Dass Medienerziehung ein Bildungsauftrag ist und im Bereich Schule sowohl aufgegriffen werden sollte als auch bereits in der Grundschule beginnen sollte, darüber sind sich Experten einig. Doch eins steht fest, die Pandemie hat uns gezeigt, dass digitale Medien, in Zeiten der Digitalisierung, zu wenig Anwendung im Bereich Schule finden und das macht sich gerade jetzt bemerkbar. Nicht nur Lehrkräfte sind überfordert in der Anwendung von digitalen Formaten, sondern auch Schüler*innen, die vermeintlich viel mit digitalen Medien umgehen (Bildung in Deutschland, 2020). Doch woran liegt das? Mit dieser Frage wird sich im Verlauf des Beitrags noch genauer auseinandergesetzt, im Mittelpunkt dabei soll der digitale Schreibunterricht im Fach Deutsch stehen. Zwar sollte der Deutschunterricht nicht allein als Fach zur Medienerziehung dienen, denn dafür müssen alle Fächer zusammen agieren und wahrscheinlich ein externes Fach gegründet werden, jedoch würde es sich gut für den Schreibunterricht anbieten mit Schreibprogrammen und anderen digitalen Werkzeugen zu arbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Phasen der Digitalisierung im Schulkontext
3. Die Rolle der Handschrift vs. digitales Schreiben
4. Lehrkräftebildung für den digitalen Schreibunterricht
5. Digitaler Schreibunterricht im Berliner Rahmenlehrplan
6. Didaktische Ansätze für digitales Schreiben
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Stellenwert und die Potenziale des digitalen Schreibunterrichts im Fach Deutsch vor dem Hintergrund historischer Entwicklungsphasen der Digitalisierung sowie der schulischen Implementierung unter Berücksichtigung didaktischer Anforderungen.
- Historische Entwicklung der Digitalisierung an deutschen Schulen
- Spannungsfeld zwischen Handschrift und digitalem Schreibprozess
- Kompetenzanforderungen und notwendige Neukonzeption der Lehrkräftebildung
- Analyse der Vorgaben des Berliner Rahmenlehrplans für das Fach Deutsch
- Didaktische Konzepte wie prozessorientiertes, interaktionsorientiertes und materialgestütztes digitales Schreiben
Auszug aus dem Buch
Die geschichtliche Entwicklung des digitalen Schreibunterrichts
Schon in der geschichtlichen Entwicklung der Digitalisierung an den Schulen lässt sich erkennen, warum wir heute da stehen, wo wir stehen und der Unterricht in Zeiten einer Pandemie alles andere als einfach ist. Geschichtlich spiegeln sich vier Phasen wider, die alle eine eigene Stellung einnehmen.
In der ersten Phase der Digitalisierung, auch Digitalisierung 1.0 genannt, wurde die digitale Umstellung an den deutschen Schulen zunächst verweigert. Es wurde vorausgesagt, dass sich die digitale Welt schnell entwickeln wird und die Schule sich dem wirtschaftlichen Zwang irgendwann beugen muss, ansonsten würde die Verweigerung eine Bildungskrise hervorrufen. Der Aufruf blieb nicht unbeantwortet und die Schulen fingen kurz darauf an, die ersten Computerräume einzuführen und ein erstes fächerübergreifendes Bildungsprogramm, auch für das Fach Deutsch, auszuarbeiten (Kepser, 2018). Ein Jahr später erschien die erste Handreichung für das Fach Deutsch mit dem Thema: „Computer und Deutschunterricht“, welche praktische Unterrichtstipps enthielt. Besonders Textverarbeitungssoftwaren wurden hier in den Mittelpunkt gestellt.
Der zweite Anlauf der Digitalisierung, die Digitalisierung 2.0 brachte das Internet mit sich und deren rasante Entwicklung In Zusammenarbeit mit der Telekom und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung wurde das Internet kostenlos und vermeintlich flächendeckend an die Schulen gebracht (Kepser, 2018). Gleichzeitig wurden Unterrichts- und Fortbildungsprojekte ebenfalls finanziell unterstützt und es erschienen immer mehr Publikationen zur Anwendung des Computers im Deutschunterricht. Doch schon kurz nach der Einführung des Internets wurde es plötzlich still um die weitere Digitalisierung an den Schulen und der Prozess galt erstmal als beendet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit digitaler Medienerziehung in der Schule und stellt die Ausgangslage sowie die zentrale Frage nach der Zukunft des digitalen Schreibunterrichts dar.
