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Aspekte der Großstadtlyrik im Expressionismus

Título: Aspekte der Großstadtlyrik im Expressionismus

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2009 , 68 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Sonja Borzutzky (Autor)

Filología alemana - Géneros
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Die deutsche Großstadtlyrik vom Naturalismus bis zur Gegenwart
Die Großstadt ist ein Sujet der Lyrik, das in unterschiedlichster Weise literarisch bearbeitet wurde. In Frankreich wurde es durch Charles Baudelaire, Paul Verlaine und Arthur Rimbaud ins Zentrum des literarischen Interesses des Symbolismus, der Décadence und des Fin de Siècle gesetzt. In Deutschland waren es zuerst die Naturalisten, die die Großstadt zum Thema ihrer Lyrik machten. Wolfgang Rothe betont den unterschiedlichen Charakter der Großstadtlyrik der französischen Vertreter im Vergleich zur deutschen:
Es war von Anbeginn in weitestem Maße eine ´soziale Dichtung`, die sich unmittelbar auf die gesellschaftliche Unterschicht bezog - im Gegensatz zur Pariser Großstadtlyrik des Symbolismus, der Décadence und des Fin de siècle.

Die deutsche Großstadtdichtung fand nicht zufällig zur Zeit der Industrialisierung und Urbanisierung ihren Ursprung, auch wenn eine umfangreiche Programmästhetik dies suggerieren könnte. Die deutsche Großstadtdichtung entstand durch die Veränderung der materiellen Lebensgrundlage. Die Fabrikstadt Berlin, besonders gekennzeichnet durch Lärm, Gestank und Hässlichkeit konnte den Bewohnern nur sehr negative Lebensbedingungen in den Mietskasernenvierteln bieten. Lange Arbeitszeiten, Arbeitslosigkeit und Kinderarbeit, Alkoholismus und mangelhafte ärztliche Versorgung waren die zentralen Probleme dieser Zeit. Im Naturalismus war die Großstadtlyrik vor allem eine sozialkritische Literatur, wobei die positiven Seiten des urbanen Lebensraums als Gegenstand in den Werken der Dichter keine Rolle spielten. Folglich schreibt Rothe über die Künstler:
Sie wurden zu Mitleidsdichtern, doch erfreulicherweise in der Regel ohne das Kitschig- Sentimentale der pseudosozialen Trivialliteratur jener Jahre. Sie kamen von der Empörung über das menschenunwürdige Dasein des industriellen Proletariats zur Gesellschaftskritik und zu sozialistischen Vorstellungen von Veränderung.

Vermutlich aus ästhetischen und ideologischen Gründen maßen die Künstler der Neuromantik, des Symbolismus, der Décadence, des Jugendstils und der Neuklassik der Großstadtlyrik keine besondere Bedeutung bei. Einem Schönheitskult verfallen, konnte die Hässlichkeit der Metropole ihren Werken nicht als Gegenstand dienen. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Die historische Entwicklung der Großstadtlyrik in der Moderne bis heute

