst werden wichtige Begriffe erläutert und ein erster Versuch unternommen, Armut zu kategorisieren. Im nächsten Schritt werden verschiedene Methoden zu möglichen Messungen der Armut dargelegt. Anschließend folgt eine Erörterung möglicher Ursachen von Armut aus unterschiedlichen Perspektiven. Die erarbeiteten Ursachen stellen den Übergang zu den Folgen der Armut für die Betroffenen dar. Abschließend wird ein Blick auf die Rolle des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems geworfen und versucht, einen Zusammenhang herzustellen zwischen herrschendem System und herrschender Armut.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Einleitung
3 Definitionen
3.1 Differenzierung Einkommen und Vermögen
3.2 Definition von Armut
3.2.1 Allgemeines
3.3 absolute und relative Armut
4 Messmethoden
4.1 Lebenslagenansatz
4.2 Das Nettoäquivalenzeinkommen
4.3 Der „Globale Multidimensionale Armutsindex“
5 Ursachen
5.1 Allgemein
5.2 Bildung
5.3 Kapital und Habitus
5.4 Vererbung
5.5 Weitere Faktoren
6 Folgen von Armut
6.1 „Cognitive Load“
6.2 Kategorisierung
6.3 Entscheidungskompetenzen
7 Rolle des Systems
8 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und Ursachen von Armut in Deutschland. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Entstehung von Armut trotz eines hohen Wohlstandsniveaus zu entwickeln, verschiedene Erklärungsmodelle kritisch zu beleuchten und Wechselwirkungen zwischen individuellen Schicksalen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aufzuzeigen.
- Definitionen und Messmethoden von Armut
- Ursachenkomplexe wie Bildung, Habitus und intergenerationale Vererbung
- Kognitive Beeinträchtigungen durch Armut („Cognitive Load“)
- Die Rolle des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems
- Kritische Analyse von Entscheidungskompetenzen in Armutslagen
Auszug aus dem Buch
Definition von Armut
Um aussagekräftige Zahlen zur Armut zu erhalten, müssen zunächst begriffliche Definitionen der unterschiedlichen Formen von Armut dargelegt werden. Wenn von Armut die Rede ist, muss immer klar ersichtlich sein, um welche Art von Armut es sich handelt und mit welcher Messmethode diese festgestellt wurde. Zunächst wird begrifflich unterschieden zwischen absoluter und relativer Armut. Absolute Armut liegt vor, wenn jemand seine Grundbedürfnisse nicht zu befriedigen vermag, also hungert, über kein sicheres Trinkwasser verfügt, keine den klimatischen Bedingungen angemessene Kleidung, keine Wohnung bzw. kein Obdach hat und eine medizinische Grundversorgung entbehrt. Die primäre Ressourcenaufwendung von Menschen in absoluter Armut wird dazu benötigt, um das physische Überleben zu sichern. Von materieller und immaterieller Teilhabechance am gesellschaftlichen Leben kann hier noch nicht die Rede sein.
Relativ arm ist jemand, der zwar seine Grundbedürfnisse befriedigen, aber sich nicht am sozialen, kulturellen und politischen Leben beteiligen kann. Materielle Teilhabechance ist hierbei möglich, doch sind diese Menschen immateriell enorm eingeschränkt und können nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Relative arme Menschen können ihre Grundbedürfnisse sichern, doch wird dabei meist nur die unterste Ebene der Maslowschen Bedürfnispyramide, die physiologischen Bedürfnisse, befriedigt.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation, die sich aus dem Unverständnis über die Existenz von Armut in einem wohlhabenden Land speist.
Einleitung: Es wird die Forschungsfrage aufgeworfen, warum Armut in Deutschland trotz eines hohen Wohlstandsniveaus weiterhin weit verbreitet ist.
Definitionen: Grundlagen der Unterscheidung zwischen Einkommen und Vermögen sowie die Abgrenzung von absoluter und relativer Armut werden dargelegt.