2. Die Phasen der Digitalisierung im Schulkontext: Dieses Kapitel analysiert die vier historischen Phasen der Digitalisierung an deutschen Schulen, von der anfänglichen Verweigerung über die Einführung des Internets bis hin zum aktuellen KMK-Beschluss.
3. Die Rolle der Handschrift vs. digitales Schreiben: Hier werden die Argumente für den Erhalt der Handschrift als Kulturgut den Vorteilen des digitalen Schreibens hinsichtlich Geschwindigkeit und technischer Kompetenz gegenübergestellt.
4. Lehrkräftebildung für den digitalen Schreibunterricht: Der Abschnitt diskutiert die Defizite in der aktuellen universitären Ausbildung von Lehrkräften und betont die Notwendigkeit einer Neukonzeption für einen kompetenten digitalen Unterricht.
5. Digitaler Schreibunterricht im Berliner Rahmenlehrplan: Es wird untersucht, wie stark das digitale Schreiben im aktuellen Berliner Rahmenlehrplan verankert ist und wo noch Ausbaubedarf besteht.
6. Didaktische Ansätze für digitales Schreiben: Dieses Kapitel stellt verschiedene moderne Schreibdidaktiken wie das prozess-, interaktions- und materialgestützte Schreiben vor, die digitale Werkzeuge sinnvoll in den Unterricht integrieren.
7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird betont, dass die Digitalisierung ein langfristiger Prozess ist und ein Umdenken stattfinden muss, um Schüler und Schülerinnen auf die digitale Zukunft vorzubereiten.
Schlüsselwörter
Digitaler Schreibunterricht, Medienerziehung, Digitalisierung, Handschrift, Schreibdidaktik, Prozessorientierung, Lehrkräftebildung, Rahmenlehrplan, Digitale Kompetenz, Interaktionsorientiertes Schreiben, Materialgestütztes Schreiben, Schule, Bildung, DigitalPakt, Fach Deutsch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Stellenwert des digitalen Schreibunterrichts im Fach Deutsch und untersucht dessen didaktische Umsetzung, historische Entwicklung sowie die Herausforderungen bei der Implementierung an Schulen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die historische Analyse der Digitalisierung im Schulwesen, das Spannungsfeld zwischen traditioneller Handschrift und digitalen Schreibmedien sowie die methodische Gestaltung von Schreibdidaktik in einem digitalen Umfeld.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie digitale Schreibkompetenzen systematisch vermittelt werden können und warum eine Integration dieser Kompetenzen in den Deutschunterricht für die Vorbereitung auf Studium und Beruf unerlässlich ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlicher Literatur, Analysen von Rahmenlehrplänen sowie einer kritischen Reflexion didaktischer Ansätze und bildungspolitischer Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der Digitalisierungsphasen, eine Diskussion über die Relevanz der Handschrift gegenüber dem computergestützten Schreiben sowie die Vorstellung konkreter didaktischer Modelle wie des prozessorientierten Schreibens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe digitaler Schreibunterricht, prozessorientierte Schreibdidaktik, digitale Kompetenz, Lehrkräftebildung und Medienerziehung geprägt.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Berliner Rahmenlehrplans?
Die Autorin stellt fest, dass der Rahmenlehrplan das digitale Schreiben zwar an manchen Stellen erwähnt, aber nicht eindeutig oder als verpflichtenden Standard für den gesamten Schreibunterricht ausdifferenziert.
Welchen Stellenwert räumt die Arbeit der universitären Lehrkräftebildung ein?
Die Autorin sieht eine dringende Notwendigkeit für eine Neukonzeption der Lehrkräftebildung, da Studierende derzeit kaum auf die methodische und praktische Gestaltung des digitalen Schreibunterrichts vorbereitet werden.
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- Melody Gollub (Author), 2021, Der digitale Schreibunterricht, nur eine Vision?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1332079