1.1 Die deutsche Großstadtlyrik vom Naturalismus bis zur Gegenwart

1.2 Zum Forschungsstand

2. Die Großstadtlyrik vor dem Hintergrund der ästhetischen Moderne

3. Die zivilisatorische Moderne als Hintergrund der Großstadtlyrik

3.1 Soziologische Phänomene

3.2 Die Großstadt als Ort der Moderne

3.3 Das Lebensgefühl der Moderne in der Lyrik des Expressionismus

4. Die Großstadtlyrik Georg Heyms

4.1 Einzelanalyse des Gedichts „Der Gott der Stadt“ von Georg Heym:

4.1.1 Die Textebene

4.1.1.1 Die graphische Analyse

4.1.1.2 Analyse der klanglichen Ebene

4.1.1.3 Analyse der rhythmischen Ebene

4.1.1.4 Analyse der grammatischen Ebene

4.1.1.4.1 Morphologische Aspekte

4.1.1.4.2 Lexikalische Aspekte

4.1.1.4.3 Syntaktische Aspekte

4.1.1.5 Analyse der semantischen Ebene

4.1.2 Die Darstellungsebene

4.1.2.1 Der Stoff

4.1.2.2 Das Motiv

4.1.2.3 Die Situation

4.1.2.4 Das Medium

4.1.3 Die Bedeutungsebene

4.2 Vergleich der Ergebnisse der Einzelanalyse mit Heyms Gesamtwerk

4.2.1 Formale Aspekte

4.2.2 Inhaltliche Aspekte

4.2.2.1 Die Zeit

4.2.2.2 Die Stadt, die Städter und das Meer

4.2.2.3 Der mythische Bereich

4.3 Zusammenfassung

5. Die Großstadtlyrik Georg Trakls

5.1 Einzelanalyse des Gedichts „Vorstadt im Föhn“ von Georg Trakl

5.1.1 Die Textebene

5.1.1.1 Die graphische Analyse

5.1.1.2 Analyse der klanglichen Ebene

5.1.1.3 Analyse der rhythmischen Ebene

5.1.1.4 Analyse der grammatischen Ebene

5.1.1.4.1 Morphologische Aspekte

5.1.1.4.2 Lexikalische Aspekte

5.1.1.4.3 Syntaktische Aspekte

5.1.1.5 Analyse der semantischen Ebene

5.1.2 Die Darstellungsebene

5.1.2.1 Der Stoff

5.1.2.2 Das Motiv

5.1.2.3 Die Situation

5.1.2.4 Das Medium

5.1.3 Die Bedeutungsebene

5.2 Ergebnisse der Struktur-Funktionsanalyse im Vergleich zu Trakls Gesamtwerk

5.2.1 Die Polarität in Trakls Lyrik: Das Schöne und das Hässliche

5.2.2 Die Formelhaftigkeit der Lyrik Trakls

5.2.3 Die emotionale Gestimmtheit

5.2.4 Das Traumhafte

5.3 Zusammenfassung

6. Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Lyrik Trakls und Heyms

7. Resümee

8. Literaturverzeichnis

8.1 Primärliteratur

8.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit analysiert die Darstellung der Großstadt in der expressionistischen Lyrik. Ziel ist es, durch eine methodisch fundierte Struktur-Funktionsanalyse der Gedichte „Der Gott der Stadt“ von Georg Heym und „Vorstadt im Föhn“ von Georg Trakl die Spezifika des expressionistischen Großstadtbildes herauszuarbeiten und die Autonomie dieser lyrischen Werke gegenüber soziokulturellen Einflüssen der Epoche zu verdeutlichen.

  • Historische und soziologische Grundlagen der Großstadtlyrik
  • Begriffliche Klärung der ästhetischen Moderne
  • Werkimmanente Analyse der Großstadtlyrik Georg Heyms
  • Werkimmanente Analyse der Großstadtlyrik Georg Trakls
  • Vergleich der poetischen Verfahren von Heym und Trakl

Auszug aus dem Buch

4.1 Einzelanalyse des Gedichts „Der Gott der Stadt“ von Georg Heym:

Der Gott der Stadt

Auf einem Häuserblocke sitzt er breit.

Die Winde lagern schwarz um seine Stirn.

Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit

die letzten Häuser in das Land verirr'n.

Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal,

die großen Städte knien um ihn her.

Der Kirchenglocken ungeheure Zahl

wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer.

Wie Koybanten-Tanz dröhnt die Musik

der Millionen durch die Strassen laut.

Der Schlote Rauch, die Wolken der Fabrik

ziehn auf zu ihm, wie Duft von Weihrauch blaut.

Das Wetter schwelt in seinen Augenbrauen.

Der dunkle Abend wird in Nacht betäubt.

Die Stürme flattern, die wie Geier schauen

von seinem Haupthaar, das im Zorne sträubt.

Er streckt ins Dunkle seine Fleischerfaust.

Er schüttelt sie. Ein Meer von Feuer jagt

durch eine Strasse. Und der Glutqualm braust

und frisst sie auf, bis spät der Morgen tagt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die historische Entwicklung der Großstadtlyrik in der Moderne bis heute: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss der Großstadtdichtung vom Naturalismus bis zur Gegenwart und erläutert den Aufbau und das methodische Vorgehen der Arbeit.

2. Die Großstadtlyrik vor dem Hintergrund der ästhetischen Moderne: Hier wird der literarhistorische Begriff der ästhetischen Moderne sowie deren Abgrenzung zur zivilisatorischen Moderne theoretisch fundiert.

