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Zur Frage „Sklaverei und Christentum“ anhand von christlichen Quellen

Titel: Zur Frage „Sklaverei und Christentum“ anhand von christlichen Quellen

Hausarbeit , 2006 , 13 Seiten , Note: gut

Autor:in: Alina Heberlein (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die gesamte Gesellschaft und Kultur der Antike, insbesondere der Spätantike, beruhten auf der rechtlich und politisch abgesicherten Institution der Sklavenhaltung. „Unter Sklaverei ist jene von Hörigkeit, Leibeigenschaft, Knechtschaft und abhängigen Lohnarbeitsverhältnis zu unterscheidende, rechtlich geordnete Institution zu verstehen, in welcher der Dienende nicht als Arbeitskraft, sondern in seiner ganzen Person Eigentum eines anderen ist und dessen Verfügungsgewalt untersteht.“ Unter Augustus machte die Schicht der Sklaven, nach einer Berechnung von Brunt , an der italischen Gesamtbevölkerung von 7,5 Millionen annähernd drei Millionen aus, die keine Rechtsfähigkeit besaßen und unter schlimmsten sozialen Bedingungen leben mussten. Dies und andere Faktoren veranlassten die antiken Philosophen, Denker und Theologen zu einer Reflexion der Institution Sklaverei, die sich vor allem mit der Fragestellung beschäftigte, ob die Unfreiheit der Versklavten gerechtfertigt sei. Alle waren sich jedoch einig, dass eine allgemeine Aufhebung der Sklaverei die Gefahr des Zusammenbruchs des antiken Staates herbeiführen würde, da die Institution der Sklaverei eine wichtige soziale und ökonomische Ordnung des Römischen Reiches darstellte. Die christliche Bewegung befasste sich ebenso mit der Frage nach der Abschaffung der Sklaverei und der gerechten Behandlung der Unfreien, was sich in zahlreichen Quellenzeugnissen von christlichen Autoren wiederfindet. Als erster christlicher Rezepient dieser Frage nahm der Apostel Paulus in seinen Briefen dazu Stellung. Dessen Antwort auf die Sklavenfrage wurde zur Tradition der christlichen Bewegung, die sich auch bei dem bedeutenden Kirchenvater der Spätantike, Augustinus, wiederspiegelt.

Die nachfolgenden Seiten werden sich mit dem Thema „Sklaverei und Christentum“ beschäftigen, insbesondere mit der Fragestellung, wie die Christen die Sklaverei beurteilten und wie sie die rechte Behandlung der Sklaven sahen. Als erstes wird kurz die soziale Lage der Sklaven im Römischen Reich und die Beurteilung dieser Institution durch die römischen Denker und Philosophen skizziert. Die Ausführungen werden sich auf den Zeitraum zwischen dem ersten Aufkommen des Christentums und der Spätantike beziehen. .....

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HAUPTTEIL

2. 1 SOZIALE LAGE DER UNFREIEN IM RÖMISCHEN REICH

2. 2 BEURTEILUNG DER SKLAVEREI IM IMPERIUM ROMANUM

2. 3 STELLUNG DER CHRISTEN ZU DER INSTITUTION DER SKLAVEREI

2. 3. 1 Paulus

2. 3. 2 Augustinus

3. SCHLUSSTEIL

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Haltung des frühen Christentums zur Institution der Sklaverei im Römischen Reich. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie christliche Autoren die soziale Lage der Unfreien beurteilten, welche Rolle die Sklavenhaltung in der christlichen Sozialethik spielte und warum trotz der Predigt von Gleichheit und Freiheit keine aktive Abschaffung der Sklaverei gefordert wurde.

  • Die soziale und rechtliche Realität der Sklaven in der antiken Gesellschaft.
  • Die philosophische Bewertung der Sklaverei (Stoa) im Vergleich zur christlichen Sichtweise.
  • Die theologischen Positionen von Paulus zu Gehorsam und dem Status als "Sklave Christi".
  • Die Deutung der Sklaverei durch Augustinus als Folge der Erbsünde und Schöpfungsordnung.
  • Das Spannungsfeld zwischen religiöser Freiheit und der Akzeptanz wirtschaftlicher Strukturen.

Auszug aus dem Buch

2. 3. 2 Augustinus

Ein weiterer bedeutsamer christlicher Autor, der sich mit der Sklavenfrage beschäftigte, ist Augustinus von Hippo (354 – 430), der in der Forschung auch als Augustin bezeichnet wird. Er war ein meinungsführender Kirchenlehrer, christlicher Theologe sowie Philosoph der Spätantike.

In seiner Schrift De civitate Dei (lat. Über den Gottesstaat), welche in der Zeit von 413 bis 425 entstand, entwickelte Augustinus die Idee von Gottesstaat, der zum irdischen Staat in einem bleibenden Gegensatz stehe. Im Kapitel 19,15 – 16 dieser Schrift befasste er sich mit der Sklavenfrage, deren Beantwortung die übrigen Kirchenväter des 4. und 5. Jahrhunderts sowie die Alte Kirche bedeutend beeinflusste.