Messmethoden: Vorstellung des Lebenslagenansatzes, des Nettoäquivalenzeinkommens und des Globalen Multidimensionalen Armutsindex als verschiedene Instrumente der Armutsforschung.
Ursachen: Untersuchung verschiedener Einflussfaktoren wie Bildungsmangel, fehlendes Kapital und Habitus sowie die Mechanismen der intergenerationalen Vererbung.
Folgen von Armut: Analyse der kognitiven Belastungen durch Armut (Cognitive Load) und der Auswirkungen auf die Entscheidungskompetenzen der Betroffenen.
Rolle des Systems: Kritische Reflexion darüber, inwieweit das bestehende Wirtschafts- und Gesellschaftssystem Armut nicht nur wenig präventiv bekämpft, sondern diese sogar bedingen kann.
Fazit: Zusammenfassung der Erkenntnisse, wonach Armut vielfältige Ursachen und Folgen hat, deren komplexe Wechselwirkungen durch einfache Antworten kaum vollständig zu erfassen sind.
Schlüsselwörter
Armut, Deutschland, Relative Armut, Soziale Ungleichheit, Bildung, Habitus, Wohlstandsniveau, Cognitive Load, Lebenslagenansatz, Nettoäquivalenzeinkommen, Entscheidungskompetenz, Soziales System, Umverteilung, Armutsforschung, Soziale Ausgrenzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Armut in Deutschland und versucht, die vielschichtigen Ursachen und gesellschaftlichen Bedingungen zu verstehen, die dazu führen, dass trotz allgemeinem Wohlstand ein signifikanter Teil der Bevölkerung armutsgefährdet ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Feldern gehören die Definition von Armut, verschiedene Messmethoden (wie der Lebenslagenansatz), Ursachenfaktoren (Bildung, Kapital, Habitus, Vererbung) sowie die Folgen von Armut, insbesondere kognitive Aspekte.
Was ist das Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Gründe für die Persistenz von Armut in einem wohlhabenden Staat wie Deutschland zu erörtern und die Frage zu beantworten, warum diese trotz des erreichten Wohlstandsniveaus nach wie vor weit verbreitet ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und Auseinandersetzung mit soziologischen und ökonomischen Ansätzen (u.a. Bourdieu, Maslow, Datenberichte der Bundesregierung), um ein umfassendes Bild der Armutsproblematik zu zeichnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, die Erläuterung von Messverfahren, die Analyse der Ursachen von Armut sowie eine Untersuchung der Folgen, wobei besonders auch die Rolle des staatlichen Systems kritisch hinterfragt wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Soziale Ungleichheit, Armutsverfestigung, Bildungschancen, ökonomisches/kulturelles Kapital, Cognitive Load und das soziale System definieren.
Was besagt die Maslowsche Bedürfnispyramide in diesem Kontext?
Die Theorie wird genutzt, um zu erklären, warum Menschen in Armut bei der Befriedigung physiologischer Grundbedürfnisse stecken bleiben und somit kaum Kapazitäten für Bildung oder gesellschaftliche Teilhabe aufbringen können.
Welchen Stellenwert nimmt das Konzept des „Cognitive Load“ ein?
Der „Cognitive Load“ beschreibt die kognitive Belastung durch ständige Alltagssorgen. Diese reduziert die Fähigkeit der Betroffenen, langfristige, rationale Entscheidungen zu treffen, was wiederum zur Verfestigung von Armut beiträgt.
Wie steht der Autor zur Rolle des Staates?
Der Autor übt Kritik am bestehenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystem und führt aus, dass Präventionsmaßnahmen oft unzureichend sind und das System Armut als Begleiterscheinung des Gewinnstrebens sogar mit erzeugt.
Ist das Ziel der Arbeit erreicht worden?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es keine einfache Antwort auf die Entstehung von Armut gibt, da sie in einem komplexen Spannungsfeld aus individuellen Faktoren und systemischen Rahmenbedingungen existiert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Armut in Deutschland. Definitionen, Messmethoden, Ursachen und Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1333691