3. Die zivilisatorische Moderne als Hintergrund der Großstadtlyrik: Dieses Kapitel beleuchtet soziologische Phänomene der Jahrhundertwende, wie Industrialisierung und Urbanisierung, und deren Einfluss auf das moderne Lebensgefühl.

4. Die Großstadtlyrik Georg Heyms: Dieses Hauptkapitel führt eine detaillierte Struktur-Funktionsanalyse von Heyms Gedicht „Der Gott der Stadt“ durch und vergleicht die Ergebnisse anschließend mit seinem Gesamtwerk.

5. Die Großstadtlyrik Georg Trakls: Analog zu Kapitel 4 erfolgt hier die Analyse von Trakls „Vorstadt im Föhn“ unter Einbeziehung seiner sonstigen Lyrik und Charakteristika.

6. Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Lyrik Trakls und Heyms: Das Kapitel stellt die beiden Dichter gegenüber und analysiert ihre unterschiedlichen Perspektiven und Stilmittel bei gleichen Themen wie Endzeitlichkeit und Zivilisationskritik.

7. Resümee: Die abschließende Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung im Kontext der expressionistischen Epoche und deren literarischen Erbes.

8. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der für die Arbeit herangezogenen Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Expressionismus, Großstadtlyrik, Georg Heym, Georg Trakl, Moderne, Struktur-Funktionsanalyse, Industriestadt, Industrialisierung, Zivilisationskritik, Weltende, Mythologie, Lyrik, Dämonisierung, Urbanisierung, Motivanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Darstellung der Großstadt in der Lyrik des Expressionismus, wobei der Fokus auf den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Dichter Georg Heym und Georg Trakl liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Industrialisierung und Urbanisierung auf das menschliche Dasein, die Darstellung der Großstadt als Ort der Entfremdung sowie die Wahrnehmung von Endzeitlichkeit.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es, mittels einer werkimmanenten Struktur-Funktionsanalyse die dichterischen Mittel und die spezifische "Modernität" in den Großstadtgedichten Heyms und Trakls zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet die Methode der Struktur-Funktionsanalyse, um Texte als eigenständige Systeme zu betrachten und nicht bloß biographisch oder rein sozialgeschichtlich zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei ausführliche Einzelanalysen („Der Gott der Stadt“ von Heym und „Vorstadt im Föhn“ von Trakl) sowie einen vergleichenden Teil, der diese Ergebnisse mit dem jeweiligen Gesamtwerk der Dichter abgleicht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Großstadtlyrik", "Struktur-Funktionsanalyse", "Expressionismus", "Industriestadt" und "Endzeitlichkeit" definieren.

Wie wird das Motiv der "Großstadt" bei Georg Heym interpretiert?

Bei Heym wird die Stadt als eine faszinierende, aber bedrohliche Macht dargestellt, oft durch dämonische Allegorien wie den Götzen "Baal" verkörpert, was in eine apokalyptische Zerstörung mündet.

Welche besondere Rolle spielt die Natur in Trakls Großstadtlyrik?

Im Gegensatz zu Heym integriert Trakl Naturmotive stärker, nutzt diese jedoch zur Kontrastierung mit dem Hässlichen und zur Vermittlung einer melancholischen, oft traumhaften Stimmung, die den Verfall der Zivilisation verdeutlicht.

Welche Bedeutung hat das "lyrische Ich" in den untersuchten Gedichten?

In beiden Fällen zeichnet sich das lyrische Ich durch eine "Nullpräsenz" aus; es fungiert nicht als wertendes Subjekt, sondern als distanzierter Beobachter, der das urbane Szenario registriert.

Final del extracto de 68 páginas  - subir

Detalles

Título
Aspekte der Großstadtlyrik im Expressionismus
Universidad
University of Rostock  (Institut für Germanistik)
Calificación
2,0
Autor
Sonja Borzutzky (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
68
No. de catálogo
V133284
ISBN (Ebook)
9783640396832
ISBN (Libro)
9783640396573
Idioma
Alemán
Etiqueta
Großstadt Expressionismus Großstadtlyrik Georg Heym Georg Trakl Lyrik Struktur-Funktions-Analyse
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sonja Borzutzky (Autor), 2009, Aspekte der Großstadtlyrik im Expressionismus, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133284
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