Seine Deutung der Sklaverei sah den Sklavenstand als „natürliche Ordnung“ und Schöpfungsordnung, die als Strafe Gottes aus der Erbsünde resultiere: „Die erste Ursache der Sklaverei ist also die Sünde.“ Die Sklaverei sei „eine Konsequenz des ständig neuen Ungehorsams gegen den Willen Gottes in dieser Welt.“ Durch diese Unfolgsamkeit, die sich in der Sünde offenbart, tritt eine Störung der Naturordnung ein, die nur mit den Mitteln des Gesetzes, d.h., auch durch die Institution der Sklaverei, wiederhergestellt werden könne: „[...] Die Sklaverei als Strafe ist durch jenes Gesetz geordnet, das die natürliche Ordnung zu wahren befiehlt und zu stören verbietet.“ Das menschliche Abhängigkeitsverhältnis sei eine heilgeschichtliche Notwendigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Sklaverei als ökonomische und soziale Grundlage der Antike ein und skizziert die Fragestellung zur christlichen Bewertung dieser Institution.

2. HAUPTTEIL: Dieser Teil analysiert die soziale Situation der Unfreien, den stoischen Einfluss auf die Gesetzgebung sowie die christliche Auseinandersetzung mit der Sklavenfrage.

2. 1 SOZIALE LAGE DER UNFREIEN IM RÖMISCHEN REICH: Hier werden die rechtliche Rechtsunfähigkeit von Sklaven sowie die Bemühungen der Kaiserzeit um einen begrenzten gesetzlichen Schutz für Unfreie beschrieben.

2. 2 BEURTEILUNG DER SKLAVEREI IM IMPERIUM ROMANUM: Das Kapitel erörtert die stoische Philosophie als theoretischen Protest gegen die Sklaverei bei gleichzeitigem Fehlen praktischer politischer Konsequenzen.

2. 3 STELLUNG DER CHRISTEN ZU DER INSTITUTION DER SKLAVEREI: Es wird dargelegt, dass das Christentum die Sklaverei als Faktum akzeptierte, um die soziale Ordnung nicht zu gefährden, während die Freiheit auf eine geistliche Ebene verlagert wurde.

2. 3. 1 Paulus: Paulus interpretiert Sklaverei als gottgewollte soziale Anordnung und mahnt Sklaven zur Pflichterfüllung, während er die geistliche Freiheit in Christus betont.

2. 3. 2 Augustinus: Augustinus begründet die Sklaverei theologisch als notwendige Folge der Erbsünde und sieht in ihr eine Strafe Gottes zur Wiederherstellung der göttlichen Ordnung.

3. SCHLUSSTEIL: Das Kapitel fasst zusammen, dass die christliche Lehre die antike Sklavenhaltergesellschaft eher stützte als auflöste und keine soziale Revolution anstrebte.

Schlüsselwörter

Sklaverei, Antike, Christentum, Paulus, Augustinus, Spätantike, soziale Ordnung, Sklavenhaltergesellschaft, Erbsünde, Rechtsunfähigkeit, christliche Sozialethik, Kirchenväter, Römische Reich, Freiheit in Christus, Institution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis des frühen Christentums zur Sklaverei im Römischen Reich und wie christliche Denker diese Institution in ihre Ethik integrierten.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die soziale Lage der Sklaven, die stoische Beeinflussung der kaiserzeitlichen Gesetzgebung sowie die theologische Argumentation der frühen Kirche zur Sklavenfrage.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage ist, wie Christen die Sklaverei beurteilten, welche Gründe gegen ihre Abschaffung sprachen und wie die "rechte Behandlung" von Sklaven christlich legitimiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-theologische Analyse, die sich auf antike Quellenzeugnisse, Briefe der Apostel sowie kirchenväterliche Schriften stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die soziale Analyse der Sklavenarbeit, die philosophische Einordnung durch die Stoa und die spezifischen Interpretationen durch Paulus und Augustinus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Sklaverei, Antike, Christentum, Paulus, Augustinus, soziale Ordnung und christliche Sozialethik.

Wie unterschied sich die christliche Sichtweise von der stoischen Philosophie?

Während die Stoa die Sklaverei philosophisch als Unrecht brandmarkte, integrierte das Christentum sie tiefer in das göttliche Weltbild (z. B. durch die Lehre von der Erbsünde bei Augustinus).

Warum lehnte das frühe Christentum eine Abschaffung der Sklaverei ab?

Die Abschaffung wurde als Bedrohung der ökonomischen Grundlage des Römischen Reiches gesehen und stand nicht im Fokus der Missionsintention, die auf das Jenseits ausgerichtet war.

Was bedeutet bei Paulus der Begriff "Freiheit in Christus"?

Es handelt sich um eine rein geistliche Freiheit, die den rechtlichen Sklavenstatus im Alltag unberührt lässt und den Sklaven anweist, seinen Pflichten als "Diener Gottes" nachzukommen.

Welche Rolle spielt die Erbsünde bei der Beurteilung der Sklaverei durch Augustinus?

Augustinus betrachtet die Sklaverei als eine aus der Sünde resultierende Strafe Gottes, die notwendig ist, um die gestörte Naturordnung in der Welt zu regulieren.

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Details

Titel
Zur Frage „Sklaverei und Christentum“ anhand von christlichen Quellen
Hochschule
Universität Münster
Note
gut
Autor
Alina Heberlein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V133329
ISBN (eBook)
9783640402779
ISBN (Buch)
9783640402632
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frage Christentum“ Quellen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alina Heberlein (Autor:in), 2006, Zur Frage „Sklaverei und Christentum“ anhand von christlichen Quellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133329
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